Einzelbild herunterladen
 

Verlag Langgasse 21 ^raxblatth»»»".

Gchalter-HaN« (leBtfn«t von « Uhr Morgens trt* * Uhr abend». PoUIchecklont»: zra»kl»rt a. M. Sir. 7405.

Wöchentlich

Bejogspreile: Durch den Verlag bezogen: Ml. 3.80 monatlich, Mk. tl.tv vierteljLbrlich, ohne Traglohn , durch die Post bezogen: Mk. 4.75 monatlich, Mk. 14.35 vierteljährlich, ohne Bestell, aeld. Bezugsbestellungen nehmen cm: der Verlag, di« Ausgabestellen, dir TrSger und all« Postunstallen. In FLIIen höherer Gewalt, Betriebsstörungen oder Streik» haben die Be­zieher keinen Anspruch auf Lieferung de» Blatte, oder Erstattung de» entsprechenden Entgelt».

12 Ausgaben.

Fernruf:

^raqblatthaus" Nr. ««5»-».

Von O Uhr morgen» bis 6 Uhr abends, anher Sonntage vosticheSioN!»: Frankfurt ». M. Nr. 7495._

«nze.g.n.n

vorgeschriebenen Tagen und Plätzen wird kem« Gewähr abernomme», a9**#***x***&

MrltWoch, 3. November 192Ü.

Abend-Ausgabe.

Nr. 516. 68. Jahrgang.

Präsident Harding.

mz. Paris, 2. Nov. Havas meldet, daß der Kandidat Harding zum Präsidenten von Amerika gewählt wor­den ist.

mz. Paris, 3. Nov. (Drahtbericht.) Die M e h r- h e i t des republikanischen Kandidaten Harding wird in der Stadt New Port allein auf 800000 Stimmen geschützt. Im Staate New dort auf 400 000 Stimmen, in Maffachusetts auf 300 000 Stimmen. Nach der New YorkerSun" gilt dis Wahl Hardings für sicher. Nach derChicago Tribüne" glaubt das Blatt, daß Harding in folgenden Staaten die Mehrheit erhalten hat: In New York, Maffachusetts, Illinois, Kansas, Iowa, Kentucky, Carolina, Missouru und Virginia. Nach einer Meldung der Pariser Ausgabe derDaily Mail" von heute nackt scheint der demokratische Präsident­schaftskandidat C o x in Texas die Mehrheit erhalten zu haben. Zn Boston hat sich die Mehrheit für Harding ausgesprochen. Zn Kansas hat Harding mit großer Mehrheit gesiegt. Um 2 Uhr nachts war nach einer Pariser Ausgabe derDaily News" folgendes Resultat bekannt: Für Harding wurden folgende Delegierte ge­wählt: Im Staate New York 45, in Maffachusetts 18, in Illinois 29, in Vermont 4, in Michigan 15, in Connecticut 7, inOhio 24, in Zcrsey 14, in Pennsylvania 38, in ^ndiania 15, in Wisconsin 13. Zm ganzen also 222 Delegierte. Für den demokratischen Präsident­schaftskandidaten Cox wurden gewählt: Im Staate

Michigan 20, in Texas 20, in Virginia 1, in Kentucky 8 und in Tenneffee 12, im ganzen also 61 Delegierte. Das Ergebnis kann aber noch wesentlich beeinflußt werden, da 531 Delegierte zu wählen sind. Nach einer Meldung derDaily Mail" aus New York kündigt auch die Hearth-Preffe die Wahl Hardings an. Die gleiche Voraussicht gibt derNew Yorker Herald".

mz. New York, 2. Nov. (Havas.) Nach dem Be- kanntwerdcn seiner Wahl zum Präsidenten erschien Harding auf seinem Balkon und hielt, bis zu Tränen gerührt, folgende Ansprache an die Menge: Zch

habe gemeinsam mit Ihnen gearbeitet und habe mich (nimer bemüht, Zhnen gegenüber mit vollständiger Ehrenhaftigkeit zu handeln. Wenn das Schicksal mich nun zum Präsidenten bestimmt, so wünsche ich gegenüber allen Völkern loyale Verfahren einzuschlagen.

*

Zm März 1921 wird Harding die Würde des Präsi­denten der Vereinigten Staaten übernehmen. Bis da­hin bleibt Wilson "noch im Weißen Hause, wenn er nicht vorziehen sollte, seine Drohung, sofort nach der Wahl des Republikaners das Weiße Haus zu verlaffen, wahrzumachen. Zunächst würde dann der Vizepräsi­dent M a r s h a l l die Geschäfte übernehmen. Nur dürfte er sich dabei nicht wohlfühlen, denn auf der Straße warten schon die Männer, die ihn und die ganze demokratische Parteimaschine ablcsen wollen.

Für Deutschland hat die Mahl des Republi­kaners nur insoweit Znteresse, als sie die außerpolitische Haltung der Vereinigten Staaten beeinflußt. Es dürfte sich empfehlen, in dieser Hinsicht nur geringe oder gar keine Hoffnung zu hegen. Die Weigerung von Senat und Repräsentantenhaus, dem Friedensvertrag zuzu­stimmen, war mehr ein innerpolitischer Schachzug, als durch irgendwelche Rücksichten aus Deutschland bestimmt. Gewiß, es war auch ein Haß gegen Wilson, der sich durch seine selbstherrliche Art äußerst mißliebig gemacht hatte. Wie sehr, zeigt der Ausfall der Wahl, die für den Demo­kraten Cox nur einen bescheidenen Achtungserfolg buchen konnte.

Wenn Harding im März zur lichten Höhe aufsteigt, dann folgen ihm auch die eigentlichen Führer der republikanischen Partei in die Staatsämter. Auch die Beamten werden abgerufen, um durch waschechte Re- publikaner ersetzt zu werden. Der Personenwechsel wird also gründlich und vollständig sein. Ob es aber auch ein Systemwechsel sein wird, bleibt dahingestellt. Roch ist die Zusammensetzung des neuen Kon­gresses nicht zu überseben. Es ist aber wahrscheinlich, daß auch er eine erhebliche republikanische Mehrheit ausweist. Angenommen, daß diese Mehrheit dabei ver­harrt, dem Völkerbund nicht beizutreten, was einer Ablehnung des Friedensvertrages gleichkommt, so er- aeben sich" aus dem Verhältnis zu den Vereinigten Staaten rechtliche und tatsächliche Folgen, die indessen nickt nur für uns, sondern auch für Frankreich. Eng­land und Italien von Bedeutung sind. Die offentlicke Meinung der Nordamerikanischen Union hat nicht mehr viel für Europa übrig, denn aus der Entfernung oeiehen ist Europa ein Erdteil, auf dem das Kriegs­feuer immer noch in Hellen Flammen emporzünqelt. kcitte der Kongreß den Friedensvertrag im vorigen Winter angenommen, so hätten sich die Vereinigten Staaten seitdem immer in allen wichtigen Verbands-

fragen entweder auf die englische oder die französische Seite stellen müffen. , .

Für Deutschland kommt in Betracht, daß Wilson und seine Sieges- und Friedenspolitik der Vergangenheit angehören. Die Republikaner sind nichts weniger a.s deutschfreundlich gesinnt, aber die Demokraten sind es auch nicht. Die Republikaner werden amerikanische Politik treiben, so wie sie sie verstehen und auffassen. Ob Deutschland dabei zu kurz kommt, spielt bei den republikanischen Führern keine Rolle. Es wird unsere Ausgabe sein, trotzdem zu versuchen, die abgebrochenen Brücken wiederherzustellen. Ze mehr sich Deutschland wirtschaftlich, finanziell und staatlich aufrichtet. desto­mehr wird es drüben Entgegenkommen finden Wir müffen den Dollaramerikanern zeigen, daß unsere Ästigen und wirtschaftlichen Energien noch unge­brochen sind. Einstweilen sind die Fäden, die uns mit der Union verknüpfen, noch recht schwach und dünn, -er diplomatische Verkehr ist noch nicht wieder ausgenom­men, was ja auch abhängig ist vom Abschluß des Fne- densvertrages.

Das neue Kabinett.

D. New York, 3. Nov. (Eig. Drahtbericht.) Man beschäftigt sich hier bereits mit der F r a g e d e s n e u e n Kabinetts. Unter anderem wird H o o v e r, der frühere Präsident des Ernährungsamtes, als zu­künftiger Innenminister genannt. Zl I ; t n o r Root für das Auswärtige Amt wird als fraglich an­gesehen. Für diesen Posten wird auch H i l l, der frühere Botschafter in Berlin, als Anwärter betrachtet. Als neuer Botschafter in London wird Herrigh genannt, der frühere Botschafter in Paris.

Ein neues wirtschaftliches Programm.

Br. Berlin. 3. Nov. (Eig. Drabtbericht.) Ein neues wirtschaftliches Programm wird vom Reichswirtfchafts- minisier anläßlich der zweiten Etatsleiung dem Reichstag unterbreitet werden. Es soll sich dabei um eine Reihe wich­tiger Schritte auf wirtschaftlichem Gebiete handeln, die von einschneidender Wirkung auf unser Wirtschaftsleben sein werden. In der kommenden Woche wird der Reickstag ent- ivreckend dem Beschlüsse des Ältestenrates keine Sitzung ab­halten. um dem Hausbaltungsausschuß Zeit für feine Be­ratungen zu laüen.

Aus dem Hauptausschuß des Reichstags.

Br. Berlin. 3. Nov. (Eig. Drabtberickt.) Der Sauvt- ausschuß des Reickstags setzte am Dienstag die Be- ip rech urig des Falles Hermes ft>rt. Der Deutsch- nationale Dr. H elfier i ch wandte sick gegen die Än- schafsung eines Autos für 280 00« M. und erklärte, daß das mit dem Begriff einer vernünftigen Sparsamkeit nicht m Einklang zu bringen sei. Er krackte schließlich einen deutsch- nationalen Antrag ein. worin dre Regierung ausgeforderr wird. 1. die Zahl der auf Reichskosten urterhaltenen Kraft­wagen einschließlich der der Kriegsgesellschaiten wesentlich eivzuschränken. und 2. dem Reichstag ein Verzeichnis der am 1. Oktober 1919 und der am 1. Oktober. 1920 auf. Reichs­kosten unterhaltenen Kraftwagen einschließlich derienlgen der Kriegsgesellschaften vorzulegen. Der Deuticknationale R o e i i ck e wandte sich sehr scharf gegen das Verfahren, das vom preußischen Staatssekretär Dr. Ramm, gegen die Be­amten des Reichserrährungsministermms e,nge,chlagen sei Rack längerer Aussprache wurde der deutschnatronale An­trag einstimmig angenommen. Der Antrag der Unab­hängigen auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusies wurde abgelehnt. Am Mittwoch wird der Ausschuv über den Friedensvertrag beraten.

Das Wahlprüfuugsgericht des Reichstages.

Br. Berlin. 3. Nov. (Eis. Drabtbericht) Gestern morgen trat zum erstenmal das neu eingerichtete Wabl- prüfungsgericht des Reichstags zusammen. Vorsitzender des Gerichtshofes ist der Abg..Sv,abn (ZentrF. Als Beisitzer aus Abgeordnetenkreiien fungierten der MehrheitswziallN Fischer und der Demokrat Brodau, Die beiden Berufs­richter werden vom Reichsgericht in Leipzig gestellt. Es sind dir' beiden Reichsgerichtsräte Cornelius und K a t b u h n. Als erster Punkt stand aus der Tagesordnung der Protest des Abg. Cohn wegen der Ungültigkeitserklärung seiner Wahl, die bekanntlich dadurch bervorgerufen wurde, daß nickt er. sondern seine Gattin, die Zustimmungi zur Wahlan­nahme gab. so lange er selbst im Ausland, weilte. Der Pro­test Cohns wurde a b g e l e h n t und die Wahl für u n - gültig erklärt._

Die Kommission zur Neugliederung des Reiches.

Br Berlin. 3. Nov. (Eig. Drahtbericht.) Die Kom misiion für die Neugliederung des. Reiches tritt beute vor­mittag 11 Uhr im Reichsministerium des Innern zwecks Konstituierung zusammen. Den Vorsitz führt Graf R o e d e r

Die oüerschlesische Autonomie.

mz Berlin. 3. Nov. Wie das ..B. T." mitteilt. befaßte sich das v r e u ß i s ch c. K a b i n e,t t in seiner ge,tilgen Sitzung u. a. mit der Frage der ooerschlesticken Autonomie. Es sei ein Beschluß gefaßt worden, der sich mit der Entschei­dung der Reichsregierung. Oberlchlesten durch Reichsgesetz die Stellung eines selbständigen Staates zu gewähren, deckt.

Kellnerstreik in Nürnberg.

W.T.-B. Nürnberg. 2. Nov. Der ..Frank. Kurier" meldet, daß seit heute vormittag alle Hotels. Gastwirtschaften. Kafseehünser usw. mit Kellner- und Kellnerinnenbedienung wegen des Kellncrstreiks geschlossen sind. Die Streiken­den fordern eine 10vroz. TrinlgeldablLsung.

Tie EntschLdigungsfrage.

v. London. 3. Nov. (Eig. Drabtberickt.) Es kann ge- ägt werden, daß die englische Regierung an ihrem Standpunkt iestdält. in der Entschadigungsfrag mit den deutschen Vertretern aus dem Boden der Gleichbe rechtigung zu verhandeln. Dem französischen Standpum wird insofern entgcger gekommen, als die kontrad lktatoriiwe Konferenz zwischen deutschen, franzosiicken. und englischen Sachverständigen in Brüssel akzeptiert wird. Eine env gültige Beschlußfassung in der Entschadrgungsirage soll weder dem Obersten Rat noch der Wledergutmachungslom. Mission überlassen werden, sondern auch m dieser Sinnckt sollen die deutschen Vertreter an der Mmisterkon ferenz in Genf mit gleichen Kompetenzen teil- nehmen. Lloyd George hält also an der Werfer K^nferen» und den beiderseitig bindenden Abmachungen von Spa reii.

v. Baris. 3. Nov. (Eig. Drabtbericht.)LibertS und Ravvel" fangen als erste an. sich darauf gefaßt zu machen, daß ein neues Spa bcvorstebe, wo die Franzosen diesmal in der Minderheit bleiben könnten.

Das Spa-Abkommen für Oktober erfüllt. mz. Berlin. 3. Nov. Wie die Blätter vernehmen, ist das Spa-Abkommen für den Monat Ottober voll er­füllt worden! - Wie die ..D. Alls, Ztg." dazu bemerkt könnten wir einerseits darauf stolz >em. andererieits mutzte es uns aber mit Schmerz und Sorge erfüllen, da. wie wir letzt klar erkennen und zu beweisen vermögen die e Erwllung des Abkommens a u fK o st e n v e r E r l st e n r m o g l r ck- feiten unseres Wirtschaftslebens geschehen sei.

Die abzuliefernden Milchkühe, v Basel, 3. Nov. (Eig. Drahtbericht.) Aus Paris wird offiziell die Berliner Nachricht dementiert, daß die franzon- sche Regierung die Zahl der von Deutschland abzulieiernden K ü h e von 800 000 auf 400000 herabgesetzt habe. Der fran- zostsche Bauer babe an der Kriegsschuld zu schwer zu tragen, als daß ein solcher Verzicht gerechtfertigt werden konnte.

Vom Botschasterrat.

mz. Paris. 2. Nov. Der Botschafterrat hat stck in seiner heutigen Sitzung mit der Frage der zwischen Danzig und Polen abzuschließcnden Vertrage wurde über die inzwiicken ausgenommenen Verhandlungen zwilchen den Vertretern der Stadt Danzig und Polen Be­richt erstattet. Die amtliche Mitteilung besagt, daß d»e Verhandlungen günstig verliefen und fortgeletzt werden.

Eröffnung des Bölkerbundssekretariats in Genf.

D. Paris. 3. Nov. (Eig. Drabtbericht.) Das Sekretariat des Völterbundes hat gestern seine Bureaus .tn Genf offiziell eröffnet. Sir Eric Drummond hielt eine kurze Eroff- nunsanivracke. Zahlreiche Abordnungen treffen täglich ern. Allein die japanische Abordnung umfaßt 71 Mitglieder, dar­unter 30 Militärsachverständige.

Die Vertreter Frankreichs bei der Bölkerbundstagung.

W.T.-B. Paris, 2. Nov. (Havas.) Der Minister­rat wählte Leon Bourgeois.. RenS V l v i an l und Gabriel Hannotaur zu Delegierten der französischen Regierung auf der Versammlung des Völker­bundes in Genf. Der Ministerrat teilte mit. es werde zu einer Reorganisation des Personals der Botschaften und Ge­sandtschaften geschritten werden, da die Organisation dieser Stellen wahrer d des Krieges vernachlässigt werden mutzte. 3iuf die europäischen Botschaften und Gesandtschaften sollen 23 neue Sekretäre und Attaches gesandt werden.

Die Reichsregierung gegen dieOrgesch".

W T-B. Berlin. 2. Nov. In dem heute veröffentlichten Erlab'des preußischen Ministers, des Innern Sever,ng über die Betätigung der Organisation Eschenck beißt es.

Die Reichsregierung bat in ihrer Kabiretts- sitzung vom 23. August anerkannt, daß die Orseick als eine Umgebung der Einwohnerwehren anzusehen ist. io daß ihr Fortbestehen mit dem Versailler Friedensvertrag nicht n Eintlang zu bringen sei. Zur Klarstellung der Angelegen­heit gibt die Reichsregierung ihren Beschlutz bekannt, den sie am 23. August gefaßt und damals in der Preise veröffent­licht bat. Der Beschlub lautet:

Das Reichskabinett befaßte sich mit. der Behandlung.der Organisation Eickelich. Die Reiaisregieruva war einmütig der Ansicht, daß dieser Organiiatron . keine Aus- nahmebeHandlung zu gewahren, sei und der Reichs- lommisiar für Entwaffnung schon mir Rücksicht auf den Friedensvertrag die Abmachungen von Spa nicht anders zu behandeln habe als andere. Staatsbürger. Zu dem Verbot der Organisation Escherrch durch die ,vreubrsche Regierung Stellung zu nehmen, liege bei dem soderallstl- lcken Charakter des Reiches kein Anlaß vor. da dre.Sand- bavung des Vereins- und Versammlungsrecktes in den Händen der Länder liegt. Den Beteiligten steht es frei, über die Recktmäßiakeit des Verbotes gerichtliche oder verwaltungsgerichtliche Entscheidungen berbeizuführen.

Die Auflösung der bayerischen Einwohnerwehren.

mz. München. 2. Nov. DieMünch. Ztg." meldet: Heute ford ein M i n i st e r r a t statt, der stck u. a. mit der Entente- ncte zur Auslösung der Einwohnerwehren be­faßte. Das Blait bemerkt, daß in der Angelegenheit der Einwohnerwehren die Haltung der Regierung bekannt und hinreichend festgelegt sei. Es sei nickt ausgeschlossen, daß Ministerpräsident Dr. v. Kahr in den nächsten Tagen im Zusammenhang mit der Rote der Entente zur Frage der Einwohnerwehr nach Berlin reisen wird.

Br. München, 3. Nov. (Eig. Drabtbericht.) Hier geht das Gerücht, der frühere Kronprinz Ruvvrecht habe seinen Wohnsitz wieder nach München verlegt, um bei wahr­scheinlich bevorstehenden Ereignissen gegenwärtig zu sein. Das Gerücht bängt damit zusammen, daß man annimmt, in .der Frage der Einwohnerwehren werde nunmehr von Bayern aus eine Entscheidung erzwungen werde«.