JftTJ47. Sonntag. 2. Oktober 192f.
Wiesbadener Tagblatt.
' TJntezf)a(tung6 <Q5eUage
bce> 'Wießöaöenet 'Zagöfattä.
Altdeutsche Meinpsesre.
Don Dr. Paul- Landau.
»Utes Weinjahr soll uns diesmal beschert sein, «rh e!n« rn fc ® ,rb *>n« seiche Fülle edlen Nasses in Faß »^^^r bringen. Freilich, viele werden von diesem *lmrt n pn ni m.> oersouren. Wie nach de NI 30 jährigen Kriege tonnten wir auch eine ..Klagred Bacchi anstimmen die >n beweglichen Versen meinte, der Wein sei "adlig ^?°rd«n und wolle mit dem gemeinen Bürgervolk nichts £. er Stoßseufzer. daN der ..edle Reben- su7r nur nom etwas iur oornokim-e Heroen und reiche Leute
Itr mllü V ?: Un ^ Jahrhundert dann des öfteren wieder. frinL„ > ? ,c putschen auch nicht mehr so viel Wein
tniÄen konnten wie früher, so haben sie ihn dafür um so Eieiungen. Die Anakreontiker der Rokokozeit haben be> Elasevn voll Wa ier und. Bier ihre Hymnen aus den ^»^E"brecher Lvaus ange,t-mmt. und überbauvt ist gar manches herrliche deutsche Weinlied von einem Munde ge- ^/^w^en der nich. allzu viel des köstlichen Nasies kn feine Kehle gleiten lallen konnte. Co haben wir Deutschen W. mehr noch als in dem bereits von Tacitus getadelten Trinken ,n der Trinkvoesie geleistet, und wenn man eine so w wJhiw Sammlung der schönsten ..Saus- und Trinklieder der Wcliliteratur . wie sie^KIabund in seinem bei Erich Reih l p ' t p-^/unkenen Lied" zusammengestellt
^ ^ ^!"bet man» daß s,ch höchstens noch die
als feuchtfröhliche Sänger neben uns 'eben lallen können, dah aber kein Volk den Durst lo verherrlicht ha «wie das deutsche. Klastische Weinlieder haben L"? ^ .Tlwudius. Hobel. Goethe. Arndt uiw. gespendet. Ds«/*onste Weinvoeiie. die noch viel zu wenig bekannt ist. wäbnung " Tagen der Weinernte eine besondere Er-
Die alten Deutschen haben die von den Römern gelernte Kunst des Weinbaues mit grober Liebe und Sorgfalt aufgenommen und bald treffliche Sorten gezüchtet. Schon die tonenden Serameter des ersten Moselliedes, das der Nomer Aulonius im 4. Jahrhundert n. Ehr. fang ballen «rn C l D r der köstlichen Moselweine, deren feines Nv>'rTwr^ r «r^? Di'rd-eaur dem Gewächs der Heimat gleichstellt. Ein Jahrhundert suater ersteht ein anderer lateinischer Ganser des^ Mo>el- und Rheinweines in dem frommen Benaniius tfortunotus, und so tönt der Preis des deutschen Weines bis in die Lieder der fahrenden Schüler, jener Go larden in deren lateiniiSen Strophen bereits ein Unterion deutscher Weinvoesie miMlngt. Nicht nur das Bekenntnis des genialen „Erzvocten": ..■VTihi esf propositnm in taherna mori“ — was Bürger übersetzte: ..Ich will einst de. Ja und Nein vor dem Zapfen sterben" — sondern auch amdere Carmina ,ind. z. T. in Goethes freier Umdichtung rn un er Kommersbuch übergegangen: '.n den dröhnenden Reimen dieser verbummelten Vaganten de- frühen Mittelalters ist mit des Bastes Grundgewalt der Ton deutscher Wemvoesie angeschlagen, w-e er dann durch die Jahrhunderte fortflxrgt. Rur langsam beginnt sich das fröhliche Äerbe-r!re-d der Studenten von den Felleln der fremden Sprache zu bemeien: doch immer lauter und Heller klovlen die deuischen Rbutdmen hervor, und nachdem stch das deutsche Lieveslred >m Minnesang befreit, klingen auch dem begeisterten Zeck er di« Laute der Muttersprache mitten hinein in die -fremdartigen Verse.
Die ersten ganz deutschen Weinlieder erscheinen als Parodie der ..hohen Lyrik", da cs dem ritterlichen Minnesänger nicht ziemte, so gewöhnliche Dinae wie das Trinken in den- vornehmen Strophen seiner höfischen Dichtung zu «m- T1 V- L?b«r ist da« älteste und wobl auch das berühmteste Wei-nlied. das mir besten. die Verulkung eines Minneliedes.' Es lautet in der ältesten Fällung:
-Ten liebsten Buhlen, den ich Han,
a er ist mit Reilen bunden
Und bat ein Hölzes Röcklein an.
Fracht Kranken und Gefunden.
Sein Name heißt Wein, schenk tapfer eins So wich die Stimm bah klingen'
Ein' starken Trunk in einem Funk Will ich mei'm Bruder bringen".
In ähnlicher Werse lebnen stch die beliebten Weingrüße an die Marienarüste an. und dem Sebnstichtsrus d es rrtter-
Dre Steuererklärung.
Von Rudolf Presber
Ich bab' einen Freund, der weih in Steuerfachen ausge- zerchnet Bescheid. Das ist ein Gottesgliick. Denn sonst, wobin kam ich. Ins Irrenhaus oder ins Zuchthaus.
Aber der John David Sülzbeimer in Firma Brümblütz und Silberadler weih Beicheid und berät mich.
Gestern Hab' ich mit >bm meine Angelegenheiten besprochen. Er hat dazu meine letzten Zigarren geraucht und menre» letzten Ko«nak getrunk.'n. der Jobn David Sülzheimer tn Firma Brümblütz und Silberadler. Aber das sei ihm von Herzen gegönnt: cs lohnt sich.
..Also ich Hab' oem John David Sülzheimer in Firma Brümblütz und Silberadler ganz ehrlich alles gesagt, wie einem Beichtvater. Geerbt bab ich von meinem seligen Vater am Jahre 1894 genau zweiundv'erzigtausendfünshundertund- oreißig Mark 75 Pfennig. Po i der Tante Cornelie im Jahre 1900 dreitausendoierbundert Mark zwei ölte Biedermeicr- lellel. ein Svinett. einen unecht«» geflickten Persertevvich und einen Harzer Roller, der zwei Jahre später gestorben ist. Gerollt bat er nie. aber kurz vor seinem Tode ein Ei gelegt. Was meinen Verdienst anbetrifft —
..Halt!" bat der John Dioid Sülzheimer in Firma Brüm- blutz und Silberadler gesagt. ..Bleiben wir erst bei dem Besitz. Sonst wird die Rechnung zu schwierig. Also zunächst: Du hast geerbt von. deinem Vater Mark 42 530.75. Das war nn Jabre 1894. Dos sind gerade .25 Jabre her. In 25 Jahren verdovvelt stch ein vernünftig angelegtes Kavital —“ ..Ja. erlaube mal", sag' ich. ..es bat sich aber nicht ver- dovvelt. ggliz IUI G gent"l. Gr war nicht gut angelegt — und dann ich habe doch auch ..."
Das gebt die Steuer nichts an. Du hast 42 530.75 Mark geerbt — vor 25 Jabren — also hast du jetzt das Dovvelte 8u versteuern — macht 85 061.50 Mark."
..Ja aber ums Himmels willen . . ."
..Picht! Gesetz!! . .-.“
..Von diesem Zuwachs fallen — wart' mal" — John David Sülzheimer in Firma Brümblütz und Silberadler rechtet das sehr schwierige Problem auf der Manschette, aus der schon andere Additionen stehen — ..fallen 11213.25 Mark Zinsen und Zinieszinsen auf die Kriegsiahre — die hast du auher als Vermögenssteuer auch noch als Kriegsgewinnsteuer »u versteuern."
..Ich? Kriegsgewinn?? Das ist doch-" .
..Pickt, das ist steucrtechnisch einwandfrei richtig. Weiter
lichen Sängers nach dem Maien fetzt der Trinker ein markiges Loo der edlen Reden entgegen:
„Nu bis mir gott willkommen.
D» edler Rebensaft!
Ich bab gar wohl vernommen.
Du bims» mir lüge Krall.
Laßt mir mein Gemüt nicht stucken
Und stärkst das Herze mein.
Darumb wöll'n wir dich trinken
Und alle fröhlich sein".
Walther von der Vogclweide. der Dichter der „Maze". schreibt freilich auch in seinem Weingedicht das höfische Ideal des Matzhaltens vor. aber in den Volksliedern findet sich nicht viel davon. Mit unendlichen Koenamen schmei -elt der Schlemmer seinem Buhlen. ..Ach. Du lieber Ciallbruder mein Krauseminte". so redet er ihn an oder ..Rebhans im Mantelein oder mit überftrömender Redseligkeit: ..O Erden- blu-t: mein Lungenichnoamm: o Kragenirülerle: ach Simmels tau. durchfeucht meines Herzens Au: Du mein liebes Reben orunnlem: Gaumenkitzel: Wendunmut ww.". Der ..Tumm ler . der große Sumoen. den kein ehrlicher ..Schlemmer' u»geleert vmi der Livve fetzt, geht um. und der Tstnker ruft aus: .Frilch anK gut K'-ell. / f-ah ^ummer gab»! / Tummel dich guts Weinlein! / Das Eiäslein soll nicht stille stabn, / Tummel dich, guts Weinlein.
Solch große Übung bildet natürlich' feine Weinzungen "st.b-..unb ko werden im leingen Liede die Weinarten ge- wurdiat: Laudenbiirger Rie^steiner. E^äffer ..will getrunken - m “ Zucksten": ..der He''nzer«ck stößt mir einen Back".
..Wem zu Heimsbach macht zieml'ch schwach, so man z» grob tut laufen 'der beste ist der Füritenberger. ..derselbig wächst iU m , ttiott wall ihn wohl bewahren!^' Auch im
mtttelhachdentschen Evos werden einzelne Weine gevrieien „ .Nibelungen der Rheinwein, im Biteralf der stän- kische. in der Geschichte vom Übeln Weibe der guote Dotze- nare : nur der bayerische Wein erfährt im ..Renner" bitter»
i. m 3 ?ein Ton der Trinkvaeiie. der nicht in dem weiten Bereich des mittelalterlichen Volksliedes angeschlagen wurde. Der Saufaus klagt, »er fernen letzten Heller durch die Gurgel getagt bat: Noah wird, wie später oan Wilhelm Müller uns Koviscki. als Pater und Erfinder de« Weines ge- teiert: sogar geistlich umged-chkct erscheint das Weinlied als Gesang frommer Levenskünstler. und als eine Medizin gegen alles Trauern verordnet den Rebensaft ein Sang aus dem Liederbuch der Klara Haetzlerin: ..Wein Wein von dem
^ö.b>.n / Lautes klar und fei». ' Dein Färb gibt gar lichten Schein / Als Krutall und Rubeln."
Die altdeutsche Weinvoeste begnügt sich nicht mit einzelnen Liedern jondern sie breitet sich aus in größeren Gedichten. Eine Zechergesell,ch»ft. die ins ..Engelland". d. b. ins Paradies des Rauiches fäbrt. wird mit unnachahmlicher Anschauungskraft in einem E»os vom Ausgang des 13. Jahrhunderts der Wiener Meerfabet". geschildert. In ihrer Trunkenbert bilden stch die Kumpane ein. sie seien auf einer Pilgerfahrt z» Sch,st nach Akkan. Was kann es anders sein o» «in schlimmer Sturm, der ihnen so taumlig und übel macht? Schlietzlick werfen sie eiuen über Bord. d. h zum Fenster hinaus, daß er Hals und Beine bricht. . . . Aus den Phantasten solch ungefüger Gelage steint übermenschlich vom Weindunst umwoben, wie ei» gewalliges Symbol des altdeutschen Durstes, der mvtbischc k^eld einer anderen Dichtung aus dem l4. Jahrhundert: ..Der Weiistchwelg". Ein einsamer Trinker oollbrurgt hier Ungeheures-auf der Zechhank vor dem Weinfaß: ..Do huob er uf unde träne ein trunc von zwernzec ichlunden . so rollt immer wieder das feuchte Leitmotiv durch dre behäbigen P-ri-e. Immer häufiger leert er die Kanne, immer nrachliger werden die Züge. Er weicht und wankt nicht bis der ganze Inhalt des Fasses mit seinem Leibe Vermahlung gefeiert bat. U,id als sich die andern schon vor Staunen über sein« Leistung nickt zu halten wissen da fangt er erst richtig zu trinken an und grüßt den Herz- crauicker: ..Wein, ick falle dir zu Füßen'" Er trinkt, bis die Bank zerkracht: er trinkt, b-s ihm oer Gürtel vlatzt: er trinkt ms ihm das Hemd zerreißt. D-r zi-bt er e'nen birsckledernen Koller an und einen eiiern.-n Panzer darüber und ist nun selbst, geschützt gegen d«s Weines Drang, zum Faß geworden gefüllt mit dem Besten, was ihm hoch über allen anderen Eutern der Welt stebt.
Dieses gewaltige Heldenlied des Trinkens wird nur noch von einem einzigen Rteiiterwerk altdeutscher Weinvoeste über- tronen. von Fischarts ..Trunkener Litanei", dem achten Kapitel seines ..Gargantua" Eine großartige Orgie entfaltet stch^brer, ein einziger gewaltiger Hymnus auf den W ein, an-
— su den zu versteuernden 85 061.50 Mark kommen^
Mark 1894. —"
..Ja. wieso denn?
..1894 ist das Jahr, in dem du geerbt hast. Diese Zahl muß zu der Erbschait addiert werden. Das macht also bei drr: 85 061.50 Mark plus 1894 — das sind" — sagt die Man! Ickette — 56 9a5..->0 Acark Das ist fcstzubasten. Nun hast du von deiner Tante Eornelie. 3400 Mark geerbt. Dazu kommen zwei Biedermeieriessel. Die haben letzt einen Wert-
..Erlaub' mal. den einen hob' ich längst verschenkt."
..Schenkungen kümmern das Gesetz nicht . . . sind jetzt ««t vro Stuck 1200 Mark, macht 2400 Mark. Zu den 3400
— macht 5800 Mark, nickt wahr?
„»st V-?“ : ?bcr — der andere Sessel ist mir beim Umzug
gestohlen worden.
..Aber du warst versichert?"
..Nein."
Ulbert das Gesetz nicht. — Dann ein Svinett. Neu- Ilck ist eins bei Levke mit 3000 Mark bezahlt worden." —
..Es war ein ganz alter Kasten."
..-Ganz alt — dann also 4000 Mark"
"§ 2 .io>elt ja nicht mehr — ist bloß Dekorationsstück." „Dekorationsstück? Dann mußt du's außerdem zur Lu ussteuer anmelden. Also —. wo waren wir? Nichtig! 5800 vlns 4000 macht 6800. Hierzu der Persertevvich."
„Er ist nickt eckt."
„Was ist letzt echt?"
„Solcher Persertevvich ist jetzt seine 5000 Mark wert." „Großer Gott! Er ist überall geflickt."
. „Geflickt? Das erhöbt seinen Wert. Perser Tevvicke mustern geflickt sem. Also: 6000. Liest zu den Mark 9800 —
15 800 Mark Bliebe der 9>ar- Es gibt in Deutschland keine
... tot."
-.od bricht Miete — aber es War er dottergelb?"
ist ia au To
der Tante Cornelie — macht' rer Roller. Jetzt sehr selten, mehr."
„Das glaub' ich. Meiner . „Aber du hast ihn geerbt, ändert nichts an Erbschaften.
„Ick glaube."
stellen'!^ * efl1 roetto ^' ^ir müssen ihn mit 300 Mark ein-
^ ."Mgütiger! Es war doch gar kein Männchen. Er bat doch ein Ei gelegt."
" v dem E, komm' ick gleich. Also zunächst 15 800 vlus 300 — das gibt 16100 Akark."
..DieTante Eornelie wäre stlber froh gewesen, wenn .. ISefuble kvielen bei der Steuer keine Rolle. Nun noch das Ei!
JQk» für ein Ei ?"
hebend mit dem Rasteln der Kannen, dem Klingen der Becker, dem Klingen der Gläser, von orolligem Eevlauder und wun- lerlich tiefiinnigen Red«» begleitet, geschmückt mit den schönsten Volksliedern, die sich wie ein früchteschwerer Kranz durch das Ganze b,nzreben Und je stärker der Geist des Weins die Gemüter beseligt, die Kopfe ourchglübt, die Augen erleuchtet, desto brausender brickt »er Jubel los. steigert sich das Stimmengewirr zum verzückten Lallen aus dem die Worte tiefsinniger Tollbeit und weisen Unsinns wie bunte Kugeln Elliegen., Das Vorsichh'ni'lminen des einzelnen, das abge- rrffene Einfällen der andern >n die Melodie vom behaglichen Georumm und Juchzen oer schlemmer unterbrochen, schwillt Ebor. zum bachantiscken Fortissimo dieser Weinnnfonie. deren sprühender Übermut, deren ausgelassenes Toben keine Grenzen kennt. Bis die I-bwere Müdig- relt alles in ourvurne Sckattcn taucht, die Käufe niedersinken und die Litanc, in kurzen Schreien, in mühsam herausge- brachten Worten, in dem dunkeln Traumreich des dumvten Wemschlafes vereobl. . . .
Grenzen der Aörpergröste.
.Der größte Men.s.h der letzten Jahr« ist der holländische Riese oan Albert mit 2.65 Meter Lange, der damit noch den letzt verstorbeuen Riesen Mach, » erb-blich übertrifft. Stellt man einem „solchen Riesen einen Zwerg von 53 Zentimeter Hobe gegenüber ,o wirkt der Gegensatz allerdings außer- Lbentlich überraschend Aber bi >r handelt es sich um anormale Entwicklungen: der Rze - muß das maßlose Wachstum seines Knochengerüstes ,uno sein-r Muskeln im zweiten Jahrzehnt Icines Lebens mit der mangelhaften Ausbildung der inneren Organe bezahlen, er hat an seinem eigenen Gewicht zu scklev- ven. und ein Fall wurde ihn gefäh'den Die tyvisbe Zwergen- Ngur macht mit kurzen Gliedmaßen, hoben Schultern, großen Kopsen, stumvfnasrgca G:stckitern, die wie zusammengedrückt ausseben. den Eindruck des Nerkruv"elten. Die Natur ist wie Hermann Frredemann in .über Land und Meer" austührt tur. eme bestrmnit.'. Form unweigerlich auch an eine bestimmt- Grotze geounden. die als aeietzmäi-ig empfunden wird: io wer- den alle ubcr.yrotzen und zwergenhaften Menschen als eine c.'gene Wert iu- iub..angesehen, die in Schaustellungen vorge- subrt wird. Die Eros'n-iatnrschiede. die man beim Menschen schon al« außerordentlich empfindet, sind eigentlich re»t gering. Mit 1.60 Meter Hohe ist man klein, mit 180 Mete« ickon ziemlich groß, das ist ein Grvßennntersckied von 8.9 »er uns bei Tieren gering, bei anorganischen Völkern voll- ttunmen unbetrachtli-ch er,chi:n. Bei Menschen ungleicher Große verteilen sich alle koroerlichen Erscheinungen. Gewicht. Blutdruck Hautatmung in ganz venchiedener Weise. Der große Korver ist auf jeden Onadratz-ntimeter seiner tragenden Flachen und seines Muskelquerschnittes schwerer belastet: denn das Gewicht nimint im Kubus, die Fläche nur >m Quadrat des Großen»,nrerfchiedes zu. Der grobe Köroer bat einen Überschuß an Mais-, ner kleine einen Überschuß an Flache. Der Rl-se ermüdet leicht, den Zwergen schafft der starke Warmeoerlust...auf ihrer Hautoberiläche einen starken Avoetit. Das Grog-.-nmaß erzwingt in jedem Organ einen völlig verschiedenen köroerliwen Ausbau. 10 Zentimeter Eroßenunterschied bedeut.>n mit der körperlichen auch eine seelische Verschiedenheit, und deshalb nehmen wir Abstande wahr., di- wir bei ied>m andern Gelckövf übersehen wurden. Die Riesen nno Zwerge, wie sie die Phantasie geschaffen hat. tonalen, wenn ne durch ein Wunder in die Welt gesetzt wären, nur wenige Augenblicke leben Der 17 oder 18 Meter hohe Riese, dess-n Sohlen eine verbältnis- maßig zehnfach zu hohe Säule seiner Körvermasie zu tragen batte, dessen Gefäße. Muskeln,. Sehnen mit zehnfachem Druck oder Zug belastet waren, wurde von seinem Gewicht er- druckt und erstickt weroen. wenn -bn nicht schon zuvor der Fall aus 17 Meter. Kovfbobe zerschmettert hätte. Die Haut der Liliputaner wurde m,t einer vergleichsweise,, riesigen Fläch- otmen. sie mußten unverhältnismäßig vergrößerte Organe der Ernährung haben. Ihre Muskeln, die kein Gewicht zu tragen batten, waren uberslüffig und müßten verkümmern Sic
wurden sich zavvelnd bewegen und sie könnten bei ihrer Vöde von 15. Zentimeter mrt'rhohe Svrünge machen, ihre Bewegung huvfend schnell sich überschlagend. hätte nichts Menschenähnliches. - Es jft dl.' gleiche rechnerisch nackzu- vrufende Unmöglichkeit dre dem Flugoermögen großer Tiere eine Grenze setzt. Wir sind Menicken mit menschlichen Eigen- chaften krast einer bestimmten Körvergröße. und alle D'nae die wir schassen, haven genau dieses unser Maß. die Wuw der der Technik haben auck keinen andern Sinn und keine andere Möglichkeit, als auf irgend eine Weile unser eignes brew icht zu geben.
..Das Et. das der Harzer Roller gelegt bat. Das muß kostet Ät yE^MarfO "^ berechnet werden. Ein Ei
„Aber es war doch gar kein Hühner-Ei. Es war doch "
. „Gut. daß du mich erinnerst. Da hätten wir beinah uns einer Steuerdefraudation schuldig gemacht! Das Ei müssen wir mit 4.20 Mark einstellen. Macht also — 16101.20 Mark von der Tante Cornelie Zu den 86 955.50 Mark von deinem alten Herrn — macht: 103 059. 70 Mark."
..Das ist dom nicht möglich —“
..Steuertechnisch gibt's keine Unmöglichkeiten, übrigens, lieber Freund. das _eble. aber schlecht rasierte Antlitz
**v r v*. WJXJ, lUUCUfl lUllCUC ANIM
memes Freundes John- David Sülzheimer in Firma Brüm- blutz und Silberadler umwölkte sich. ..Ich würde dir raten gleich bei der Steuererklärung anzugeben, daß der kanarische Vogel unmittelbar nack Legung des Eis'gestorben ist und vor einem Tode ein zweltes nicht gelegt bat. Sonst gibt's eine Rückfrage. ___
Der Schäfer.
«Eine fragliche Geschichte von Martt» Detering.)
Heute sah ich draußen in der Landeinsamkeit «in«, Schäfer seine Herde weiden.
Er stand da, wie er im Buche stebt.
In jedem Leiebuch kann man ihn sehen, mit weißem Bart, mit,rundem Hut. auf seinen langen Stab gelehnt' zu seinen Fußen der treue Hund, bingekauert. aber wach'am
So stand der Cckäfer da und schaute stnnenv über seine Herde hm. die :m Grünen weidete, und schaute darüber hinweg aus die Lammerwölkchenberde bin. die am blauen Himmel weidete, und schaute womöglich noch höher darüber hinweg m eine ferne, lerne Welt hinein, wo eine schneeweiße ö«rde auf rosenroten Hügeln Balsam sucht«.
2Bei weiß, was so ein Schäfer alles träumt!
Ich trat auf ihn zu. begrüßte ihn freundlich und ließ mich mit !bm ,n ein Eelorach ein. -
Dergleichen schien er zu ckennen.
Ich fragte ihn mehreres.
Er antwortete.
Ich fragte ihm. ob er Frau und Kinder hätt»
Rein, nur Sämmel und Schafe.
Ob er alle seine Schafe einzeln kenne.
„Allel" sagie er und maß mich mit einem großen Mm von oben bis unien. *****
2-b kragte ihn. wann er sich zuletzt gewalchen bätt«
Er wußte es nicht nrehr.
