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Verlag Langgasse 21

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Donnerstag, 26. August 1920.

Abend-Ausgabe.

SiMüw »IlkriMkMn ZOWmrrie wem ies iHim

mz. Stuttgart, 26. Aug. (Drahtbericht.) Die immer stärker werdende Opposition der radikalen Arbeiter­schaft gegen den Steuerabzug vom Lohn bat das württembergische Staatsministerium veran­laßt. in der vergangenen Woche zu erklären, daß der Steuer­abzug unter alleil Umständen durchgeführt werden muß und daß alle Maßnahmen. wenn nötig, auch die schärfsten, zur Durchführung des Dienstes ergriffen werden müssen. Die Regierung hat in der Folge mit der württemdergischen Großindustrie und den Betriebsräten der drei größten Industriegebiete Württembergs verhandelt, nämlich mit den Vertretern der Arbeiterschaft der Firma Bosch- Stuttgart und Feuerbach. Daimler-Motorengesellschaft m Untertürkheim und Maschinenfabrik Eßlingen. Werk Mettingen. Die Verhandlungen mit den Betriebsräten haben zu keinem befriedigenden Ergebnis ge­führt. Der Arbeiterrat in Mettingen hat sogar erklärt, daß er jeden Steuerabzug mit Eewalt verhindern wird. Daraufhin hat sich die Regierung zu e r n st l i ch e m Vorgehen entschlossen und in der Nacht zum Donnerstag wurden die drei angeführten Betriebe von der Polizei- wehr besetzt. Die Vetriebe sind für die Arbeiter und Angestellten gesperrt, was durch Anschläge der Arbeiter­schaft bekannt gegeben wurde und außerdem durch ent­sprechende Anzeigen in den Tageszeitungen.

Das Staatsmini st erium seinerseits erließ eben­falls durch Anschläge folgende Bekanntmachung:

Die Arbeitnehmer der Datmler-Motorengcsellschajt in Untertürkheim, der Boschrverke in Stuttgart-Feuerbach und der Maschinenfabriken Eh­lingen, Werke Mettingen, sind der Durchführung der gesetzlichen Vor­schrift, den Steucrbctrag vom Lohne abzuziehen, bisher nicht nachgs- kommen und haben erklärt, den Steuerabzug auch fernerhin mit Eewalt verhindern zu wollen. Die Werkleitungen können von der Einhaltung der gesetzlichen Vorschrift, den Steuerbetrug vom Lohne abzuziehen, nicht befreit werden. Bei Aufrechterhaltung der Betrieb- kann andererseits ein wirksamer Schutz gegen Eewaltiätigkeiten gegen alle Werkleitungen und gegen die Angestellten, die mit dem Steuerabzug zu tun haben, nicht gewährleistet werden. Die Werkleitungen haben daher im Einverständnis mit der Regierung mit Wirkung ab Donnerstag früh den Betrieb so­lange geschloffen, als die Durchführung des Steuerabzuges mit Gefahr für die damit beschäftigten Personen verbunden ist. Den Schutz der Betriebe hat die Polizei übernommen. Jeder Versuch, die Werke zu betreten, wird mit Gewalt abgewiesen werden.

Wie wir hierzu noch erfahren, sollen >bie für Donnerstag fälligen wöchentlichen Zahlungen durch die Post erfolgen und gleichzeitig der lOprazsntise Steuerabzug vorgenommen werden. __

Die Kohlenlieserungen.

W. T.-B. Berlin, 25. Aug. Die Kohlenlieferungen an die Entente erfolgten, wie die Blätter meldem bis jetzt v r o g r a m m ä b i g und in den vereinbarten Mengen und Qualitäten. Indessen haben die Ereignisse, in Ober- i cki l e s i e n in verschiedenen Beziehungen störe n d in die Dispositionen des Reichskoblenkommissars emgegriffen. So war es in den letzten Tagen auch nicht möglich, aus Ober­schlesien die für Italien bestimmten Lieferungen üeraus- zuLringen. Die Blätter betonen die Notwendlgkert einer erheblichen Steigerung der Kohlenförderung.

Eine Zusammenkunft sämtlicher Ernährungsmiuister.

W.T.-B. Berlin. 25. Aug. Nach der Rückkehr des Reichsernährungsministers Dr. öctm es aus London ist eine Sitzung sämtlicher Ernährungsminister in Berlin in Aussicht genommen worden. Bei dieser Zusammenkunft sollen Maßnahmen für den Übergang zur freien Bewirtschaftung von Fleisch und Kartoffeln sow;e rur Versorgung mit Brotgetreide, zur Regelung des Ver­triebs von Bier und zur zukünftigen Zuckerbewirtfchaitung rur Behandlung kommen. Außerdem stehen noch Maß­nahmen zur Verhütung von Preistreibereien anläßlich der Lockerung der Zwangswirtschaft, zur Ausge­staltung der Preisvrüfungsstelle sowie zur Einhaltung von Interimspreisen auf den freigegebenen Gebieten auf der Tagesordnung.

Reichspräsident Ebert in Freudenstadt.

w. T.-B. Freudenstadt. 28. Aug, Reichspräsident E b e r t ch.gestern vormittag mit Gemahlin Ministerialdirektor Dr. Meißner und dem wurttembergt- ch>en Gesandten in Berlin. Hildenbrand. zu 14tagigem Erholungsaufenthalt hier eingetroffen.

Kein deutsch-russischer Eeheimvertrag.

,mz. Berlin, 26. Aug. Den .vielfachen f als che n Der- "ffentlichungen der ausländischen Messe über einen angeblichen Eeheimvertrag zwischen Deutfchland und Ruß­land reibt sich jetzt noch eine Meldung der. Schmelzerl,men ^eveschen-Agentur aus New Ao.rk an. Die ^ue Versio unterscheidet sich von den bisherigen msoiern. als me-ma

«- ifi’Sll* L°; j l ? i'„ f -Lk '&«“ .»«A

tzuiland iLi'ti Deutschland von oertraultcker Seile eitialten

nahen soll. Es wird allerdings in der Meldung leivil ge Rst,. Lutz sich noch kein endgültiger Dewers ergebe, daß ab Helios Vereinbarungen zwilchen Deutschland und Rutz^ bestanden, die gegen Polen gerichtet W die. auffallende Diskretion, mit der dmauslanrnfche Aesse die Veröffentlichung vermeidet, als au8ergewoont,m rücksichtsvoll emvfunden wird. !o wird es nunmehr .doch bald der Zeit sein diese gewiß recht amzugeben. Im übrigen weisen wir auf die^wledervouen Erklärungen hin. daß der behauptete Eeheimvertrag rat nicht erittiert.

Vor einem neuen Gewaltakt in Oberschlesien.

Br. Berlin. 26. Aug. (Eig. Drabtbericht.) Von best­unterrichteter Seite wird uns über O b e r s m l e 11 c n ve- richtet: Die Lage ist im allgemeinen u >1 v e r anber t. Tne Polen üben in den von ihnen besetzten Doriern die Volires- gewalt aus. Die Zivilverwaltungen baden ste zum ^en mit den bisherigen Beamten belassen. . Eine -Sauberungs- aktion der Besatzungstruvven ist nicht iin Gange. In der gestrigen Nacht hat eine Bande von 50 Mann mit Maschi­nengewehren und Handgranaten den.vor den Toren von Kattowitz gelegenen Ort Zalenze ubersallen und helm- gesucht. In den Kreisen Ratibor. Gleiwitz. Kofel und Rybnik treten stark bewaffnete Banden auf. bte■ 0 « Dörfer und Güter nach Waffen durchsuchen. Der Klem- babnhof von Friedenbüt.te ist ..von den Polen besetzt. Der Kreis Lublinitz ist im südöstlichen und westlichen Teil.von polnischen Banden besetzt. Die Stadt Lublinitz m außer Gefahr. Zwischen Herbv und C zenstoch au wird polnische Artillerie zusammengezogen. Da auch sonst mel polnisches Militär an die Grenze.ruckt, ist die Annahme be- rechtigt. daß ein neuer polnischer Gewaltakt oe- vorsteht.

Entsernung der deutschen Sicherheitspolizei.

Br. Breslau. 26. Aug. (Eig. Drabtbericht.) Die Polen haben ihr erstes Ziel, die E n t f e r n u n g d e r deu timen Sicherheitspolizei, so weit ihre Führer und Mann­schaften nicht Oberschlesier sind, erreicht Alle oberfchlestschen Ober- und Unterbeamten werden beute Oberschlesten ver­lassen. Ihr Kommandeur. Eeneralmaior . Hofmann, wurde seines Amtes enthoben. An. die Spitze der neuen Sicherheitspolizei, die angeblich paritätisch zusammengesetzt werden soll, werden fast ausschließlich interalliierte Offiziere treten. _ , _ , „ . ..

mz. Beuthen. 25. Aug. Laut^..Erenzztg. wurde die Stadt Beuthen seitens des Kreiskontrolleurs bereits verständigt, daß in dem gesamten Abstimmungsgebiet die Sicherheitspolizei entwaffnet wird und statt dessen eine Ad- stimmungspolizei geschaffen werden soll. In Beuthen und Friedensbütte wird für die llbergaimszeit eine Burgerwehr auigestellt.»die in Beuthen aus 200 Mann und 10. Offizieren und in Frieden shütte aus 50 Mann und.2 Offizieren be­stehen soll. Die Bürgerwehr wird zu gleichen Teilen aus Deutschen und Polen bestehen.

Eine weitere deutsche Note.

W. T.-B. Berlin, 25. Aug. Der Vorsitzende der deutschen Friedensdelegation in Paris überreichte heute dem Präsidenten der Friedenskonferenz im Anschluß an die Note vom 21. August folgende weitere Note:

Die Lage im oberjchlesischen Abstimmungsgebiet hat sich seit dem 2t. 8 in bedrohlicher Weise verschlimmert. Von 17 Kreisen, die unter' interalliierter Verwaltung stehen, sind 7, darunter der gesamte Industriebezirk, von bewaffneten Aufrührern heimgesucht worden, die an vielen Stellen die tatsächliche Gewalt, an sich gerisien haben. Durch die Unruhen ist in der K 0 h l e n f ö I d'c r u n g , auf die Deutschland zur Erfüllung der in Spa übernommenen Verpflichtungen anerlanntermasien angewiesen ist, eine bedenklich- St 0 ck u n g eingetreten. Damit wächst die Gefahr des Stillstandes der Industrie und vermehrter Arbeitslosigkeit. Gewalttaten gegen die deutsche Bevölkerung sind an der Tages­ordnung. Es wird gemeldet, daß sich alliierte T r u p p e n m i t den Insurgenten verbrüdert haben. Die Sicherheits­polizei, die im Dienste der interalliierten Kommission Blut und Leben gegen die bester bewaffneten Ausrührer einsetzen mutzte, wurde trotz ihrer Hilferufe stellenweise ohne Unterstützung gelasten. Die inter­alliierte Kommission hatte bei Übernahme der Verwaltung in Ober­schlesien bekanntgcgeben, daß sie alle Unruhestifter, wer sie auch sein mögen, rücksichtslos und ohne Gnade versolgen werde. Alle diejenigen, die den Frieden und die allgemeine Ordnung stören, revolutionäre Komplott- ver­ursachen und offen -der heimlich zum Widerstand gegen di- Verwaltung aushetzen, sollten aufs strengste bestraft werden. Der Zustand, in dem sich heute das Land befindet, steht mit dieser Kundgebung in Widerspruch. Es widerspricht aber auch dem Vertrage von Versailles, nach desten Be­stimmungen die interalliierte Kommission die Pflicht hat, das Land zu schützen, die Ordnung aufrecht zu erhalten und die Bewohner vor Schaden an Leben und Eigentum zu bewahren. Wiederholt hat die deutsche Regierung die Ausmerksamkeit der inter­alliierten Kommission und der verbündeten Hauptmächte aus die Be­waffnung polnischer Verein« gelenkt. Sie hat durch authentische Dokumente den Nachweis erbracht, daß von polnischer Seite, ossenbar um die Abstimmung zu vereiteln, eine gewaltsame Erhebung vorbereitet wurde. Sie bedauert, seststellen zu mllsten, datz ihre War- nungen unbeachtet blieben und datz dadurch die augenblicklichen Zustände ermöglicht wurden. Di- Erregung der Bevölkerung, di- sich dem Terror einer bewaffneten Minderheit preisgegeben sieht, wächst und kann zu Folgen von unabsehbarer Tragweite führen. Die Mög­lichkeiten zur Einwirkung sind sür die deutsche Regierung gering, da ihr der unmittelbare Verkehr mit dem Abstimm»ngsgebiet versagt ist. Von den ihr gebliebenen beschränkten Möglichkeitep. macht sie Gebrauch, um eindringlich zur Ruhe und zur Besonnenheit zu mahnen. Ihre Mahnungen werden aber aus die Tauer nur dann Ersolg haben, wenn in der Bevölkerung das Vertrauen aus Recht und Gerechtigkeit wiederhergestellt wird. Dazu ist ersorderlich, daß die einheimischen Insur­genten vollständig entwaffnet und die über die Grenze eingedrungenen Unruhestister des Landes verwiesen werden, die Sicherheitspolizei wieder in ihre Rechts eingesetzt und die Verwaltung der insurgierten Kreise und Orte den gesetzgebenden Behörden zurückgegeben wird. Rasches Zu­greisen ist nötig. Auch kommt es daraus an, datz die Anordnungen der obersten Stelle von allen Organen gewissenhaft befolgt werden. Wirksame Matznahmen gegen eine Wiederholung der sich jetzt abspielen­den Erelgniste sind unerlätzlich. Die alliierten Mächte werden dem deutschen Volle nicht zumuten wollen, schweigend mitanzusehen, wie di« Deutschen in Oberschlesien vergewaltigt werden. Recht und Pflicht der deutschen Regierung ist es, sich zum Sprecher des verletzten Dolksempfindens zu machen und darauf zu bestehen, Latz das eng mit dem übrigen Reich verwachsene Land im Einklang mit den be­stehenden Verträgen behandelt und verwaltet wird.

Eine Konferenz über die Gewährung der Autonomie.

mz. Berlin, 26. Aug. Wie der ..Doss. Ztg." aus Ober­schlesien gemeldet wird, erwartet man dort, daß von der deutschen Negierung in den nächsten Tagen die Einladung zu einer Konferenz über die Gewährung der Autonomie i für Oberschlesten erfolgen wird.

Der Vormarsch der Polen.

Br. Berlin. 26. Aug. (Eig. Drahtbericht.) Über die Lage an der russisch-polnischen crront wird uns von gur unterrichteter Seite mitgeterlt: Teile der 4. russischen

Armee, hauptsächlich mit starken KavaIIer 1 eah 1 e 1 l ungen. denen es bei Worzellen. 24 Kilometer südlich von Ortelsburg. gelungen war. sich nach Wen durchzuimlagea. wurden bei K 0 l n 0 erneut von den Polen geste' Parker« Teile der russischen 15. Armee wurden durch einen Vorstoß der Polen an der Linie K n v s z i n - K 0 l n o nach Norden in der Richtung auf die deutsche Grenze abgedrangt. ^hr Entkommen nach Nordosten wird durch das SuinpfgelanR: bei Ausustowo erschwert Bei B'alyftok kam es am 23. August zu heftigen Kämpfen. In Gal k z i e n erreichten die Polen die Gegend 30 Kilometer östlich der ehemaligen Front. Auf dem südlichen Flügel wollm die Russen be,m Vorgehen nach Westen den Abschnitt Enrla-Lida er­reicht haben. , ...

mz. Königsberg. 25. Aug. Den ^fammengerafften Resten der 4. bolschewikischen Armee, deren Nachhuten in der Nacht zum 24. August den Om ule w überschritten hatten, ist cs nach heftigem Kampf gelungen in der Rich­tung Kolno durchzubrechen. . Der deftige Widerstand, den diese Abteilung bei Nyschninetz leistete zwang 3v» ^Zolen aum Übertritt über dre Rerchsgrense

Friedrichsbof. Szernien ist am 24. August von den Polen besetzt worden. Die polnischen Vorbuten haben am 26. August P r o st k e n erreicht. Die, verfolgenden polni­schen Armeen der Zentrum-Front erreichten mit flankieren­der Überholung gegen Norden die Linie Kons Bin - Steviski-Kolo. Hierdurch erhielten. ste enl«n Rrns um die 4. und 13. bolschewikische Armee. Die boMewiklschen I'ruvven versulb^n. siÄ durä) einen Gegenstoß der tim- klammerung zu entziehen. Nach dem Einmarsch der Polen in Bialystok fand beute noch ern 20stundrger Kampf mrt der Besatzung statt, der sür die Polen erfolgreich verlies. Dre Polen machten eine große Anzahl Gefangene fowie große Beute Im Abschnitt B r e st - L i t o w s k und im Abschnitt östlich von E b o l m und östlich von Lemberg hatten d,s Polen lokale Erfolge.

Der polnische Kriegsbericht, mz. Kopenhagen. 25. Aug. Rach einem Telegramm aus Warschau meldet der lungste volmsche Heeresbericht. An der N o r d f r o n t versuchte der von allen Seiten umzingelte Feind nach Osten zu entweichen und richtete äußerst hesüge Angriffe gegen unsere Truppen fudlrm von M X a ro a. -Otc Angriffe wurden abgeschlagen. Eines unserer Regimenter erlitt dabei schwere Verluste. Es ist festgestellt worden, daß die feindliche Reiterei die gemachten Gefangenen ermordet. An anderen Abschnitten warfen die Bolschewiken ihre Waffen von sich und flüchteten panikartig gegen dre deutsche Grenze, die sie massenweise überschritten. In. den, letzten Kämpfen wurden die 18. und die 33. Sowietdivrston voll­ständig vernichtet, die 34. Division gefangen genommen. Unsere Kriegsbeute ist enorm und besonders wert­voll das technische Material. — An der Ostfront wurde die 11. Sowjetdivision bei K n i a d o w. südlich von Lomscha, entscheidend geschlagen. Unter, der eroberten Beute befinden sich 7 Kamele. — Nach hartnäckigen Kämpfen nahmen wir L o m s ck a und machten dort einige tausend Gefangene. Die heldenmütige Bevölkerung wirkt . mit unserem Heere m glämender Weise zusammen. — Bralystok wurde von der ersten polnischen Legionär-Divlston erobert. Einzelheiten fehlen noch. Die Bolschewiken versuchen ohne Erfolg Brest- Litowsk mit Hilfe eines Panzerzuges anzugreisen. Dre Truppen M a l a ch o w i t s ch s machten zahlreiche Gefangene und eroberten reiche Beute. Nach emem kühnen Angriff in der Gegend von Piszcza an der Sudfront m der Gegend von Dobrowa und Kamiowka haben unsere Abterlun- ttn den Bug erreicht und stören den Rückzug der Reiterei Budienvs. Auf der übrigen Südfront zieht sich der Femd andauernd zurück. ,

Weitere Erenzübertritte russischer Truppen.

mz. Königsberg, 25. Aug. Wie wir hören, beträgt.die Zahl der über die Reichsgrenze übergetretenen Russen letzt zwischen 50- bis 6000 0. Seit heute nachmittag 2 Uhr kommen weitere drei Divisionen herüber, so daß sich nach vorsichtiger Schätzung die Zahl auf 70- bis 80 000 Mann erhöhen dürfte.

Die Waffenstillstandsverhandlungen.

W. T,-B. Paris. 25. Aug. Nach einer Meldung der ..Chicago Tribüne" aus Warschau bat der volnische Minister für auswärtige Angelegenheiten einen Funkspruch an die Sowietregierung in Moskau gerichtet und verlangt, daß die Waifenstillftandsverbandlungen von Minsk nach War­schau verlegt werden.

Millerand für günstige Friedensbedingungen.

IV. T.-B. Paris, 26. Aug. (Drabtbericht.) Wie der ..Matin" wissen will, soll der Ministerpräsident Mille- rand der Negierung in Warschau zu verstehen gegeben haben, daß es notwendig sei. daß den Russen mäßigere Friedensbedingungen gestellt werden, damit der Friede in Mitteleuropa so rasch als nur irgend möglich wiederhergestellt wird.

Bruch zwischen England und Rußland?

Br. Berlin» 26. Aug. (Eig. Drahtbericht.j Der Berichterstatter der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" in Luzern will von unterrichteter englischer Seite er­fahren haben, daß die englische Regierung die Be­ziehungen zu Sowjetrußland abgebrochen habe.

Br. Amsterdam, 26. Aug. (Eig. Drahtbericht.) Die „Daily News" schreibt, daß die deutschen Arbeiter über Polen eine ungesetzliche Blockade verhängt hätten, aber daß diese, wie das Kommunique in Luzern zeige, ge­brochen würde. — Der englische Kommissar in Danzig. Sir Reginald Tower werde abberufen wer­den. Falls diese Meldung den Tatsachen entsprechen sollte, so würde dadurch die Wendung in der englischen Politik noch besonders deutlich.