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Verlag Langgaffe 21

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Mittwoch, 28. Juli 192Ü.

Morgen-Ausgabe.

Nr. 347. ♦ 68. Jahrgang.

Die Reichstagsresolution über Spa

Br. Berlin. 27. Juli. (Eig. Drahtberichr.) Die' Debatte über Spa wird mit einer Resolution ab­geschlossen werden, die, so viel wir wissen, vom Abge­ordneten Schiffer aus Magdeburg, dem früheren Vizekanzler, entworfen worden ist und etwa folgenden Wortlaut haben wird: „Der Reichstag würdigt die

Gründe, aus der die Reichsregierung trotz gerechtester Bedenken das Abkommen von Spa unterzeichnet hat und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß alle Beteiligten run werden, was in ihren Kräften steht, das Abkommen zu erfüllen und weiteres Ungemach von Deutschland ab- zuwendcn." Rach unserer Kenntnis der parlamen­tarischen Stimmungen darf man sicher sein, daß diese Entschließung mit großer Mehrheit ange­nommen wird. — Die R e i ch swehrordnuntz dürfte mit Rücksicht auf Spa noch vor dem Auseinander­gehen verabschiedet werden. Ob die Amnestievorlage noch in diesen Tagen erledigt werden wird, steht dahin.

*

Br. Berlin. 27. Juli. (Eia. Drahtbericht.) In der heutigen Reichstagssitzung wird, wie wir hören, Reichs- minister Dr. Simons zur Spezialfragc eine kurze Erklärung abgeben. Dann werden die Vertreter der beiden sozialdemokratischen Parteien sprechen und es wird von dem Gange der Verhandlungen abhängen, ob auch der Kanzler nochmals in die Erörterung eingreift. Jedenfalls werden sich die einzelnen in Spa beteiligten Fachminister noch vernehmen lassen und an eine Beendigung der Aussprache über Spa schon heute, wie wohl anfänglich geplant war, ist kaum noch zu denken.

Dr. Gehler über Spa.

Vb. München, 18. Juli. In seiner Heimat, in Lindenderg, sprach skeichswchrminister Dr. Gehler vor einer vom Demokratischen Verein Unberufenen Versammlung über Spa und die schwebenden politischen tragen. An die Spitze seiner Rede stellte er die Forderung, daß sich das deutsche Volk von allen Illusionen freimachcn und den Mut haben müsse, «t wirklichen Lage scharf ins Gesicht zu blicken. Man Hab« seinen. Gehler», Micktritt vom Amte erwartet. Er habe bei seinem Eintritt in das Kabinett sie Bedingung gestellt, daß an der Forderung des 200 000 Mann-Heere» I.-stgcholten werde. Diese Zusage Hab« er erhallen, und was er in Spa oertieten habe, sei unter vollster Zustimmung des Reichskabinetts und der vlinisterprästdenten der Länder erfolgt. Wenn er nun heute noch im Ami- j:i, so nur deshalb, weil ihn an verantwortlichster Stolle stehende Männer darum gebeten und ausgefordert hätten, seine P s l t ch t zu tun. Es wäre »ersönltch wohl angenehmer und dankbarer gewesen, mii einer schänen Geste rbzutroten. Aber bei den gegenwärtigen politischen Verhältnissen bedeute !in Ministerabgang mehr als ein bloßer Personenwechsel. Die g-nz- Ent- wassnunasfrage stelle uns vor eine überaus ernste Ausgabe. Was werde nun kommen? Die Rufen ständen an der deutschen Ostgrenz«. Das Reichs- ladinett habe die Neutralität dos Deutschen Reiche» erklärt. Der uns vor- gczeichnete Pfad sei schmal und dornenvoll. Jeder Fehltritt setze uns der Gefahr aus, das letzte, was uns geblieben sei, zu verlieren: ,hic deutsche Einheit. Unsere Politik könne sich nicht an Worten berauschen: sie müsse ober getragen sein von dem nie versagenden Willen, «in neues großes Deutschland zu bauen. Die Staatsmänner von heute mutzten auf billige Popularität verzichten: st- hätten aber Dank genug, wenn eine spätere Zeit erkennen wurde, datz sie in Zeiten der tiefsten Not am Vaterland nicht verzweifelt seien, sondern mit Mut und Schweigen an seinem Wiederaufbau gearbeitet hätten. _

Die Entwaffnungsvorlage.

Br. Berlin, 27. Juli. (Eig. Drahtbericht.) In dem vom Ministerium desJnnern vorbereitetenEesetzentwurf über die Entwaffnung wird, wie wir hören, die Ver­heimlichung des Besitzes von Waffen unter emp­findliche Strafen gestellt.

Eine Anfrage über die Plünderungen.

W. T.-B. Berlin. 27. Juli. Auf Anregung der S a u v t - gemeinsckaft des deutschen Einzelhandels wurde im ReichswirtsSaftsrat von Arbeitgebern und Angestellten nachstehende Anfrage an die Reicks- regierung gerichtet:

In vielen Orten wurden durch Anwendung von Ge­waltmitteln - teils durch offene Plünderungen, teils durch erzwungene Anordnungen der Behörden Ginzel- handelsgefchäfte genötigt, ihre Waren zu Derlu st - v r e i! e n abzugeben. Was gedenkt die N.eglerung zu tim. um diesen ungesetzlichen Einarifsen in das wirtichaitlime Leben des Handels schleunigst entaegenzutreten. und wie gedenkt die Regierung die durch Plünderung, und Ge­waltakte schwer geschädigten Einzelbandelsaeichatte schad­los zu halten? Eine schriftliche Antwort genügt uns.

die Reichsvermögensoerwaltung für das besetzte Gebiet

Berliv. 26. Soli. Das R-ichsschatzministe-ium hat in dem dem Reichs

-Ais ««»ist

künde! E"°«!w-is!d°-raoh datz die V-r-usjetzung. darnach dem M-M-n »atz «ine wesentlich« Verringerung der Besatzung und der v»n tyr 8-st-ur-u >-.spräche eintreten würde, sich nicht bestätigt Hali-, und datz ns 8 -

I« R-ichsp-rmögens-erwaltung im besetzten -°E erheblich «ratzeren

ietätigungsbereich bekommen hätte. An zahlreichen Betfp

Miesen, datz di-Forderung auf Verpflegung der Besestungstruppen und auf

lnterbringung. seiner aus Ausstattung der Wohnungen Einrichtung egenständen Umfang und Kosten angenommen hätte, di« -- im flsk-lgqen interes- notwendig mach-, die Erledigung dieser Ansprüche den Stadien

bLme! !nd einheitlich in der Hand der Rerch-vermogen-oeMa ung

nterzulningen Diese würde dann die Ausgabe haben, durch grotzzuglgen

5 ° u oit D s ,, ,ier- und B ° » m t « n w - h n u n g « n f u r d i «

iesetzungriruppen Unterkunft zu schaffen und dadurch die Burger °n den Einguartierungslastcn zu besreien, ferner bi- Emrichtung d-e:-r

Löhnungen unter Ausschaltung der Spekulation und unter Zuruckweisung

übertriebener Ansprüche zu beschaffen. Ferner würde ihr die Verwaltung aller dieser Dinge obliegen, und sie würde die Erstattung zuviel requierierter Einrichtungsgegenständ« auf diplomatischem Wege betreiben mutzen, xis Denkschrift glaubt, datz durch eine Erweiterung des bisherigen Tätigkeitsbereichs bei Reichsvermögensoerwaltung und durch di« Zuweisung neuer Aufgaben an sie dem Reiche jährlich 100 Millionen ge­spart werden könnten, über den Ausbau der R-ich-oermögensverwal- tung macht die Denkschrift folgende Angaben:

Rach sorgfältiger Prüfung, nach halbjähriger Beobachtung der Ver­hältnisse und aus Grund engster Fühlungnahme mit den Behörden im de» setzten Gebiet ist das Reichsschatzministerium zu der Auffassung gekomm-n, datz an Stelle der Zweigstellen der Reichsvermögensoerwaltung in Köln, Mainz und Landau vollkommen ausgestattete Abteilungen von Landesfinanzämtern treten mutzte», die, ebenso wie die Zentral­stelle in Koblenz, von Abteilungsprastdcnten, denen Lbersinanzräte als ständige Vertreter beizugeben wären, geleitet und di« gemeinsam einem Chefxrästdcnten mit dem Amtssitz in Koblenz unterstellt werden mutzten. Das Roichsschatzministerlum glaubt cs d»r finanziellen Notlage des Reiches schuldig zu sein, nochmals den Versuch zu machen, aus einen solchen Ausbau zu n ä ch st noch zu verzichten. Als Mindestforderung, ohne deren Erfüllung die Reichsoermögengverwaltung für die besetzten Gebiete ihre Aufgabe zum schwersten fiskalischen Nachteil des Reiche, und zu bedeutungs­vollen politischen Schädigungen nicht erfüllen kann, mutz aber gcfoibect werden: der Präsident der Reichsvermögensoerwaltung mutz bei dem Umfang und Bedeutung der Dienstgeschäfte einen ständigen Vertreter mit den De» fugnisien eines Abteilungspräsidenten erhalten. Auherdem ist ihm zur Er­ledigung der ihm persönlich zusallenden Ausgaben ein Regierungsrat bei- zugtben. An die Stelle der Leiter der Zweigstellen (bisher Regterungsräte) tritt je ein Lberregierungsrat, dem. mindestens zwei Regterungsräte bet­zugeben sind. Alle Stellen, insbesondere auch die Lokalbehörden, sind mit den erforderlichen Bureaus und dem örillchen Verwaliungsperlonal weiter auszuftatten. In allen größeren Städten sind den Reichsvermögensämteen juristisch vorgebildetc höhere Berwaltungsbeamte zur Bearbeitung der Requisition«- und Anforderungsangclegenheiien unter besonderer Berück­sichtigung der dem Reich aus dem Friedensvertrag sich ergebenden Ver­pflichtungen anzugliedern. Endlich ist eine besonders starke Dotierung des Hilfsleistungsfonds erforderlich, weil infolge des Übergangs der um­fangreichen, bisher von den Städten wahrg«,rommenen Requijirtonsarbeite» auf die Reichsvermögensoerwaltung damit gerechnet werden mutz, datz das angefordcrte Personal zur Bewältigung der Arbeiten nicht ausreicht.

Die euglifchen Delegierten für die Genfer Konferenz.

vir:. Amsterdam, 27. Juli. (DrahtberichtH Rach einer amtlichen Londoner Meldung wird die engli­sch e R eg i e r u n g auf der Konferenz in Genf, wo mit den deutschen Delegierten die Frage der Wiedergut­machung erörtert werden soll, durch Chamberlain, Rorthington und Evans vertreten fein.

Deutschlands bisherige Sachleistungen aus dem Friedensvertrag.

W. T.-B. Berlin. 26. Juli. Nack, einer unter den An­lagen zum neuen deutschen Weibbuck beiindlicken Zu­sammenstellung über die bereits getätigten Liefe- cungen und Leistungen, die Deutickland auk seine Wieder­gutmachungsschuld anzurecknen sind) beträgt der Gesamtwert der abgetretenen Saargruben eine Milliarde, der Wert des anrechnungssähigen Staats- und Reickseigen­tums in den Abtretungsgebieten etwa 6.8 Milliarden Eold- mark. Dazu kommen als einer tU-e au< s "-tmackungs- werte die Handelsflotte mit mindestens 4 Milliarden, das in Ablieferung begriffene Dieb mit 18V Millionen, die straf­weise abgelieferten landwirtsckaftlicken Maschinen mit 12 Millionen, die bis »um 1. Juni 1920 gelieferten 5 650000 Tonnen Kohlen mit 280 Mi^i>"-en Farbstoiie mit 8 Mil­lionen. Wert der Kabel nack Abzug der Regierunaskabel mit 64.65 Millionen. Eisenbahnmaterial mit rund 1.25 Mil­liarden Goldmark. Für die verschiedenen interalliierten Kommissionen wurden bisher gezahlt rund 9 Millionen Eoldmark. Der Wert der Rücklatzaüter ist mit 6.5 Milliar­den Goldmark anzusetzen. Das gibt zusammen die Summe von 20103 650000 Goldmark. Gemäss Artikel 235 des Frie­densvertrages können aus den ersten 2p Milliarden bezahlt werden die Rohstoffe. Lebensmittelbrzüge sowie die Unter­haltung der Besatzungsheere. Der bisherige Gesamtaufwand für die rrsteren kann auf 3 Milliarden, die Kosten der Unterhaltung der Besatzungsheere können auf mindestens eine halbe Milliarde geschätzt werden.

Die Besetzung von Allenstein und Marienwerder bleibt vorläufig bestehen.

Br. Paris. 27. Juli. (Eig. Drcchtbericht.) Der „Action fran^aife" zufolge hat die Botschafter­konferenz gestern nachmittag beschlossen, datz die Bezirke Allenstein uni, Marienwerder bis auf weiteres von den Verbündeten besetzt bleiben. Dem deutschen Ersuchen um Genehmigung der Be­setzung der Bezirke durch deutsche Truppen wird also kerne Folge gegeben. Die Entscheidung über die deut­sche Bitte, die Truppen in Ostpreußen durch Freiwillige verstärken zu dürfen, ist noch nicht gefallen. Man neigt in hiesigen politischen Kreisen überhaupt zu der An­sicht, daß der Abschluß des Waffenstillstandes zwischen den Bolschewiken und Polen besondere Maß­nahmen in Ostpreußen überflüssig macht und Deutschland daher auf seinem Verlangen nicht bestehen wird. ^

Die Tcschener Frage.

!>/-. Tesche». 27. Juli. (Drahtbericht.) Heute hielt die Tcschener Stadtvertretung eine Sitzung ab, in der gegen die Teilung der Stabt Teichen pro­testiert wurde. Nach der Sitzung sollte auf dem Ringplatze eine deutsche Protestversammlung mit der gleichen Propaganda stattsinden. Die Versammlung wurde jedoch von der polnischen Präfektur verboten. Die Ruhe wurde nicht gestört.

Ter poln.sch-russischr WaffsnstMstand.

Br. Paris, 27. Julil (Eig. Drahtbericht.) Gestern abend ist in Paris das drahtlose Telegramm eingetrof- fen, das der ruffische Kommandant Tukatschewski als Antwort auf das polnische Waffen- ; stillstandsgesuch an den polnischen Kommandan­ten gerichtet hat. Er erklärt darin, daß er den polni­schen Vertreter nicht vor dem 3 0. Juli,- 8 Uhr abends, empfangen könne. Er könne auch noch nicht den Punkt bestimmen, an dem dies geschehen soll; ti sagt nur, daß die Vertreter der beiden Länder auf der Chaussee zwischen Baranowitschi und Brest-Litowsk sich begegnen sollen.

Eine Unterredung mit dem deutschen Gesandten in Warschau.

me. Berlin. 27. Juli. In einer Unterredung mit einem Vertreter der ..Vossirchen Zeitung" erklärte der deutsche Ge­sandte in Warschau Gras Oberndorfs u. a.: Nachdem ich die Neutralitätserklärung des Deutschen Reiches der vol- nrschen Regierung offiziell überreicht habe, ergab sich für ; tnien die Notwendigkeit, in Berlin persönliche Rücksprache zu nehmen. Ich glaubte die Beioreckung mit meiner Vorge­setzten Behörde nicht länger binausschieben zu sollen, da ia in den allernächsten Tagen die Entscheidung zwischen «owjetrutzland und Polen in irgend einer Form berbeiae- fuhrt wird. Anläßlich der Überreichung der amtlichen Neu­tralitätserklärung konnte ich feststellen, datz unsere Stellung­nahme auf die amtlichen Kreise Polens in bobem Matze be- ruhrgend wirkte. Die polnische Regierung konnte fick über die Ehrlichkeit unserer Absichten in keinem Augenblick irgend welchem Zweifel bingeben, aber in der volnischen Dresse wurde wiederholt der Verdacht rege, wir könnten mit den Sowjets irgend welche Abmachungen zuungunsten Polens getroffen baben. Ging man doch so weit, uns zu imvutieren. wir batten uns heimlich mit den Sowjets dabin verständigt, uns über den Kopf Polens hinweg die Lände zu reichen. ' Diesen Ausstreuungen gegenüber schuf nun die deutsche , Neutralitätserklärung eine klare Lage. Obern­dorfs betonte, datz seitens der Bevölkerung Warschaus weder er noch ein Mitglied unserer Gesandtschaft irgend welche Unfreundlichkeit erfahren habe. Die Stimmung in den Ost­bezirken — so fuhr Erat Oberndorfs fort — ist aus nabe­liegenden Gründen au? beiden Seiten mehr gereizt. Die Nervosttät teilt stch häufig den amtlichen Organen mit und führt zu bedauerlichen Mitzgriffen. die weder beschönigt noch geleugnet werden dürfen. Es ist überdies nickt zu übersehen, däh auch die polnische Regierung nickt immer, wie es wünsckenswert wäre, die volle Herrschaft über ihre aus- fübrenden Organe besitzt, so datz sie nickt zu jeder Zeit in der Lage ist. ihren Intentionen oder Befehlen Geltung zu verschaffen.

Polnisch« Heeresberichte.

me. Warschau. 26. Juli. Polnischer Eeneralltabsbericht vom 24. Juli. Am 23. Juli ging der Feind im Abschnitt Grodno-Osy zum allgemeinen Angrif» über. Gleichzei­tig ging ein feindliches Kavalleriekorvs. das den Riemen füdlick Erodno überschritten hatte, nach Norden vor. um unseren linken Flügel abzuschneiden. Nack dem Kamvi wurde die Niemen-Linie von unseren Diviüonen aufge­geben. Gegenwärtig wird aus der Linie Solv-Sunna- Wolpa noch gekämpft. Auf dem linken Flügel kämpft unsere Kavallerie und Infanterie mit feindlichen Kaval­leriemassen. In der Gegend von Nowo-Dwor östlich von M o st v liegt dick' litaiiifcb-weitzrusstsche Division, die den Feind nickt auf das südliche User des Niemen gelangen lägt und alle feine Angriffe ahweist. Der Feind griff wieder­holt am Oginski -Kanal Telschany an. wurde aber blutig abgewiesen. ’

im. Kopenhagen. 27. Juli. (Drcchtbericht.) Nack einem Telegramm aus Warschau drahtet der v o l n i I ch e Heeresbericht: An der Südfront wurden starke bolsche­wikische Angriffe überall adaewieien. Die Linie längs der Flüsse Jbrosz und Stör ist vollständig in unserem Besitz. Bei Dubno nabm der Kamps mit der feindlichen Reiterei eine für uns günstige Wendung. Westlich von Slonim wurden heftige Kämose in der Richtung auf Rosbanv zu unseren Gunsten entschieden. Feindliche Versuche, über den Riemen östlich von Grodno zu kommen, wurden abgeschlagen. Durch eine erfolgreiche Operation eroberten wir die aus dem linken Njeinen-Ufer liegende Befestigungen von Grodno wieder.

Ern litauisches Ultimatum an Rußland.

W. T.-B. Paris, 27. Juli. (Drahtbericht.) Einer Warschauer Havas-Mcldung zufolge hat die litauische Regierung an die Sowjetregierung ein Ultimatum gerichtet, in dem sie verlangt, daß die ruffischen Roten Truppen sofort litauisches Gebiet zu räumen hätten.

Die bolschewikische Offensive gegen Armenien.

W. T.-B. Paris. 26. Juli. Wie der Korrespondent des ..Temps" aus London mitteilt, soll nach einer Deveicke aus Konstantinovel vom 25. Juli die seit einiger Zeit vorgesehene bolschewikische Osfenstve gegen Armenien b e - gönnen haben. Bedeutende bolschewikische Kräfte, die in Baku konzentriert waren. und unter denen stch Kavallerie- Regimenter aus Turkestan befinden, bätten die armenischen ri'vublikanischen Kräfte angegriffen. Der Zweck dieser Ofsenstve sei jedenfalls. die nationalistischen Strettkräfte von Mustafa Kemal-Dalcha zu unterstützen. namen»"ch aber die Truvven. von Kiazim-Karabekir. die in der Gegend von Erzerum operieren. _

Radlersburg von den Südflawen geräumt.

mz. Prag. 26. Juli. Radkersburg wird heute von den Südslawen geräumt werden. Nack der Räumung werden die österreichischen Behörden sofort ihre Tätigkeit wieder aufnehmen.