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Mittwoch, 21. Juli 1920.
Morgen-Ausgabe.
Nr. 335- ♦ 68. Jahrgang.
Das Ergebnis von Spa.
Weitere Erklärungen De. Simons'.
Lr. Berlin. 20. Juli. (Erg. Drabtber.) Dr. Simons lvrach sich heute vormittag in einem Kreise von Bressever- tretern über die Ergebnisse der Sva-Konserenz aus. Er habe keinen Grund, anzunehmen. daß wir in Sva Erfolge errungen hätten. Es handelt sich nur um die F ö len der Erfüllung oder Nichterfüllung des iedensvcrtrages. Die Entente muh kick klar darüber sein, ah es ihr zwar frei bleibe. Zwangsmabregeln aller Art gegen uns zu ergreifen, dab aber unsere Fähigkeit öur Wiedergutmachung bei zu scharfer Arziebung der Schraube leiden müsse. In Sva waren die Alliierten in dieser Frage vollkommen einig. Dem deutschen Außenminister war das wahrend der Verhandlungen klar. Man hätte iich sogar mit dem Einmarsch abgefunden, wenn man die Überzeugung gehabt hätte, dah die Verpflichtungen nickt durchjüdrbar seien. Bei allem Respekt vor dem guten Willen und der Sachkenntnis der Sachverständigen seien dem Minister dock später einige Bedenken über gegebene Unterlagen gekommen. zumal über zwei ausschlaggebende Momente, nämlich 1. die Möglichkeit einer stärkeren Ausnützung der Braunkohle für den heimischen Bedarf, und 2.,die Möglichkeit, die deutsche Steinkoblenvroduk- tionstärker zu erfassen. Es wird immer noch eine ganze Menge an Stellen geliefert, die die Regierung nickt für die richtigen erachtet. Das Bestreben der Reichsregierung wird darauf gehen, hier eine schärfere Kontrolle einzurichten. Die militärische Frage war ähnlich wie die der Koblenfrage. nur etwas weit mehr verfahren. Die klare Rechtslage war die. dah wir eigentlich bis zum 10. Juli alles das erfüllt haben mühten, wofür uns nun eine längere Frist bewilligt worden ist. Dah dies Fragen der Zukunft sind, daran kann kein Zweifel besteben. Und wenn die Alliierten über die wirklichen Verhältnisse bei uns besser unterrichtet gewesen wären, io hätten sie uns auch hier noch längere Fristen zugestanden. Minister Simons hält es für die einzig nötige und richtige Politik, das. was wir unterschrieben haben, ehrlich und gewiiienbait durchzuführen und es nicht dabei bewenden zu lassen. auf eine R e - Vision des Friedensvertrages hinzuarbeiten. Wir mühten die Alliierten dazu gewinnen, uns dabei zu unterstützen und nickt zuletzt auch durch guten Rat. In der wirtschaftlichen Frage war die Lage folgende: Wir hatten das Diktat vom Wiederautmackungsausichuh bekommen, monatlich 2 400 000 Tonnen Kohlen zu liefern, und sollten diese ganzen Lieferungen uns lediglich aui die Wiedergutmachungskosten angerecknet werden. Wir haben erreicht, dah diese Ziffern auf 2 Millionen herabgesetzt wurden, dah uns nur der Friedenspreis in Deutschland angerechnet werden wird. 2. daß wir eine V r ä m i e von fünf Goldmark pro Tonne erhalten, und 3. für die Landkohlen einen V o r s ch u h uns ausbezablt werden wird, der dem Unterschied zwischen dem Inlandspreis plus Prämie und dem Weltmarktpreis entspricht, während uns für Seekohle der volle Auslandspreis anaerecknet wird. Das war die Lösung! Wir konnten ibr nicht zustimmen, wenn uns nickt für den Ausfall an Ruhrkohle. die für unsere Industrie dringend benötigt wird, eine stärkere Lieferung mit schlesischer Kohle zugeiaat wurde, die beute zum gröhten Teil nach Polen geht. Wir verlangten eine monatliche Lieferung von 1A Millionen Tonnen obericklestscher Kohle. Das konnte uns Lloyd George nickt zuiagen. aber er gestand uns zu. dah eine Kommission eingesetzt werden sollte, in der wir als gleichberechtigt vertreten sein werden und in der die alliierten Vertreter dahin instruiert werden sollten, unseren Bedürfnissen Rechnung zu tragen. Eine bestimmte Summe sei nicht angegeben, aber aus eine bestimmte Summe hätten stch die Sachverständigen nickt mehr versteift, nachdem die Zusage im allgemeinen gegeben worden sei. Der Minister kam dann noch auf die beiden anderen Verbandlungsvunkte zu lvrecken. In der Frage der sog. Kriegsverbrecher sei durch die Dazwiickenkunit Lloyd Georges und nachdem die Sachverständigen bierüber zusammengetreten waren, schon eine Einigung erzielt worden. Ganz anders aber wird es mit dem Punkt 4 der Tagesordnung, der Festsetzung unserer finanziellen Leistungen sein. Diese Frage sei bei uns nur skizzenhaft behandelt worden. Es sei vollkommen ausge- schtoffen für die neue Regierung gewesen, die von der alten Regierung in dankenswerter Weise geleisteten Vorarbeiten zu übernehmen, da doch ihre Mentalität in mancher Hinsicht eine etwas andere gewesen sei. Die Entente wünschte selbst nicht, wie von dem Minister ernsthaft versichert wuroe. die sofortige Behandlung dieser Frage in Sva. Man wird diese Punkte in Genf in aller Ruhe behandeln. Nack Genf werden nur wenige Sachverständige kommen, deren Zahl aus zwei beschränkt sein wird. Die Zeit steht noch nicht fest. Man habe uns in durchaus zuvorkommender Weife gefragt, wann es uns am besten passen würde. Dr. Simons nimmt an. dah dies etwa in 4 Bis g Wochen der Fall sein wird. Bis dahin haben wir Zeit, linier« Pläne auszuarbeiten. und auch die technischen Vor he r e i t u n g e n besser zu gestalten, als das in Sva der Fall gewesen ist. Der Minister kam am Sckluh in die- svm Zusammenhang noch aus die deutschen V r e s s e v e r t r e- ter zu sprechen Er gab seinen ernsten Willen kund, auch hier eine entschiedene Wandlung zu bringen und zu der Prelle ein vertrauensvolles Verhältnis zu schaffen, das im allgemeinen Interesse durchaus geboten »ei. Wenn im Kries vielfach mit Recht di« ausländischen Berichte mehr Glauben beanspruchen konnten als die Mitteilungen der eigenen Stellen, so dürfe dies in der Zukunft nickt mehr der Fall fem. da dies ein vollkommen unhaltbarer Zustand sei. Er bat die Press«, in dieser Richtung hin volles Vertrauen zu haben.
Br. Berlin. 20. Juli. (Eig. Drabtber.) Aus parlamentarischen Krellen hören wir. dah man bestrebt sein wird, nach dem Referat des Reickswirtschaftsministers Dr. Scholz die Erörterung über das KoblenabkoiEen in die Ausschüsse zu verweisen, um Debatten im Plenum des Reickswirtichgstsrates »u vermeiden-
Von der Botschafterkonferenz.
W. T.-B. Paris. 19. Juli. Die Votichafterkonfe - r e n z bat heute vormittag unter dem Vorsitze von Jules Cambon eine Sitzung abgebalten. Sie beschäftigte stck mit der Frage der Volksabstimmung in Teichen und hörte einen Bericht des tickecho-slowakischen Außenministers B c n e s ch an. Morgen wird ein Delegierter der polnischen Regierung den polnischen Standpunkt vertreten, llierner wird der Bericht eines Vertreters des Ministeriums für auswärtige Angelegenheiten über die gleiche Frage entgegengenommen.
Der Friede für die Türkei, mz. London. 19. Juli. Der ..Times" wird aus Kon - stantinovel telegraphiert, dab in offiziellen turkicken Kreisen immer mehr Neigung für die U n t e r z e r ck - nung des Friedensvertrages bestehe.
Die albanische Frage.
mz. Rom. 20. Juli. Wie die Blätter mcllien. gab E i o l i t t i im Ministerrat Kenntnis von einem Bericht des Barons Aliotti über Albani e n. Das ..Giornale d'Italia" glaubt zu wissen, dah dieser Bericht von dem Bestehen von Geheimverträgen zwischen den aldannmen Aufständischen und verantwortlichen illgoilawischen Staatsmännern spreche, ebenso von dem Vorhandensein eines beträchtlichen Waffenschmugaels über die griechische Grenze. Es bandle sich um einen umfassenden. von Jugoslawien und Griechenland gegen Italien gerichteten Plan, um die Austeilung Albaniens berbeizuiübren.
Bonar Law über di« syrische Frage.
mz. London. 20. Juli. (Drabtbericht.) Aus verschiedene Anfragen, betr. Syrien, erklärte Bonar Law im Unterhaus. Erobbritannien sei bereit, die llnabüangig- keit der Araber in den von ihnen geforderten Gebieten zu gewährleisten. England werde sich iedock zuruckzieben. sofern dadurch die Jnterellen seiner Verbündeten gefährdet würden. Die Forderungen der Araber seien vor der sfrie- denskonierenz bereits erörtert worden lind der Emir Fevial sei dabei' zugegen gewesen. Zu dieser Frage batte es schon Vorverhandlungen gegeben zwischen Elemenceau und dem Minister des Äußern. Bonar Law babe stck selbst darum bemüht, ein volles Einverständnis berbeizusübren. Auch die englische Regierung habe in dieser Frage wiederholt Anstrengungen gemacht. Die Konferenz von San Remo habe entschieden, dieses Gebiet von Frankreich besetzen zu lassen und sranzöstscherseits sei zugesagt worden, dah die Truvven zurückgezogen würden., sobald die Rübe und Ordnung wiederhergestellt werden würde und das Mandat des Völkerbundes anerkannt worden sei. Bonar Law erklärte schliehlick. es läge kein Grund vor. in irgend einer Weise an der Haltung der französtschen Regierung in dieser Angelegenheit Kritik zu üben.
Kultusminister uud Marburger Studentenschaft.
W. T.-B. Berlin. 19. Juli. Von zuständiger Seite wird mitgeteilt: Der Rektor und eine DevuGtion der Mar
burger Philivvs-llniversität wurden beim Minister für Wissenschaft. Kunst und Volksbildung wegen seiner Äußerung über die Marburger Studenten vorstellig, die in einem Berliner Abendblatt vom 7. Juli stand. Nachdem auch von seiten der Studentenschaft mehrfach die Berechtigung der Anschauung des Ministers über die Schuld der beteiligten Marburger Studenten angeiockten ist. ersuchte der Minister um die Beschleunigung der schon seit längerer Zeit angeordneten Einsendung der Gerichtsakten. Die Rolle, die die Marburger Studenten bei den bekannten Ereignissen in Tbal spielten. wird aus Grund der Eingabe der Marburger Universslgtsdebr-st- einer erneuten Prüfung im Ministerium unterliegen. Falls eine nochmalige Prüfung ein verändertes Bild ergeben sollte, wird der Minister selbstverständlich bereit sein, diesem Umstande Rechnung zu tragen.
Marburger Zusammenstöße zwischen Studenten und Kommunisten.
mz vlarbur,. 20. Juli. (Drahtbelicht.) Nachdem die Studenten de: hiesigen' Universität gestern vormittag gegen den Kultusminister Hänisch «in- Protestkundgebung veranstaltet hatten, riesen die Arbeiter am Man. tag -ine kommunistisch- Versammlung aus dem Marktplatz zusammen. Der größte Teil der Marburger Studenten war zu dieser Per- s-mmlung ebenfalls erschienen, und als der kommunistische Redner sein« Red« beendet hatte, stimmten die Studenten das Lied „Deutschland, Deutschland über alles" an, woraus es zu Schlägereien zwischen den Arbeitern und Studenten kam. Um 10 Uhr abends zog die gesamte Marburger Studentenschast durch di- Stadt, vaterländische Lieder singend. Auch hier kam es zu Zusammen st ötzen, wobei «in Styutzmann durch Stock- schläge über den Kops schwer verletzt wurde.
Verlängerung des Kohlensteuergesetzes.
Bb. Berlin 19. Juli. Dem Reichstag ist ein Gesetzentwurf zugegangen, wonach das am 31. Juli 1920 ablauiende Kohlensteuergesetz um ein Jahr bis Ende Juli 1921 verlängert wird. Von einer Hsraufsetzuna der Steuer hat die Regierung vorläufig Abstand genommen. Der Ertrag der Steuer, der ssch im Rechnungsiabr 1919 auf 1.35 Milliarden Mark belief, wird unter Berücksich- tigung der erhöhten Preise und Produktion auf 4.25 Milliarden veranschlagt.
Lehrreiche Wahlen in Kattowitz.
mz. Berlin. 20. Juli. Das ..Achtubr-Abendblatt" berichtet aus Kattowitz: Bei der Wahl des W e r k - stätten-Betriebsrates im Eiienbabndirektionsbe- zirks Katowitz wurden 681lStimmen abgegeben: davon entfielen 1334 Stimmen auf Polen, io dah von den zehn Betriebsräten zwei auf die Polnische Vereinigung kommen. Bei der Wahl des Bezirkbetriebsrates kamen von 12 541 gültigen Stimmen auf die Polen 2409: die Polen erhielten somit zwei Sitze, während der Deutsche Eiienbabnerverbano acht bekommt.
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Von Professor Richard Eickhoff.
Der Interparlamentarische Rat war im Anfänge do Monats Juni im Haag versammelt. Die Sitzungen waren leider nicht zahlreich besucht: nur die Englänoer und die fünf kleineren (im Kriege neutralen) Staaten waren vertreten. Aber eine sehr grohe Anzahl von Staaten batte ihre Abwesenheit mit ausdrücklichem Bedauern entschuldigt. Das offizielle Protokoll der Tagung liegt mir zwar noch nickt vor: aber ich bin doch schon in der Lage, von den Bc- schlüssen Kenntnis zu geben, die ein allgemeines Interesse beanspruchen dürfen. So wurde die 19. Intervalla-- mentarische Konferenz, die in diesem August in Stockholm stattfinden sollte, mit Rücksicht aus die bevorstehenden volitijchen und die groben Reiie-Schwierigleiten aus das nächste Jahr verschoben, wo sic sicher abgeüalten merder wird. Entscheidend für die Vertagung der Konferenz war namentlich der Umstand, dah die Amerikaner wegen der Prästdentenwabl in diesem Jahre am Erscheinen verhindert stnd. Außerdem faßte der Rat folgenden einmütigen Beickluh:
..Der Interparlamentarische Rat legt Wert darauf, seine feste Überzeugung dabin auszuivrecken. dah die Jntervarlamentg-iiche Union mehr als jemals berufen nt. eine grohe Rolle zu spielen. namentlich um die Tätigkeit des Völkerbundes zu unterstützen und zu entwickeln, zu dessen Pionieren zu gehören sie die Ehre bat. Damit die Union in Zukunft die gleiche wohltätige Rolle wie in der Vergangenheit svielen kann, ist es durchaus notwendig. dah sie die Grundlage ihrer Organisation, nämlich ihren internationalen Charakter, auirechterbält. Daher nimmt der Rat mit dem aufrichtig st en Bedauern von der jüngsten Entschließung der belgischen und französischen Eruvve Kenntnis, vorläufig an den interoarlamentarischen Versammlungen keinen Anteil zu nehmen. Der Rat ist weit entfernt, diese Haltung kommentieren zu wollen, die sich aus den furchtbaren Leiden erklärt, denen die Bevölkerung beider Länder im Laufe des Krieges unterworfen war: aber er wünscht lebbait die Hoffnung auszudrücken, daß die Kollegen aus Belgien und ^"»nkreick vor ihrer Entickliehuna zurückkommen und ihren Platz in den Reiben der Union wieder einnehmön werden, an deren Arbeiten io viele von ihnen einen io nützlichen und ehrenvollen Anteil genommen haben. Erfordert zugleich die Parlamentarier aller Staaten auf. soweit ste es nicht schon getan haben. Gruvven der Union zu bilden und an ihren Arbeiten einen wirksamen Anteil zu nebmen. Er beauftragt sein Bureau, diesen Beschluß allen Parlamenten der Welt mitzuteilen."
Das Interparlamentarische Bureau wird nach wie vor von dem bekannten norwegischen Gelehrten. Dr. Cbr. L. Lange in Kristiania, geleitet, der jüngst den ersten Baud einer groß angelegten Geschichte des Internationalismus herausyegeben hat._
Polnische Waffenlager in OSerschleslen.
Berlin. 20. Juli. Nach einer Meldung der..Boi-'
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fischen Zeitung" aus Breslau gelang es der dortigen Sicherheitspolizei, mehrere polnische Waiienlager! auszubeben. Es wurden zahlreiche Gewehre. Maschinengewehre sowie Munition beschlagnahmt.
Ein Hilferuf der Deutschen aus Svldau und Neidenburg mz. Königsberg. 19. Juli. Mehr als 1500 deutsche Männer aus dem Soldauer Gebiet, die in den letzten Wochen flüchten sowie Hab und Gut und ihre Angehörigen verlassen muhten, um der rechtswidrigen Einziebuna zum polnischen Heeresdienst zu entgehen, lichteten an den Obervrästdenten die dringende Bitte, alles durchzusehen, um S o l d a u und die Umgegend und einen Teil des ehemaligen Kreises Neidenburg für Deutschland zu retten. In dem Gesuch beiht es: 3m' Kreise Neidenburg stimmten 98.5 Prozent für Deutschland. Das Soldauer Land ist noch beute nach dem Willen der Bevölkerung treu deutsch, und wir wollen es bleiben. Pjir werden uns niemals dem polnischen Joch fügen. Helft uns. ret-, tet uns aus gröhter Not.
Eitle polnische Hoffnungen.
Br. Berlin, 20. Juli. (Eig. Drabtber.) Wie aus W a r * au gemeldet wird, hat der neue polnische Außenminister j«n dortigen Pressevertretern erklärt, die polnische Regierung hätte keineswegs die Absicht, an wen es auch sei. ihre Anrechte auf Wilna abzutreten. Was Oberschlessen anginge, so könne man versichert sein, deck die Volksabstimmung die Frage zugunsten Polens lösen würde? ._
Die Führung der russischen Armee.
Br. Stockholm. 20. Juli. T r o tz k y macht in der Petersburger „Prawda" nähere Mitteilungen über die Veiebls- verhältnisse in der Roten Armee. Der Oberste Befehlshaber ist K a m i n e w. sein Generalstabsches L e b e d e w. Die Armeen der Westfront werden von dem Revolutionsgeneral Tuckatichewski geiübrt. der 24 Jahre alt ist und in der Zarenarmee als Leutnant gedient bat. Der Führer der Reiterarmee in der Ukraine ist B u d i e n n i.
der in der Zarenarmee Ünterofsizier war und sich als Armee- ~ ' ' iffld' ■ ‘ '
beieblshaber in den Kämpfen gegen Koltickak und Denikin einen Rainen gemacht bat. Oberbefehlshaber an der Süd- westiront ist der frühere Oberstleutnant I e g o r o w. Trotzky bebt ausdrücklich hervor, dab in der russischen Armee kein einziger deutscher Offizier diene.
Kamenew russischer Vertreter in London.
mz. Paris, 20. Juli. (Drabtbericht.) Der ., Parisieu" meldet aus Brüssel, dah man dort did fassung habe, dab Kamenew die Vertretung Sowietregierung in London übernehmen wird, wird in Begleitung Kraistns nach London kom'men Vizepräsident der Deleaation lein.
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