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Viksbil-ener Täglilätt.

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Dienstag, 1. Juni 1920,

Morgen-Ausgabe.

Nr. 251. o 68. Jahrgang.

Die russische Fühlungnahme in London.

Ein ausgezeichneter Kenner Rußlands schreibt uns: Im -rirst-Avenue-Sotel zu London weilt zurzeit Herr Krassin. Abgesandter der Moskauer Sowietregierung. und läßt sich von der Presse nicht sprechen. Nur auf die Frage, ob er komme, um Frieden zu machen, antwortet er mit einem lauten und vernehmlichen Ja. Krassin ist nur in London eine Neuheit und erregt dort Aufsehen. In Deutsch­land kennt man ihn. Unter den Russen, die im Sommer 1918 zum Abschluß der Zusatzverträge des Brest-Litowsker Frie­dens in Berlin weilten, ragte er als der führende Kovi her­vor. Ingenieur van Beruf, war er dadurch interessant, daß er 1905 als Revolutionsflüchtling bei Siemens-Sckuckert in Berlin arbeitete, vom Zaren begnadigt nach Rußland zu­rückkehrte. um dann von den Arbeitern der eigenen sozia­listischen Fabrik mit riesigem Gebalt zum Direktor gewählt zu werden. Ein Vorgang, der in den Anfängen des bolicke- wikischen Umsturzes als etwas Unerhörtes galt, beute aber gang und gäbe ist. Als Inhaber eines wirtschaftlichen Muchtpostens kam Krassin bald auch in die volitiiche Lauf­bahn hinein. Drei Volkskommissariate, das für Handel und Industrie, für das Verkehrswesen und für die Versorgung der Armee, wurden ihm übertragen. Mit Rokow teilte er sich in das Präsidium des ..Obersten Rates für Volkswirt­schaft". Als fast unumschränkter Wirtschaftsdiktator geriet er natürlich auch in den Svannungskreis der innervolitiichen Kämpfe. Während die amtlichen ..Jswiestiia" feine Reformen eifrig verteidigten, wurde er vom ovvosttionellen „Proletarischen Echo" als Unterdrücker des Proletariats heilig angefeindet. Um eine solche Kraft nicht durch innere Fehden zu verlieren, schob Lenin ihn in den Außendienst. Krassin ging nach Kopenhagen, um Fühlung mit den West­mächten zu nehmen. Seine Mission scheiterte aber, als der neue Krieg Sowietrußlands mit Polen ausbrach. Nun ist er in London. In Kraffins ..Gefolge" befinden stch stramme Bolichewiki. die aber von kavitalistischen Dingen merk­würdig viel verstehen. Kommt es zu wirtschaftlichen Abmachungen mit der Entente — das ist der Zweck der Reise Krassins — so verlangen die Engländer ein russisches Eoldpfand. niederzulegen bei Londoner Banken. Die Russen st'nd aber sehr mißtrauisch. Krassin fordert, Garantien, dag nicht etwa Frankreich das Gold für russische Vorkriegs- schulden in Beschlag nehme. Auch über die Berechnung des Goldwertes besteht Streit. England will die Unze nur zum Vorkriegswert von 3 Pfund 17 Schilling berechnen. Der jetzige Kurs aber ist 5 Mund und 7 Schilling für die Unze. Sehr wichtig ist auch die Frage: Wem »ebört das Gold? Englische Zweifler sagen: Einer russischen Wirtschaitsvartei! Krassin sagt: Dem russischen Staatsschatz! Und er weiß, warum. Ist das Gold rein staatlich, io wird durch seine Annahme die Sowietregierung als rechtmäßige Nachfolgerin der Zarenregierung anerkannt. So steht man stch geladen mit Argwohn und öinterabstchten gegenüber. Krassin läßt verbreiten, daß sofort das Brot in England billiger werde, wenn man der russischen Regierung die Hand reiche.. Aber mit solchen Ausstchten wollte man ja auch Deutschland ködern. Rußland hat auf ein Jahrfünft hinaus kein Ge- treide für Westeurova. Es ist ein Irrtum, »u glauben, daß das Getreide im Handelsverkehr früher die Hauotrolle spielte. Betrug doch schon die russische Getreideausfuhr nach Deutschland nur ein Viertel dessen, was Rußland überhaupt ausiübrte. Das Getreide bildet nlckt den größten Reichtum des russischen Wirtschaftsgebietes. Dieser ist vielmehr in den ungehobenen Bodenschätzen zu suchen, deren Nutzbar­machung bisher an der dünnen Bevölkerung, am Fehlen von Eisenbahnen. Straßen und Kanälen scheiterte. Krassin kann außer Getreide vorläufig nur Leinen anbieten. Beides ist herzlich wenig gegenüber dem russischen Bedarf an Klei­dern. Medikamenten. landwirtschaftlichen Maschinen und Gegenständen des täglichen Lebens, die von den Wettmächten geliefert werden sollen. Es ist kein Geschäft, was da in London zustande gebracht werden soll. Wenn sich auch Krassin noch so finanzvolitisch gibt, die Gegensätze der Welt­anschauung stnd .zu groß. Eine gewisse Gleichheit der Welt­anschauung gehört eben auch zum Welthandel. Aus der wahrscheinlich mißglückenden Aufgabe Krastins können die deutscher. Wirtschaftsvolitiker für kommende Fälle manches lernen, sei cs nun. daß ste auch bald mit der Entente ver­handeln. fei es. daß Kraffin wieder einmal nach Berlin kommt! __

Das englisck'-japanische Bündnis.

W T -B London, 30. Mai. Nack einer „Times"-Mel- dung aus Tokio erklärt man im Ministerium des Äußern, daß die Verhandlungen zwischen der englischen und lapam- schen Regierung über die Erneuerung des engl i s ch- japanischen Bündnisses noch nicht begonnen haben. Offizielle Kreise in Tokio nehmen an. daß der Vertrag unter den gleichen Bedingungen wie 1911 verlängert wird, im anderen Falle läuft er nach Artikel 6 des Vertrages still­schweigend weiter bis zum Ablaufe des am die Kündigung folgenden Jahres.

Der Streit um Schantung.

mz. London. 31. Mai. Reuter erfährt, daß China den Versailler Vertrag n l ch t u n t e r z e i ch n e t bat wegen der Artikel, die die deutschen Rechte auf Schantung an Javan übertragen. Aus diesem Grunde lehne es China ab. mit Japan Verhandlungen über Schan­tung einzuleiten, denn diese Verhandlungen wurden die An­erkennung der betreffendenArtikel bedeuten. Zu dem lapam- schen Anerbieten, seine an der Schantungbahn vostrerten Truppen zurückzuziehen. bemerkt China, daß, es selbst voll­kommen in der Lage sei. den Schutz dieser Linie auszuuben, und daß überdies Deutschland sich nie das Recht genommen habe, an dieser Linie Truppen zu halten.

mz. London, 31. Mai. (Havas.) China wird die von Javan angebotene Zurückziehung seiner T r u v v e n annehmen. Das wird das Ende dieser ungerechtfertigten Besetzung bedeuten. Wie China am 25. Mai Javan mit­teilte. kann es den Rückzug nach seinem Belieben vornehmen.

Das deutsche Eigentum in Bulgarien.?

W. T.-B. Berlin, 30. Mai. Das offiziöse „Echo de Bul- garre meldet: Der Ministerrat beschloß, die Zwangs- verwaltung über Industrie- und Handels­firmen und über die für die Ausfuhr bereitgebaltenen Waren und sonstige Güter, die deutschen, ö st e r r e i ch i- !wen. ungarischen und türkischen Untertanen Schoren, aufzuheben. Die von diesen Untertanen bei Staats­oder Privatbanken deponierten Summen werden ihnen zu ihrer Verfügung zurückgegeoen. Die Personen, die mit der Verwaltung der Güter und Waren gewisser Firmen und Privatleute beauftragt waren, werden ihres Postens ent­hoben. Sie muffen den Besitzern dieser Firmen alle Doku­mente, Waren, Inventar und Güter, wie sie sie empfangen haben, zuruckgeben.

Deutschlands Vertreter auf der Seemannskonferenz des Völkerbundes.

N. B. Berlin, 31. Mai. Am 15. Juni beginnt in Genua die zweite Tagung des dem Völkerbund ange­gliederten internationalen Arbeitsamts. Auf der Tages- « nur die Beratung über die Anwendung der

Beschlüsse der Washingtoner Arbeitskonferenz auf die See­leute. Als deutsche Vertreter gehen zu der Tagung Eebeim- rat Leymann vom Reichsarbeitsministerium, Geheimrat Werner vom Reichswirtschaftsministerium für die Regie- ^Ektor B c g e r (Hamburg) vom Zentralverein der „ .Reeder für die Arbeitgeber und Reichsminister a. D. W r s s e l l für die Arbeitnehmer.

Die Heimschaffung der Kriegsgefangenen aus Sibirien.

. mz. Stockholm. 30. Mai. (Havas.) Nansen erklärte in einem Interview bezüglich der Heimschaffung der Kriegs- gefangenen. er wisse nicht, wie viel Gefangene noch in Zlbrrren geblieben seren. Das Rote Kreuz habe sich bemübt.

nacfl Wirten Berechnungen würden sich noch 200 000 Gefangene in Sibirien. 200 00« ruffische Ge­fangene in Deutschland und 2000 in Frankreich befinden. Es werde wahrscheinlich notig sein. Austauschlager an verschie- Punkten zu errichten. Der Weg werbe, so glaube man. über Riga. Finnland. Polen und Rumänien führen. Rarva bilde bereits ein sehr wichtiges Devot. Die hauptsächlichste Schwierigkeit bestehe darin, die nötigen Geldmittel für den Transport der Gefangenen zu beschaffen. Die Kosten des Seimiransportes aus Sibirien für 60 000 Gefangene der mitteleuropäischen Staaten würden sich auf 700 000 Pfund Sterling belaufen.

Polens Westgrenzs.

t , f Breslau. 31. Mai. (Drahtbericht.) Wie ober-

schlestsche Blatter melden, wird am 1. Juni die endgül­tige Vereinigung der Polen angegliederten Teile der Provinz Posen mit Kongrebvolen und Galizien erfolgen. Damit sind die Hoffnungen der Posener. in Anbetracht ihrer besonderen kulturellen Verhältnisse eine gewisse Autonomie innerhalb des polnischen Staates zu erbalten, endgültig gescheitert.

Deschanels Befinden.

W. T.-B. Paris. 31. Mai. (Drabtbericht.) Wie das „Echo de Paris" mitteilt, verläßt Präsident Deschanel am Donnerstag Paris, um Landaufentbalt zu nebmen auf einem Schlöffe in der Normandie. Wie mehrere Morgenblätter übrigens feststellen, gebt es Deschanel bester.

Aus Anlaß des Streiks in Frankreich entlassene Eisenbahner

W. T.-B. Paris, 31. Mai. (Drabtbericht.) Der Minister für öffentliche Arbeiten Le Troauet bat erklärt, daß bis jetzt aus Anlaß des Streiks 2636 Eikenbabner ent­lassen wurden. In dieser Zahl seien jedoch die Ent- laffenen aus den Werkstätten nicht einbegriffen.

Der König von Griechenland.

W. T.-B. Paris, 31. Mai. (Drahtbericht.) Die britische Gesandtschaft in Paris dementiert die Nachricht einer englischen Deveschenagentur. König Alexander werde nicht mehr nach Athen zurückkebren.

Dis türkischen Nationalisten.

W. T.-B. Paris, 31. Mai. (Drabtbericht.) Nach einer Meldung des „Daily Erpreß" aus Konstantinovel soll die türkische Polizei ein Komvlott türkischer Natio­nalisten gegen den Großwesir Damand Ferid-Bei aufge­deckt haben. Unter den verhafteten Personen befindet sich Ali Riza-Bei.

W. l.-B. Paris, 31. Mai. (Drabtbericht.) Rach einer Havas-Meldung der „Daily Cbronicle" sollen die nationa­listischen Kräfte bis auf 170 Kilometer an Konstantinopel herangekommen sein.

Anerkennung der Negierung von Meredinsk.

mz. Wladiwostok. 30. Mai. T s ch i t s ch e r i n notifizierte der Regierung von Meredinsk ihre Anerkennung durch die Räle-Regierung und deren Bereitwilligkeit, mit ibr in Beziehungen zu treten. Die ostasiatische Republik ist ein P u f f e r st a a t und umfaßt alles Gebiet östlich des Baikalsees bis Kamschatka.

Südamerikanische TolichervikiabWehr.

W. T.-B. Amsterdam. 31. Mai. (Drabtbericht.) Wie die „Times" aus Buenos Aires meldet, ist das Ergeb­nis der Ende Februar stattgefundenen Verhandlungen des südamerikanischen Polizeikonvents in Form eines Vertragsentwurfes veröffentlicht worden. Danach verpflichten sich Argentinien. Bolivien. Brasilien. Chile Paraguay. Peru und Uruguav. sich gegenseitig über alle anarchistischen Akte oder Anschläge, verdächtige Versamm­lungen. Propaganda. Verbreitung von Flugschriften und Presseartikeln. die in einem der beteiligten Länder revo­lutionäre Ziele verfolgen, zu unterrichten. Der Vertrags­entwurf bedarf noch der Ratifizierung durch die beteiligten Länder.

Deutschland.

Die welfische Bewegung in Hannover.

W. T.-B. Berlin, 29. Mai. Der Staatskommissar Weis­mann erklärt zu den Nachrichten über die welfische Be­wegung in Hannover:

Daß die deutsch-hannoversche Bewegung mit grotzter Hartnäckigkeit ihr Ziel, die Lostrennung von Preußen, verfolgt, war und ist der Regierung bekannt. Es wird auch nicht daran gezweifelt, daß die Führer der Bewegung ge­gebenenfalls nicht vor Gewaltmaßregeln zurückschrecken wür­den, um ihre Pläne auszuführen. Dagegen ist kein Anlaß zu der Befürchtung vorhanden, daß es den Treibern der Los- usungsbestrebungen gelang. rein deutsch-hannoversche Reichswehrverbünde in der Provinz zu schaffen, die im geeigneten Augenblick zur Ausführung ihrer Zwecke dienen wurden. Gerade in den Kapptagen, in denen zweifels­ohne die Welfen ihre Pläne zur Ausführung bringen woll­ten scheiterte sogar der Versuch, sie in die Tat umzusetzen,

? an der energischen Haltung der militärischen Macht in der irovinz. Man darf allerdings sicher sein, daß die Bestre­bungen zur Loslösung Hannovers durchaus nicht aufgegeüen sind. Immerhin stellt der Verdacht, daß unter der Londbe- völkerung Waffen in einem Umfange vorhanden sind, die ihre Bestimmung, lediglich zur Sicherung des Eigentums und Lebens gegen Verbrechen zu dienen, nicht rechtfertigen, ein beunruhigendes Moment dar. Maßnahmen, um zu der Einziehung der illegalen Waffenbestände zu gelangen, sind bereits seit längerer Zeit im Gange.

Das Arbeitsfeld dss FrontLundes.

, W. T.-B. Berlin, 30. Mai. Der Frontbund sendet uns eine Erklärung zu, worin es heißt:

Der Frontbund ist eine rein wirtschaftliche Be­rufsorganisation und beschäftigt sich nur mit sozialen, internen Fragen innerhalb der Reichswehr, nicht mit Politik. Bei dem unaufhörlichen Wechsel aller Vorge­setzten. bei dem ununterbrochenen Umorganisieren gibt cs keine ständige Stelle, die unsere berechtigten Interessen planmäßig vertreten könnte. Daraus folgen Härten, Fehlgriffe. Vernachlässigungen und Unzufriedenheit. Diese unerträglichen Zustände sind das Arbeitsfeld des Front­bundes. Wir empfinden es bitter, daß unsere stille, ernste Organisationsarbeit zu Wahlmanövern mißbraucht wird. Man lasse uns zufrieden, wie auch wir außerhalb unseres kleinen, einfachen Jntereffenkreises keinem Menschen etwas zuleide tun.

Gegen Disziplinlosigkeiten des Freikorps.

W. T.-B. Berlin, 30. Mai. In der letzten Zeit machten stch Bestrebungen bemerkbar, die Entlassenen oder znr Ent­lassung bestimmten Angehörigen der Freilorps oder ähnlicher Formationen zusammenzuschließen, um de: Auflösung Wider st and zu leisten oder aufgelöste Verbände wieder zu vereinigen. Um diesen Vorgängen, die nicht nur, die Ausführung der von Deutschland im Friedens­vertrag übernommenen Verpflichtungen gefährden, sondern auch zur Beunruhigung der Bevölkerung führen, tatkräftig begegnen zu können, ordnete der Reichspräsident auf Grund des Artikels 48 Absatz 2 der Reichsverfaffung in dieser Verordnung vom 30. Mas besondere Maßnahmen an. Dadurch wird jede Aufforderung an frühere oder der­zeitige Angehörige der Freikorps zu vereintem Ungehor­sam oder gewaltsamem Widerstand gegen dis Anordnungen der zuständigen Dienststellen, insbesondere gegen die Anordnungen über die Auflösung, Verringerung. Umgliederung der bestehenden Verbände oder Widerstand gegen solche Anordnungen mit Zuchthaus bis zu fünf Jahren, bei Vorliegen mildernder Umstände mit Gefängnis bestraft. Die gleiche Strafe trifft denjenigen, der es unter­nimmt, ohne Genehmigung der zuständigen Stelle Personen zu Verbänden militärischer oder polizeilicher Art zusamrnen- zuschließen. oder wer an solchen Verbänden teilnimmt. Der Reichswehrminister ist ermächtigt, zur Aburteilung solcher Straftaten nach Bedarf außerordentliche Gerichte einzusetzen.

Unabhängige und Kommunisten in Südbayrrn.

Be. Augsburg. 29. Mai. (Eis. Drabtbericht.) In Augsburg wurde eine Ortsgruppe der kommunistischen Partei gegründet, wobei es zu heftigen Auseinander­setzungen mit den Unabhängigen kam. Die unab­hängigen Wortführer erklärten, es fei nicht nötig, eine kom­munistische Ortsgruppe zu gründen, weil die Unabhängigen die gleichen Ziele verfolgten wie die Kommunisten. Der Zustrom von den Unabhängigen zu den Kommunisten ist in Südbayern übrigens sehr bedeutend.

Br. München, 29. Mai. (Eig. Drabtbericht.) In einer der letzten Wahlversammlungen hatte ein Eingeweihter mit- geteilt, daß die U. S. P. Münchens eine Rundfrage erlassen habe, wie viel militärisch ausgebildete Leute in ihren Reihen seien. Das Ergebnis habe gelautet: 9000 Infanteristen. 800 Maschinsngewebrleute. 250 Feld­artilleristen. 180 Mlnenwerfer. Diese Mitteilung wird jetzt von dem Münchener Organ der U. S. P. bestätigt: „Die Mitteilung in der Versammlung beruht auf Tatsachen, so sehr auf Tatsachen, daß der Eingeweihte sogar die Zahlen noch unterschätzte, die sich aus-der Rundfrage ergaben. Wir erklären offen, daß wir nichts zu verheimlichen haben. Wir treffen die Vorbereitungen, die zur Verteidigung der deutschen Revolurion notwendig sind."

Derurtsürrng eines Redakteurs in Saarbrücken.

mz. Saarbrücken, 30. Mai. Das hiesige französische Kriegsgericht verurteilte, wie die hiesige „Volksstimme" meldet, den verantwortlichen Redakteur der „Volksstimme", Jakob Scherer, wegen Beleidigung der irauzö- sischen Militärs durch die Preise zu einem Jahr Gefängnis und 3000 Franken Geldstrafe. Wie die ..Volksstimme" schreibt, war nicht einmal der Rcchtsbeistand Scherers von der Ansetzung des Verbandlunsstennins unter-. ricktet worden. Scherer ist seit längerer Zeit flüchtig.