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Verla, Langgass» 21

Schatter-tzave flrSffnti von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abend«. P»Itsch«a»»t»: gnnlfutt ». M. Nr. 7»SL.

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Donnerstag, 1. April 1920.

Abend-Ausgabe.

Nr. 156. « 68. Jahrgang.

Das Ruhrgebiet.

Verschlechterung der Lage?

mx. Berlin. 31 März. AuS Düsseldorf erfährt düs Wolff- Hureau von Mständtger Seite: Die Lage im bedrohten Äe- biet verschlechtert sich dauernd. Die linksradikalen Elernentc in den Vollzugsausschüssen gewinnen an Einfluß. Aus den Versuch, den Oberbürgermeister von Duisburg telephonisch zu erreichen, kam die kennzeichnende Antwort: »Rusen Sie das Gefängnis an!" Mit Oberhausen ist eine telephonische Verbindung überhaupt nicht mehr zu er­langen. Aus Dinslaken kommt die Meiduilg: In der Richtung auf Wesel wird wieder geschossen. In Duisburg wurde am Samstagabend von der Roten Armee eine Million aus der Reichsbank entnommen. Aus Essen wird gemeldet, daß auf dem Wege von Berlin nach Essen zwanzig Millionen Mark innerhalb des Ruhr-, gekürtes verloren gegangen sind. In Düsseldorf wird der Einflus; der Unabhängigen im Vollzugsausschuß ge.zenübec den Kommunisten zusehends schlechter. Die Lage wird als sehr ernst angesebe».

mz. Düsseldorf. 31 März. Gestern abend waren in der Gegend tcn Dinslaken noch Kämpfe, auch mit Artillerie. In Düsseldorf urch Dinslaken wurden Flugblätter verteilt, die auffordern. in die Rote Armee einzutreten. Vorgestern drangen 250 Mann rote Truppen in Düsseldorf ein, veinäch- rigten sich der Stadtverwaltung. erpreßten von den Banken etwa 50000 M.. wurden aber wieder aus der Stadt heraus­gedrängt. Heute ist Düsseldorf ruhig. Man bemerkt, daß die Roten Truppen sich auch voi« der Front zurückziehen.

nz. Elberfeld, 31. März. Hier herrscht General­streik. Bisher wurden ungefähr 1000 Gewehre abgeliefert. Der Altirrsansschutz ist noch in Tätigkeit. Der Verkehr knnerbalb der Stadt wird aufrechterlfalten. Auch in Rem­scheid herrscht Generalstreik, wo nicht einmal sie Straßrn- bak.ren verkebrcn. Die Oberbürgermeister von Oberhansen. Remscheid und Mül!wim-Ruhr wurden ihres Amles entsetzt und verlieben die Stadt.

mz. Essen, 31. März. Der VollzuaSrat in Essen hat die Massen nicht mehr fest in der Hand, In den nord­östlichen Vororten von Essen wurde mit der Warfeu-abgabc legounen.

mz. Mülheim» 31. März. Der Generalstreik dauert an. Bisher erhielten die Rrten Truppen, die sich noch in der Kasein« und i,r der Stadt befinden, 350 000 M. von der Stabt.

Die Elnkreisung der Noten Truppen.

Vr. Berlin, 1. April. sEig. Drahtberacht.) Wie wir 'hören, ist nunmehr eine Aktion der vormarlchierendeu Truppen eingelcitet. um das ganze, von den Aufständischen beherrschte Kamp'gebiet vollständig ernzukreisen, so dass es kür die Roten Truppen keine Möglichkeit mehr gibt, nach irgend einer Riclßung vorzustoßen und Verbindungen mit anderen Teilen des Reiches aufHinebmen. Auf diese Weise soll die Rote Armee nunmehr die Notwendigkeit ein- sehen, von einem weiteren Kampfe abzufohen.

8r. Essen, 1. April, lE'g. Drahtbericht.1 Die Ergebnisse der Verhandlungen in Münster, die gegenwärtig noch an- - dauern, sollen beule in einer Vollversammlung der Arbeitec- röte de? Industriebezirks dem Zentralrat zur Beschluß­fassung vorgelegt werden. An der Front haben die Roten Druppen gestern die K a m p f t t ä t i g k e i t eingestellt. Der Zoutralrat Hst ungeordnet, daß die Noten Truppen mit Rücksicht auf die Verhandlungen sich passiv verhalten sollen, trenn sie nicht angegc.sseu würden, was bi Life r nicht der Fall war.

Die christlichen Gewerkschaften.

me Berlin, 30. März. Die heute in Essen versammelten Vertreter de: Hauptverwaltung und der Bezirke der Ge­werkschaft christlicher Arbeiter habe» der Reichs- rrgierung ein Telegramm übersandt, worin es beißt: Die Vertreter deS GewerkschaftSvercins christlicher Bergarbeiter fordern namens ihrer 100 000 Mitglieder, da»; die Regierung mit aller Entschiedenheit für die Brechung der Pöbelberrlchaft und die Schaffung von Ruhe uiio Ort nung in Deutlchlarcks größtem und wichtigstem Industriegebiet ein- trete. Insbesondere hat sie General Walter nicht abzube- rvftn.

mz. Berlin» 1. April, Nach einer Meldung aus Essen untersagte der Zcvtralrat in einem Aufruf an alle Zc'tungen Westfalen? und des Rhe>nlairoes den Abdruck dcS von der christlichen Gewerkschaften vervffenllichtou Protestes gegen den Generalstreik.

Dis Samstag Ruhe?

Sr. Berlin, 1. April. lEig. Drahtbericht.) Wie wir von zuständraer Stelle erfahren, hofft die Regierung auf eine so- kcrtrge friedliche Beilegrrng des Kampfes im Rubraebiet. Nach Zusicherunaen des mit der Arbeiterschaft verhandclnden Resihskümmissars Scvering dürfe mit Bestimmtheit erwartet werden, daß bis Samstag Ruhe und Ordnung überall wieder eingekebrt sind Das Versprechen der Reichsregie­rung. an dem Bielefelder Abkommen festzuhalten, hat außer­ordentlich beruhigend gewirkt. Der Essener Zentrrlcat werde di« sofortige Niederlegung der Waffen befehlen.

Die letzte Ursache der Verhältnisse.

mz. Amsterdam, 31. März. Laut „Tclcgrarf" meldet »Lbscrver". daß Hendcrsou rn einer Unterredung er- Aärte, die Verhältnisse in Deutschland bewiesen, daß die einzig richtige Politik gegenüber Deutschland die sei. dre' von der britischen Arbeiterpartei wiederholt gefordert tcmitv. ser. Verzweiflung inmitten der drohende!« H u n. ßtzäuei »nb das aus, ser Nitzssrlzge entstairdeue Elend

seren die Ursache zum Schwanken zwischen äußerster Reaktion und radikalen R e v v l u t i o n s v er­such e n. Europa könne sich ohne den Wiederaufbau Deutsch­lands nicht erholen. Daher müsse das deutsche Wirtschufts­leben wieder hergestellt werden. D:e Staatsmänner müßten unverzüglich Schritte tun, damit die deursche Industrie wieder :n Gang gebracht werde.

Entspannung in Berlin.

Br. Berlin, 1. April. sEig. Drahtbericht.) In Berlin ist im Laufs des gestrigen Mittwochs sine wesentliche Entspannung der Lage einge­treten, In Arbeiterkreisen macht sich eine wachsende Mißstimmung geltend gegen die von ebenso gewissen­loser wie unverantwortlicher Seite gebildete neue Generalstreik-Hetze. Die sogen, revolutionären Be­triebsräte, von denen man im Vergleich zu ihrer Be­deutung viel zu viel gesprochen hat, haben am Diens­tag bis in die Nacht hinein beraten und haben diese Beratung gestern fortgesetzt. Sie hatten in der Stacht zum Mittwoch Abstimmung in den einzelnen Betrieben über den Generalstreik beschlossen und es ist ein Beweis für die völlige Bedeutungslosigkeit dieser Gruppe, dag, soweit Meldungen voruegen, in keinem einzigen Berliner Betriebe eine solche Abstimmung stattgefunden hat. Infolgedessen hat gestern die Vollversammlung der revolutionären Betriebsräte in der Bötzov-Brauerei nach längeren Verhandlungen einstimmig eine Resolution angenom­men, in welcher der Generalstreik abgelehnt wird. Die Arbeiterschaft soll sich jedoch weiter in Alarm­bereitschaft Hallen, um nötigenfalls den bedroh­ten Brüder im Ruhrgebiet durch den Generalstreik zu Hilfe zu kommen. Aus de»i Verhandlungen ist em Referat des Vertreters der U S P. D. D ä u m i g her­vorzuheben, der dringend vom Generalstreik abrät. da nach dem zurzeit von der Regierung getroffenen Massnahmen eine akute Gefahr für die Arbciterschast im Rubrrevier nicht besteht Auch der Vertreter der K. P D. Walcher svrach gegen den Generalstreik, zu­mal eine derartige Aktion zurzeit keinen Erfolg zu er­hoffen hat. Damit ist der geplante Generalstreik, wie zu erwarten war, hinfällig geworden.

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mz. Berlin. 1. April Die „B. Z." erhält von den Stratzenbahnangestellten die Mitteilung, dass sie nicht an einen Streik dächten. Ebenso sei es bei der Hochbahn und den städtischen Werken. Von den L> b- leuten sind die geforderten Streikadstimmungen bei Siemens, der AEG., Bergmann, Scliwartzkopf und Knorrbremse noch nickt eingeleitot. Dis Arbeiter der Knorrbermse denken sogar daran am Karfreitag zu arbeiten. Die Konunanisten protestierten gestern abend in einer Versammlung gegen das Ver­halten sämtlicher Führer, auch der der U. S. P. D. und sogar der der K. P. D.. die nicht für den Generalstreik eingetreten seien. __

Die dänische Krise.

Br. Kopenhagen, 1 April, sEig Drahtbericht.) Nachdem die Gewerkschaften ibre Beschlüsse wegen des Generalstreiks gefasst halten, wählte die Versammlung eine Abordnung, die dem König diesen Beschluss übcr- bringen sollte. Die Abordnung, an der Spitze der frühere Arbeitsminister Stauning. wurde vom König in Anwesenheit des neuen Ministerpräsidenten Lieber empfangen. Stauning verlas den Beschluss der Gene­ralversammlung und überreichte diesen darauf dem König. Der König und der Ministerpräsident erklär­ten, dass es ihr dringlicher Wunsch lei, eine fried­liche Lösung der Krise herbei,zu»ühren. Am Vor­mittag hatte der Staatsrat beschlossen, den Reichstag unverzüglich auszulösen und Neuwahlen auszu­schreiben. Dieser Beschluss wird vorläufig nicht durch- gesührt werden. Nach den Zeitungsberichten ist das V e r b ä l t n i s zwischen dem König und den Beamten des Kabinetts ausserordentlich gesvanut. Gestern vormittag ließ de: König dem bisherigen Minister- präsidenten Zahle mitteilen, dass er die frühere Regie­rung in einer Abschi,:dsaudienz empfangen wolle. Zahle liefe antworten, dass eine solche Audienz durch nichts begründet ser, weshalb die bisherigen Minister ein solches Zusammentreffen mit denr König nicht wünschten.

Der Generalstreik.

mz. Kopenhagen, 31. März. Die Generalversamm­lung der vereinigten Fachnerbande beschloss rn ihrer heutigen Sitzung, die Fachorgairrsationen aufzufordern, spätestens am 0. April den Generalstreik zu er­klären, um die Einberufung des Reichstages, das Zu­standekommen eines neuen Wahlgesetzes und darauf die Wahl auf dieser Grundlage zu erzwingen. Von dem allgemeinen Streik werden nur folgende Ausnahnien gemacht: 1. Dienst an Hospitälern, Altersheimen ufw., 2. Wasser- und Gasversorgung. 3. Sicherheitsdienst der Bürgerwehr, 4. all» Betriebe, die im Besitz von Ar- Leiterprganisationen ffiib.

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Preußische Landesversammlung.

i mz. Berlin, 81. März.

Zur zweiten Lesung steht ein Nachtrag zum Eise n» Da Jjulj.au 8Dali für 1919. — Der Nachte rgsh luShalt wird in zweiter vnl dritter Lesung angenommen. Ebenso ein Antrag Gräf-Frai.kftlrt a. M. (Soz.) auf Annahme eines Gesetzes zur einstweiligen Regelung der Staatshaushalts- ausgaben für 1920 und ein Antrag desselben Abgeordneten auf Gewährung von Teuerungszulagen an die Mit­glieder ter Landesversammluiig.

Darauf wird die

Besprechung der ResieruugserkMrung

fortgesetzt.

Abg. Dr. Rosrnfeld (U. ©.): ES ist alles so gekommen, wie wir es varausgesagt haben; aber die Negierung war blind gegen alles, was auf der Rechten vorging und gefiel sich lieber darin, die Unabhängigen und ihre Presse zu unterdrückerr. Eine Regierung, die mit Gewalt arbeitet und im Ruhrgebiet Trupven aufbieter, muß den geschlossenen Widerstand der Arbeiterschaft finden. Wir verlangen Verhandlungen und, wenn sie scheitern, neue Verhandlungen. Meine Partei wird rn der Opposition bleiben. Wir werden den Kampf weitrr- führen und uns durch nichts beirren lassen. lBeifall bei den U. S.) — Abg. Dominikus tDem.) erklärt persönlich: Ich habe die Vereidigung nicht in einem Zeitpunkt vornehmen wollen, wo in der Erregung des Augenblicks sich vielleicht einzelne zu Unbesonnenheiten hätten hin reißen kaffen können. Ich bin darauf sofort in das Hauptbureau meiner Partei ge­gangen und habe ddrt den Aufruf verfaßt, der gegen Kapp gerichtet war.

Hierauf wird

das Vertrauensvotum für die neue Reglenrn«

gegen die Stimmen der Rechten und der Unabhängigen an­genommen.

ES folgt die Beratung des Antrags des Geschäfisord-- nui-gsausschuffes auf Erteilung der Genehmigung Mr Ein­leitung eines Strakverfahrens und zur Ver­haftung des Abg. v. Kessel (D.-Notl.s wegen Hoch- t,errat-. — Nach längerer Debatte wird diese Genehmigung gegen die Stimmen der Rechten und der Unabhängigen an­genommen.

Es folgt d:e erste Beratiing des Gesetzentwurfes über den Staotsvertrcg. betr. die Übertragung der preußi­schen Staatsbahnen auf das Reich. — Die Vor­lage geht an den Hauptauöschutz.

Präsident Lrinert erbittet und erhält die Ermächtigung, den Tag und die Tagesordnung der nächsten Sitzung der Landesversammlung zu bestimmen. Falls die Reichstags- Wahlen nrch vor der Ernte stattfinden sollen, weiche der 20. April, sonst der 27. April in Betracht kommen.

Das Sozialkfierungsprosramm.

Br. Berlin, 1. April. sEig, Drahtbcricht.) Die Regie­rung hat die Absicht, alle in letzter Zeit in Erwägung ge­brachten Sozialilirrungspläne in den Vordergrund der allgemeinen Beratung zu bringen. Nicht nur die Sozia­lisierung des Kohlen- und Kalibergbaues, sondern auch die Überführung der Bewirtschaftung aller natürlichen Energie­quellen des Landes in Staatsbesitz sollen wieder so weit er­örtert werden, daß bis zur Einsetzung der Neuivahlen ein fertiges Programm hergestellt ist. Mit diesem Programm wollen die Mehrhcitsparteien in den Wahlkampfs eintreten.

Die Schlietzung des Loches im Westen.

mz. Berlin, 31. März. Die interalliierte Rhein- landkcm Mission prüfte die deutschen Verordnungen über die R e g e l ,t n g der Einfuhr vom Standpunkt der ihr cbliegenden Sicherung der BesatzungSarinee. Sie teilte mit, daß mit Ausnahme etwaiger Verfügungen über die Ein­fuhr von Lebensmitteln oder sonstigen ^Materialien, so weit sie für den militärischen Bedarf bestimmt sind, keine Ein­wendungen dagegen erhoben worden seien. Gleichzeitig ge­nehmigte die Rheinlandkommission die Verordnung vom 20. Dezember 1919 über die Ausftrhrkontrolle. Es ist zu hoffen, daß die Rheinlandkommission im Verfolg dieser Er­klärung ihre Organe bald anweisen wird, den deutschen Grenzbeamten nunmehr die Handhabung der deutschen Ein­fuhr- und Ausftlhrverbote zu gestatten. Die vollstän­dige Schließung des Loches im Msten ist aber auch dann mBH nicht erzielt, weil die Maßnahme durch allzu we-tgefaßte Einfuhr von Militärgut für drs Besatzui.gSarmce mehr oder weniger illusorisch gemacht wer­den kann, und weil von uns unerwünschte Waren in einem für unsere Valuta unerträglichen Umfang hereinkommen können. Bekanntlich hat Frankreich, das feit Juli vorigen Jahres die von uns gewünschte Aussprache über die Einfuhr- frage hinaus-ögerte, sich jetzt zu solchen Verhandlungen be­reit erklärt. Die erste Beratung fand bereits in Paris statt. Wertere Sitzungen werden bald folgen, Es ist zu Kossen, daß sich aus diesen Besprechungen die tatsächliche Schließung des Locbes im Westen und damit die erste Möglichkeit zur Wiederherstellung unserer Valuta und gleich­zeitig auch zur BesserUirg der französischen Valuta ergeben wird, und daß ferner auch diese Besprechungen im übrigen einem geregelten deutsch-französischen Ein- und Ausfuhr­verkehr die Wege ebnen werden.

mz. Paris, 31. März. Der .Temj-s" tritt dafür bin, daß man Deutschland die Zahlung seiner Schu«den er- leichtere und sein Interesse, die Schulden zu bezahlen, erhöhe, indem man nwglichst bald einen festen fümme mb dqz» nicht etjt ben Mai 1920 ftteäwfe..' -

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