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Verlag Langgasse 21

Tngblavhnns".

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Berliner Abteilung des Wiesbadener Tagblattsr Berlin W. 57, An der Apostelkirche 7,1. Fernsprecher: Amt Lützo» 6202 und 6203.

Dienstag; 30. Dezember 1910.

Morgen-Ausgabe»

Nr. 585. 67. Jahrgang.

Wir sind zu unscrm Bedauern wiederum genötigt, die Herausgabe unseres Blattes vorübergehend zu unterbrechen, da die für uns' bestimmten Papicrliefernngen. laut tele­graphischer Meldung am 24. d. M. wohl abgegangen, aber bis jetzt noch nicht bei uns eingetrofsen sind. Die Lnter- hrechung dürste daher voranssichtlich nur von kurzer Dauer sein. Der Verlag.

Neueste Drahtrneldungen.

Die deutsche Antwort.

Br. Berlin, 29. Dez. (<54q. Drahtbericht.) Wie wir hören, ist die Antwort der deutschen Regierung auf die letzte Ensien tenote im wesentlichen fckrtigge stellt. Sie fürste voraussichtlich m den nächsten Tagen abgehen.

Der Oberstkommandierende der alliierten Be­satzungstruppen in den Rheinlanden.

W. T.-B. Paris, 29. Dez. (Drahtbericht.) Die gesamte Pariser Morgenpresse meldet, daß der französische General Dcgoutte nach Inkrafttreten des Friedens- Vertrags zum Oberstkommandiercndcn der französischen, belgischen und englischen Besatzungsarmee in den Rheinlanden ernannt werde.

Lebensmittelankauf in Amerika.

Br. Berlin, 29. Dez. (Gig. Drahtbericht.i Die deutsche Regierung hat neue Verhandlungen über den Ankauf von Lebensmitteln mit Amerika angeknüpft. Gs ist möglich, drh Ende Januar ein Lieferungsabkommen getroffen wird, mit dem wahrscheinlich glerchzeitig ein Kredit verbunden sein soll

Krenzschutzverschärfungen in Polen.

Br. Basel, 29. Dez. (Gig. Drahtbericht,) Die,^ Presse- iüformation meldet ans Warschau: Das polnische Kriegs- ; minrfterinm bat drei Jahrgänge der Reservemannschaften und neun Jahrgänge der Reserveoffiziere einberufein Die polnische Regierung ordnete die Verschärfung des Grenz­schutzes'gegen Rußland ^rd Deutschland an.

Eine Pfändung bei Helsferich?

Br. Berlin, 29. Dez. iKg. Drabtbericht.) Das .,B. T." veröffentlicht beute unter Vorbehalt die Nachricht, daß auf Veranlassung des Gerichts heute in der Wohnung des früheren Mtaatslekretärs Dr. Helfferich eine Pfänoung vorge- lmm,men wurde, um die über ihn vom parlamentarischen i Untersuchungsausschuß verhängte Geldstrafe "on 30 0 Mark siche rzn st eilen, die er.^u.zahlen sich geweigert habe.

Wie kommen wir zum Einheitsstaat?

MinisterprZsident Hirsch über die Haltung Preußens. bk. Berlin, 27. Dez. ImA-btuhrabendblatt' beschäftigt sich her preußische Ministerpräsident H r r s h mit der Frage: Wie

kommen wir zum Einheitsstaat? Nachdem er seinen grundsätzlich zustimm enden Standpunkt zu dem. Beschluß der Landesver- sannnlung und seine Bedenken wegen des Zeitpunktes wiederyolt und auch auf die Gegenbestrebungen der süddeutschen Gegner des Einheitsstaates hinweist, betont er, daß nach Ansicht der Antrag­steller in der Landesversammlung und der preußischen Negierung Preußen bereit sei, im Reiche aus zu gehen, wenn dieselbe Bereitwilligkeit auch bei anderen Ländern besiehe und daß es sich daher als größtes der Länder zu dem Versuche verpflichtet Me, ob der deiüsche Einheitsstaat jetzt schon erreichbar sei. Sicher müsse noch die bevorstehende gefühlsmäßige Gegensätzlichkeit gegen diesen Gedanken vor allem durch die Zeit überwunden wer- du. Ein sofortiges positives Ergebnis der auch von den anderen Ländern gewünschten Besprechung sei nicht zu erwarten, doch wur­den die prer:ßisä>?n Vertreter die mibeqrimdetrn Vorurteile gegen Preußen zerstreuen und greifbare Borschläge machen tonnen. Eine »onähernng sei vielleicht durch die einheitliche G e st a l t u n g der Verwaltunasresorn, in den emzeknen Landern er­zielbar, da auch in anderen Ländern ähnliche Reformen bevorstmiden, die die neue preußische Landgemeinde- und Stadteordnung, die Kreisordnng und die Provinzialordnung. Gelinge es den Ländern, fch über die Grnndziigc dieser Reformen zu einigen und die Fm- Kgigkeit der Beamten innerhalb Deutschlands durch ihr Bersetzbar- keit von einem Lande ins andere zu erreichen, so sei angesichts der Pcreinheitlichnng im Stcr-erw-sen. Verkehrswesen und Schulwesen durch die Reichsverfassung der Einheitsstaat tat f ach! t ch geschassen und es bleibe nur noch seine por melle Schaf, sun a übrig. Preußen habe bereits dem deutschen Einhe,tsgcdanken zuliebe auf alle Sonderrechte, verzichtü und sich stets als »ordcrcr der deutschen Einheil erwiesen Es werde auch weiter diese Rolle spielen. Allen Widerständen zum Trotz werde der Einhcitsdrang des deutschen Volles sich durchsetzen, möge auch der Augenoück dazu uoch nicht gekommen sein.

Die Ententehilfr für Österreich.

. n?* Wien, 29. Dez. Staatskanzler Renner erhielt vom ltolieirischen Ministerpräsidenten Nitki ein Telegramm, w». Wi) mit der G e t r e i d el i e fe r u n g am 24. Dezemoer Omnien wurde und mit strotzten Schnelligkeit d^, 8esetzt<n Kontingents fortgefaftren »erben »»cb. Da dre «kblenzuschüb- nach Österreich ke,ne Besser-,ng -ufweisen, hat das StactSamt für Verkehrswesen dne Pevsanenverkehrs- iperre dis einschließlich NoujahrStag ausgedehnt. ^

mz. Wien, 29. Dez. Wie dasR. Wiener Tagbl. meüwt, Werden die Verhandlungen wegen V e r p acktung des rabakmonovols in Paris vom.Staatssekretär Rmsch beführt werden/ Zunächst wird sich um einen Borschuh tzUreln. der 150 liS 200 Millionen Franken betragen dürft-,

mz. Wien, 29. Dez. Die Rathauskorrespondenz meldet: Eine Abordnung der oberitalienischen Städte verhandelte vorgestern mit dem Bürgermeister iiber die Durchführung von Kindertransporten nach Oberitalien. Der Führer der Abordnung teilte mit. daß die GÄsamtammeldung für die Aufnahme von Kindern in Oberitalien bereits die Zahl 10 000 erreicht habe. Gestern fuhr der erste Zug mit 400 Kindern nach Mailand.

Die Adriafrage.

Br. Rom, 30. Dez. (Gig. Drahtbericht.) In hiesigen politischen Kreiien ist soeben bekannt geworden, dah die inter­alliierte Ministerkonferenz, die die Lösung der Adriafvaye berbeiführen und insbesondere das Schicksal Fiumes regeln soll, am 7. Januar in Paris zusammentreten wird. Der italienische Ministerpräsident Ritti. der an der Konferenz teilnekmen wird, begibt sich bereits zu diesem Zweck am 5. Januar nach Paris.

mz Rom, 29. Dez. (Stefans.) Am Vorabend der Ab­reise ,der Delegierten nach Paris zur Wiederaufnahme der Prüning der adriatischen Frage inuß als unerläßliche Grund­lage für die neuen Verhandlungen das Abkommen, das zwischen dem Nationalvcrt von Fiume und der italienischen Regierung durch Plebiszit erlangt wurde, angenommen n erden

Die Cntevtebeziehungen mit den bisher feindlichen Mächte».

mz. Brüssel, 29. Dez. Am gestrigen Sonntagvormittag trat hier die Alliierten-Konferenz zusammen, welcbe die Frage der Beziehungen mit den b'sher feindlickwn Mächten zn prüfen hat. Infolge von Meinungsverschieden­heiten unter den verschiedenen vertretenen Staaten vertagte sich der Kongreß auf Montag. Dann sollen endgültige Be­schlüsse über die gegenüber den Zentralmächtem einzu­nehmende Haltung gefaßt werden.

Italien und Frankreich.

mz Rom, 29. Dez. (Stefans.) Der Senat füh-ne gestern die Diskussion über die vorläufigen Haushalts.,wölftrl fort. Mazzieti, der sich in tangerer Rede mit der adriatischen Frage befaßte, äußerte sich dahin, daß der größte Teil der Italiener geistige Bande der Zuneigung gegenüber Frankreich hege. Er glaube, daß ein Bündnis mit ünn zur Verteidigung gemeinwirt­schaftlicher Interessen und der Ziviliintom gegeben sei. Aber es gebe kleine Minderheiten, die ein anderes Ideal hätten, und dies« kleinen Minderheiten würdyr in der Kammer gegen die Mehrheit ausgcspielt, die den lebhaften Wunsch babe, mit Frankreich in einer Gemeinschaft des Wohlwollens zu leben. Senator di Rebianl sprach in längeren Aussührungen u!-er die Frage von Fiume und be­dauerte die Indiskretionen über die Entschlüsse der Unter­suchungskommission. Nitti antwortete, daß der Text des Vertrages von London der Kommission kür die Vrükung des Friedensvertrages unterliege. Er sei demjenigen gleich, der dnrch die Londoner Zei­tungen bereits veröffentlicht worden fei.

Di« mitteleuropäisch« Zeit m Frankreich.

mz. Paris, 27. Dez. Der französischen Kammer wird ein Gesetzentwurf zngehen, wodurch vom 1. Januar ab die mittel­europäische Zeit in Frankreich eingeführt wird. In der Nacht zum 1. Januar unl 11 Uhr wird feie Uhr um eine Stunde vor­gerückt und am 23. Oktober wieder zurückgestellt.

Belgien und die luxemburgische Frage.

mz. Brüssel, 29. Dez. DerSoir" meldet, der belgische <Ae- sandte in Paris sei beauftragt worden, sein« Verhandlungen mit der französischen Regierung zur Erlangung einer französisch-belgischen '®ntcnte nicht aus die militärische Frage zu besckiränken; er solle diese vielmehr auch auf die Regelung der luxemburgi­schen Frag« ausdehnen; denn sie sei für Belgien aufs engste mit der Frage eines Desensivbündnisses verknüpft.

Die Streikunruhen in Argentinien.

mz. Buenos Aires. 27. Dez. (Sanas.) Die Lage ist wegen der Arbeiterunruhcn etwas gespannt, jedoch nicht beun­ruhigend. Auf den Staatsbalincu herrschen Teilstreiks; ab-nc, abgesehen von Versuchen, Züge zun, Entgleisen zu bringen, konnte der Betrieb austechterhalten werden. Tie Fabriken werden mili­tärisch bewacht Einigungsvcrhandlungcn sind eingeleilet worden. Anarchistische Agitatoren sollen die Urheber der Unruhen sein. Die Regierung hat Maßnahmen getrosten, um deren Propaganda zu unterdrücken.

Deutschland.

Das Reichsheer.

mz. Berlin, 28. Dez. Van zuständiger Sette wird uns geschrieben: Das Reichsheer wird am 1. April 1920 ge- bildet werden. Nach dem Friedensvertru«; darf es nur 96 000 Unterosf,ziere und Mannschaften stark fern. Ebenso wie seine Stärke ist durch den Friede nsverirag auch die Zahlsein er Verbände festgrlegt. Sie ist verschwindend gering gegen di« des früheren Heeres. Daher werden am 1. April 1920 eine große Anzahl von Städten ihre Garnisonen verlieren. Diese Städte, besonders die, die seit langen Jahren, oft seit Jahrhunderten dieselben Truppenteile in ibven Riauern be- berbergten und deren Geschichte eng der der Truppen teil« verwachsen estz werden hierdurch schwer betroffen. Wir stehen aber hier vor unabänderlichen Tatsachen. Das frühere Heer ist aüf Befehl der gteichsregierung aufgelöst, Der.F.rie- denSvertrag legt Deutschland^ auch militärische Feffelln an. Das muß durchgeführt werden. Für das verbleiben>de kleine Heer müssen Garnisonen nach der Werwendungsmöglichkeit der Truppen und den Ausdtldungögrnndsätzen ausgesucht werden. Bei Meicher Bewerbung sprechen natürlich die alten Garnison- tezichhnngen das erste Wort. Für di« übrigen Gmmisonorte i-estcht militärischerseits kein« MöglwPett, den Verlust der Garnison auszugleichen.

Kroß-Berliner veamtendemonstratian. mz. Berlin, 29. De,. Das Kartell Groß-Berlins des Deutschen Beamtenbundes oeranstaltete gestern verschiedene Versammlungen, in denen gegen die nur 50pro?enliq: Erhöhung der Teuernngs- Zulagen protestiert und eine solide von 150 Prozent verlangt wurde. Abordnungen überbrachten die gefaßte Resolution den ein­zelnen Ministerien. Inzwischen ordnete sich ein Demonstrations­zug, der dnrch die Linden, die WUHelnistraßr und d,e Bndapester Straß« vor das Reichstagsgebänd« zog. Nachdem dort mehrere Reden gehalten worden waren, zerstreuten sich die Demonstranten in aller Ruh«.

Die Bergarbeiter.

mt. Berlin, 29. Dez. In einer Konferenz des alten Wevg-- apbeitcrverbarids mit dem Hochossnbetriobsröten des Ruhrbe- zirks, di« wi der Frage der S-echsstwndenschichl m Bochum ab gehallten wurde, gelangte mit 69 gegen 10 Stimmen eine Gnt- schließung dahin zur Annahme, daß di« Verkürzung der Unter- taigsfchicht nn Bergbau aus sechs Stunden du>rch inter­nationale Vereinbarungen herbeigeführt werden müsse, ferner, daß bei den bevorstehenden neuen Tarifver- bandlungen mit Rücksicht aus di« stark« Verteuerung der LebenSmittÄ «ine erhebliche Verbesserung der Bergarbeitereinkommen zn fordern sei.

fMstfflui unö ZMliWdÜM.

Jeder Geschäftsmann weih, was man unter Bilanz ver­steht: das Verhältnis von Einnahme und Ausgabe. Eine Bilanz ist in Ordnung, wenn Ausgaben und Einnahmen sich die Wage halten Sie ist nicht in Ordnung, wenn die Aus­gaben die Ein: ahmen überwiegen. Was für den einzelnen gilt, das gilt für den großen WirtschaftSKrper einer Volks­wirtschaft in dem gleirhen Maße. Wenn die Gesamtein­nahmen der Wirtschastssubjekte eines LolkswirtschastSkörpers hinter den Gefomtausgaben Zurückbleiben, dann ist die Han­delsbilanz gestört. Und wenn dieses MihverhältniS nich^ rur rorübergebend, sondern von Dauer ist, o-rnn steuert der Wirtschaftrkörper mit unfehlbarer Sicherheit dem Unter­gang entgegen, denn eines schönen Tiges wird auch ein etwa vorhandenes Vermögen aufgezehrt sein und die Bilunz wird durch keine alten Vorräte mehr «ufrechterhalten werden köniien.

Man spricht von einer aktiven und von einer passiven Bilanz. Aktiv nennt man eine Bilanz, wenn di« Einnahmen die Ausgaben überschreiten, passiv dann, wenn das umge­kehrte Verhältnis einhritt. Unter Handelsbilanz einer Volks­wirtschaft ventebt man nun das Verhältnis der Ein­fuhr zur Ausfuhr. Wenn >der Wert der Mareneinfuhr den Wert der Warenausfuhr übersteigt, dann kann man von einer aktiven Handelsbilanz sprechen, während von einer pasiiren Hai.delsbilanz dann die Rede ist, wenn die Ausfuhr großer ist als die Einfuhr. Au einer Zür in der das Wirt- schoftklelen noch nicht im Zeichen eines ausgeprägten Kred'tveckebrs stand, zu einer Zeit, in der auch die Verkehcs- nnternehmungen noch nicht einen so wichtigen Faktor aus- machten wie heutzutage, war der Wohlstand einer VolkSwirt- 'chafk von der Aktivität der Handelsbilanz abhängig. Uptec dem Namen Merkantilismus machte sich rm 17. Jahr- l,u:ch«rt eine Schule geltend, die unter allen Umständen die Ausstihr fördern,'di« Einfuhr ausländische: Waren aber hin­dern wollte. Man sieht ein, daß eine allen Volkswirtschaften der Welt gerecht Erdende Regelung der Handelsfrage aus dilse Weile nickst zu erreichen sein wird, weil ja schließlich jede Volksn irtschaft dazu kommen müßte, sich gegen eine Einfuhr abznsckließen und weil infolgedessen eine Ausfuhr anderer Bolkswi lisch osten überhauplt unmöglich werden würde. Jmn-.erhin stllte aber in .Zeiten, rn denen eine Volkswirtschaft schwer zu leiden bat, von der Einfuhr überflüssiger Artikel noch Möglichkeit im Interesse der Hebung der Handelsbilanz abgefelen werden.

Ist mm aber eine aktive Hanbelsbilarz wirklich die einzige Quelle des Reichskums einer Volkswirtschaft, oder fließen noch andere Ouellen, die diesen Reichtum bilden können? Unter Handelsbilanz verstanden wir doch das Ver­hältnis ter Warenausfuhr und Einfuhr eines Wirtsch.rsts- körpcrs. In der heutigen Zeit werden aber auch noch aus anderen Wegen als durch den Handel Werte übertragen. Erinnert sei z. B an ausgebildete Systeme des inter­nationalen Geldverkehrs. Wenn z. B. früher die deuts.i« Vrlkswiijschaft den: Ausland sehr große Geldbeträge zur Verfügung stellte und so zum Gläubiger des Auslandes wurde, so schuf man auf diese Weise eine neue Quelle d-s Reichiums, der in Form von Zinsen für die zur Verfiiguna gestellten Gelder jährlich dem deutschen Wirtschaftskörper zu- floß. Ferner bildeten die Einnahmen der großen deutschen SckisfahriSunternehmungen einen sehr 'bedeutenden .Fakto- rn den Einr.abmen des Reichs, aus denen ebenfalls große Geldmengen der deutschen Volkswirtschaft zuflossen. Wi: sih-n, dcß also nicht dre Handelsbilanz allein zur Beurteilung der Wirtschaftslage einer Volkswirtschaft herangezogen wer­den kann, sondern daß diese Handelsbilanz ergänzt werden muß durch tie eben erwähnten Zusätze. Es kommt letzten Endes nicht darauf an, - daß die Wrreneinfuhr unter allen Umständen die LLarenausfuhr übersteigt, sondern darauf, daß die Geldeinfuhr größer ist als die Geldausfuhr. Also nicht die Handelsbilanz ist maßgebend für den Wohlstand einer Volkswirtschaft, son-dern die Zahlungsbilanz also da? Verhältnis der Geldeinfuhr zur Geldausft hr.

- Mit der Zahlungsbilanz steht natürlich im engsten Ver- hältnis die .Va l u f a f ro g«affo die Anerkennung unserer Währung im Ausland. Wenn, wie es gegenwärtig der Fall ist. die Zahlungsbilanz für das De,rische Reich passiv ist und im übrigen für die nächsten Jahre infolge der großen Kriegs entschadiaunpen auch passiv bleiben wird, so ist es als sicher anzvnebmen, daß die deutsche Währung unter dieser Paffi- vität r» leide» haben w»rd und sich immer unter die Währung