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Sette L. VNttwoch, S. Dezember IMP.

Wiesbadener Tagblatt.

Morgen-BuSgaVe. ^rstcS Blakt. Nr. 845.

Wiesbadener Nachrichten.

Die Einreise in das besetzte Gebiet. Das Zibittam- nriffarieit 4 in Frei-nkjukt a. M. torfl! mit: Auf Anordnung der Ze-ntictlveihövton in Berlin wird vom l. Dezember für die Veumitt>lu>na jedes SinreiscivisumS für tos besetzte Gebiet von to-n (tofurf (Mleffl 3 M. i Er ft, Atzung twii Aussagen) erleben. Bei brieflÄ«n Q<r\r.idKn ift -«eser Betrag iti Darlehi,skafsen- jcheinen oder deutzsehen Bliesmerken beizulegen. Bei münd­lichen Gesuchen beim SlnreickM des Atrtzrags am Schal«« des Z.vUkommiss»riat» einz-uhablem Tie van anderen Verkohrs- iommiisari« chcn um- ähiJicie» Wehorden festgesetzten, Gebüh­ren für die Tinreise^öiauKiiS werden dadurch nicht d«. rührt. tzmr.)

WcihnschttzgtschSstSvrrkrhr. Der »Kaufmänni­sche Verein Wiesbaden. Ä. D.", trUt uns folgendes miit: Die Regierung hat die hiesig« Pokizeitohörto erniäehtigtz, die beiden letzten Sonntage vor WeihiuxlAen für den Eeschästsvei kc.hr freigugeben. Als Eeschüfrssiuirden ist di« Zeit von 2 bis 6 Uhr vorgesehen. Die nahere Bekannlmachung erfolgt dieser Tage.

" Die NotzstandSarbeitrn der Gemeinden. Aus Berktn

wird berirhchit: De Bervilligung von beträrij-tT:<£>en Mmein für Nolstemdsarbeitzrn durch die gesetzgebeiidcn Körperfrtm-sten des Ne dyö und der Länder hat in den bete:'!igten Kreise» den Eindruck erweckt, ctzs ständen für neu in Angriff zu nehmende NotzstwndSairbeiitzrn .der Genie nton noch grohe Zuschuszsrrmmen zur Verfügung. Das ist leider niclrt mehr der Fall, wenn auch die Ausckuijjfrrst griiiz allgemein bis zum 30. Juni 1020 ver­lange vt wird. Tie letzten Wochen hatom der zustä-ndlgen Zen- tzriaLsielle eine selch« Füll» von GesuclMi ge/lwecht, in denen meist für Arbeneu UnlerFühiing gefordert wird, die im Der- tzmiuen ans die allgemein« Zusage in Angriff genommen sind, daß cs schwer holten wird, schon diese Gejuchstcller durch eine Hnrückwe smilg nn-ttäuschM zu müssen. Es muh des bald ernst­lich davor getrarnit Nemden, neu« Unternehiiie» zu beginnen, wenn nicht für den Einzel fall eine klare Zusage der zustän­digen Stet!« erteilt ist. Unter diesen Umständen ist -auch mit einer Erhöhung der bereits bow lliglon Zuschüsse im ei»zeln«n Fall ÄS Ausgleich für die allgemeine Preis steigern ng der letz­ten Monei!« nich/t zu rechnen. Stellt fick) vall>er jetzt di« Wirk­samkeit des Fonds rLS kürzer heran«, «ls bei der Schassung der Kredi'tze kxa-bsickt at war, so wird doch dafür Sorge ge­tragen, bah keim« be den kl ich« Lücke eritstecht. Das NoichtS- srbeitzsministeriiim wird durch di« mehrfach im der Öffentlich­keit erwäihnte Ansgesialltuna der Erwarl-sioseiifürsorge zur Produkt vcn" ton Städten für neue Aufgaben der Arbeiits- schcrffiing finanzielle Hilf« angetoiton lassem Die Ausfüh- rumySbestiimmumgen sind in Kurze zu erwarten.

Die Bauernregeln vom Monat Dezember sagen: Dezember Schnee und Frost, Verheizt viel Korn und Most. Dezember ttriflö und Regen, Tann l>at das nächste Jaihr wenig Segen. Dezember Wt und Cclznoe, Gid-t Korn auf Tal und Höh'. Grün« Weihnachten. weih« C-ftern. Weihnachten im Klee, Ostern im 'Schnee, Weihnachten an Schnee, Ostern im Klee. Weihnachten grün und ohne Eis. Wird Ostern gerne rauh und weih, Liegt aber Schnee, fst'k ladt und klar. Gibt'? Frucht und Wein im nächsrcn .Jahr. Weihnachten nah. Deere Scheune, leer das Fo>tz. Stellt Donner im Dezember sich ein, Wird's nächste Jahr nah und windig sein. Je.dunkler es überm Dezember- schnee war, Je mehr leuchtet Segen im künftigen Jahr. Wind in St. S Westers Nacht, Hatz nie Wein und Korn ge­bracht. Entsteiget Rauch den Müssen, Ist auf lange Kalt' zu Milchen.

Grundwrchsekabgaben. Am 1. Oktober d. I. ist neben anderen Stzeuevgefctzen das Grundern-erbSstenergesetz in Kraft getreten, nx'Iclos dem EigentumSwocksel im Grundbesitz einer Steuer von 4 Prozent untertivirft. T>:ese Steuer stellt am sich kein« erhebliche Mehrbelastnng tos Grundl»esitzeS dar. weil domrit die bisher vom Reich, vom Staat und von dem Gemein­den «rlwbenen Umsatzsteuern in Wegfall gekommen sirvd. Die Fälligkeit der Steuer ist nicht wie bei der bisl-erigen Reichs­und La.ntot-sterer an den Abschluß des Vertrags, sondern an die Umschreidii.ng im Grundbuch geknüpft. Dadurch virtsieht für alle Ver!ragsabschliissc. die nicht bis zum Ende September im Grundbuch unnaeschrieben werden konnten, ein« Doppel, beste u e rnn g, die aber durch di« UtorleitzungSbostimmun- gen tos Gesetzes bis zu einem gewissem Grad wieder ausge­hoben ist. Diese ErleichtLrung tritt aber nur tonn ein, wenn die Grumdbuckcherchtzigung spätestens bis zum Ende des lausen­den Ich res 1919 znm Vollzug gelangt. Diese Bestimmung ist namentlich zu beachten bei Vertrügen, die bereits vor dein 1. Oktober vollzogen wurden, aber noch der Zustimmung von Behörden, tos Vormundschaftsgerichts oder auch auswärts woh- uentor Beteiligter bedürfen. In allen diesen Fälle» ist tun-

lickfst lxildiye Erledigung anzuroten. da anderenfalls eine Um- ichroibumg vor dein I. Januar bei dem zu vermutenton An­drang i» den letztem Tagen des Jahves kauni n>chr erhofft werden kann. Ein befontors zu eriimhnen.oer hierher gehöri­ger Fall ist auch der einer vartotoltzeiieti Äennesiuug. Wenn z B. nrehrere Erlern aber Ansteigerer ein Grii-uditück bei der Teiiliirig oder Venieigerung zusamiiio» erwerton und stch dabei gigeiiseitg verpflicl.tet haben, nach v-illzoge-uer Vermessung die Teilung in Ne tun vorzunehmen. so bleibt diese Natur,rl- keilrmg bis Ei 'de Dezember 19t9 steuerfrei. Viel sack sind die Beteiligten längst im Besitz der ilpion durch den Geomotzer zu° gefanidirn Dermesiev'rngspap ere urid lassen diese liegen, um iin Daus tos Winters bei gelegener Zeit die eiidgiiltige Zu- 'eiluiig vor Gericht oder Notar bcu.rkunden zu lusse». In die- sem Jal)r empfiehlt sich düse Tlerzögerung niclrt, denn, wenn di« llNisclwc bimig bis zum kommendrrn NeusahrStag im Grund- buch nickst vollzogen ist, tarn «ritt als wenig willkcnnmene Neu» jab rSga.be bei späterem Vollzug -ine neu« Grunderwerbsstener von 4 Prozent zu ton bislvr gezahlten Stzaats- und Koni Mir nalabgat-en hinzu. Baldige EtzlcLigung ist daher hier dringend anzuraten.

Grober llnsng. In der letzten Zeit sind hier mehrfach Damen dadurch erheblich zu Schadeii gekommen, daih ihnen irus der Stzrahe von nickstsiiutzigen Burschen die Kleider mit einer ätzendem Fliissigkeit bespritzt wurden. Sv wurde diestr Tage inSbelondere k-iner Dame auf il>rem Weg von der Kapellen­straße nach tor Wetorgaste auf diese Weile ihr wertvoller Astrachanma»i,tel ivllständig unbraaickbor gewacht, Di« Polizei Littet, ihr behilflich zu sein, ton Uichold unstlchd!ich zu machen.

Dielistahl ooi! vlgemiilden. Nach «in« an» Dütetdars hier «mge. tnufcncn Ulfeltunfl wurden dart mlllels Einbrnchs neun »erlnotle ölje. milde: heitiae «tamili» (urnlt), beiNae, ^nnnlias, he.iiqe Ham lie, aus Perzeltan qemall,Knall und Wii'enlch.ist" aus dem faliie liiLii. iheift» licher, eine Bo.ele biauend, von Alter hvlländer, Dauerntneipe,

Londichaf« mit Windmiidle non Siademnnn, Baneindoci von Ltadem.nn. ,wei Kinder mit 3 bi« 4 lp.clenden Kalien oon tolger«, aeftohlen. Äuj di« Wi»dert>erbeischasfuns ist eine Belohnuni, von 2000 M. geletzt.

Aus dem Vereknsleben.

' DerDeutsche S p r o ch v « r«t n" hielt am ». ». M. lm grofeu Bach der Bierivirilchasl Wie» leine Hauploerlammlung ab. Rach einer Brinuliunlisoniaroche de» <!o. sikers Direktor De. s,Ss«, brachte der verdienstvolle »nd Sicherst rührige Dch-istlührer Maj,- ANlke den Johre»- bciicht cur Bertosuna. der mit delonderem Beisoll oulgenommen wurde Bei Verlesung der Namen der aus dem I?elde der tkhre gesallenen Mit- alieder erhoben stch die Veisammlunooleiinedmel oon den Litzen. Der Bei ein erfreut sich einer stattlichen Mitgiiederz-iht die im .funehmen be- grillen ist. Der Lchotzmelster DomSnenial Münnich gab übe, die Knsten- geschSste anviühiliche Rustunst: ihm wurde aus Antrag de» Kassenprüser» ltzedeimen Rechn»na-iat Bobn» einstimmig Enilostung erteilt. «odgnn sch.iti man zur Vnrftandswghl. Direktor Dr. Höiei. der den Verein als Vorf.tzer Übe« -ehn Iadre vortrefllich aefiihrt ha« I-gte austüd-Iich die Gründe dar. die ihn bitlen liefen, oan einer Wiederwahl Abstand zu nehmen. Sin leine Stelle wurde Siudieniot Dr. Meger zum Borlitzer gev.ühli. S>on den bisherigen Vorstandsmitgliedern wurden in ihrem Amte neu hetzStigt die Heeren: Vroseüae Di. Merbach. li.va>ar Wiike. DomSnenial Münnich BnchhSndler Moritz. Etvditämmere, Barner. Lehrer Nudelt Dirtz. Oberstleutnant Feist, Geheimrat Bohae, Notlor Jung. Nech- nunasrot Kecrl Kommerzienrat Lanaenbach. Rentner Nopp. P> jidirekior stett und hoteldesttzer G. Doofsner. Als Belsttzer neu hinzugewSl'lt wur­den: Neaierunaslekretär Bönlng. Direklor Dr. Hösrr. Frau Oberzast. kontiolleur Leeliv. Frau Amtsaerlchtsrat Triest und Frau Marie Lauer. Brofostor Dr. Merbach sprach mit besonders warmen und anerkennenden Morten dem seitherigen Vorsttzer ausrichtigsten Dank für keine ersoriest» liche und iegensreiche Tätiakeit aus und ermahnie zur rührigen Meiter- giveit. Eine reae Siu-iproche brochte mancherlei Anrcaungen und liest er­kennen. da.st der für Montag, den 8. Dezember in Aussicht genommene Fomilienobend stch in bester Voibereiknng bcsindel. El beginnt am ge­nannten Toae adends S Ilbr im grasten Laa'e der HNeren MSdchenjchuie »m Bokeplotz. Vortragssolgen zum Preise von 30 Ps. berechtige» «um freien Eintritt.

* ,.SI I p t n o t r 1 1 n. Die Lektion Wiesbaden veronstaltet für ihr« Mitglieder und lireunde der Sllgenwelt eine Anzohl Boriragsabande: aus den über da« herrliche Klo-kneraebiet Mainzer Hütte am Donners'ag, den 4. Dezember, wird besonder» hingewiesen. Gäft: können eingesührt weiden.

- Die Ortsgruppe Wiesbaden desBundes Deutscher Baden» r e s a r m e r" lAierandrgstraste 211 lr-eit am Donuergtaaabend tm Restau- ront Svies. Rstelnstroste. ihre monatliche Mitaliederversammlung ab. ^m Miitrlpunkt der Verhav-Iunaen stand die Wohnungssrage und ihre Be- daulunq tür die Bolksaesundheit und Sittlichkeit. Di« belachen der schon vor dem Kriege so ungesunden Verhöltniste wurzeln ,n unserem unseli en Siodenrechl. das den Boden als Ware behandelt. Die Ortsz.'ugpe hot in ousküstrilcher Einaabe vom t l>'li 1019 dem Magistrat der Stadt Wege zur Lösung der Bodensrage gezeigt.

- ..Briefm arkensammlerveretn Wleebaden". In- solg« Lichlmangel» linden die Sitzungen bi» aus weitere» sehen 1. und 3. Sonnrag im Monat, »b L Uhr, im Restaurant Wie», Rh«inftratze 83, 1, statt.

Aus dem Landkreis Wiesbaden.

Die Beigeordneten- und Schöflenmahl In Rambuch.

tztumbach. 2. Dez. Die »m Sonntag fturigefundene Wahl hatte lelpenbes Ergednis: PH. «ratz Maurer, Beigeordneter, Wilh. Schneider, ßritz Stadt. SLilh. Schlink, stilaurer, als Schössen, Karl Sleinhos, Mecha­niker. und Karl Becker, Maurer, als Stellvertreter. Alle Herren wurden neugewühlt.

Line v, Ladung -der Demokratischen Bartel in vierftadt.

vreisradt. 2. Dez. Racho«,» stch derDemokratisch« Bürgerverein" in denAllgemeinen Bürgervereiu" verwandeli hat, o«r sich nuroch mit Gomiindeangeiegtnheiten besassen will, Hai sich l)ie, cm« Orisgruppe der Deuische» demokratischen Partei gebildet, di« lehren Samstag ihre erst« Sitzung adstie».

«I. Hoch!,,iw, t. De,. Ein schwerer Unfall ereigne:« stch hg, aus der Slraste zwischen hier und Flörsheim bei den Diomanl-Sieingut. aeikcn. Der Kriegsinvalide Ernst Liegjried von hier woiUe mii jeia iu llljähiigen 7-ungen ins Feld fahren, letzleier säst aus einem Wagen. A, gonaanier Stelle wollte ein Mainzer Auto da» sfuhiuerl überholen, wo»ei der Anhiingewagen do es gerad- um eine Kurve ging, aelchleud« i wurde und 1 -msiel. Del Jungs wurde dabei lo unglücklich geirosse», aast er eine, Ichiveien Lchädrldruch dgvontrug »nd sesvrj eine Leiche war. Ein ous- wöitiger Herr, dar in dem umstützenden Wagen sah. wurde schwer verletzt und in da» hiesige Krankenhaus gebracht.

HandeisleH.

Verlängerung der Zeichnung »trist auf die Sparprämienanieihe.

nu. Berlin. 1. Dez. Da inTolue der Verkchrssnerre sich die rcclilzeitiee Weilerleiluna des Zeicliuuniis:natei ials i n alle GeBunden Deutschlands verzinrert teert - die Sendumrea latrern teils noch auf den Berliner Postämtern, da sie sich a.-'uesiaul haben. wurde die Zeicnnumrsimi für die deutsche Spai Prämienanleihe bis zum J0. Dezember verläutferi. Der Termin für die volle Fieeleichunsr der den Zeichnern zuceteilten Bcträee ist iufolee dessen ebenfalls hinausireschoben worden, und zwar bis zum 8. Januar 1920. Obel eich der Zinsenlauf der Sparprämienanieihe ab 1. Jan. 1020 beginnt, bedarf es einer Zinsvergütuna seitens d^r Zeichner füi die zueeteiller Stücke nicht, wenn die volle Zahlung bis zürn d. Januar 1020 aeschieht. Kür die 7,ah- luneen. die nach dem 8. Januar erfoleen sollten, sind 5 Pniz. Z.ii.sen ab 1. Januar 1920 bis zurn Zeirhmnsstaes zu ver. güten. Die P.esrleichuns ist an derselben Stulle zu bewirken, wo die ZeicJiiiuntr aneemeldet ist.

\Vc(tervoraussaf9 für Mittwoch, 3. Dezbr. 1919

von der Meteorolo*. Abt.llnn? de, Phystkal. Verein, --» Frankfurt*, t

Bedeckt, zeitweise Regen, mild, südwestliche Winde.

Eine Probe

Ist mehr wert als ein Vortrag. Sir zeigt die Hauptsache, die

Qualität.

Jede Prob« ist ein Sieg tür

Erda!

»chwart. tfelb. nimm rotbraun

Mlrmhrisirllri Wmtrrti Mrrt». Main*

«-

vtr Morgen-rlurgab« nmfaftt 8 Seiten.

veranrwertitch für den politischen Teil F. tbünther: für de« Unter» hailungsleii B. v. Nauen dort, tür den lokalen und orovinstrllrie Lerl und «erichtssaal^ W. Etz^ sür den Landel-iril iw. E». für »Ut Anzeigen und Nekiunren j>. Dornaus. shmrltch in Wresbadrn. Druck u. tverlag »er U. « ch »ii« nd »e gich-n tzoivachocuckerer rn un-.»aa«ig>

Sprechstunde der Schrrttteuun, u dl» 1 Uhr.

(14. Forticxung.) Nachdruck verböte».

Margarete von Maibom.

Roman von (5va Eitner.

An einer Stratzenkreuzung blieb sie stehen. Ienö hatte hier nach rechts gewiesen und gesagt, dort sei die Mariastratze, wo er in einer Klinik zu assistieren pflegte. Auch heute war er dort, und es war die Zeit, um die er nach Hause zu kommen pslegte. Ihn abholen? Aber wie erfahren, wo die Mariastrube war? Jemand fragen! Aber wen? Eie hörte nur Ungarisch sprechen. Doch Ienö hatte ihr gesagt, dah mindestens ieder dritte Ungar etwas Deutsch verstünde, sie konnte es also wagen, irgendeinen anzusprechen: als sie suchend die Passanten musterte, wer es sein solle, gewahrte sie am Strastenbord eine Droschke. Das war das Veste! Da brauchte sie nicht zu fragen, es genügte, die Adresse zu nennen.

..Mariastraste, Klinik", sagte sic zu dem Kutscher. Er trug einen Valetot und einen steifen, schwarzen Hut; es gab hier keine uniformierten Kutscher.

Erst sah er ihr unter den Hut, ausgiebig, und dann sagte er etwas Ungarische«. ..Ich verstehe nicht Un­garisch". antwortete Vkargit erschrocken.

Ich nix daitsch odderr lanksam sprechen", ver­langte er. ^ t

Maria utcza", sagt? sie langsam und deutlich.

Magia utcza . . .?" fragte rr zurück.Magia utc?a . . .?"

Er winkte einem Sirastenkebrer heran, der wiederum erst sekundenlang in Margits Gesicht starrte, und dann ebenfalls die Schultern zuckre.Magia utcza?" Er kannte sie nickt.

Margit ersah, woran es lag, dast sie nicht verstau, den wurde, sie konnte oa« ni'garische R nicht aus, sprechen. Der Ungar schlägt cs iurz und scharf mit der Zunge an. sie bildete es in der Kehle.

Noch einmal gab sie kick Mühe aber wieder ver, Landen sie nicht. Sie sah sick unglücklich und ratlos

um. Da kam ein Pasiant, dem die Trupps ausgefallen war, ihnen zu Hilfe und vermittelte.

Als sie im Wagen last, atmete sie auf.Da habe ich neulich gefragt, was ich vorniittags tun soll. Un­garisch mutz ich lernen!" dachte sie.

Ienö war nicht wenig erstaunt, als man ihm seine kleine Frau meldete; er kam ihr mit entsetztem Gesichte entgegen und glaubte, dah etwas Fürchterliches ge­schehen sei. Sie lachte über sein Gesicht und klärte ihn aus.

Und Gisela hat dich allein auf der Straße gelassen? Wie konnte sie das?! Na bbt*)"

Aber. Jen! Ich bin doch kein Kind du stehst, ich bin wohlbehalten bei dir angekommen. Schwer ge­nug war's ja" und lie erzählte ihm von der müh­samen Verständigung mit dem Droschkenkutscher und daß sie sich entschlossen hätte. Ungarisch zu lernen.

Sage mir, was heisst 'szöke'? Und 'säp'?"

Wo hast du das gehört?" fragte er und hatte plötz­lich eine Falte zwischen den Vrauen.

Nanu? Ist es etwas Schlimmes?" fragte sie er­schrocken.

Wo hast du das gehört?" wiederholte er unge­duldig.

Vorhin, als ich allein ging, habe ich das aufge­schnappt. Ich dachte, die Worte müssen im Ungarischen häufig sein. Was bedeuten sie denn? Man hat sie so oft gesagt."

Ich brauche mich sa eigentlich nicht zu wundern wo Gisela austritt, gibt .<? immer etwas Derartiges

Aber sie war ja gar nickt mehr bei mir, als ick das hörte! Was heistt es denn?"

Das gebt nicht, Vava, datz du noch einmal allein durch die Strotzen gehst, ich bitte dich, tue das nicht mehr. Das schickt sich nicht für dich."

Das wäre doch aber . . . bist du nicht kleinlich. Jen? Heute ist mir erst ausgefallen, datz ich noch nie­mals allein auf der Stratze war. feit ich hier bin. In Jena ging ich alle Tage mal aus."

*j ttjta: S£j, { etwa»!

Budapest ist nicht Jena, das mutzt du bedenken. Du weißt hier nicht Bescheid, du verstehst hier die Sprache nicht . . . ."

Die werde ich lernen, dann wird es anders werden. Es kann doch nicht so bleiben, daß ich mich immer nur bis zum Gartenzaun wagen darf, wenn ich allein bin. Wie ein Kind."

Wo willst du denn hingehen?" fragte er nervös.

Etwas einkaufen oder spazieren ... wie in Jena."

..Ich sagte dir schon. Daba. du mutzt einen Unter­schied zwischen Jena und Budapest machen. Budapest ist Grotzsiadt

Ist Dresden nicht so grotz? Und Leipzig? Dort bin ich auch allein auf der Stratze gewesen. Mama hat mich sogar einkaufen geschickt und ist jeelenruhig im Hotel geblieben."

Aber hier ist es anders als in Deutschland. Du wirst hier selten eine Dame einwandfreier Kreise in einem Kaffeehaus oder Restaurant allein antrefscn, wie man das bei euch sehen kann. Und wenn eine Deutsche herkäme und das tun wollte, würde sie bald erkennen, daß sie sich unliebsamen Zumutungen dadurch aussetzt und sie wird vorziehen, eine Begleitung zu suchen: semand hat man ;a imnier. Und du hast Mama und Ilka."

So rückständig seid ihr hier noch?"

Das ist nicht rückständig. Baba. Es sind vor allem Demperawontsunterschiede. die bei den verschiedenen Völkern die Umgangssormen zwischen Mann und Frau bestimmen. Wes Blut kühl ist. der braucht nicht vor­sichtig sein. In Italien gibt es Männer, die kein Mesier bei sich tragen, weil sie ihr Temperament furch­ten. Und bier bei uns sagt man oft' ..Hnlts' mi. sunst g'schiebt a Unglück", wie du es von Miklosch gehört hast. Margit mutzte lacken, als sie sich jener Szene erinnerte. Ienö fab es und lachte mit. Sie nnbm ihre Hand aus dem Muff und steckte sie ui seiner, die er in den Man­teltasche trug. Er uwschlotz sie zärtlich und fragte: J&abett wir uns gezankt, Daba?" ftoufc»una f***-