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Verlag Langgasse 21
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Verliuer Abteilung de» Wierbadrurr Tagblatt»: Berlin Vf. 67, A» der ApolteMrch» 7,1. Fernsprecher: Amt Lützou» 6202 und 6203.
Freitag, 19. Oktober ISIS.
Abend-Ausgabe.
Nr. 4W. » 67. Jahrgangs
Die Nationalversammlung.
mz. Berlin, 9. Oktober.
Präsident Fehreubach eröffnet die Sitzung um 1.29 Uhr. Fortsetzung der zweiten Beratung des Haushalts,
potttische Besprechung
gestern unterbrochen wegen des Attentats auf Haase).
Dr. Loh» (U. S.): Solche Mordanschläge wie die auf meinen Freund Haase gedeihen nur au leicht in der Atmosphäre, wo ge- stllige Ossizit re gedungene Mörder mit Auslandspäsjen versehen. Unser Kurs bleibt der alte. Auch die Lockrufe Scheldemanns können «ns nicht rühren. Herr ELert hat schon seinen Lohn dahin. Wenn die Entwickelung so weitergehi, wird er der erste und letzte sozial- demokratisch« Reichspräsident sein. Redner geht hieraus aus die s Handhabung der Zensur und die Persammlungsverbote durch den Minister Noske «in, di« vor krassen Perlaslungsbrüchen nicht zurück« schreckte. Bei den Einigungsverhandlungen zwischen den beiden sozialdemokratischen Parteien yab-u di« Mehrheits- sozialisten di« Mehrzahl d-r Minifterposten beansprucht, aber den Unabhängigen die volle Verantwortung ausbürde» wollen. (Unruhe »ud Widerspruch bei den Sozialdenwkritcn.) Wenn Sie (zu den Wehrhoitssozialijten) nicht mehr Koaiitionspolitik treiben, sonder» loirklick deiiiokratisch-sosialtstis he Politik »am Standpunkte der äußersten Linken aus trekben wollen, dann wäre über eine Wieder- »ercinig'tng zu reden. Der Arbeitcrschrst wäre "iel Wähler, wenn Sie nicht m der Regierung 'äßen, sondern mit uns Opposition mochten. Erst dann hätten wir auch das Vertrauen des Auslandes. Liner der Hauptschuldigen im Baltikum ist der Herr Winnig. Die Werbungen sind in Berlin unter den Augen des Reichswehrministers dis in den Somnier hineinze ,»nzon. Dir schwerste Sünde der Regierung ist, daß sie die Beziehungen mit Rußland «och nicht wieder hergestellt bat. Zu der Ostpolitik liegen die Lebensfragen des deutschen Volkes. Es >it Gef ihr vorhandln, daß euch noch Ostpreußen verloren geht. Die Regierung muß eine post- twe Ostpolitik treiben.
Reichswehrmknister Roske:
Gegen einen neuen Bürgerkrieg muß die Regierung Sicherheitsmaßnahmen treffen. Es ist zitzugeben, daß in Berlin bei den Ver- semmlungsverboten Mißgriffe voraetomtnen sind, aber ungngeinel- bete Versammlungen lerntest und werden nicht geduldet werden. Die Unabhängigen machen !as Ausland scharf gegen un? durch teilweise erlogene Nachrichten (Lärm bei den U. S.). Wir brauchen Soldaten an der Ostgrenze und ini Innern. Polen vergrößert seine Armee dauernd. Wir -verdeu die Truppe abbauen, sobald es angängig ist. Deutschland bat :>ie Ratifizierung nicht ver- zögert. Die Regierung wird den Vertrag lotzrl halten. Die Partei b«s Herrn Cohn sollte sich das Denunzieren allmählich schenken. (Zustimmung. Lärm bei den ilnabhäiiili.ien) Die nationale Bürdelosigkeit und Stiekelleckerei des Herrn Cohn ibersteigt doch alles Maß. (Erneuter Lärm bei cea Unabhängigen.) Di« „Freiheit" schrieb: General Lüttwitz will nicht abrüsten! General v. Lüttwitz hat nur daraus hliigewicien, daß eine allmähliche Abrüstung. d. h. Entlassung der Soldaten, geboten ist durch die Arbeitslosigkeit usw In Frankreich »mimt die chauvinistische Presse alles gläubig aus, was di« „Freiheit" fchreibt. Die Werbungen für die Reichswehr haben seit lVi Monaten fast restlos aufgehort; aber bei den kurzen Kontrakten niit den Leuten sind hier und da Neurinstellungen nötig. Mündliche Verhandlungen mit der Entente werden emgeleitet werden ub:r milttärische Fragen, um, sobald es möglich ist, alles Mißtrauen zu beseitigen. (Beisall.) Die Werbungen für Kurland konnten leider i-icht so leicht unterbunden werden. In Deutschland befinden sich noch russische Bolschewisten, kinige betätigten sich in München so, daß wir sie nicht frei herum, lausen lasten konnten. (Beikall.> Gegenüber den unbotsmäßigen Soldaten sür Kurland die Sperrting der Lebensmittel anzuwenbon, geht es nicht an, sonst würden di« Leute in Lettland plündern und vir möchten dar Land unversehrt verlassen. (Beisall.)
Neichsininister des Äußern Mütter:
Durch die Vermittlung d-z amerikanischen St.rotrsekrctärs in Paris ist uns ein Schreiben zngeganqen, wvnach die Zulassung der brutschen Gewerkschaften in Washington von der dortigen Konserenz selber abhängt. Die Regierung und die Vertreter brr Arbeiterkamnirr werden ebenfalls wie die Gewerkschaften sehr gen, an der Konserenz teilnehnien, vorausgesetzt, daß sie g l e i ch- »erechtigt sein werden. Berhandl>t»g''n dieserhalb sind km Wange. Zurzeit können wir gar keine Verträge mit der russischen Regierung schließen, denn das ist uns nach der «atisilation verbaten worden. Ich hasse, daß wir später einmal Pi» Rußland wieder zu wirtschaftlichen Beziehungen kommen. Nach «ölen ist von uns kein Heeresgut verkauft word.m, wohl aber nach »er Tschecho-Slowakei mit Billigun, der Entente. Die lettische Re- iierung steht auf dem Standpunkt, daß der Vertrag in bezug auf «es Einbürgeriingsrecht der dcutslswn Truppen deshalb hinfällig Ard. weil ein Teil der deutschen Truppen iich au dem Staatsstreich «eteiligt habe. Ich hoffe, daß unsere Landsleute niinmehr zurück- 'ehren und sich nichtschuldi z machen an dein Morde von Greisen >nd Kindern, den di; Blockade im 'Aefolq- Haber: würde,
«enrral v. d. Goltz hat erklärt, daß er an keiner Gegenrevolution teilnehnien uäirde. Er soll .aber doch abberusen derben wegen des Mißtrauens, das nun "innial gegen ihit besteht «nd weil er nickt der rechte Mann zu Perh indlnngen zu sein ichemt. Dir Affäre der westrilllilchcn Regierung ist mir amtlich diibi bekannt. Jedenfalls erkennen wir keine Nord- ober Südwcst- Mische Regierung an. Die rnffischen Werbnng.'n suche ich zu per- Mtbern. Ich bosf«. daß die Tnlppcn »I» Baltikum die ruhige Uber« l«»tng bald wieder gewinnen.
k, Abg. Mrerfeld (Soz.l: Das Zentrum hat in seiner Rhein» l» n d p o I i t i k eine sachliche Wendung durchgemecht. Im Meinland gibt es heute kein« Partei uichr, di« der deutschen Eintest widerstrebt.
Abg. Dr. Traub (D. Nai!.): Die Verlängerung der Rational, »«rsaminlung widerspricht dem dentokratisüiei, Gedanken. Die Mehr- dch! der Soldaten im Baltikum will nichts, als un Frieden leben, »urch bi« Revolution find wir aber nun mal in das Elend hinein- ^ommeu. (Stürmischer Widerspruch lmk». Beifall rechts. Zischen
E Roichsmintstrr TloiU: Ich bin der Deutsch nationalen Partei
ßMt »ack^elaufen. war aber bereit zu einer Aussprache, di« auch MWte nachmittag ftattgesnnden hat.
- Abg. Freih. ». Richtzose» (Dem.): Allein die Dentokrotie kann Mer Vaterland treffen. Sie allein kann Ordnung und Autorität Vsteven ohne zur Dckwtur zu greisen. Wir hätten einen ftühcren «Vniu der Wahlen gern gesehen, aber die Ausgabe her National
versammlung ist erst erfüllt, wenn wir dem deutschen Voll dir Möglichkeit zur Arbeit völlig gesickert baden werden.
Es folgt Vertagung nach einer Reihe von persönlicher Bemer- kunge. Nächste Sitzung: iv'orge», 1 Uhr. Anfragen, Etatsberatung Fortsetzung. Schluß 6M> Uhr.
Der Oberbefehl im besetzten Gebiet.
mr. Paris. 10. Ott. Der „Figaro" macht darauf aufmerksam, daß die dem General F a h o l l e in Deutschlcrwd an- vertrmlte Missicn der Wersebnielzung der Bes-.ayrrngstruppen des preußischen Rhcinlamdes und der Pfalz zu einer einzigen Armee sich zu beftätiyen schksine. Die Blätter bemerken, das; die Zurückberufung des Generals Mangin noch nicht offiziell bestätigt sei. Ter „Matin" meldet, das; der General am Mittwoch wieder nach Mainz abgereist sei, wo er dem General Dogoutte das Kommando übergeben werde.
Tie Arbeiterkonferenz ln Washington.
mr. Berlin, 10. 0kt. Der „Vorwärts" schreibt: Die deutschen und österreichischen Gdwerkichaften werden auf der GowcrksckaktSkonferenj in Washington nicht t e i l n e h m e n, da sie keine offiziellen Hink,rdüngen erlublten haben Da der intern itton ile Geworkschaftstonoretz in Amsterdam seine Teilnahme an der Liachinqioner Konserenz nur unter der Bedingung zngeiagt hat. dost nach die deutschen mit» österreichischen Gewerkschasten zur K inrevenz mit gleichen und vollen Rechten eingrladen werden, so ist damit zu rechnen, da die deutschien und österreichischer Gemerkschaften keine Depi.tation entsenden, dah nach die neutralen Länder nicht an der Konferenz teilnehmen. Daher wird diese Konferenz nicht einen internationalen, sondern einen ententistischen Charakter tragen, womit der Zweck der Konferenz aber nicht erreicht werde.
Der FriedenSvertrag im französischen Senat.
mz. Paris. *0. Okt. Der Senat trat gestern in die Debatte der Friedensvertröge eia B o u r g o i s entwickelte in großen Zügen seine« Bericht. Er besieht daraus, daß es Deutschland möglich sei, zu bezahlen, renn es steh: fest, daß cs sich von jetzt ab wiedcr Wirts chastlick» e m p o r ü r be i t c n werde. Bonrgois setzte aber Zweiiel in de» guten Willen Deutschlands, die Zahlungen zu leisten, denn die von seinen Führern geäußerten Worte ließen, falls sic nicht bloß Prahlereien seien, diese Zweifel als gerechtfertigt erscheinen. Die Steuersätze der Deutschen dürsten nickt denjenigen der Anaebariqen der alliierten Länder gleichgestellt werd-n, sie müßten höher als di«se sein. In dieser Hinsicht sei der Friede kein Siegsrirtede.
Clemenceau will sich zurückziehen.
me. Versailles, 0. Okt. Einer Deputation von shemal'ger
S rontsokdaten erklärte Clemenceau, er wolle nach 50 Fahren rbeit sich vom öffentlichen Leben z u r ü ck z t e h e n. Er wende weder eine Kandidatur für den Senat noch für die Kammer annehmen.
Wilsons Erkrankung.
mz. Washington, 10. Okt. (HavaS.) Dar Befinden Wilsons bessert sich langsam. Der Kranke ist wieder zu einigen Kräften gekommen.
mz. Haag, 10 Okt Der „Rienwe Tonr mt" meldet and Washington, der Nervenarzt Dr. Nercum erklärte anläßlich der Gerüchte, daß Wilson geisteskrank geworden sein soll, drtz Wilson frisck und munter sei. Sein physisches Be- fi'nden macke Fortschritte. — Der amerikowiiche Minister des Innern trte bei der industriellen Konferenz mit, Wilson werde vielleicht in der Lage sein, auf der Konferenz vor ührer Derkügung eine Ansprache zu holten.
mz Versailles, 10. Oki. Der Sonderberichterstatter des „Gckw de Paris" in Washington meldet vom 7. Oktober, daß jedensolls in 8 bis 10 Tagen der Vizeoräsident Marichall interimistisch aum Präsidenten der Vereinigten Staaten ernannt werden würbe.
Die Räumung des Baltikums.
Dir Antwortnote her Entente. lElgrner BerNner Drahtbleust des M«sb»deiier XagMotte.)
Br. Genf» 10. Okt. Von der bevorstehender Antwort de: Entente auf die deutsche Baltikuninote meldet das „Echo de Paris", daß der Oberste KriegSrat nur gutachtlich zur Rote Stellung genommen hal^e. und daß d'e Entsck>?iduny beim Rate der Alliierten liege. Wie da8 „Fonrnal' erfahren haben will, soll vor der Fertigstellung der Antwort erst der Bericht der alliierten Mil tärmission in Riga al'gewtrtet werden.
mz. Paris, 0. Okt. Der „Petit P rrisie-n" meldet, daß Marscball Foch len Enttuurf der Antn»ort an Dwitfchlou'd beendet bat, der in der Frage der Räumung der baltifchen Provinzen dem Obersten Rat unterbreitet werden wird. Di»ese Antwort stellt nach dem „Journal" fest, daß Deutschland sich keinesfalls auf seine Ohnmacht bernken könne, seine Truppen in Kurland zu Gehorsam und zur Respektier.ing der Verträge zurückzuführen.
Annahme des Vorschlags einer gemifchen Untersuchungskommission
c«i««n«r Berliner Druhtbiknst des MI«sb-d«rer Tagblatts.)
Br. Hamburg, >0 Okt. Rach dem „Hamburger Fremdcn- Matt" nimmt die Antwortnote de« Obersten Rates den »deul- sichen Vorschlag an, in Sachen der Rrnnurng der Ostsee- Provinzen ei>ne gemischte Untersuch»ngeckontmission zu erst- senden. __
Dk« Streikunruhen im Saartebirt.
Her Areik der Mrtellarbeltci an ber Saar schien sich in Ruh« ab- »ickeln zu woll«o, aber oerdächtig« Subjekte habe« versucht, sich desselben zu bediene«, uo> A u f I ä u s e uub Plunderungen beioorzurusen. Am Abend des i. Oktober haben junge Leute in felozraner Kleidung ohne Abzeichen, mit Revolvern bewaffnet, die Telephonzeiztrals angcariNen, »ä-rrno »in« »»der« Baude di« Plünderung dar Magazine und besonder»
der Lebensmittellager organisierte. Die französischen Truppen mußton «te» schielten um die Ordnung wiederherznltellen. u;m Soldat wurde van den Meule'ern, die aus Fenstern der Hauptstraße schosien getötet und Ntehrere andere verwundet. Ter 8. Oktober verlies ruhiger. Einige Mani- sestanten versuchten in Neunkirchen Unordnung deroorplrusen. Di« Eisenbahnbeamlen und di« Bergarbeiter beschlosien den Stieik, um die Metallarbeiter zu unterftiinen, aber selt dem Abend des 8. Oktober ließen all« Körperschasten ihrr-i Alunjch zur Wiederaufnahme ber Arbeit erkenren, um sich nicht mit den Urhebern der Wirren zu solidsrt« sieren Heut« morgen scheint bi« Wiederausnahme der Arbeit fast allgemein zu sein, ausgenommen aus den Minen, wo die Arbeit erst heute nachm.ttag oulaeaoramen werden wirb. Die Stadt Saarbrücken ist ru h i g. Die sichei» heitlichen Ausnvamemaßnahmen, die in diesen Tagen getrosten worden waren, weiden ebne Zweisel heute abend aufgehoben wecd'a. Einig« Meuterer, die ber Plünderung mit den Waffen in der Hand ädsrsilhkt find, sinh den militärischen Eerichten übergeben worden.
Saarischr Ausstellung.
Am Samstag, den 87 September 1018, wurde in Saarbrücken dir Zn- dustrie- und Eewerbe-Ausstellung leserlich von Heren General Ändlruer er» vsinet. Nach einem fünsiährigen lange» Kriege wirb dadurch wieder die Basis zur Anknüpfung neuer Handelsbeziehungen zwischen Frankreich und dem Saornebiet testgelegt. Bei der Eröffnung waren Bertretrr der st»«- zösischen Militärverwaltung, der dortigen Stadt- und Lande-behörden, sowie auch vieler grogen und bedeutenden Firmen anwesend. Er wurden verschiedene Ansprachen von Herrn General Andlauer, von Herr» Müller, der im Namen der Handelskammer Saarbrücken sprach, und oon Herrn Hahem, dem Brzeprastdenien der Pariser Handelskammer, gehalten. Alle Redner sind überzenat, daß di« Saarbrücker Ausstellung zu einem glücklichen Ep» aebnrs führen wird und daß durch das gemeinsam« Zusammenarbeiten der Fianzosen und Saarländer der Handel und die Industrie wieder in de« beiten Nachbarstaaten zur Blüte gelangen wird. Durch die Bereinigung ber Kräfte beider Länder wird somit die Einfuhr saarländischer Erzeugnis, nach Frankleich und sranzöfischer Waren in de» neue« Saarstaat steige».
Fiume.
mz. Bern, 9. Oft. Dos „Journal D'Itakia" wM Se- stätiam könne», twß Finnne von Rcpiew'nnstzrtippen ,mker General Bodoglio beseht werden 'oll. dt selbst die Alliierten über die Zukvv.kt von Fiume nicht Weiler verhcmdclu wollen. Man besürchtet jedoch, daß d'Annunzia nicht nach, geben tvrote.
•mz. Bern, 10. Okt. Mchricbten *u5 Fiume findet man infolge der scharfen Zensiir nur noch in etwa zch» Zestünven. Im (testrisien Ministerrit ward: die Fiume» frage echeukalls besprochen nud über den Tept der enKlrfche« und amerikanischen Milieiluug nns die itul'eirifche AnAvort wurde diskutert. Beschlnsse wurden .rn'cleinend keine gefaßt, dock glauben die Zeitunzen, eine baldizr Lösung tu Aussicht stellen zu können.
Die neue Zsterreichischr Wehrmacht.
W. T.-B Wien, s. Okt. Wie der „Morgen" meldet, ist der endgültige Entwurf über die Gestaltung der neuen deutsch-österreichischen Wehrmacht fertiggestellt. Diese soll bestehen «us 6 gemischten Brigaden zu je 2 Infan- terie-Rkgim«ntern, weiter werden aufgestellt 6 Brigade- artillerieabieÄU'Ugen und 6 reckmische Formationen. Der von der Entente geistattete Höchststand der Brigade betrügt 4510 Mann. Die Äiogimenter werden aus 3 Bataillonen bestzeh-n, jedes Datwillon wird eine Mafchinengewebrkompanie buben.
Aufruhr in Moskau.
mz. Amsterdam, 10. Okt. Ein Telegramm aus Reval zufolge haben sich die Sozialrevelutionärr gegen die Bolfchep misten in Moskau erhoben.
Die Rasfenkampfe in Amerika.
wz. Haag, 10. Okt. Der „Nienwe Courant" meGet a rs Washington, daß der atncrika.nische Kongreß eine Unter- snchung über die Raskenkämpfe eingeleitet hat. Kongreßmitglieder auL dem Süden haben Briefe erhalten, in denen sie mit dem Tode bebrolst werden, wenn sie sich für die Neger einsetzen. Die Reger treten, seit sie in Frankreich gekämpft haden und bei der Rückkehr von der Front festlich empfangen worden sind, sehr a«- maßend auf.
Der Bürgerkrieg zwischen Nord- und SLdchina.
mz Amsterdam, 10. Okt. Di« „Times" melden aus Amon, daß der Bürgerkrieg zwischen Kord- und Südchtmo vo« neuem entbrannt ser.
Deutschland.
Das Befinden des Abgeordneten Kaaf».
mz. Berlin, 10. Olt. Das „Acktubrabendblatt" meldet: DaS Befinden des Abg. Haase ist durchaus günstig. Die Röntgenaufiiahme ergab, daß eine Kagel in der .Knie» gegend sitze, ohne aber das Cel-enk verletzt zu haben. Es wird ei» operativer Eingriff notwendig wenden, um di« Kugel zu eulfernen. Weun das Befinden 'des Patienten weiter günstig bleibt, soll die Operation morgen vorgenommen wenden.
Bevorstehende Einstettunz des Schnellzugsvsrkehr, in Westdeutschland.
IZr. Berlin, 10. Okt. Die Einstellung des Schnellzugäverkeheb im Osten, die für die Abfuhr der dortigen Kohl-nvorräte notwendig geworden ist, fördert die Durchs» 0 r » n g der Güterzüge auch dadurch, daß die Schnell läge bei einer Verspätung die Güterzüge aushielten. Der Minister der öfsenlliche', Arbeiten hat den bis jetzt an den Einschränkungen nick» beteiligten Eisenbahndirck« tioiien im Westen milgeteilt, laß a n ch i m W c kl r n der Einstellung des S ch n e l l,» g s v e r k e b r s nähergetrete» werben müsse. w?nn es nicht gelingt, diese Bcrspä'unq zu beseitiget» und dadurch eine glatte Durchkührmiz der Kohlen, und Leerwagen. Züge zu ermöglichen.
Verbot eine» Kaisrrs'kmS.
mz. Berlin, 9. Okt. Am 2. Oktober sollte km Sportpakajs die Auffii1>rung deS großen Films „Kaiser Wilhelms Glück und Ende" vor sich gehen. Die Vorführung wurdg «wr> Obe» koaiWaudieventzLN verbot««.
