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Verlag Langgasse 21

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Samstag« 4. Oktober 1919.

Morgen-Ausgabe.

Nr. 449. 67. Jahrgang

Neueste Drahlmeldungen.

Die Umbildung des Kabinetts.

Dr. Luppe-Frankfurt Minister des Innern?

(Eigener Berliner Drahtdienst des Wiesbadener TagblattsZ Br. Berlin, L Olt. Die Ernennung de: demokratischen Minister für das Reichskabinett hat im letzten Augenblick eine Verzögerung erlitten. Oberbürgermeister Koch-Kassel, der kür den Posten des Reichsministers des Innern in Frage kam, bat sich dis heute vormittag noch nicht zu einer Erklärung über die Annahme oder Ablehnung des ihm angebotenen Amtes entschließen können. Infolgedessen soll der Reichs­kanzler Bauer mit dem demokratischen Abgeordneten,.ger- meister Dr. Luppe-Frankfurt, wegen der Übernahme des Reichsministeriums des Innern verhandelt haben. Dr. Luppe soll sich grundsätzlich zur Annahme des AmteS entschlossen haben, selbstverständlich unter dem Vorbehalt der Zustimmung der demokratischen Fraktion.

Dis bayerische Kabinettskrise.

(Eigener Berliner Drahtdienst des Wiesbadener Tagbkait».)

Br. München, 3. Oft. Die Koalitionspartei des Landtags, die bayerische Volkspartei, Sozialisten und Demo- kraien, gaben heute im Plenum des Landtags folgende Er­klärung ab: Die wiederholten eingehenden Besprechungen zwi­schen den Koalitionsparteien des Landtags und der Regierung hoben zu dem einmütigen Ergebnis geführt, daß vor einer end­gültigen Lösung den beteiligten Fraktionen Gelegenheit ge­geben werden müsse, ihre zuständigen, im Lande bestehenden Parteiorganisationen zu hören. Dies wird in kürzester Frist geschehen. Man erhofft sich von diesem Vor­gehen festere Grundlagen für bx Klärung der politi­schen Lage.

Freiherr o. Lersner fiedelt nach Baris über.

mz. Paris, 3. Oft- LautPetit Journal" hat Führ? b. Lersner gestern früh daS Hotel ses Reservoirs ver­lassen, um sich nach Paris in die deutsche Botschaft zu begeben. Gestern sind von Versailles sechs deutsche Sach­verständige in die zerstörten Gebiets des Nordens abgereist, um sich über die W i e d e r a u f b a u a r b e i i e r, Rechen­schaft abzulegen. Ferner ist Major Drandt, der sich, wie ge­meldet, am Freitag voriger Woche nach Berlin begeben hatte, gestern wieder in Versailles eingetcoffen.

Der amerikanische Botschafter in Brüssel, ms. Haag, 3. Oft. Der ,Nxuwe Courant" meldet aus Washington, daß' Brand Whitlock zum amerikanisch«! Botschafter in Belgien mwrarnt wurde.

Ein internationaler Mrbeiterrat.

(Eigener Berliner Diahtdienst des Wiesbadener Dagbkatts.)

Br. Haag, 3. Okt. Aus Washington wird gemeldet: In der internationalen Arbeiterkonferenz in Washington wird die Bildung eines internationalen Arbeitsrats er­wogen werden, der etwa dx gleichen Funktionen übernehmen soll, wie sic der amerikanische Kriegsarbeitsrat besaß.

Dis Schwierigkeiten der Lebensmittelversorgung Wiens.

(Eigener Berliner Drahtdienst des Wiesbadener Tagblaits ;

_ Br. Wien, 3. Oft. In der Stadtratssihung erstaunte der Bürgermeister Bericht über die Versorgung Wiens mir Lebensmitteln. Für nächste Woche fehlen an Mehl 492 Wagen, in der übernächsten Woche wird die Bevölkerung schwerlich mir Brot und Mehl voll versorgt werden können. Fleisch ist nur bis zum 1. November 120 Gramm pro Kopf vorhanden. Dazu kommt in Wien sehr große Futtermittelnot.

Der Karrps gegen den Bolschewismus.

Dsr schnelle Vormarsch Denkkins.

(Eigener Berliner Drahtdienst des Wiesbadener Tagblatks.)

Br. Haag, 3. Okt. Hollaudfch Nieuws Bureau meldet aus London: Das wichtigste Ereignis ftir Südrußland ist der schnelle Vormarsch D e n i k i n s. Er ist jetzt nicht Wehr als 400 Mailen von Moskau entfernt. Es verlautet, daß die Bolschewiki aus Furcht vor einem Überfall den Be­lag e r u n g S z u st a n d über Moskau tierhängt haben. Die Heere Koltschaks drängen die Bolschewisten im Osten weiter zurück. _ -

Reichspräsident Ebertill Frankfurt a. M.

Dz. Frankfurt a. M, 3 Okt. Reichspräsident Ebert ist heute dormittag hier zur Besichtigung der ersten internationalen Einfuhr» Wesse cingetroffen. Er begab sich ctrctt vom Bahnhof nach 1er Meß- !rallc, wo er von Stadtrat Dr. L ,i n d m a n n niit einer A n- spräche begrüßt wurde. Die E i n f« h r m e s s e sei ein Beweis des Vertrauens zunächst zum Reiche Sie sei ferner ein Beweis des Vertrauens in die wirtschtstliche Selbstbestinnnunz der arbeiten- den Stände, weiter aber auch ein Mittel, tas Vertrauen des Aus- sendes zu erwerben, das wic da: allein brauchen, um unsere Wirt- Mast durch R o h st o f f b e! i c f e r u u g nick V a l u t a v e r- "esserung wieder in geordnete Bahnen ;n bringen. Es werde uns vertrauen, wenn wir uns 'elbit vertraue!!. Der Präsident Antwortete dann mit folgender Anivrachc: ,Zhr wacmherziger Appell des Vertrauens und des Optimisnrn?, tcn Sie beim Betreten der pcnffurtcr Messe an mich richteten, findet bei mir fteudigen Widerhall. Wir müssen es als unsere vorn'hnrste Aufgabe betrach, ün, die Kräfte im deutschen Mrtschaü«leben mit allen Mitteln Wieder zu b-lebcn und -n fördern. Das Vertrauen und Zu- snwmenarbeiten aller schaffenden 'kreise unseres Deikes, Bürger wie «rveiter, sind, wie Sie hervorheben, Faktoren, die uns die Gesun­dung imseres innersten Wirtschaltsleben verbürgen. In gemein- Mner Arbest wird es auch uns gelinge», die Fäden wieder anzu­

knüpfen, die uns mit dem Ausland verknüpften. Frankfurt hat aus diesem Wege mst der Eroifnung der Einsuhrmesse einen mutigen Schritt getan. Möge ihm reicher Ersolg beschieden sein.

Preußische Landesversammlung.

mz. Berlin, 2. Oktober.

Präsident Leiuert eröffnet die Sitzung um 1t,20 Uhr. Di«

zweite Beratung des Haushalts *

wird beim Finanzministerium farrlgefetzt.

Alg. Dr. Rofenseld (Ü. S.ü sich begrüße den Übergang der Steuerhoheit aus das Reick. Dadurch wird hoffentlich ine Herr­schaft der Landwirte und die ewige Begünstigung der Agrarier ein Ende nehmen. Die Zwangswirtschaft darf nickt .abgebaut werden, sinst ist die Bewucherung des Volkes schrankenlos. Bei der Reichs- wehr, die deni Volke monatrich über eine Milliarde kostet, sollt: gespart werden. Wir fordern Neuwahl, loeil das Parlament nicht niehr der Stellung des Volkes entspricht.

Ministerpräsident Hirsch: Eine Neuwahl kann noch nickt dnrch- geführt werden, da noch nicht einmal die Verfassung erledigt ist. Ruhe und Ordnung wieder h-rzusieilen, ist die Pflicht de: Negierung und von der Erfüllung dieser Pflicht wird sie ach auch nicht durch die schärfste Notlage abhalten lassen.

Der Haushaltsplan des Finanzministeriums und der allgemeinen Finanzverwaltung wird a n g e n o m m c n. Die dazu gestellten An­träge auf Kriegsbeihilsen an Bolksichullchrer aus Verbesserung der Beanitcngehälter, auf Neuregelung des Beamtenrcchts, aus Steuer­freiheit der Teuerungszulagen der Privalailgestellten und auf Ge­währung von Notstandsdarlebcn an sie werden ebenfills angenom­men: es folgt der Hausbali der Verwaltung der direkten Steuern. Damit ocrbmiden wird die zweite Be« ratung des Gesetzentwurfs zur Bereitstellung oon Geldmitteln für

einmalige Beschaffungszulagen

an Beamte, Lehrer, Angestellte, Arbeiter nfw. Berichterstatter Dr. Schmedding empfiehlt den Anssckußanrraz, die angefocderten 910 Millionen Mark und die vom Ausschuß ausgestellten Berteilungs- xrundsätze zu genehmigen.

Finrnzminister Dr. Südeknm: Tie Vorlage stellt das Höchst­maß dessen dar, was wir .-eben können. Westergehende Anträge bitte ich abznlehnen. Nebenher geht tue gewaltige Aktion des Reiches zur Verbilligung der Lebensmittel, auf iäe bis zum nächsten Januar über drei Milliarde» entfallen. Es wird das letzte Mal sein, daß wir so große 'Mittel durch Anleihen aufvringen können. Denn wenn wir keine Steuerhobeit und keine Eisenbahnen mehr haben, wird uns keiner mehr etwas borgen. Sollte das Haus über unsere Vorschläge hinausgehen, muß,- ich die Vorlage zwecks Ein­leitung von Verhandlungen mit den: Reich zunächst nrückziehen.

Abg. Schmilian (Dem.s: Wir stimme,: der Vorlage zu. Di:

Notlage der Beamten erfordert es. daß kiese Zirlrzen schleunigst ausgezahlt werden. Es komnit oarauf an, daß die lausenden Ein­nahmen der Beamten erhöht werden. An Stelle der Teuerungs­zulagen muß also in kürzster Zeit eine durchgreifurk« Besol- dungSreform treten. Dx Beamtengeh iltcr stehen hinter den Arbeitslöhnen zum Teil erheblich zurück. Dringend notwendig ist es, auf die G e m e i n d e v e r o i l l n u g e u e i n z u w i r r e n, daß sie ihren Beamten ebenfalls rine einmalige Zulage be­willigen. Auf diesen Standpunkt hat sich bei einer ähnlichen Vorlage auch der jetzige Ministerpräsidelst als Abgeordneter gestellt. Ich bi'te, unseren dahingehenden Antrag anzunrhmen.

Abg. Schubert (Soz.>: Wir stinimcn kein Gesetzentwurf zu, aber auch wir wollen, daß mit den Teuerungszulagen gebrochen wird und an ihre Stelle feste Besoldnnqftätze Xeten, die den Beamten und Arbestcrn dauernd das Existenzm'niiini st'hern.

Abg. Gottwald (Zentr.): Wir stimmen der Vorlage unverändert zu. Entschuldungsbeihilsen sind not wendig wegen der Nicht­senkung der Preise.

Abg. Klodt (U. S.): Die Vorlage geht nicht weit genug. Bor allem muß das Elend der Kriegerjraucn gemildert werden.

Die Vorlage wird e i n st i m in i g a n g e n a m m e n. Tie B:r- teilnngkgrundsätze des HauLhaltsausschuäcs werden unter Ablehnung aller Anträge ebenfalls angenommen. Hierauf wird die Vorlage in dritter Lesung und in der Gesamtabstimmung einstimmig ange­nommen. Nächste Sitzung: Freitag, 12 Uhr: Kleinere Anträge.

Schluß 5% Uhr.

Deutschland.

Der Reichskanzler und Oberschlesien.

W. T.-B. Breslau, 1. Oft. Heute wurde hier die Aus­stellung ..Arbeit und Kultur in O b e r sch l e s t e n" in Gegenwart des Reichskanzlers Bauer lowie von Vertretern der vreußischen Regierung, der provinziellen Behörden und Wirtschaftskörper eröffnet. Reichspräsident Ebert hatte draht­lich Mii-isterpräsident Hirsch in einem Schreiben das leb­hafteste Interesse für die Ausstellung ausgedrückt. Nachdem zunächst Oberpräsident Phillipp die Gäste :m Namen des Zentrale lksrates herzlich willkommen geheißen, und die An- ivesenden aufgefordert hatte, ihre Kraft einzusetzen, nicht nur für eifrigen Besuch der Ausstellung, sondern auch dafür, daß Oberschleiie» bei Deutschland bleibe, ergriff der Reichskanzler Bauer das Wort zu einer längeren Rede, in der er u. a. sagte:

ain dielen Monaten, wo die Zugehörigkeit Oberschiesten» zum Verbände des reiiijcheu Vaterlandes durch die Bedingungen eines harten Friedens in die Laiwebe gestellt ist, gehen die Eedanken aus allen andern Teilen Deutschlands taujendsach in diese Ecke der Heimat. Wir sehen a» Ober- schlesten in einen' leuchtenden Beispiel, was die zusam nengefatzte menschliche Arbeit aus einem Boden hervorbringen kann, der nur gibt, wenn er be­zwungen wird, und was sie ans diesem Boden hervorgebracht hat. Die Ausstellung wird wieder einmal deutlich zeigen, d-tz oberschlesische Arlcit und Kultur deutsch gerichtet waren und sind. Wer das Land und seine Eeschichic kennt, weist das längst. Die Oder fliegt halt durch Deutschland zum Meer, und die Oder hinaus und herab ist feit Urzeit Hände! und Berkehr gegangen, und so haben sich Kultur und Arbeit Oberschlcsiens mit Kultur und Arbeit des deutschen Volke» verbunden. Dos cili 'ür die zarteste deutsche Prefie, wie z. B. den ewig jungen Eichen, dorfs/den^berschlester, deken Lieder wir im ganzen Sand« al« schänsteHeimat- lieder stngsn. und das gilt ebenso für die ernste Prosa de» Ausgleich» zwilchen Kohlen und Erzen. An dem Fortbestand dirfer alten natürlichen Zusämmeibiinae haben alle ein gnkmeile, di« in Oberschlesien wohnen, ftoweit die Abstimmung unsere Sache ist, wollen wir ste mit gerechten Mitteln rallzlehen. Weder Gewalt noch Verl:umduaq soll unser« Waffe sein. Dem Angriff unserer Gegner wallen wir ohne Hast bi» gegr.cn. In Ob-rschlesten sollen auch dl« Angehörigen srrmdri Lollsjtäm»«

unbehelligt leben und ihre ideellen Güter fordern und pflegen. Die neue, ftcie deutsche Verfassung bietet dafür Gewähr, und die freie Entscheidung, die jetzt die preustilche Landesveriammlung zugunsten einer großen Selu- stLndjgkett Oberschlefiens gefallt hat. ist ein schöne» Pfand der neuen Zeit.

Der Reichskanzler gedcuchte sodann seiner persönlich-!, Beziehungen zu Schlesien, dessen Hauptstadt er als Abgeord­nete: im Reichstag vertreten habe, und schloß rnit denWorten: ..Wir Deusche in Ost und West, in-Nord und Süd, werden jedenfalls unser Oberschlesien nicht vergessen. Oberschlesien soll auf das gcrr:ze Deutsche Reich zählen dürfen in der Stunde ter Gefahr und der Entscheidung und in den hoffent­lich ewigen Zeiten der künftigen Zusammengehörigkeit.

Dr. Bell über b!e Reichsverkehrsfragei».

Mz München, 3. Okt. Der Reichsverkehrsminister Dr. Gell ist ani Donnerstag hier eiwgetroffen. Er Hütte eine Kon­ferenz mit dem bayerischen Verkehrsminister und empfing dann die Vertreter der Berkehrsbeamtcnorganiscrtionen. des Landtags und der Presse, vor denen eKsean Verkchrsveveinheit- lichnngSprogramm entwickelte. An die Spitze des Progromni» stellte der Reächsvettehrsminister den Satz:BerkehrS- einheit mit weitgehendster Dezentralisation". Bei der Durchführung der Bereticheiitlichung werde auf die berechtigt».! Wünsche und die Eiyenwrt der Länder und Stämme Deutsch- .strnds alle EMicksicht genommen werden. Es sei beabsichtigt, ab i. April 1021 eine oberste Zentraleisenbahn- behörde inMünchen zu errichten. Diese Zentralbehörde, führte der Minister nach derMünchener-Augsburger Abend- zeitung" aus, soll den großen Schah Bayerns selbständig ver­walten und in der Hauptsache aus Landeskindern zusarmne:!- gesetzt fein. Sie soll die oberste Instanz für die ihr unterstell­ten Anyckogenherten sein, so daß für diese AngelsgenkMe:! die letzte Instanz des ReichSnerkebrSministeriums ausschaltet. Es sei selbstverständlich, daß alle Neuerungen, die sich in Bayern auf dem Berkehrsgcbiet bewahrt haben, auch aus daS Reich übernommen werden. Der ReichSverkthrsminister ist am Donnerstag nach Berlin zurückgereist.

Ter dritte Band von Bismarcks Gedanken und Erinnerungen.

Berlin, 2. Oft. Die Cottasche Verlagsbuchhandlung Hai bekanntlich die Absicht kundgeg-ben. den bei ihr erschienenen dritten Band der Bismarckschen Gedanken und Erinnerungen nach Ablauf nüchster Woche der Öffentlichkeit zu übergeben. Die seinerzeit gegenüber dem Erben 'des Reichskanzlers, Fürsten Otto v. Bismarck, von dem Cottasche: > Verlag vertragsmäßig übernommene Verpflichtung, den dritten Band der Gedanken und Erinnerungen bei Lebzeiten Kaiser Wilhelms II. nicht zu veröffentlichen, ist nach Ansicht des Verlags infolge der durch die Umwälzung veränderten Umstände gegenstandslos geworden. Die Erben des Kanzlers haben dieser Rechtsauffassnng nicht beiznpflichten vermochr und gegen die alsbaldige Veröffentlichung Einspruch erhoben. Bei lescnderer Würdigung der Beweggründe dieses Ein­spruchs bat der Verlag, wie ei erklärt, den immer dringercher aus den verschiedensten Kreisen an ikn herangetretener Wünschen Rechnung tragend, sich nicht entschließen können, das Werk noch länger der Öffentlichkeit vorzuenthalten.

Charlotte von Sachsen-Meiningen t.

imz. Meiningen, 2. Oft. Die ehemalige Herzogin Charlotte von sachfeN-Meiniugen ist gestern nackimittag iu Baden- Baden, wo sie zur Kur weilte, gestorben.

Ausland.

Frankreich.

mz. Telegrammfreiheit. Paris, 1. Oft. sHaoas.) Von heute ab sind all« Deschrä-nkungen im telegraphischen Verkehr ausgehoben. Di« Telegramme können in vereinbarter Geheim- spräche oder chiffriert im Verkehr mit denjenigen Ländern- gefaßl werden, die diese Art von Korrespondenz gestalteu, aber di« Absender von Telegrammen in Geheimsprach? mnsfen ihre Adresse angeben und sich auSwessien. wenn sie dem Trj«>rg- phenamt nicht bekannt sind.

Ba!kansta«ten.

nrz. Ministerkuse in Serbien. Belgrad, 1 . Oft. Das Südslawische Pressebureau meldet: Der ehemalige Minister­präsident Protitsch wurde mit der Neubildung des .Kabinetts betraut

mz. Lösung der Ministerkrise in Runrünien. Ver­sailles, 30. Sevt. Nach einem Pcivattelegramm der Times' aus Bukarest ist nun die Minislxkrise als gelöst zu betrachten. Der Kriegsminister des Kabinetts Bratianu, General Waitoyano, habe es übernommen, das Kabinett z i bilden. Er habe die Mitarbeit mehrerer Generale sowie von Vertretern Siebenbürgens, Beßarabiens und der Bukowina sich gesichert. Man könne sagen, daß das Kabinett so gut wie geltldct sei. Es hebe sich außerhalb der Parteien konstituiert.

Spanien.

biz. Der Achtstundentag. Amsterdam. 2. Okt. Der Times" wird aus Madrid gemeldet- Am 1. Oktober wurde de: Achtstundentag ftir ganz Spanien eingeführt.

Rutzland.

mz. Zionistenverhaftungen. Stockholm, 2. Oft An- läßlich von «nteutefreundlickien Kundgebungen verhafteten die Bolschewisten di« Mitglieder des Zentralkomitees und zahlreich« Angehörige der Petersburger Z i o n i st e n.

rrmertka.

Dz. DaS Befinden Wilsons. Amsterdam, 2. Ok. Das Pressebureau Radio meldet aus Annapolis, daß >cr Zu,' stand Wilsens sich etwas besserte. Er wird vielleicht Washing­ton zur Wiederberstelluna feiner Gesundheit verlassen.