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Donnerstag» 2. Oktober 1919
Berliner Abteilung des Wiesbadener Tagbl atts: Berlin W. 57, An der Apostelltrche 7.1. Fernsprecher: Amt Lützow K2Ü2 und 6263.
Morgen-Ausgabe. ^ .
Nr. 445. . 67. Jahrgang.
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Sprech-I
Neueste Drahtmeldungen.
Der drohende Generalstreik im Berliner Metallarbeitergewerbe.
mz. Berlin, 1. Ott (Amtlich.) Für Don-nerstagpormM^ 10 Uhr sind dom Deutschen Medallarheitervecband 3 0 50t r * sammlungen anbc räumt worden, zu denen di« geloerk- schaftlich organisierten Industriearbeiter Gros;-Berlins eingeladen sind. Die Teilnahme an diesen Verhandlungen würde m dem geplanten Umfang den Generalstreik bedeuten. Ein« solche Absicht -pielt denn «ich, wie au? der Tonart eines 'Herbeartikels der „Freiheit" für diese Verhandlungen unschwer herauszulesen ist, zuim mindesten bei den Unabhängigen und Kommunisten eine Rolle. Es liegt überhaupt nahe, di« Zg Kommunistenversammlungen die am Dienstagabend unangemeldet stattsinden sollten, mit dem vom Metall arbeite r- pevband «inberufenen in Verbindung zu br-ng-.n, zumal fest- züstellen ist, daß sehr starke Kräfte am Werk sind, .um di« Lohnbewegung der Metallarbeiter 'in «in politisches Fahrwasser zu bringen.
Die Werstarbeitrrbewegung in Bremen.
mz. Bremen, 1. Okt. Die Werftarbeiter der AtlaSwerke und der Aktiengesellschaft Weser haben die Annahme des vom Schlichtungsausschuß gefällten Schiedsspruchs abgelehnt.
Der Eisenbahnerstreik in England.
mz. Rotterdam, 1. Okt. Der Londoner Korrespondent des „Nieuwe Notterd. Courant" meldet; Die „Daily Mail" ist dar einzige nichtsozialistische Londoner Blatt, da? die Regierung zur Wiederanknüpfung der Verhandlungen mit den Eisenbahnern ermahnt und auf der Einberufung des Parlaments besteh:. Man sei auf dem Punkt angelangt, der als toter Punkt zu bezeichnen sei, und weder die Streikenden noch die Regierung seien zum Nachgeben bereit. Auf diese Weise könnte der Streik wochenlang dauern und riesige Schwierigkeiten und Geldverluste mit sich bringen. ES wäre deshalb besser, sofort eine Annäherung der beiden Parteien mzustrcben.
Die Okkupationskoften für das besetzte Gebiet.
mz. Versailles, 1. Okt. Der Fünferrat beschäftigte sich gestern vormittag unter dem Vorsitz Clemencsans-mit der Frage der Regelung der Okkupationskosten der alliierten Armeen in dem besetzten Gebiet. Dem „Temps" zrfvlge sollen die Kosten möglichst reduziert werden, ohne allerdings die militärischen Kräfte über Gebühr zu vermindern. Es-sei aber«die Frage aufgeworfen worden, ob die Priorität für die Okkupationskosten aufrecht eichalten werden kann.
Die Arbeiterkonferenz in Washington.
mz. St. Germain, 1. Okt. (Korr.-Bur.) Namens der Friedenskonferenz richtete P o l k an den Konsul Mayer- hauser eine Note, in der mitgeteilt wird, daß Wilson dre erste Sitzung der alljährlichen Arbeitskonferenz für den 29. Oktober nach Washington einberufen hat. Die Friedens- delegierten haben am 11. September beschlossen, die Frage der Zulassung der Delegierten Österreichs und Deutschlands, obgleich die österreichische und deutsche Negierung äe fürs nicht Mitglieder der internationalen Arbeiterorganisation seien, der A r k> e i t s k o n f e r e n z zu überlassen und deren Reise nach Washington kein Hindernis m den Weg zu legen.
Polen setzt den Kampf geaen die Bolschewisten fort.
mz. London, 30. Seht. Der Korrespondent des „Daily Hronirle" hatte eine Unterredung mit Paderewski, der ihm sagte, daß er dem Obersten Rat hie Frage gestellt hübe, ob gewünscht werde, daß Polen mtt den Dylschöwisten Frieden schließen solle. Er bade aber die Antwort erhalten, daß es der Wunsch der V«rba n dsmacht e sei, den Kamps geaen iw Bolschewisten fortzusetzen. Da das Schicksal 'Polens eng mit deni der Verbündeten verknüpft sei, müsse Polen diesem Wunch loyal Nachkommen.
Wilson gegen den englisch-persischen Vertrag.
mz. Versailles, 1. Okt. Die Pariser Presse veröffentlicht eine Depesche aus Washington, nach welcher Wilson gegen den englisch-persischen Vertrag protestiert haben soll. Das Staatsdepartement weigere sich jedoch, einen Meinungsaustausch zu verüsfemlich^n, der dieserhalb zwischen Amerika und England gepflogen worden sei.
Ehils und Peru rufen den Völkerbund an.
r - mz. Versailles, 1. Okt. Die Pariser Presse verbreitet die "Nachricht, daß der Völkerbund vou Chile und Peru angecufen worden ist, um die zwischen diesen beiden ernterikcmischen Republiken entstandenen G re nz stüe i ti g k ei t ejn ziu
regeln. _
Der Piederausbau und die Verteilung der Kriegskosten. '
tf. mz. Versailles, 30. Sepi. Der Fciedensausschuh der französisch,en Kamm er-beschäftigte sich mit der Tagesordnung Anriol, die Bezug hat auf die finanziellen Klauseln des Friedens Vertrages. Der Antrag geht dahin lUm Ausdruck zu ovitgen, daß die in Act. 232 und den sollenden Artikeln vorgesehenen Wiedergutmachungen in erster Sinie bis zur vollständigen Wiederherstellung zum Wieder- Mäufbau des französischen Norddepartements verwendet werden sollen. Desgleichen müßten auch die von Deutschland zu übergebenden Fonds und Werte in erster Linie für den Wi e- *cx.auJ6au der ftampieone dirueu uub idtiiefdidi
die Kriepskosten unter den alliierten und assoziierten Regierungen proportioiiell verteilt werden. Firmnzminister Klotz verlangte die Umgestaltung des Textes und schob die DiS- kuffion der Tagesordnung bis nach der Ratisikation des Frir- densvertrageS auf.
Die zukünftige Stellung der Ukraine.
mz. Berlin, 1. Okt. Laut „B. L.-A." berichten die Kopenhagener Zeitungen aus Heisings ors, aaß zwischen Petl- jura und Denikin ein Abkommen abgeschlossen wurde, w.o- nach die Ukraine auf die Unabhängigkeit verzichtet, im zukünftigen G.wß-Rußland aber eine bevorzugte Stellung erhalten soll. Das Abkommen wurde durch dir Galizier erzwungen, die die Mehrzahl der Truppen ausmachen.
Der Kampf um Dünaburg.
mz. Wien, 30. Sept. Nach einer hier vorliegenden Meldung aus Warschau nahmen die volnischen Truppen nach zweitägigem erbitterten Kampf die Befestigungen von Dünaburg am südlichen User der Düna.
Die Lage im Baltikum.
mz. Mitau. 30 Sept. Nussiscke Truppen übernahmen in K u r l a nd die Sickerung gegen die in Riga a b g e l ö st en deutschen Truppen. In der letzten Nacht fanden zwischen lettischen ur«d russischen Patrouillen Gefechte statt.
Die Politik der Tscheche.Slowakei gegenüber Deutschland.
mz. Prag, 1. Okt. In der gestrigen Sitzung der Natto- nalversammlung sprach der Minister des Äußern Dr. B e r e s cb über die außenpolitischeft^Verhältiiisse der tschechoslowakischen Republik. Bezüglich Deutschlands äußerte er: Neben dem großen Block der Alliierten stellt sich für uns der germanische Block und die russische Richtlinie unserer Politik gegenüber. Diese beiden Blocks kann man heute noch nicht im einzelnen feststellen, weit die Verhältnisse dort noch unfertig sind. Das Problem zu den Deutschen ist für uns ein vitales. Deshalb müssen wir mit der größten Aufmerksamkeit unsere Beziehungen zu Deuffchland prüfen und mit äußerster Umsicht und Vorsorge endgültig regeln. Die Rechtsbasis unserer Beziehungen zu den ^ Deutschen, die in dem Fricdensvertrag niedergelegt ist, genüge, denn daneben ist es noch notwendig, Politik und Diplomatie zu treiben, die immer eine Kunst sind. Das heutige Deutschland ist ein unfertiges Gebilde, das noch für viele Jahre vollständig mit seinen inneren Krisen beschäftigt sein wird. Es liegt in unserem Interesse, eine loyale iind korrekte Politik Deutschland gegenüber zu betreiben. Es ist übrigens selbstverständlich, daß wir jedem Versuch einer Wiederholung der pangermamschen Politik mit der größten Energie ent- geaentreten werden. Auf Anregung des Ministeriums des Auswärtigen soll in Prag eine tschechisch - französische Handelskammer errichtet werden, die im Verein mit der in Paris errichteten ffchechlsch-französischen Handelskammer eine Ausgestaltung der Handelsbeziehungen zwischen der tschccbisch-slowakischen Republik und Frankreich ap- streben scll.
Die Volksabstimmung in Luremburg.
mz. Versailles. 30. Sept. Nach einem Privattelegramm des „Echo de Paris" aus Luxemburg war bis gestern nachmittag 3 Uhr von den Ergebniffen des Referendums so viel bekannt, daß abgegeben waren: für die Großherzogin Charlotte 11504, für die Republik 3978, für die Zollunion mit Frankreich 12 980 und für die Zollunion mit Belgien 3843 Stimmen. Das endgültige Ergebnis dürfte heute abend festgestellt werden. _
Der Friedensfühler um Weihnachten 1917
Dz. Wien, 30. Sept. über die seinerzeitigen Besprechungen zwischen General Smuts und dem früheoen österreichisch-ungarischen Botschafter in London, Grafen Mens- dorsf. erfährt der „Neue Tag" folgendes: Mensdorff und General Smuts trafen sich in der Woche vor Weihnachten 19!7 in der Nähe von Gens. Damals war es sicher, daß Rußland den. Krieg nicht weiterführen werde, und Italien hatte die Niederlage bei Karfreit erlitten. Die eigentlichen Gegner Österreich-Ungarns waren daher entweder außer Kampf gesetzt oder aufs äußerste geschwächt. Die Zusammenkunft der beiden Persönlichkeiten erfolgte selbstverständlich m i t Wissen und Z u st immun« ihrer Regierungen unb hatte den Zweck, unverbindlichen und vertraulichen Gedankenaustausch über die Möglichkeit zur Herbeiführung des Friedens zu pflegen. Im Laufe der Unter, redung nahm Smuts einen für Österreich freundlichen Standpunkt ein. Seiner Meinung nach würde die österreichisch- ungarische Monarchie berufen gewesen sein, bei der künftigen Gestaltung Europas eine wichtige friedenerhaltende Aufgabe zu erfüllen. Nach dem Ausscheiden Rußlands als einer der prößten Militärmächte Enropaö werde nämlich auf dem' Kontinent Deutschland die einzige ivirkliche Mili- tärmack: sein. Zur Erhaltung des Gleichgewichts in
Europa müßte' daber neben Deutschland eine Macht bestehen, die die ruhige und friedliche Entwicklung von Zentral- und Südost-Europa sickerstellen würde. Diese Rolle könnte die österreichisch-ungarische Monarchie übernehmen, wenn sie sich föderativ umgestaltete und sich in eine Art van Staatenbund verwandle. Dann wäre es vielleicht möglich, daß auch andere Staaten, wie Polen und Sei bien, in ein loses Verhältnis zu diesem Staalenbund träten. 'Die Smuts vocschweibende Idee ließ nicht die Absicht erkennen, Österceich-Urcgarn zu zerstören, sondern im Gegenteil, diesem Staat in einer neuen Gestalt, etwa nach der Analogie des brrtiichen Reiches und keiner Dominions, seine Fortentwsckluna LU
sichern. Auf den in der Besprechung an sg et suchten Gedanken, eine Verstandigunazwischen der Entente und Deutschland durch Vermittlung Österreich-Ungarns anzubahnen, ging Smuts nicht weiter ein, doch gewann er^ die Überzeugung, daß die österreichisch-ungarische Regierung stets bereit sei, mit den Ententemächten in jedweden Gedankenaustausch einzutreten, der zum Frieden führen könnte, allerdings nur unter der Voraussetzung, daß ihr keine Aktion der Illoyalität gegen Deutschland zugemutet werde.
Preußische Landesversammlung.
mz. VerN», 30. September.
Präsident Schiert eröffnet die Sitzung um 12.20 Uhr. Meyer-Herfurt (®. Ppt) bittet, die Vorlage wegen der einmaligen Teuerungszulage n.rglichsi auf die morgige Tagesordnung zu fetzen. — Prästoent Scinert- Die Vorlage über die Deckung ist jetzt eing-gsngen. Der Cegen- ftand wird also morgen au! die Tagesordnung gefetzt werden.
Nach Erledigung kleiner Anfragen wird der Antrag, betr. die Er- rtcktung einer Proninz Oberlchlefien, an den Ausschutz zurückoerwiesen. Die
zweite Beratung des Haushaltsplanes
wird beim Finanzministerium fortgesetzt.
Lanbuirtschaslsminisler Braun verteidigt seine Verordnung über den Abschlutz ron Tarlsverträgen mit den Landarbeitern. Sie sei zur Sicherung der Ernte notwendig gewesen. Der erstrebte Erfolg sei eingelrelen. Finanzminister Eüdelum: Solange wir Fehlbeträge in den Elscniahneinnahmen haben, können wir zu keiner Eesunduug unserer Finanzen kommen. Hätten die Feinde ihrem Versprechen gemiitz sich an die 11 Punkte Wilsons gehalten, dann würde sich Drutschl-nd in weniger als einem Menschenaller erholt haben. Wenn es aber nach den Plänen der Franzosen geht, dann ist jede Ausstcht für die Zukunil jur ^ »ns verloren. Aber auch der Baum der Entente wird Nicht in den Him-nel wiuhje». Wir treten die Steuerhoheit an das Reich ob; aber wir müssen Sicherheiten über" die ftnanziellr Erhaltung Preutzens erlangen. Von der weil al- tung der Reichseinkommen st euer und ihren Ausfuhrungsbe- stimmnngen wird es wesentlich abhängen, wie unsere Lage im umei» wird Tie preustische Regierung steht grundsätzlich auf dem Boden des deutschen Einheitsstaates, aber dieser kann nur mit einem Staate wie Preutzen errichtet werden. Wir dürfen nach dem AnMieg, der sich ichon jetzt zeigt, erwarten, daß wir in absehbarer Zeit gün>tlg dastEn werden Doge das Opfer, das wir morgen mit der Abgabe der Steuerhoheit dem Reiche bringen, nicht umsonst gebracht sein.
Mg. Brus, (Zentr.): Wir können ohne den deutschen Einheitsstaat nicht mehr auikommen. . , ,, . >
Slbß Frau Richter (D. Vpt.): Der F-.nanzmrnster hatte den Staats, mann dinier den Parteimann zurückaeftellt. Die Pressenotiz, die er an- griss, balle nicht in demokratischen Blättern gestanden. Rach dem vernichtenden Urteil Friedbergs an dem Reichsnotopfrc ick -s mir nicht klow, wie jetzt die Demokraten an den Eintritt in das Rrlchsminlfterlum denken können Das schwerste Bedenken gegen d a s R eich s n o t o p fe i „ datz es von der Entente beschlagnahmt weiden konnte, ist non keiner eoerte widerleat worden. Die Sozialdemokratie stellt immer noch den #1 offen» kamps in den Boidergrund. Das hindert unser Volk am ernsten Arbeiten. Eine Banteioitwirlschaft lätzi fich nicht soziallst-rren. Wer heute nicht am Wicdeianjdau des Vaterlandes mitarbeitet, feilt mit Recht der Verachtung anheim Was Roste von den Betriebsräten sagte, das Übertrag ich aus unser ganzes politisches Leben. Es muffen verantworiungsoolle Männer in ihm stellen, aber nicht 20jährige grotzmäulige Erunjchnabel. Ersteulrcher- v-eise bat die Vernunft und der Wille, zu Ruhe und Ordnung zu kommen, jetzt auch die weitesten Arbeiterkreise wie»« ergrif-en. „ .
«t 9i!.o- Dr. «. Kries (D.-Raily: Den Porwurf, daß wir die Exekutive der Reoieiung bei jeder Gelegenheit schwächten, verdienen wir nicht. - ■ - Beamten unb' Lehrer teilen in ihrer grotzen Mehrheit die AnfsnffuoL der Regierung nicht, aber "stnen hat es die Regierung zu danken daß sie weniosiens halbwegs die Ruhe und Ordnung aufrecht erhalten kann Auch UNS »lebt das Vaterland hoher als die Mona, ch I e, aber wir glauben, dich das wahre Wohl des Vaterlandes eben in Verbindung mit der Monarchie ueqt (Sehr richtig! rechts.) Die neuen Reichstag-,-
Teuerungszulagen, sodann Nachtrags^iat. Schlug a /»o ugt.
Die Denkschrift über die Valutafrage.
mz. Berlin, 1. Okt. Die der Nation ilv-mßrmmlMng vom Reichsfinanzimnister zugestellte Denkschrift über die V >a l u t a f r a g e gibt ««nieit-end zunächst e.'.n«n übevbllck über die Entwicklung der Walutasrnrie während des Krieg? und schikdert 'dann bve mit der Revolution be§innenbe katwstrophals Wendung, di« zu fast vollständigem Niederbruch sübrte. Nack> Darleguno der Gründe^sür oei Rievsrgaug bis. zur Revolution und die'früheren Gegenmatznahm.LN führt diS Denkschrift die Gründe für dw Valetta«rttwertu-ng seit der Rede- lütivn an. $n bie f er Beziehung werden erwähnt: Die große Einsl'br von Lebensmitteln und Rohstoffen wich dem Abschluß !«s Waffewstillitandsvertregs, d»e schrviernien ftmerpskichschle.-i Verbältnisie, di« ständlgen Unruhen. Stre'kS und Lohn- beweyungen. di>e Kapitalflucht wegen des Terrors und der be--. vorstehenden Steuerzugviffe, di« notwendige Aödeckung der früher eingegangenen Polutakredite und der ständige Druck des ungeheuren schwimmenden Marknolenmaterirls in West- und Nordel, ropg. Die Denkschrift gibt schließt'ch einen Überblick über- die «leplanten neuen Maßnahmen zur Hebung der Valuta und führt dazu u. a. aus: Das erste große Mittel iind innere R-uhe und Ordnung. unermüdliche geregelte Arbeit und strengste Sparsamkeit aus allen Geb ' e te n. Angestrebt wird «ine bessere Regel mg der Ein- unü Ausfuhr, nameutlich «der eriteren nach den BeUirsnissen Deutschlands und die Wiederljerstellnnq der Zollgrenze im Westen. Damit muß auch die Zollveietzgebling wirksam gestaltet werden. Die Preispolitik unseres Ausiabrhawdels matz^ den Bedürfnissen des Laindes an gepaßt werden, zumal der^ Hauptexnort kein natürlicher, sondern infolae der Wertenhöhuilg der Auslawdsvaluta ein Aasberkaus ist. Die Pre:spoüfnngs. stell« dürfe derl gesunden Export nicht verhindern.
Eine neue Verhaftung in Bromberg.
mz. Bromberg, 30. Sept. Der Gewerkschastssekretär «Stöffel, Mitglied der. preußischen Landesversammlnnp, wurde in der Nacht zum Freitag ohne jeden ersickchlich-.m Grund verhaftet. Stößel, der sich anläßlich interner Besprechungen über Gewerkschastsangelegenheiten in Posen nufhielt, wurde nachts gegen 1 Uhr im Hotel aus dem Bett herauSgebolt und unter Bedrohung seines Lebens wie ein ge- meiner Verbrecher nach dem Polizeigefangnrs geschleppt. Auf .den energischen Einspruch der Posener Parteigenosse wurde Stöffel nach umständlichen Vernehmungen und Rück- ftagen am Freitagnachmittag gegen 6 Uhx Medrr frei, gelajie«, *
