Nr. 990 , Mittwoch, 18» August 1919.
veit, lbr Mglichstcs zu tun, um ii-e Arbeitsföckne m'k den An-
ftwderrmf«« des Sebensunj«icha!iS mehr in,ü*»ere:ustlmm.«ng zu brmpens sie seien jedoch der 'Ansicht, daß die Forderung ,,ach blcken Löhnen mtt »er Frage der Verstaatlichung der Eisenbahnen nichts zu tun habe.
WWIWI! «« MMWMWMMZ.
Bon H. Schmidt-WieSbaden, städtischer Oberlandmesser.
Wir gehen unleugbar einer großen Wohnungsnot ent- »eoen. Die Baumaierialien sind kaum gl beschaffen. Was da ist an xäumaterialien, ist sündhaft teuer. Die Lohne smd überaus hoch, daiür aber die Arbeitszeit um so kürzer. Bei der Herstellung neuer Dehnungen rechnet man mit der dreifachen ftberteuerung der Baukosten gegenüber den Friedenskosten. Eine Wohnung in einem Neu. lau müßte also von Rechts wegen etwa das Vierfache einer im Frieden errichteten Wohnung losten. Da das kein Mensch bezahlen kann, ist tag Reich mit einem großen Kredit eingesprungen von 500 Millionen, cu'g dem Zuschüsse zu den überteuerungskosteu gegeben werden unter der Voraussetzung, daß Staat und Gemeinde zusammen einen gleich brhcn Betrag übernehmen. Es stehen also im ganzen 1000 Millionen eher eine Milliarde zur Abbürdung dieser überteuern»gs- kosten auf ein normales oder erträgliches Maß zur Verfügung. Tie Friedenskosten gelten schon nicht mehr als normales Maß, son- irrn man rechnet 50 Proz. Ausschlag auf die Friedenskosten alz eine noch Einkchr normaler Zustände bleibende Uberreuerung, der sich später auch die Mieten anpassen werden.
Ob der Hausherr auch der alten Häuser diese höheren Mieten emstecken wird oder der Staat auf diesen unveroienten Wertzuwachs Anipruch machen wird, ist eine Frage, die nickt hier untersucht werden soll. Es steht also eine Milliarde zur Abbürdung der jetzt drei- dis vierfachen ttderteueruug zur Bersügung. Was geschieht aber, wenn diese Milliarde anfgebraucht ist und die Wohnungs- not besteht werter und die überteuerung hat uns nicht den Gefallen getan, aus 50 Proz. der Friedenskosten zu fallen, sondern beträgt nach wie vor das Drei- dis Vierfache der Friedenskosten? Die Zwangseinquartierungen und sonstige Notmaßregeln haben doch schließlich auch einmal eine gewisse Grenze, wenn man sie nicht überhaupt ganz zu vermeiden suchen wird. Wer bezahlt alsdann die überierierung? Lder sollen wir die Mietpreise aus das Drei- bis Vierfache wachsen lasten, damit ein Neubau sich auch ohne überteuerungszuschüsse reu- tiert? Das ist vorläufig eine noch ungelöste Frage.
Wenn Deuischland die Bevöllerungszunahme aus der Zeit vor dem Kriege wieder bekommt, so sind jährlich für eine Bevölkerungszunahme non 800 000 Einwohnern neue Wohnungen zu bauen. Und wenn die Bevölkerungszunahme nur 500 000 Einwohner beträgt, so rnüssen immer diese 500 000 Einwohner untergebracht werden. Wer ioll für diese 500 000 Einwohner Häuser bauen? Der Unternehmer, der früher baute, kann nicht bauen, denn es fehlt die Rentabilität. Reich und Staat werden nicht bauen können, denn zum Bauen gehört viel Geld. Ebenso geht es den Gemeinden. Aber wohneil müssen die Menschen und so muß Geld geschassen werden.
Sage keiner, mich geht die Sache nichts an, ich habe mein Haus oder ich habe nieine Wohnung. Lieber Freund, wenn nun dein Haus oder deine Wohnung abbrennt? Schadet nichts, sagst du, ich bin versichert. Gut, aber bis das Haus wieder aufgedaut ist. vorausgesetzt, daß du das Drei- oder Vierfache des Friedenswertez versichert hast, liegst du auf der Straße. Nun ist es ja etwas Seltenes, daß ein Haus abbrennt, aber trotzdem ist unser Freund von vorhin versichert. Daß einer in Zukunft keine Wohnung findet, ist wohl sehr viel häufiger anzunchnien, als daß seine Wohnung abürennt.
Gut, tvarum ist er nun aber nicht dagegen versichert. Die Antwort ist einfach. Es gibt keine Versicherung zurzeit dafür, d. h. es gibt wohl welche, aber zurzeit versagen auch die, weil die Orgainsatton aus ganz andere Verhältnisse zugeschnitten war, ich nicine nämlich die sogenannten Spar- und Bauvereine und Bange- rwssenjchasten. Di« Organisation würde aber nicht versagen, wenn alle Wohnungskonsumenten in Spar- und Bauvereinen oder Genossenschaften organisiert wären, denn dann wäre di« neue Wohnungsbeschaffung auf breite Schultern gelagert und würde eben von der Allgemeinheit, nicht dem einzelnen Unternehmer getragen.
Fangen wir einmal an zu rechnen. Erst im Großen, dann im Kleinen. Mit runden Zahlen. Aus Kleinigkeiten kommt'? nicht an. Das neue Deutschland hat rund 60 Millionen Einwohner. Tie jährlich« Bevölkerungszunahme beträgt rund 600 000 Ein- wchner. Das macht aus 100 Einwohner 1 Einwohner. Also 100 Einwohner müßten alljährlich für einen Einwohner 1 Wohnung be- schassen. Rechnen wir den Wohnungsauswand für Miete für einen Einwohner jährlich auf rund 100 M. Es wird vielleicht ein wenig viel sein, aber das schadet zur Sache nichts. Das macht, kapitali- siert zu 5 Proz. (das ist ein bißchen wenig, eigentlich müßte man v Proz. rechnen) 2000 M. D. h. di« 100 Einwohner müßten jährlich »000 M. aujbringen, um für den neuen Einwohner eine Wohnung m schaffen. Diese 2000 M. sind aber nicht verloren, sondern es ist Kapital, welches der neue Einwohner verzinst. Nun reichen aber Uese 8000 M. unter den jetzigen Verhältnissai nicht, denn wir habe,, eine dreifache U b e r t e u e r u n g , also müßten wir statt 2000 M. — 8000 3K. + 3 X 2000 M. = 8000 W. anfb ringen. Da die dreifache Überteuerung sich aber nicht aus die Gesamtkosten einer Feiedenswohnung, sondern nur aus die Baukosten bezieht, wird die Rechnung doch noch etwas anders.
Man kann annehmen, daß in G r o ß st ä d t e n % bis J4 der Kosten eines fertigen Hauses auf den Grunderwerb fallen. Rechnen wir y 4 . Bei der Wohnung von 2000 M. entfielen also auf Grund, erwerb 500 M„ auf Baukosten 1300 M. Letztere vervierfacht, sind 9000 M. und Grunderwerb sind 6500 M. 100 Einwohner haben also jährlich 6500 M. aujzubringen, von denen iich 2000 M. glatt verzinsen und »500 M. verlorene Ko,ien also Bersicherungsgebuhr sind Die 2000 M. können anderweitig als Hypothek aufgebracht derben. Die 4500 M. müssen von der Versicherungsgesellschaft aus. gebracht werden. Das macht also aus jeden Einwohner t5 M. ,ahr- ich. Dafür würde ober iede Mi-tsteigerung vermieden, da die reuen Wohnungen ja auch nur mit dem Mietwert der alten angesetzt sind.
Mit anderen Worten, mit 45 Proz. der alten Mieten wäre «in« Wohnungsversicherung durchzusübren, bei der ausreichend neue Wohnungen geschajsen würden, ohne daß eine allgemeine Mletssleigernnq Platz zu greifen brauchte. Wenn aber eme derartige Kegel,mg nicht stattsindet, steigen die Mieten entsprechend den Her- steliungsGften der neuen Wohnungen auch in den asten Wohnungen. Eine Entwicklung, die automatisch im Lauf« der Zeit emtrttt, d. h. entsprechend den verteuerten Herstellunqskosien einer Wohnung für eine Perlon von 2000 M. aus 0500 M., steigen die Mieten von 100 auf 825 k., also um 225 Proz., die der Hausbesitzer »der der Staat alt Wertzuwachs einstreichen. Die NeuherstcUnng von Wchnungen es'frlat aber erst, wenn die Mieten so hoch gestiegen sind, daß sich die Reuherstelluna lohnt. , ...... ...
; Inzw ,, chen drängt sich die Menschheit bei üetig sichsteigernden Mieten in den alten, Wohnung e n zusammen. Der einzeln« kann natürlich eine der. artige Organisation nicht durchführen. Hier mutzte das Re ich oder k«r Staat ein greisen. Wenn die ganzen Bersicherungs- stimme,, zusanimenfließen und dort verwendet werden, wo es not cht. läßt sich ganze Wohnungsnot mit einenimal und gründlich «uf die Dauer beseitigen. Um welche Summen es nch dabei handelt, ergibt sich sofort, wenn man die 45 M. für dre Person mit den 60 Millionen Einwohnern des Reiches multipliziert. Es gebt einen Ge. kamiberrag von jährlich 2700 Millionen Mark. Dieser Betrag stellt die sogenannten verlorenen Baukosten dar. Aber was heißt verlorene Baukosten. Das Geld geht nicht verloren. Es stießt wieder in die Haschen der Bauunternehmer. Bauhandwerker, Baulnaterialien- bbtidler. an alle, die direkt oder indirekt nnt dem Bauen zu tun baden, kurz, in die allgemeine Volkswirtschaft.
, Und mit den neuen Wohnungen,, die nach den neuen ge- sttzlichen Borschristen nicht mehr als Mietskasernen, 'andern als Flachbauten möglichst mit reichlich Gartenland als Garten, l-ede,ungen, Kriegerheimstätten usw. errichtet werden sollen, »rep wicdn um he Volkswirtschaft durch Vergrößerung der mndwtrtschast- lcken Erzeugung befruchtet und gehoben. Also bitte, »«$* «*
schrecken vor den großen Zahlen. Es klingt etwas nach , 5 -rles Berne vielleicht gibt es andere testere Lösungen. Aber lieber alles Geld auswenden, wie wirkliche Wohnungsnot in den Großstädten, die zur Anarchie und imhaltbaren Zuständeu führen must. Lieber vor- ***t««, wie hie Scherbe« jl.ickeni
Wiesbadener Tagblatt.
Abe«r-Ausgave. Erstes Blatt. Sette »
Wiesbadener Nachrichten.
Über das Einmachen.
Man schreibt uns: Beim Tinkochen machen viele Haus- fr-men fetzt den Fehler, am Zuckerzusatz zu sparen, ohne dafür eine ander« KoriiservierunqsmethoLe anzuwenden:
Methode 1: Sehr steif eingekochtes Mus hält sich ohne Zuckerzusatz, weil die geringe Feuchtigkeit Li« m t*r Luft vorhandenen Pilze oder Keime, di« „das Veeverven -üeovorru-fen, nickt zur Entwicklung Icmmen läßt, genau wre zich gedörrtes Obst hält, weil ihm da« ruerste Master «nt-
LlXtzL'N ili t.
MetLod« 2: DaS Koch endeinf>rllen ,n
Flaschen. Auch dünnes Obstmv-s laß sich konservieren. Füllt man irgend «in dünnes kochendes Mus ganz ohne Zucker oder mit gerinaeni Zuckenzusatz in heitze und -dadurch keimfrei« Flaschen und ver'cklidstt diese sofort einzeln mit eurem zehn Minuten in Wasser erhitzten Kork und verlackt sie, -o hau eS sich durch das Abtöten der Keim« durch Hitze und sonmrgen Verschluß. Dadurch ist «in« Art Sterklis ition erreich» worden, di« sich für dünnflüssiges Apfelmus (dickes läßt sich zu langsam cinfüffen und nimmt dabei Keime auf), Stack,-.llbeermark, Aprikosenmark und vieles ändere aniwenden Iaht. Benutzt man einen Trichter, so hängt man in den Flaschenhals einen ge- brühten Bindfaden, damit di« Luft schnell entweichen kann.
Methode 3: Das K och ende i n fü l l e n rn
G l ä ' e r. Töpfe, Wasserflaschen. Wassergläser und „decg.nchen .reck Sieh. Regverungsrat Professor Dr. Schutt Wre-.ssivald), arwendbar für Komvotts und Marmeladen. Hausiraue», d-c in letzter Zeit aut den Kauf von städtischer Marmelade »er- zickteten. weil sie ihnen nicht zusagt«, sollten, um teueren Zucker zu sparen, sich den Zuckergehalt (SO bis 60 Prozent) der käuflichen Marmelade zunutze macken, indem sie >e 1 Pmnb Früchte (Himbeeren. Rhabarber oder andere) mit 1 Pfund stät tischer Marmelade mischen. Auf dies« Werse wwd stc bekömmlich, billig und sehr gut im Geschmack. Himbeeren 'chmecken am besten, Rhabarber ist am bill asten. Will man di« Marmelade für den Winter autdewahren, so macht man ste auf folgende Art haltbar: 1 Pfund Himbeeren oder andere Fruchte werden mit I Pfund städtischer Marmelade auszekocht und 5 bis 10 Minuten ziehen gelassen. Inzwischen har meß Gläser erhitzt und Kleister und Berschlwßpapiere vorbereitet.
DaS Erhitzen der Gläser geschieht entweder im Back, len. wobei zu beachten ist, daß sie mit dem Backoien zugleich erhitzt werden, auch darf der Backofen nicht io he-h norden, daß eingelegtes Papier bräunt. Man kann auch erst 40grad:g«S Master, dann ungefähr 80gradigeS Wasser, unv dann in die nicht etwa ausgetrockneten Gläser sofort das kochend leihe Obst einfüllen ^ t
Kleister. In ein kleines Töpfchen mvt kochendem Wasser schüttet man unter Rühren io viel Kartoffelgries, daß der Kleister recht dick wird und fiiat ctwas Dalizyl dazu. Gekochtes Mehl oder Störkekleister mit Saiizulzusatz tut die gleichen Dienste. Der Kleister mutz jedeSmal frisch gekocht werden.
Als Papier benutzt man Schreibpapier, wie man es in Schulheften hat. Pergamentpapier ist ungeeignet. Die Papiere werden so groß geschnitten, datz sie den /Rand der Gläser oder Töpfe genau bedecken. Ein zweites Papier wird etwas größer geschnitten und der Rand mit kleinen Einschnitten versehen, damit es sich besser anschmiegt. Jedes «r- hihte Glas wird einzeln mit der kochenden Marmelade gefüllt :,nd sofort mit dem klcineren, mit frischeui Kleister bestrichenen Papier versehen. Sind alle Gläser gefüllt, wird das größere Papier übergeKebt und am Rande fest herirntergestrichen. Diese Art der Sterilisation läßt sich f"'.r alle Marmeladen und Kompotts anivenden, aber niemals für Gemüse. Ein sauberes, sorgfältiges Arbeiten und ein gründliches Erhitzen sämilcher Gegenstände (feackstesDch. -Löffel usw.), die mildem iEinzumachenden in Berührung kommen, ist Bedingung für sichere -Haltbarkeit. .
Methode 4: Marmeladen und Kompotte, Cie nicht durch große Zuckermeng-en baltbar sind, lassen sich in gewöhnlichen -Eimnachbäs-en mit Pergamentpapieuverschluß in Wasser oder Dampf sterilisieren. Man bindet zuerst «in Pergamentpapie-' über, sticht mit einer Madel ein feines Loch hinem, sterilisiert die Maser und bindet über die noch sehr heißen Mäser^ein PveiteS Pevgamentpapier. Ohne das eingestochene Loch würde das Obst leicht gsgcn dc^S Pergamentvapier kochen. Nack Metlwde 1, 8 und 4 Eingem ichtes darf nickt im Keller aufbe- wahrt werden, weil der -Verschluß leicht Feuchtigkeit anziebt. Um das Pergamentpapier noch dichter zu machen, kann man eS zum -Schluß eventuell mit Wasserglas oder 'Paraffin bestreichen.
Methode 8: Das Dörren ist bssonderS für solche Hausfrauen geeignet, die sich nicht viel um, das Einmachen kümmern können, denn sie können den Dörrapparat stundenlang unbeobachtet stelzen lassen. Wendet man ein« der fünf Methoden oder das allbekannte Sterilisieren mit guten, Gummi- rchaen an, so kann man benzoesaures Natron, das nicht jedermann zu-iogt, leicht enibe-bren. Benzoesaures Natron sollen nur solche Hausftauen nehmen, die nickst verstehen, wie st« beim Einmochen das Keimsreimachen und Keimfrethalten zu bewirken haben. . „. . , ,.
Zum Schluß noch einiges über das Ern kochen mit Zucker. Anstatt des gsw-öhnlühen Zuckers läßt sich Invertzucker, nach dessen Wert häufig geftagt wrrd. sebr gut anwen,- den, wenn man anstatt 100 Gramm weißen Zuckers ungefähr 12.'. Gramm Invertzucker benutzt. Der Invertzucker eignet sich genau ivie der übliche weiße Rüben- oder Rohrzucker vorzüglich für alles Eingemachte, nebenbei bemerkt, kann man ihn auch zum Süßen von Tee,' Kaffe«, Kompott, Aufläufen, Tremes Soßen und Kuchen verwenden. Jeder Zucker sollt« be, Marmelade nach dem Eindicken des Fruchtmarks und bei Gelee und -Saft nach dem Erwärmen des Saftes zugesetzt werden. Da? ist bei Invertzucker besonders zu beachten, weil er sonst leicht einen Karameloeschmack annimmt. Wer sich m,t dem Zucker sehr einrichten muß, kocht besser Marmeladen und keine Gelees. Es wird auch daran erinnert, wie gut man aus selbst- getrockneten Früchten im Winter Marmelade kochen kann. Setzt man getrockneten Kürbis oder Mus von gelben Rüben zu, so braucht man dchto weni ger Zucker.
— Preisbindung für Obst. Wie der .M. St" hört, wird für das a a n z e G « b i e t d e r i 0. A r m e e eine einbeitl'che Pre:si mdung für Obst «ingeführt. Es handelt sich dabei nnt die Bez irke des besetzten Hessens, ron H e s s e n > R a s s r u und Nategegend einschließlich Birkenield- Für das besetzte Heise:, sind die L^estimmungen gestern bereit? durch die hessische Regierana bezw. das Landesernährunasamt genehmigt und hckeu dadurch im Augenbl-.ck der Verötienilichüng Gesetzes- Traft Für die Bezirke Wiesbaden. Kreuznach und Birken, feld bestimmen die Kommunalverbände auf Grund der gelten den Gcfehrsbrstimmunyen. Für den Bedarf der Konlerverr febrilen find besondere Beft'mmungen vorgesehen. Die F-nt sctznng t«r Preise At so bemessen, daß sie gegenüber denen in der Pfalz z. B. erheblich höher sind. Dem Landwirt uno dem Handel,ist genügend Nutzen gelassen. Betroften werden vcn der Preisbindung vor allem Pfirsiche und Aprikosen, Frühäpfel und Frühbirnen, Edelobst bei Äpfeln und Pirnen, Reine- rlauden Und Mirabellen, Brombeeren, Pflaumen und Zwet- icheu, Fallobst. Dch Ursachen, die für big Preisbindung in dem
ganzen Eebiet maßgebend waren, sind die Maßlos'.gke-.tem drück in der Preisbildung bisher gezeigt haben und dre daS «x- laubtc MaL überstiegen. Die Neuordnung wird m« ««
1 ö. Jluqu st in Kraft treten.
— C-tne neu« Grippe? .In der lchi-en Zeit sind lo-eder auffällig viele Leute von influenzaartchen TrscheimuE ve- fcllen werden. Ganz v'otzlich stellen stch Hust^ureiz, ft ^ Bronchialkatarrh und Gliederschmerzen ein. Anichernend gondelt es sich um «ine neue Woge der Grrpve-Ep,dem,e, d:e uoer unsere Heimat geht. Bei dem sommerlich-warmen Weller ist die Krankheit nawrlich besser zu heilen ^als rn den W:ne.» monaten. Es ist aber doch felftam, daß von Zeift L- Z«>t immer wieder -ein Lüftlein mit einem Harlein darin uver uns ftrtweht und den Gelehrten e:n unerforzchteS Ge-heunn-a vor die Tür legt,
— Prrsonenfchiffthrt Mainz- Koblenz. Nackidem di« Ko.n-
Düsseldorfer Rheiridampsschiffahrtsgefellschuft dr« Mehrzahl chrer Dampfer fr-eigegeben bekommen hat, beabsichtigt j:e, wie der „Mainzer Anz." hört, ibre Fa-brten noch aufzunehmen, obwohl die Jahreszeft schon vorgerückt ist. Es kommen aber tie ftüheren durchg-ehenoen Fahrten -von Mainz b,s Köln wcht m«-hr in Frage, sondern lediglich die sogenannten Lokalfahr.en, also -Fahrten zwischen Mainz und Koblenz, Dkainz--St. Goar, Mainz-Aßmannshaus-en. Ein genauer Fahrplan ist rwch n-cht festgeleyt und wird Gegenstand einer demnächst stattnnsenden Besprechung sein. Die Aaenturrn der Gesellschaft haben bereits van der Wiederaufnahme der Personenfchiffahrt M-tte,» lung und entsprechende Anweisung erhalten.
— Einäscherung. Unter ungewöhnlich zahlreicher Beteiligung send am vergangenen Sonntag die Einäscherung oes verstorbenen Herrn S. B l u m e n t h a l statt. Die Fe,er gab ein erhebender Bild der Wertschätzung und Liebe, welcher sich der Verstorbene erfreute. Nach t:ef empsundener Rede des Herrn Rabbiner Dr. L e,v Y- Mainz sprachen für die Nass. Loge Herr Moritz Gold sch midi, für die isarelitrjche Kultusgemeinde Herr Justrzrat Dr. Sel,g- lohn, für den israelitischen Unterstützungsveren, Herr Kaufmann Mar Heß. Namens der Wiesbadener Kaufmannschaft sprach Herr Stadtverordneter Glücklich Worte hoher Anerkennung. Er schilderte den Heimgegangenen als pflichtgetreu-n, fleißigen Menschen- aus welchen die Kaufmannschaft wegen seines lauteren, Charakters und strengen Gewissenhaftigkeit wahrhaft stolz war. Für dre zahlreichen Angestell.en der Firma Blumenthal u. Co. sprach Herr Anton Landkammer, der in beredten Worten die väterliche Fürsorge des verstorbenen Chefs rühmte.
— Gasvergiftung. Zu dieser Notiz in der gestrigen Abend-Ausgabe teilt uns die Mutter des auf so unglückliche Weise ums Leben ;ekommenen jungen Mannes mit, daß stch derselbe nicht obdachlo» ijerumtrieb, sondern nach einer kleinen Differenz Mit seinem Meister aus Furcht vor Strafe von seinem Elternhaus ferngeblieben und nur deshalb veranlaßt worden je,, während der einen Nacht in der Kaserne llnterkunft zu suchen, wobei er dann,wie berichtet, durch die von der Blausäure ausstromenden Gase seinen Tod band.
— Kleine Notizen. Aus den am Freitag beginnenden heil^ pädagogischen Kursus des Heilpädagogischen SprachiNstitutS Koblenz fei auch cm dieser Stelle hingewiesen.
Aus Provinz und Nschbarschüft.
-- Biebrich a. Rh.. 12. Aug. Beim Baden in der L'schen Bade, anstalt ist am Sonntagnachmittag ein Soldat von den hiesigen Bcsatzungstrupprn ertrunken. Wahrscheinlich ist er von einem Herzschlag betroffen worden. Die Leiche wurde noch nicht grlandtt.
FC Eltville. 10. Aug. Spaziergänger fanden im hiepzen Wald« einen lammerlich winselnden Schäserhund in einer Wildschlmge gefangen. Der Hinterteil des Körpers war von der Schling« fest eiugeschnürt und diese im Fell schon vollständig emgeschnllten, da der Hund schon längere Zeit sich in der Schlinge gefangen hacke.
Sport.
Pferderennen.
Frankfurt «. 12. Aug. Preis von Schwanher». ÖW®.
1. Herren A. u. E. v. Weinbergs Per» (O. Schmidt), 2. Elga, 3, PallScarka. Sieg 20, Platz 13, 21, 28. - Preis vom Odenwald. 11 000 M. 1. Herrn I. Süßmanns Fra Diavolo (Kukulies), 2. Pipui, 3 Mrbel. S,eg 25, Platz 13, 34, 15. — August-Berkaufs-Rennen. 13 l>00 Dl. 1. Herrn W. Blatts Isis (Büttner), 2. Wasserratte, 3. Palme. Sieg 43, Platz 20, 18. — Alexander-Rennen. 25 000 M.
1 Herren A. u. E. v. Weinbergs Rosenritter (O. Schmidt), 2. Mörser, k> Feldherr 2. Sieg 22, Platz 20, 36. — Preis vom Saalhof. .0 000 Mark. 1. Herrn Friedheims Freda (Wenzel), 2. Algebra, 3. Godes- kerg. Sieg 1/. Platz 11, 12. 13. ^
* Mainzer Regatta. Der Mainzer Rnderverein sieht für dieses Kahr von der Ausschreibung einer offenen und internationalen Regatta ab und veranstaltet Sonntag, den 24. Auaust. eine auf Ber. eine de- besetzten Gebietes beschränkte Regatta. Es wird mit einer Beteillzung von 14 Gastvereinen gerechnet. Vorgesehen sind An- sänger-Vierer, Schüler-Vierer, Jungmannen-V,«rer, Einer, Erster Vierer, Jungmannen-Achter, Stilrndern und Erster Achter. Schüler- Vierer und Stilrudern gehen über 1600 Meter, die anderen Rennen über 1900 Meter.
sr. Fußball. Der ungarische Fußballmeister Maghar Testova- korlok Köre, Budapest, spielte in Karlsruhe gegen den dortigen Fuß- ballverem und siegte nach fast ausgeglichenem Spiel knapp mit 1:0 (1:0). 10 Minuten vor Schluß erelgnete sicy em Zwischenfall. Der Schiedsrichter gab für Karlsruhe einen Eljmetervall, der aber von einem Teil der ungarischen Mannschaft nicht anerkannt wurde. Erst nach längerem Hin und Her nahmen die Ungarn den Strafstoß an, der dann von Hirsch-Karlsruhe absichtlich über die Latte geschossen wurde. _
Gerichlssaal.
me Todesurteil. Düsseldorf. 13. Aug. Das antzervrdent- liehe Kriegsgericht verurtlllte den Maschinisten Gerhard Fischbach zum Tode, weil er am 27. Juli in Düsseldorf-Wersten, nahe ber Grenze des besetzten Gebietes, den Kaufmann Oskar Weinert aus Münster erschossen und chn seiner Barschaft von 2000 M. beraubt h atte. ..■«■.i] i_,
Neues aus aller Welt.
Grsßfeuer in einem Nahkampfniilteldepot. mz. Berlin, IS. Aua. Das „Tageblatt" meldet aus Köln: In einem Schuppen des ehemaligen Nahkampsmitteldepots in Köln-Boll, in dem Arbeiter mit dem Verladen von Rauchminen beschäftigt waren, brach gestern nachmittag Groß!euer aus, bei dem mehrere Personen getötet wurden. Es wurden bisher von der Feuerwehr 11 Leichen geborgen. Weitere Tote sollen sich noch unter den Trümmern befinden, darunter auch zwei englische Soldaten, die dort Posten standen. Das Feuer ist an- scheinend durch Selbstentzündung ber Rauchmmen entstanden. Der Schuppen rst vollständig ausgebrannt. Der Schaden ist außerordentlich groß.
Kriegsflagxen als Tauschmittel, nie. Berlin. 13. Aug. Der
,.Lok.-Anz/ meldet aus Danzig: Aus einem Schuppen wurde ein Sack gestohlen, in dem sich 800 Kriegsslaggen befanden, die ton einem deutschen Schiff nach Kiel mitqenommen werden sollten, A,beiter tauschten die gestohlene» Flaggen gegen Tabak und
i jigarettu» und Seife aus oem in, Hasen liegenden englische» kicurer ein
Das ErplosionSunglück auf der Kieler Werft, mz. Kiel,
12. Aug. Nach den neuesten Feststellungen wurde., beim Erplosions- imgliick aus der Kieler Reichswerft 6 Personen gerötet und 4 verletzt. Außerdem wurden aus der benachbarten Germaniawerst 8 Personen durch umher fliegende Trümmer verletzt.
Revolverschüss« beim Stiftungsfest, mz- Trier, 12. Aua. Fn Halsenbach aus dem Hunsrück drangen am Sonntag beim Stif- tnugssest des ^ünglmgsvcreinl drei Burschen ans Boppard auf den Fcsiplatz und feuerten mehrere Schüsse aus einem Browning ab. Ein Junge von 15 Jahren wurde getötet, ein junger Wan» tzurA einen Brustschuß lebensgesährlich verletzt.
