Intelligenz.Blatt
der steten Madi Frankfurt.
(ErpeditionÄ-Compton am hl. GeigpförtchW 51 214:)
M 309. Samstag, dm 31. December 1853.
Vollendet hat das Jahr den Sauf, Sein letztes Stündlein zieht Herauf Und es ergreifet unser Herz
Mit Macht der nahen Trennung Schmerz.
Gleich Deinen Brüdern eilst auch Du Dem großen Zeitenmeere zu, Wo seit den âlt'sten Tagen schon Vergessenheit besitzt den Thron.
Noch einmal rufen wir zurück UuS jedes Leid und jedes Glück, Das uns das alte Jahr gebracht, Dem bald Saturn den GarauS macht.
Wir waren oft durchbebt von Lust,
Oft füllten Klagen unsre Brust, Bald standen wir am Krankenpfühl, Bald weilten wir im Festgewübl.
Zerrissen hat manch' theu'reS Band
DeS Schattenfürsten kalte Hand;
Er waltet ohne Unterlaß And macht selbst Nosenwangen blaß.
Im Spiegel der Vergangenheit
Stellt jedes Glück und jedes Leid Noch einmal unsrem Blick sich dar. Leb' wohl, leb' wohl, verklung'nesZahr!
Sylvester-Abend bricht herein, Wir wollen heit're» Muthes sey'n Und festen Aug'S und mit Vertrau'» Dem neuen Jahr ins Antlitz schau'n.
Die Zukunft ist uns zwar verhüllt, Doch ob das Herz auch Sorge füllt, Noch immer lebt der alte Gott; Er macht die Angst gar leicht zu Spott.
Er wird, wie auch die Jahre flieh'n,
DaS Ruder führen fernerhin;
Was Er beschützt mit starker Hand, Hat in dem Wechsel selbst Bestand-
Willkommen denn Sylvester-Nachts DeS alten Jahres sey gedacht!
Dem jungen an der Pforte weih'» Wir aber herzliches: „Herein!"