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Intelligenz-Blatt der freien Stadt âMkstrrt.

(Expedition§«Comptoir am hl.GcistpsSrtchenN 214;).

M 250. Samstag, den 22. Octover 1853.

UeverbLLek der Ereignisse im Webèete der politischen und materiellen Interesse«.

Es ist unendlich schwer, bis das große Publikum über gewisse Dinge klar wird und von alten Vorur­theilen abläßt. Darum ist es Pflicht, in guten Vplks- blättern so viel Aufklärung als möglich über wichtige Fragen des Lebens zu bieten. List.

Frankfurts, den 22. October. Wir haben in diesen Tagen mehrmals erlebt, daß telegraphische Botschaften auS dem Orient unser Publikum in große Auf­regung versetzten. Das zauberschnelle Verkehrsmittel ist noch so neu, daß wir einige Be­merkungen darüber zur Verständigung in diesen Uebcrblicken nicht für überflüssig halten. Aus der früheren Epoche der optischen Telegraphen, welche allein zur Verfügung der Regierung standen, knüpft sich an diesen Begriff, außer dem der Schnelligkeit, auch der der Sicherheit und Zuverlässigkeit. Anfangs, als es noch wenig Tele­graphendrähte gab und als die Preise noch sehr hoch waren, meldete man auch wirklich nur zuverlässige und außerordentlich wichtige Nachrichten und so erhielt sich die Bedeutung der telegraphischen Botschaften noch eine Zeit lang. Nun ist aber die Verbindung so ausgedehnt und die Preise sind so niedrig geworden, daß man z. B. in der Schweiz, wo der Preis für 12 Worte durch das ganze Land nur 28 Kr. beträgt, eine kurze Privatmittheilung bald nur noch telegraphisch mittyeilen wird. Auch in an­deren Ländern besinnt man sich immer weniger, sich oder Anderen die geringen Kosten für eine möglicherweise falsche Nachricht umsonst zu machen, wenn man dadurch seine Be­flissenheit beweisen oder gar in anderer Rücksicht einen günstigen Erfolg erzielen will Die Hauptmahnung zur Vorsicht ist aber der Umstand, daß bekanntlich von Konstan­tinopel aus kein Telegraph mit Centraleuropa in Verbindung steht, sondern daß wir die elektrischen Depeschen erst durch die Vermittelung von Wien, Triest oder Paris empfangen. Als gewöhnliche Briefe sind die Meldungen von Ueberschrei- uing^deS Pruth durch die Russen von Bukarest, die verfrühte Nachricht von der KriegS- Mlarung der Pforte von Konstantinopel abgegangen und erst in Wien in den telegraphischen Stand erhoben worden. Daß sie sich nachträglich bestätigt, thut nichts zur Sache; es genügt, daß zur Zeit ihrer Meldung diese Nachrichten unrichtig waren. Nm Cpnjecturalpolitik zu treiben und etwas als unvermeidlich Erkanntes vor lemem Eintritt als geschehen zu melden, dazu bedarf eS keiner Telegraphen. Diese wenigen Bemerkungen haben wir für angemessen erachtet, über eine Einrichtung, welche ^stimmt ist, demnächst Europa zu überspannen, wie sie schon in Nordamerika und im vritischen Indien die größte Ausdehnung erlangt. Auch unsere Stadt, wohin zu dem