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Intelligenz-Blatt

der Men Stadt FrankMrt. ^S^'

(Expeditions-Comptoir am hl.Geistpförtchendl 214;)

M 156, Dienstag, den 5. Juli 1853.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Des Landes Bollwerk sind die Fesinngsmauern, Sind diese gut, geschützt ist Euer Land;

Doch soll die deutsche Kraft sie überdauern,

Und deutscher Muth mach' sie tzem Feind bekannt.

Frankfurt, den 5. Juli. Wegen der vielbesprochenen Angelegenheit der ver­schanzten Lager bei 11 lm und Rastatt, sowie der in neuester Zeit in Frage gekommenen Küstenbefestigung von Norddeutschland und überhaupt wegen der kriegerischen Welt­lage dürfte eS für manche Leser dieser Ueberblicke interessant seyn, eine Uebersicht der deutschen Festungen überhaupt zu erhalten. Wir müssen aber dabei nicht nur die Festungen deS deutschen Bundesgebietes, sondern auch die außerdeutschen von Oesterreich und Preußen und einige von den holländischen und belgischen heranziehen. Der deutsche Bund als solcher besitzt drei ältere und zwei neuere Bundesfestungen; jene sind Mainz, von Oesterreichern und Preußen, Luxemburg, von Preußen, und Lan­dau, von Bayern besetzt, diese, aus dem Jahre 1842 datirend, im Bau fast vollendet, sind Rastatt, von Badenern und Oesterreichern, und Ulm, von Würtembergern, Bayern und Oesterreichern besetzt. Oesterreich hat das System der festen Plätze nach den heu­tigen Ansprüchen noch nicht entschieden durchgeführt; wenngleich der Spielberg bei Brünn, der Schloßberg bei Grätz rc. re. nicht mehr als solche heute gelten, so wird doch selbst noch die innere Stadt Wien als solche betrachtet; obgleich die Jahre 1805, 1809 und 1848 bewiesen, daß sie zwar keinem äußeren Feind Widerstand leisten kann, wohl aber stark genug ist, um einen verderblichen Bürgerkrieg zu verlängern. In Böhmen besitzt Oesterreich die Festungen Prag, Königingrätz, Theresienstadt und Josephstadt ; in Mähren den wichtigen Waffenplatz Olmütz; in den eigentlich österreichischen Landen Wie», Salz­burg, Linz in Tyrol, Kufstein und die Franzensfeste bei Brixen. Die Vertheidigung von

Junerösterrcich im Süden wird vervollständigt durch daS lombardische Festungs- Viereck Mantua und Peschiera am Mincio und Verona und Legnago an der Etsch, mit der Stellung Modlin-Tvanegrod-Bresch-Samosch-Warschau in Polen oder mit dem System von Memel-Pillau-KönlgSberg-Marienburg-Dirschau-Danzig-Weichsclmünoe zu vergleichen. Minder bedeutend ist Pizzighettone an der Adda und Palmanova und Os- sopo rm Venetianischen; daS österreichische Besatzungsrecht in der Citadelle von Ferrara ,$\°' beides im päpstlichen Gebiet, sowie in Piazenza berührt mehr die italienischen als die deutschen Verhältnisse. Gegen Polen zu bietet der Schloßberg von Krakau ein treffliches BefestungSobjekt für die Straße auf Wien. Die ungarischen Fe­stungen Comorn, Peterwardein, Arad, TemeschNM sind ihrer Bedeutung nach auS dem