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der freien Stadt Frankfurt.

(Expeditions - Comptoir am hl. Geistpförtchen M 214°).

" 'm 141 Dienstag, den 21. Juni 1853.

Ueber-lick der Ereignisse im Gebiete Der politischen und materiellen Interessen.

Italien ohne ©teilten macht gar kein Bild in der Seele; hier ist der Schlünel zu Allem. Göthe.

Frankfurt, den 21. Juni. Göthe bezieht den Ausspruch, den wir unserem heu­tigen Ueberblicke als Motto vorgesetzt, auf die Großartigkeit der Vegetation und der Bergformen, welche ihren Gipfel in Sicilien erreicht; aber leider gilt dieser Abschluß auch in staatsökonomischer Hinsicht, indem die mangelnde Fürsorge für Straßen und Schulen, welche schon in Mittel- und Unteritalien auffallend genug ist, hier ihren Ab­schluß erreicht. Der treffliche Beobachter Adolf Helfferich, Verfasser bekannter Schriften über Belgier, über Engländer, Franzosen und Italiener, hat soeben seine int Jahre 1850 aus Neapel und Sicilien geschriebenen, seiner Zeit in der Allgemeinen Zei­tung abgedruckten Briefe gesammelt veröffentlicht. Wir entnehmen ihnen folgende Notizen. Die Straßen von Palermo über Syrakus und Catania nach Messina haben den östliche» Bezirken SicilienS eine ganz andere Gestalt verliehen, als den anderen Provinzen, in denen man selbst in der unmittelbaren Umgebung deS Meeres nur in Sänften oder auf Maulthieren reist, und die Erzeugnisse des BodenS durch Esel eingeheimst und zu Markte gebracht werden, wo man wegen einer vom Hochwasser abgerissenen Brücke Monate hin­durch einen Umweg von 10 — 20 Miglien (4 Miglien = 1 deutsche Meile) machen mußte. Schon im Januar vorigen Jahres war zwischen Selinunt und Sciacca eine solche Brücke verschwunden, für die Jedermann gern den geforderten Tart (— 12 Kreuzer) erlegte, da sein Weg dadurch um vieles kürzer und bequemer war, und dennoch traf Nie­mand Anstalten, Hand an die Wiederherstellung derselben zu legen, obwohl eine solche stcilische Brücke aus weiter nichts als aus einigen ausgerichteten Stämmen und darüber gelegten Balken besteht, und der sehr bedeutende Umweg, den man zu machen hat, an abschüssigen FelsenwLnden hinauf und herab führt. ES ist freilich traurig genug, daß in diesem Lande eine. Gemeinde gar nicht daran denkt, zur Erleichterung deS Verkehrs, über­haupt in Gemeindeangelegenheiten, auch nur einen Kreuzer auSzugeben, so daß eS in der Regel eine wirklich halSbrechende Arbeit ist, von den meist auf Bergspitzen gelegenen Städten in den Thalgrund herab zu gelangen, aber fast noch unverzeihlicher muß man eS finden, daß die königlichen Beamten dergleichen öffentliche Mißbrauche dulden und es ganz gleichgültig ansehen, wenn zuletzt für das Maulthier nur noch eine Hand­breit Erde übrig bleibt, um an dem Rand eines jähen Abhanges vorüber zu kommen. Von Sciacca nach Girgenti ging eS durch Flüsse, Bäche, Sümpfe, Moräste, Dünensand, über Haiden, Kornfelder, Weideplätze, aber in einer Entfernung von 20 Miglien an keinem einzigen Hause vorüber! Wie die Bodenkultur in diesen Gegenden beschaffen ist,