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Intelligenz- Blatt

der freien MM Frankfurt

(Expeditions-Comptoir am hl. Geistpfortchen M 2140-

M 118. Samstag, den 21. Mai 1853.

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UeberbliE der Greigniffe im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Si vis paccm, para bellum !

Frankfurt, den 21. Mai. Seitdem die Friedensvereine in unserer Stadt ihre Zusammenkunft gehalten, hat ihre Thätigkeit nicht geruht, wie die „Oelblätter" beweisen, welche Herr Elihu Burritt bisweilen in den hiesigen Zeitungen fliegen läßt. Von solchen neuen Gedanken ist keine augenblickliche Wirkung zu erwarten, eS ist vor­läufig genug, wenn nur die Möglichkeit der Abschaffung des Krieges inS Auge gefaßt wird, und in dieser Hinsicht istschon dieZustcherung erfreulich, welche der englische Minister Clarendon kürzlich einer Deputation der Friedensfreunde gab: daß etwaige Streitigkeiten mit Nordamerika an ein Schiedsgericht gebracht werden sollten. Viele unserer heutigen Diplomaten jedoch scheinen, wennauch nicht aus reiner Liebe zum Frieden, heimliche Mit­glieder der Friedensvereine zu seyn, so geschickt wissen sie den glimmenden KriegSfunken immer wieder auszutreten, trotz aller Casus belli und Ultimatums. Aber selbst die Ab­schaffung des Krieges vorausgesetzt, so hängt damit die Abschaffung der stehenden Heere nicht zusammen. Auf diese, letztere geht aber eine PreiSschrift hinaus, welche der Ausschuß deS Friedenscongresses für den 1. Januar 1851 ausgeschrieben, ab» zuliesern an dessen Schriftführer Heinrich Reichard, London, FinSbury, New Broad Street 19. Der Preis beträgt für die beste Arbeit 3000, für die zweitbeste 1200 fl., die Schrift soll nicht über 200 Seiten groß Octav (Format der Revue des deux mondes) stark seyn, und kann in deutscher, französischer oder englischer Sprache abgefaßt werden. Dr. JosiaS Bunsen, der preußische Gesandte in London, wird die Preisrichter ernennen. Im Einzelnen soll die Schrift enthalten: eine gedrängte Geschichte des Ursprungs und der Zunahme der stehenden Heere im neueren Europa, eine -genaue statistische Angabe der Zahl von Menschen, welche gegenwärtig in den verschiedenen europäischen Ländern für den gesammten Kriegsdienst zu Land wie zur See verwendet werden, einen Ueber- fchlag der Kosten dieser Einrichtungen und Anstalten mit Einschluß deö Verlustes der productiven Arbeit der dabei beschäftigten Menschen und endlich eine Abhandlung über die moralischen, socialen, finanziellen und politischen Nachtheile dieses Systems stehender Heere in Friedenszeiten. — Im Allgemeinen ist diese Aufgabe schon gelöst in dem Schristchen, welches Herr v. Reden bei Gelegenheit des Friedenscongresses herauSgab; ob eine so spezielle Lösung, wie hier verlangt, in dem kürzen vorgeschriebenen Termin überhaupt möglich, bezweifeln wir, indem dazu die genaueste Kenntniß der Soldverhält- niffe, der Ausrüstungskosten, der Urlaubozcit, deS TaglohnS rc. gehört, wozu das Ma­terial für alle einzelnen Staaten schwerlich irgendwo sich zusammenfindet oder in kurzer Zeit beschafft werden kann. Aber, abgesehen von den Staaten, welche nur durch das Heer zusammen- oder unter ihrer gegenwärtigen Regierung gehalten werden, dürfte es