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Intelligenz-Blatt

der freie« Kiadt Frankfurt.

(Erpeditions- Comptoir am hl. Geistpförlchen M 214;).

â 107. Samstag, dm 7. Mai 1853.’

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen. O Deutsche würdigt eure eignen Kräfte. Statt stets das Fremde mächtig zu erheben; . Frisch sind und stark die deutschen Lebenssäfte, Geeignet Nahrung unserm Volk zu geben. Weiß sie der Deutsche nützlich zu verwerthen. Dem Mächtigsten kann trotzen er auf Erden. .

Arndt.

Frankfurt, den 7. Mai. „Der Deutsche ist in allen Gebieten des Wissens und der Kunst zu Hause, er kennt alle Verhältnisse der Fremden, er weiß sie zu benützen, er sammelt alles Große, was sie verherrlicht, und stellt es in seinen Museen auf, daS ist schön und löblich; aber er hat einen Fehler, er weiß sein eigenes Gute und Schöne und Große der Vor- und Mitzeit nicht anzuerkennen, er hat kein Nationalselbstgefühl, er stellt das Fremde stets höher als das Einheimische, und nur waS Einer auS^.ßch selbst zu machen versteht, das gilt er bekanntlich im Leben." Diese Worte des trefflichen Schriftstellers Zschokke kamen uns inS Gedächtniß, als wir noch nicht lange von der in Paris geschehenen Eröffnung eines „Museums der französischen Könige" lasen, so wie erst vor einigen Tagen, daß der Kaiser Napoleon eine große Gemälde­ausstellung zur Verherrlichung des französischen KriegSruhms der Kaiserzeit veranstalte» wolle; eS thut uns wehe, daß wir dadurch wieder an einen großen deutschen Fehler er­innert wurden. Wie wir nämlich keinen Centralpunkt unseres geistigen Lebens besitzen, so haben wir auch kein Rationaldenkmal, wie die Engländer alt der Westminstdr« abtei, wie selbst die Polen am Dome zu Krakau. ES ist wahr, unsere Rationalgeschichtc ist zerrissen, aber eine deutsche Rationalgallerie, wie man sie zu Versailles sieht, könnten wir haben, da unsere deutsche Geschichte in verschiedenen Epochen dem Maler sehr gute Stoffe bietet. Wir erinnern nur an die Periode der Freiheitskriege, wo Deutschland mächtig, groß und stark dastand, wie nie zuvor in der Geschichte. Wir möch­ten aber nicht den deutschen KriegSruhm allein, sondern die ganze Cri l turge sch ich te unseres Volkes au sichtbare Erinnerungszeichen geknüpft sehen, wie in Paris bereits ge­schehen ist. Allerdings ist das Versailler Museum vorzugsweise dem KriegSruhm gewidmet und um die Pariser Kriegsschule und daS Jnvalidenhaus tragen Straße und Plätze die Namen berühmter Schlachten und Feldherren: Fontenay, Vauban, Löwendal, d'EstraeS, Dupleck, Kleber, Dessair, Suffre rc.; es gibt zwar eine Brücke von Auster­litz, aber bei dem Pflanzengarten verewigt ein Brunnen das Andenken Cüvier'S und eine Straße das von Büffon, ein monumentaler Brunnen von der St. SülpickuSkirche trägt die Bildsäulen der vier berühmtesten Theologen Frankreichs: Boffuet, Feneldki, FlaschierS und Masfilon, vor dem Palafte Bourbon, alias Deputirtenkammer, alias Ra-