(ErpeditionS-Comptoir am hl. Geistpförtchen M 214«).
M 38. Die«ftag, den 15. Februar 1853.
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Ueber-lick der Greigniffe im Gebiete -er politischen un- materiellen Interessen. Stürzen wir uns in das Rauschen der Zeit, Jn's Rollen Ler Begebenheit, Wo der Geschichte rege Macht Recht klar vor Eueren Blick gebracht, Belieb's Euch überall zu naschen, Sm Fliehen Etwas zu erhaschen.
Göthe.
Frankfurt, den 15. Februar. Die Ereignisse von Montenegro, denen wir bereits mehrere unserer Ueberblicke gewidmet, ziehen noch immer die Aufmerksamkeit der Politiker auf sich, und der erste Act des Geschichtsdramas, das sich dort entwickelt, ist noch nicht abgespielt. Wir glauben daher unsern Lesern gefällig zu seyn , wenn wir einige statistisch-ethnographische Notizen über Montenegro hier mittheilen. Ein kleiner Staat in der europäischen Türkei, im nordwestlichen Winkel von Albanien gelegen, hat Montenegro einen Flächenraum von 80—90 geographischen Quadratmeilen und eine» Umfang von 70 Meilen. Die Gränze gegen die Herzegowina, von dem österreichischen Gebiet von Cattaro an bis Albanien und gegen einen Theil von Albanien ist schroffes, hohes FelSgebirg; jene gegen das österreichische Gebiet von Cattaro und einen Theil von Albanien ist zwar ebenfalls gebirgig, gestattet jedoch hier und da Uebergänge. Der Engländer Sir I. Gardener Wilkinson gibt die Bevölkerung.auf 101,000 Einwohner an, wovon 24,000 in dem Bezirke (Nahia) KattunSka, 12,000 im Bezirke Czerainska, 12,300 im Bezirke Rieczka, 4800 im Bezirke Liesch nska, 14,000 im Bezirke Bjelvpawlich, 8500 im Bezirke Piperi, 9100 im Bezirke Moracha, 16,300 im Bezirke KutSka vorkomme». Die höchsten Gebirge erreichen die Höhe von 7000—7400 Fuß und gehören zu den kar- nisch-dinarischen Alpen. Die Steuern dieses Landes sind nur gering, und bestehen in einer Kopfsteuer von 30,000 Fl. C.-M.; Tabakspacht 200 Fl., Salzsteuer 200 Fl., Fisch- steuer 250 Fl, Abgabe von geräuchertem Fleisch 250 Fl. und Pacht von Staatsländereien 600 Fl., zusammen 31,450 Fl. DaS Volk von Montenegro ist kriegerisch, abgehärtet und Jedermann beständig bewaffnet. Ihre Ausfuhrartikel bestehen in Fleisch, Wolle und Käse von Schafen und Ziegen. Außer diesem führt Montenegro auS: Gesalzene Fische, Schafe, Ziegen, Schweine, Ochsen, Kartoffeln, Butter, Kohl und andere Gemüse, Wachs, Honig, Talg, Felle und Häute, Schildkrötenschalen, Geflügel, Reis, Mais, Tabak, Holzkohlen, Holz und Lohe des Gelbbaums und Seide. Die Einfuhrartikel sind: Rrndvieh, einige Pferde, Tabak zur Wiederausfuhr, Salz, Kupfer, Eisen, Oel, Wachskerzen, Wem,