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Intelligenz- Blatt

-er freien Madt Frankfurt.

(ErpeditionS-Comptoir am hl. Geistpsörtchen M 214«).

â 16. Donnerstag, den 20, Januar 1853:

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Es vergeht Nichts in der Natur,

Und es verblüht Nichts auf der Flur,

Es folgt ein neues Leben ihm auf der Spur.

Für jeden Todten, den wir vergeben, Ist ein junges Leben uns zugemessen; Doch es ist ein schönes Gesetz unsrer Weisen, Einmal im Jahre die Todten zu preisen. Ihren To d es tag, heißt es, sollst heilig du heißen. Des Glückes Segen wird dir dann regnen, Und der Fülle Regen wird dich dann segnen, Der Ew'ge wird seine Hand auf dich legen, Und dir es wvhlergeh'n auf allen Wegen.

Hariri.

Frankfurt, den 20. Januar. Beim Beginne eines neuest Zeitabschnittes ist er Pflicht, einen Rückblick auf Die zu werfen, welche im Gebiete der Politik, der Poesie, der Kunst, des StaatSlebenS und alles Großen und Schönen wirkend, vom Schauplatze des Lebens abgetreten sind, und dem Alles vernichtenden Tode zum Opfer wurden. Wir haben eS zwar in diesen Ueberblicken nur mit der Politik zu thun, doch halten wir eS für Pflicht, eine kurze Todtenschau des JahreS 1852 in allen Gebieten nachträglich­abzuhalten, wir sind überzeugt, unseren Lesern damit gefällig zu seyn.

Der einzige regierende deutsche Fürst, welcher im verflossenen Jahre gestorben ist, war der wohlwollende, in den letzten Jahren so schwer geprüfte Großherzog Leopold von Baden. In Petersburg starb Herzog Mar von Leuchtenberg, der Gemahl der Großfürstin Marie von Rußland, ein Mann, welcher um die Naturwissenschaften sich eben so große Verdienste erworben hat, als der in München verstorbene Prinz Eduard von Sachsen-Altenburg um die humanen Vereine zum Schutze der Thiere. In Paris starb der Prinz Paul von Würtemberg, Oheim des Königs. Von hohen Staatsbe­amten nennen wir vor Allem den österreichischen Ministerpräsidenten Fürsten Schwar­zenberg, welcher das kühne Werk unternommen, im Lause weniger Monate die seit einem Menschenalter aufgegebene Machtstellung Oesterreichs in Deutschland wieder zu erobern, und der im Innern der Vorkämpfer der rückstchtslosesten Centralisirung roar; ferner starb Gras Mensdorf - Pouilly, Oheim der Königin von England, und der frühere österreichische Gesandte in Paris, Graf Apponyi. Von preußischem Beamten nennen wir unter den Verschiedenen den Staatsmiuifler außer Dienst Herrn von Thiele und den Oberpräsidenten von Pommern, von Bonin. Auf seinem Gut in Hornau starb Hans von Gagern; in Karlsruhe der frühere badische Justizminister (bis 1847) Jolly. Zwei berühmte Festungs Vertheidiger aus den letzten Jahren hat der