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Antelltgenz-Blatt

der freien Stadt Frankfurt.

(ErpeditionS-Comptoir am hl. Geistpförtchen M 2145).

M 270. Samstag, den 13, November 1852.

Ue-erblick der Greignrsse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Duo Gradmayi eines hochberühmten MâNncs Gleicht einem stillen, beiligen Sisare, Die (statte, wo Sen letzten Schlaf er schläft, Isr werth, daß man im Derzen sie bewahre

Frankfurt, 13. November. Während sich der Vorhang leise öffnet, hinter dein sich daS neue Weltdrama, die neue Epoche der jungen Kaiserzeit Frankreichs aufrollt, und wir erwartungsvoll der Dinge lauschen, die da kommen sollen, während die Conjec« turalpolitik ihre kühnsten Combinationen abspinnt und die politischen Partheien, je nach ihrem Standpunkt, in der neuen Aera der Cäsaren Hoffnungen oder Befürchtungen nähren, wird eS unseren Lesern interessant seyn, uns an die Stätte zu folgen, wo der große Todte von St. Helena ruht, und den Platz zu betrachten, wohin ihn die Politik Ludwig Philipps begraben, der damit die Zeit der Napoleoniden abgeschlossen, die Erin­nerung an die Kaiserzeit selbst begraben zu haben glaubte. Der weise Calculator hat sich bekanntlich verrechnet, und sogar der „Me, verschwiegene?Platz", wo Napoleon I. beigesetzt worden, soll nun verlassen und der große Kaiser an den Ufern der Seine, mitten in dem geräuschvollen Parrs, noch einmal begraben werden. DaS Hotel der Invaliden, wo Napoleon I. jetzl unter der Obhut seines Bruders, des Königs Jerome von Westphalen ruht, ist eines der imposantesten Gebäude von Paris, um so mehr, da eS nicht in dem Dickicht der Hauptstadt liegt, sondern ganz abgeschlossen- zwischen dem Fau- bourg St. Germain und GroS Caillou, aber doch dem Centrum des Pariser Lebens nahe, unweit der Deputirtenkammer und des TuilrriengartcnS, unweit des „Place de la Concorde" und des gewaltigen Obelisken, der, wenn er in irgend eine Beziehung zu Frankreich gebracht werden soll, nur an jenen ägyptischen Feldzug erinnern kann, dessen Trophäen den Dom der Invaliden schmücken. Die ungeheuere Esplanade vor dem Ge­bäude dehnt sich bis zur Seine aus, und gestattet die schönste Fernsicht desselben vom jen­seitigen Ufer, wenn man aus dem Schatten der Champs-Elysees, die eine Paralelle deS Hotels der Invaliden bilden, auf den Pont des Invalides tritt. Diese Esplanade ist von dem Hof durch einen Garten getrennt, den zwölf Geschütze deS schwersten Kalibers weniger vertheidigen, als demselben zur Zierde dienen. Die über den Graben führende Brücke schließt ein Gitterthor. Man tritt in den ersten Hof. Die Fayade deS Hotels ist 612 Fuß lang, ihre Höhe umfaßt drei Stockwerke über dem Rez-de-Chauffee, die mit nicht weniger als 312 Fenster versehen sind. Das Hauptthor in der Mitte des Avant- Corps ist mit militärischen Trophäen geschmückt, welche die Reiterstatue Ludwigs XIV. en basrelief, mit der Klugheit und Gerechtigkeit zur Seite, einfassen. Die Restauration ließ dieses von Coustou gemeißelte Basrelief 1816 von Carteillter erneuern, und die üngere Dynastie sowie die Republik hat es in seinen Rechten gelassen. Zwei Statuen