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ner wie den Laien in gleichem Maße entzückende Quintett für Klarinette, zwei Violinen, Bratsche und Violincell von Mozart. Diese treffliche Komposition, welche durch eine Fülle edler und unmuthiger Melodien, durch Kraft und Genialität, wie durch höchste Form- Vollendung sich auSzeichnet, wurde durch die Herren Mehner, Wolff, Waldhauser, Posch und Siedentopf so erecuiirt, daß alle Schönheiten derselben im vollen Glanze hervortra- ten und daS Auditorium zu enthusiastischem Beifall hingerissen wuide. Wir halten eS für Pflicht, den genannten Künstlern wiederholt die Anerkennung auSzudrücken, auf welche sie durch ihre wahrhaft künstlerische Auffassung und Ausführung, wie durch ihr treffliches Zusammenspiel gerechten Anspruch haben.

Soeben ist in Berlin ein Werk vollendet, daS auf Befehl Sr. Majestät deS Königs von Preußen von dem Maler Herrn Kretzschmar (bekannt durch seine Darstellungen auS dem Orient) ausgeführt, die Verherrlichung preußischer Waffen im fernen Indien zum Gegenstände hat. Die erste Waffenthat und leider auch die letzte deS verewigten Prinzen Waldemar. DaS Bild versitzt mitten in daS hitzigste Treffen jener großen Schlacht der Engländer gegen die Sikhs: von einer vollen Kartätschenladung zerschmettert liegt der junge Arzt Hoffmeister neben seinem blutenden Pferde in den Armen seines königlichen Herrn, welcher, alle Gefahren um sich her vergessend, vom Pferde gesprungen, in auf­opfernder Liebe Hülse für den Gefallenen fordert, welche jedoch die überlegene Zahl der Feinde, deren Geschütze vorzugsweise auf diesen Punkt gerichtet, unmöglich machte. Der eine Adjutant, Graf v. d. Gröben, beschwört den Prinzen, sein Pferd wieder zu besteigen, während der andere, Graf Oriolo, eine schon in die Flucht geschlagene Colonne Englän­der wieder sammelt und gegen den Feind führt. Dicht hinter dem Prinzen steht man den Feldherrn Lord Hardinge mit seinen Söhnen und dem ganzen Generalstabe, in der Ferne- die das Lager der ShikS stürmenden englischen Truppen. Das sehr lebendig ge­dachte Werk wird in den nächsten Tagen dem König von Preußen vorgestellt werden.

Die „C. Z" theilt folgenden Auszug auS einem an einen in Berlin lebenden Freund der Gräfin Rossi gerichteten Briefe mit: „Aus Ihre Anfrage eineS gewünschten Gast­spiels in Königsberg', Stettin, Danzig rc. betreffend, muß ich die schon mehrseitS gemachte Bemerkung auch hier wiederholen, daß ein solches auS leicht zu begreifenden Schicklich- keitsrückstchten in keiner preußischen Stadt zulässig ist und daher von mir dankend — aber entschieden abgelehnt werden muß. Natürlich gewinnt diese Ansicht eine doppelte Geltung in Bezug aus daS Friedrich-Wilhelmstädtische Theater, daher Sie mich wirklich sehr verbinden würden, wenn Sie mit einigen wenigen Worten in den Zeitungen die Gewißheit aussprechen möchten, daß-Henriette Sonntag keine Anträge für Berlin ange­nommen habe. Indem ich rc. (gez.) Henriette von Rossi."

Im Juli d. J. findet in Königsberg ein großes Sängerfest statt, an welchem die Kunstbegabten von Danzig und Elbing Theil nehmen werden.

Wir werden unsern Lesern im nächsten Kunstberichte ausführlich über unsere jüngste Theaterwoche referiren. — Im journalistischen Daseyn kommen oft Fälle vor, von denen man sonst jm Leben gar keinen Begriff un? keine Ahnung hat. So präsentirte sich heute Morgen in unserem Büreau eine Dame, welche sich mit aller Macht als Original zu der »schauderhaften Sedimente todter" in unserem jüngsten Theatermaskenballberichte bekannte und trotz fester Versicherung unserer Stils, daß ja viele Regimentstöchtcr auf jenem Balle anwesend gewesen wären und wir viel zu artig seyen, um sie, im „grellen Lichte des Tages« besehen mit den Attributen, die wir jener „schauderhaften Gestalt" verliehen, zu bezeichnen, fest dabei blieb, nur sie könne mit der „schauderhaften Regimentstochter" gemeint gewesen seyn und sie wolle „etwas Anderes in's Blättchen" gesetzt haben. Wir gestehen offen, Irrthum ist menschlich, Kostüme verändern die Gesichtszüge und was bei grellem Lampenlicht als häßliche Runzel erscheint, ist oft bei Tage nur ein kleines ins Faltige überspielendes neckisches Grüb­chen. Wir erfüllen daher den Wunsch jenes Fräuleins, in Berücksichtigung der Artigkeit, welche man den Damen ja stets schuldig ist und nach genauer Besichtigung ihrer Gesichts- zuge herzlich gerne, und nehmen die „Runzeln", „Falten", so wie die „schauderhafte Frazze"