Einzelbild herunterladen
 

md

rusch-

ardi- siche,

Wien, [3248 idt.

Donnerstag, den 31. Dezember

I

S,e -Fuldaer Zeitung' erscheint t j i$,_ vonn- nnd Feiertag« aulgenommen, vierteljährlicher Abonnementspreis ohne Bringerlohn und Bestellgeld: 1 Mk. 50 Pfg„ — mit der . bEriMch« »och.« b. ilage -Sterne «u» Blume«' in Fulda 1 Mk. 70 Pfg„ auswärts 1 Mk. 75 Pfg.

Inserate: Die einspaltige Zelle oder deren Raum 15 Pfg., sog. Platzannoncen 10 Pfg.; bei Wiederholungen entsprechender Rabatt.

uze in raiea, ilrac, »feine flaschen

3256 »If.

es

its

ier

gier

ßf..

Haus

[5501

tti.

m

[3249

aß, -

16

31

ps

t.

885.

allen tobten

1 unter wissen cholis- tränte, elhafte ne Er­ic im ilung. )Pfg. [3172

1043/1! 1041/ft-

1037/fi ‘

102 »H: 973/4.

1017/3 891/1.

66*/ 805/ .

961/ -

92 :

641/;

97'/ .

100

101*/i .

95i/i ' . 1021/;

80’/ I 623/ 67*/| 102 i

731/ l 297

■23 1..

94 ;

16,i d 20,,

Erstes Blatt.

SM' Die nächste Nummer erscheint am Sonnabend, den S. Januar.

Sit der heutigen Nummer d. Bl. gelangt das IV. Quartal 1885 zum Abschluß und bitten wir unsere verehrten aus­wärtigen Abonnenten, das Abonnement auf die .Fuldaer Zeitung' pro I. Quartal 1886, soweit es noch nicht geschehen, gefälligst sofort erneuern zu wollen.

WC* Sämmtliche Abonnenten erhalten mit der heutigenNnmmer als Gratisbeilage einen Wand- Kalender für das Jahr 1886.

Zum Jahreswechsel.

** Wenn in der kommenden Nacht das letzte Stündlein des alten Jahres schlägt — dann brei­ten sich die Schatten der Nacht über die Erde wie ein Trauerflor. Die Sterne flimmern wie die Lämpchen auf den Grüften am Tage Allerseelen, und die Stille der Nacht erscheint wie Friedhofs­stille. Das alte Jahr geht zu Grabe. — So manches Plätzchen in der Gesellschaft, im Hause, in der Familie ist' leer geworden oder von einem Andern besetzt. Die Hügelreihe auf dem Gottes­acker ist wieder länger geworden, die Kreuze haben sich wiederum vermehrt. Es sind im verflossenen worben, %/eIe, deren Namen in der alljährlich wie- derkehrendm „Todienschau" verzeichnet stehen, Viele, die sich still und von der großen Welt ungesehen zur ewigen Ruhe gebettet haben. Sie alle waren nur Pilger auf Erden und gingen demselben Ziele entgegen. Wohl Denjenigen, die es voll und ganz erreicht haben! Wohl Denjenigen, die sich zur Abschiedsstunde jederzeit bereit halten. Noch gehörst Du zur Zahl der Lebenden. Danke dem Herrn, daß er Dich bis zum Ablauf des Jahres erhalten hat. Was thatest Du Gutes? — Früher ober später ergeht auH an Dich ber Ruf, nach jener Stätte zu pilgern, wohin wir weiter nichts mit­nehmen, als unsere guten unb schlimmen Werke. Die Sylvesternacht ruft uns ben Werth ber Zeit, in ber wir noch wirken können, unb bie Kürze unseres Daseins einbringlich in's Gebächtniß. Ist es nicht, als hörte man ben gewaltig rauschenden Flügelschlag der Zeit? Einem Tage vergleichbar ist das längste Menschenleben. Die Sonne geht auf, der Morgen ist da, die schönste Zeit des Tages; sie hat Gold im Munde. Wachet auf, be­nützet sie! Die Sonne steht hoch am Himmel, w:.7 gebrauchen die Kräfte, bie uns Gott verliehen, unb unsermerkt sind wir bem Sonnenuntergang schon näher als ihrem Aufgange. Die Schatten werben schon größe- bie Sonne ist am Sinken, schon fun­kelt ber Meistern. Benützet noch bie letzte Stunde, ehe die Nacht kommt, in welcher Niemand mehr wirken kann. Der Psalmist David ruft, auf ein wechselvolles Leben zurückdlickend, aus: „Wanderer find wir vor Dir, 0 Herr, und Ankömmlinge wie alle unsere Väter. Unsere Tage sind wie ein Schat­ten und es ist kein Bleiben darinnen." Das Woh­nen hienieden ist, wie die heil. Schrift sagt, ein Wohnen unter Zelten, die keine bleibenden Funda­mente haben. Ein heftiger Windstoß wirst sie um. Dir aber ziehen fort — nach der ewigen Heimath. Äräme Dich darum nicht, wenn auch Dein irdi­sches Loos ein ärmliches unb bescheibenes ist. Den echten Wanbersmann kennzeichnet ein schlichter Reise- anzug. Ohne lange Kisten und viel Gepäck reist man sorgloser unb leichter. Warum soll ber Christ fein Herz, seine Seele mit schweren Sorgen be­

lasten? Je weniger er sich an bie Erde fettet, besto leichter wirb ihm ber Weg zur besseren Hei­math. Dieses Bilb ist es, bas golbene Bild der wahren Menschenheimath, bas uns hinter trüben Wolken leuchtet unb Muth einflößt auf ber irbi» scheu Pilgerfahrt. Die Liebe zu biefer Heimath hält uns aufrecht bei ben Beschwerben bes Weges, in Kälte unb Sonnenbrand, in Sturm unb Wet­ter. Um nicht irre zu gehen, fragen wir sorgsam nach bem rechten Wege, ben uns Gott zeigt durch seine sichtbare Stellvertreterin auf Erden, durch seine hl. Kirche, die er auf ben Felsen Petri ge­gründet hat. Folgen wir getrost dem Worte Got- tes, das uns durch seine hl. Kirche und ihre Die­ner vermittelt wird, beginnen wir das neue Jahr mit Gott, wie wir das alte unter feinem Schutze beendigt haben, bewahren wir uns stets ben Frie­den unb bie Ruhe eines guten Gewissens, unb lassen wir alsbann ohne Furcht unb Zagen kom­men, was kommen mag. Gott, ber starke unb mächtige, allweise unb allgütige Lenker aller Schick­sale ist unser Trost unb unsere Hoffnung. Er wirb Alles zum Besten lenken Denen, Die auf ihn ver­trauen. Möge bas neue Jahr für alle Leser ein recht glückliches sein. Das walte Gott!

Deutsches Reich.

Berlin, 30. Dezember.

* Zar Feier bes 25jährigen Regierungs-Jubi­läums be6 Kaisers wirk,", auch, die einzige noch Mutter von Mecken nätftfiui

Tagen aus Schwer: rd uuo’im Schlosse

Wohnung nehmen. X ig ber hohen fürst­lichen Gäste sinb bereit.; ^reiche Vorkehrungen

im königlichen Schlosses -./sen. Als Vorläufer bes Regierungs-JubiläDlls beginnen bereits bie militärischen Meldungen beim Kaiser in größerem Maßstäbe. Gestern Mittag erschienen Generäle unb andere höhere Offiziere im Parade-Anzuge zur Meldung im Palais unb begaben sich von hier zum Kronprinzen.

* Der ,Pos. Zig.' zufolge hat bas Staatsmini- sterlum am 28. beschlossen, ben Landtag zum 14. Januar einzuberufen.

* Aus vatikanischen Kreisen verlautet ber ,Kreuzztg.' zufolge, daß ber Kardinal-Staatssekre­tär Jacobini demnächst eine hohe preußische Auszeichnung erhalten werde.

* Nachdem die Offiziösen anfangs verschämt ge­leugnet, erklären ste nunmehr das Branntwein- Monopol als einzig mögliche Form der Spiri­tus-Steuerreform. Sie stellen die sittliche Bedeu­tung desselben in ben Vordrrgrunb, um dadurch wirthfchaftliche unb politische Bedenken gegen das Monopol in den Hintergrund zu drängen. Die Parole: „Gegen die Bcanotioeinpest" ist ausge­geben. Das mjre sehr schön, wenn es ernst ge­meint wäre.

* * Die Preisliste der burcg<J5 kaiserliche P ost- Zeitungsamt in Berlin uno die kaiserlichen Postanstalten deS deutschen Reiches im Jahre 1886 zu beziehenden Zeitungen, Zeitschriften u. f. w. zählt nicht weniger als 6147 Zeitungen unb bergt, in beutscher Sprache auf. Die Preisliste für 1881 enthielt bavon nur 5135, so daß sich im Verlaufe von 5 Jahren eine Zunahme um ca. 1000 ergibt. Die meisten deutschen Zeitungen kommen natürlich auf Deutschland selbst; dann folgen Oester-'ch und die Schweiz. Im Uebrigen sind fast aller irren Länder vertreten, wo Deutsche in genügend An- zahl vorhanden find, um die Herausgabe einer deutschen Zeitung halbwegs zu gestatten. Die Deut­schen am Kap der guten Hoffnung haben so gut ihre eigene Zeitung wie unsere Landsleute in Au­

stralien, in Mexiko und am Gestade des stillen Meeres, in Chile. Besonders sind auch die Ver­einigten Staaten von Nordamerika reichlich^mit deutschen Zeitungen versorgt. Außer ben Leitun­gen in beutscher Sprache vermittelt bas Reichspost­amt Leitungen unb Leitschriften in nicht weniger als 31 Sprachen. Die Zahl ber in polnischer Sprache erscheinenben Leitungen rc. ist in den letz- ten 5 Jahren von 30 auf 36 gestiegen, das ist eine Zunahme um 20 Prozent. Dabei sind die Nachträge zum 86er Verzeichniß, die vier neue polnische Blätter aufzählen, nicht berücksichtigt. Die Lahl der in Deutschland (Schleswig) erscheinenden Leitungen in deutscher Sprache ist seit 1881 von 15 auf 18 gestiegen, darunter 10 täglich erschei­nende (gegen 6 im Jahre 1881). In Elsaß- Lothringen erscheinen 23 Leitungen in französischer Sprache, in Ostpreußen 8, im Litthauischen und in der Lausitz, 6 in wendischer Sprache (davon 4 in Bautzen). Die Lahl der wendischen gelt« schristen ist seit 1881 unverändert geblieben, wäh­rend sich die der litthauischen verdoppelt hat.

* Posen, 30. Dez. Ueber die Entlassung der hier in Hast gewesenen Zahlmeister berichtet die ,Pos. Z.': Von den 11 Zahlmeistern des 5. Armeekorps, welche am 16. Noo. b. I. verhaftet unb sämmtlich hierher in Untersuchungshaft ge­bracht würben, ist, wie bamals bereits mitgetheilt, ber eine nach breiwöchentlicher Haft entlassen worben; von ben übrigen würben biejenigen, welche ber 9. Division angehören, nach Glogau gebracht, pichungShan uüeben. ° am? ^*b.*tüu, al^lWy' mehr als 5-wöchentlicher Untersuchungshaft, sinb nun bie verhafteten Zahlmeister der 10. Division, unb am 24. b. M. die der 9. Division ans ber Haft entlassen worben. Dem Vernehmen nach werden jedoch die Ermittelungen, gleichzeitig mit der civilgerichtlichen Untersuchung gegen die be­kannten Lieferanten, weiter geführt werden.

* Köln, 29. Dez. Der hochwürdigste Herr Erzbischof Philippus hat einen Hirtenbrief erlassen, mit welchem er sich bei feinen Diözesanen einführt und zugleich um ihr Gebet bittet; zu dem Zwecke ist auch eine allgemeine Betstunde angeordnet wor­den, und bis zum Schlüsse des nächsten Monats soll die Oration Concede der hl. Messe eingelegt werden.

* Aachen, 29. Dez. Die Stadtverordneten haben in geheimer Sitzung einstimmsL. beschaffen, den Herrn Erzbischof nach hier einzulWen.

• Frankfurt, 30. Dez. Die auf Sonntag den 3. Januar in den Saalbau berufene allge­meine Wähleroersammlung, in der Bebel und Sabor sprechen sollten, ist auf Grund des § 9 des So­zialistengesetzes von der Polizeibehörde verboten worden.

* München, 29. Dezbr. Bei der Gemeinde- Krankenversicherung hat sich ein Defizit ergeben von 52,900 Mark für 1885 (für nächstes Jahr etwa 96,800 Mark). <

* Leipzig, 30. Dez. Das Reichsgericht ver- urtheilte ben Conbitor Scupin aus Ramslan wegen versuchter Vorbereitung eines hochverrätherischen Unternehmens zu zwei Jahren Zuchthaus unb breijährigem Ehrverlust.

* Karlsruhe, 30. Dez. Der Protest ber 51 Geistlichen gegen bie gehässige, kirchenfeindliche Haltung bes ,Albboten' gibt der nationalhberalen Presse unseres Landes und der nächsten Nachbar­schaft Stoff zu den unqualifizirbarsten Angriffen gegen die mannhaften Unterzeichner jener Erklärung; natürlich leisten gerade jene Blätter und Blättlern, welche von jeher mit dem Mbboten' in der Ver­unglimpfung katholischer Angelegenheiten gleichen" Schritt gehalten haben, sich also von dem Pro-