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KMkprich-

Bonbons, vorzügliches Mittel gegen Husten, ä Pfd. 1,80 empfiehlt [3021 Gerhard Wiegand.

1885.

Sonnabend, den 5. Dezember

Dte .Fuldaer Zeitung' erscheint ttglich. Som« und Feiertage -u,genommen. Bi-r^eljährl-ch-r «b°nnEspr°is°hn-«r^rlohn^ : 1 Mk. 50 Pfg, - mit der

belletristischen »ochenbeilage .Sterne UN» Blumen" m Fulda 1 M. 70 Pfg., auswärts 1 Mk. 75 Pfg.

gnferatt: Die einspaltige Zeile oder deren Raum 15 Pfg., sog. Platzannoncen 10 Pfg.; bei Wiederholungen entsprechender Rabatt.

Vermischtes.

♦ Den ersten Kaffee tranken die Berliner in einem Kaffeehaus, zu welchem König Friedrich Mlhelm I. im Jahre 1721 einem Ausländer Räume in dem königlichen Waschhaus« am Lustgarten bewilligte, von welch' letzterm noch Reste neben der Domkirche stehen. Die Berliner Hausfrauen verstanden nämlich anfangs nicht, den Kaffee zu bereiten. Hier haben wir also den ersten Borläufer der Wiener Cafes zu suchen. Als im Jahre 1747 der neue Dombau begonnen wurde, mußte der Cafstier weichen und erhielt andere Räume im Akademiegebäude angewiesen. Hier trank man bis 1765 Kaffee, in welchem Jahre der Akademie-Direktor Le Sueur die Exmission des Kaffeehauses durchsetzte. König Friedrich II. war ein Gegner des Kaffee­trinkens, da fast eine Million Thaler für Kaffee nach Frankreich ging. Den Berliner Kaufleuten antwortete er auf eine Eingabe im Jahre 1781: seine Absicht sei, „daß nicht alle Maurer, Mägde und dergleichen von ihrer Hände Arbeit sich ernährende Personen Kaffee tränken. Anstatt sich mit dergleichen schelmischen Handel abzugeben, blieben der Materialhandlung noch viele andere Maaren, außer den Gewürzen auch noch Butter und Eier aus den übrigen königlichen Provinzen anhero zu schaffen und da­durch den Abgang von Kaffee auf eine dem Vaterlande weit vortheilhaftcre Art zu ersetzen." Es hat nichts ge­holfen; der Kaffee hat seinen Siegeszug über die ganze civilisirte Welt gehalten.

[Ad ocalos.] Herr: „Aber Christian, Du bringst ja nur ein Glas, wo ist denn das zweite?" — Diener: „Das hab' ich kaput geschmissen." — Herr: „Mein Him­mel! Wie hast Du das aber angefangen?" — Diener (läßt das andere auch noch fallen): „So."

[Doppelte Buchhaltung.) Köchin: „Nu werd' ick mal vor meine Frau die Rechnung machen. Also:

Vor 60 Pfg. Kartoffeln gekooft macht Mk. 1,20

„ 80 „ Brod „ ., „ 1,60

Summa Mk. 2,80

Det nennt man nämiglich die doppelte Buchhaltung!"

nrswr.:

Zweites Blatt.

* Adv ent!

Unbekümmert um den Lärm der Welt und um da» Getriebe des äußern, irdischen Lebens, bereitet die Kirche die ernste Feier ihrer heiligen Feste vor. Die Weltmenschen thcilen das Jahr nach Gebräuchen und Gewohnheiten ei»; die Anstalt Jesu Christi, die mit den Interessen dieser Welt nichts gemein hat, prägt der Einrichtung ihrer Zeitabschnitte den Stempel göttlichen Ursprungs auf. Bevor wir den Tagen näher kommen, in denen fich mitten in der vom eisigen Hauch des Winters überwun­denen Natur das Christenherz freudig erhebt bei der Erinnerung daran, daß vor zwei Jahrtausenden der niedergebeugten Menschheit ein Retter erschien, der mit unwiderstehlicher, allmächtiger Liebe die versöhnende Hand seines himmlischen Vaters auf die Erde herabzog, um durch ihren Segen alle Menschenkinder der Herrlichkeit des ewigen Lebens theilhaftig zu machen, — bevor diese Welhnachts- freude in uns Platz greift, wirf deinen Blick auf die festlichen Zubereitungen der Welt, und auf diejenigen der Anhänger des Reiches Gottes. Dort eine Unruhe, ein Jagen, eine Hast ohne Rast um einer vorübergehenden Freude eines zeitlichen Ge- wiune» wegen, hier die Einkehr in sich selbst, die Buße al» die Vorbereitung auf eine „gnadenreiche Zeit und den Tag des Heiles".

Auch die großen Ereignisse in der Welt, im Leben der einzelnen Völker, haben ihren Advent, d. L ihre Zeit der Vorbereitung und stillen Ent­wickelung. Auch wir scheinen in einer Zeit zu leben, die der Vorabend einer Umgestaltung der äußern weltlichen Ordnung fein soll. Aber e» ist kein heiliger Advent; denn die Menschheit, die in ge­schäftiger Sorge um die Verschönerung des irdi­schen Dasein» einen Tag dem andern folgen sieht, läßt zumal heute bei der Mehrzahl ihrer Glieder nicht den Glauben aufkommen, als erwarte sie das Heil von einer höhern Gerechtigkeit. Wie in den Jahren vor der Geburt des menschgewordenen Gottessohnes die Propheten eines kleinen Volkes in jenen rührenden Gebeten ausriefen: „Thauet ihr Himmel den Gerechten, regnet ihn herab, ihr Wolken, öffne Erde deinen Schooß und fproffe den Erlöser hervor," so scheidet sich auch h Ute aus den ungeheuren Reichen irdischer Macht die Zahl

der Kinder des Reiches Christi aus. Während die Gewaltigen der Erde durch Klugheit und irdische Mittel dem allgemeinen Verderben zu steuern suchen, )as die Gottentfremdung und die Verachtung des christlichen Glaubens und der Sitte über uns zu bringen droht, schaart die hl. Kirche ihre Streiter litt einer festen Armee zusammen, die in der ge- ährvollen Stunde der Entscheidung von Dem die Rettung erwartet, der, als die Zeit erfüllt war, seinen eingeborenen Sohn herab sandte, um „das Angesicht der Erde zu erneuern". Es wird kaum uöthig fein, sagt die ,Cbl. V.', die Merkmale her- zuzählen, aus denen wir einerseits schließen dürfen, daß die Frage der irdischen Weltregierung dem Zeitpunkt einer gewaltsamen Lösung nahe gerückt ist, und die uns andererseits anspornen sollten, in dem bevorstehenden Advent ernster als je mit den Gesinnungen der Buße und demüthiger Unter­werfung unter die Fügungen der göttlichen Vor­sehung einzutreten. Schauen wir auf unser deut­sches Vaterland, auf die übrigen Rationen unseres Erdtheils. Dreizehn Jahre lang schmachtet die ka­tholische Kirche unter de» Fesseln einer kirchen- feindlichen Gesetzgebung. Das Ordensleben, die Priestererziehung, die Belehrung und Seelsorge der Gläubigen sind theils unter den härtesten Be- dingungen, theils überhaupt nicht ausführbar. Die unvermeidlichen Folgen dieser Behinderung des kirchlichen und religiösen Lebens sind nicht ausge- blieben. Ein großer Theil der sich selbst und der zum Bösen geneigten Natur überlaßenen Menschheit hat die Achtung vor der göttlichen und weltlichen Gerechtigkeit verloren; die Verderbniß der Sitten hat in einer Weise überhandgenommen, als sei das natürliche Gefühl der Scham nur noch vereinzelt auf der Erde anzutreffen. Zu dieser geistigen ge­sellt sich die leibliche Noth. Die arbeitende Be­völkerung wehrt das Gespenst des Hungers nur noch durch übermenschliche Kraftanstrengung ab. Die Industrie führt ein Scheinleben, das sie der künstlichen Hülfe des Kapitalismus verdankt, bei feine Vertreter nicht beim ganzen Volke, fanden in wenigen Besitzenden zu suchen hat. Dazu laste! die Verpflichtung für Erhaltung einer Militärmacht auf den Ländern, wie sie drückender selbst in der Zeiten des römischen Cäsarenthums nicht empfun den sein kann. Und wozu dieser ungeheuere Auf wand an kriegsgerüsteten Menschen, an mörderi scheu Waffen? Ringsum mustern sich die Nationei

Europas mit scheelen Blicken und mit zum Schlage erhobener Hand. Verträge und Versicherungen des Friedens gelten nur so lange, als der Nachbar ich dem Nachbar nicht an Kraft überlegen glaubt, >as Waffengeklirr, das wir seit einiger Zeit im Orient hören, kann über Nacht einen Wiederhall int Herzen der großen Reiche finden. Auch ohne Schwarzseherei kam man es Vorhersagen, daß die endgültige Lösung der Krisis eine blutige werden muß. Das sind trübe Aussichten, aber es tröstet uns der Gedanke, daß über uns Einer lebt, der in seiner Weisheit die Herzen der Menschen lenkt wie Waßerbäche und der auch den Gewaltigen der Erde gebietet. Hoffen wir zu Gott, daß auf die Vorbereitungs zeit frohe Weihnachten folgen mögen.

Mitteldeutscher Kunstgewerbeverein

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2500 1500 1000

800 600

ff

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der im Dezember l. I. stattfindenden Verloosung kunstgewerblicher Gegenstände IiOOäk sind in Frankfurt a. M. an der Kasse unseres Ausstelluugslokals, Neue Mainzerstr. 35, und in der Hauptagentur von D. Kaufmann, Fahrgasse 12», '' — Loose ä 3 Mark zu erhalten. Für Wieder Verkäufer mit höchstem Rabatt.

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I Frankfurt a. M., November 1885. Die Lotterie -Commisston.

In Fulda sind Loose zu haben bei Hugo Schmidt.

KUNSTGEWIRB

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frinltrn KchMsr, 4 Pjd. 50 PK , Köckklskl W-lKttkiKäsk, ä Psd 80 Psg„ empfiehlt [1762

Aug. Comitti.

Per 1. Januar 1886 sind zu vermiethen:

1 Logis

(3 Zimmer, Küche zc.) Leitgs- feldergasse;

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(je 2 Zimmer, Kammer, Küche, mit Gartenantheil:c.) Kronhofstraße.

Jos. Schwarz,

3053] Darmstädter Hof.

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Franz Klippel, Mainz. Sfrtitiou uui kmmilßou.