1885.
Mittwoch, den 25. November
M 271.
Fuldaer
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Die 3,
nach der Doctrin des hl. Thomas von
Arcanum Divinae sapientiae consi-
Auf geheimnisvollen Wegen.
Roman von ».»r-fel».
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wo gehalten wurde, den Polizeispion Jean Bahnhofe erwarten. Coupee, drückte sich
Studiums Aquin an.
danken. Spät des Nachts, oder besser gesagt, früh Morgens langte er in Paris an und begab sich sofort vor das Stationsgebäude, wo er seinen Vertrauten bereits vorfand. Beide bestiegen eine Droschke und fuhren nach des Grafen Hotel. Unterwegs wurde kein Wort gewechselt. Auf des Grafen Zimmer angekommen, rieb sich Jean Frosfard über seine kühnen Entdeckungen erfreut die Hände.
„Sie thelegraphirten mir, daß Sie das Ge- heimniß ausgespürt hätten?" fragte Eugen kurz.
.Ja! Gestern Nachmittag fuhr die Comtesie mit einem ReisikoKer und einer Reisetasche nach dem Centralbahnüofe, um aus eine Woche zu Bekannten in der Bretagne zu reisen. Von einem
habe, ist erstaunt, fast könnte man sagen, bestürzt über diese Stimme. Aber die bessern Elemente fühlen, daß das Papstthum, das so oft geschmähte Papstthum, ein ihnen verwandtes Element ist, und indem es ihnen Achtung avzwingt, bringt es sie dazu, auch den von ihm vertretenen Ideen näher zu treten, und so wird die Encyclica ein Stein des Anstoßes sein zum Heile Vieler. Schon jetzt hat man es ausgesprochen, daß ihre Pcoklamirung eine der folgenschwersten und wichtigsten Akte in der Geschichte des Papstthums ist. Die moderne Gesellschaft, welche so gerne in ihm eine veraltete Institution sah, fängt plötzlich an zu begreifen, daß in der christlichen Auffassung vom Staat allein die Lösung so vieler Konflikte liegt, und daß ihr in der Encyclica der Schlüssel dazu geboten wird. Das erklärt das allgemeine Aussehen, welches ihr Erscheinen verursacht hat. Die klassische Diction Leo's XIII. ist aller Otten bekannt und anerkannt, aber trotzdem ist man immer wieder überrascht von der Eleganz des Stiles und der Harmonie des Redeflusses. Die Encyclica Immortale Dei ist nach Inhalt und Form ein Werk, auf welches der katholische Erdkreis mit freudigem Stolz hinblickt, ein Werk, dessen segensreiche Folgen noch nach Jahrhunderten sich bemerkbar machen werden.
Einige Male ließ er hallen, weil er glaubte daß eine dunkle Gestalt sich in den Schatten zu rückgezogen habe. Alles umsonst!
Auf dem Balmhofe angekommen, ging Graf Eugen an den Schalter, um sich ein Billet zu lösen, während sein Onkel bei jedem Beamten Erkundigungen über die Entflohene einzuziehen suchte, jedoch ohne Erfolg. Es schien, als ob sie vom Erdboden verschwunden wäre, seitdem sie das Schloß de Vigny verlassen hatte.
„Wo mag sie nur fein?" murmelte der alte Herr verzweifelt. „Es muß irgend ein Geheimniß sie umgeben, »eiche« ich nickt kenne. Giralda hat ganz deutlich in ihrem Briefe gesagt, daß sie nach dem Hause ihres Vaters zurückkehre. Dies ist der einzige Weg, auf welchen sie dahin gelangen kann und sie ist nicht hier. Ich will warten, bis der Zug abgeht. Wenn ick sie hier nicht treffe, dann muß ihr ein Unglück zugestoßen fein und ick werde den ganzen Weg, den sie gekommen fein muß, absuchen lassen, bis wir eine Spur von ihr finden."
Kummer und feiner Sorge zurücklassend.
Auf der ersten Station,
und die großen Vortheile, welche die Kirche den Fürsten und Völkern bietet.
Die 9., Etsi nos, vom 15. Februar 1882, an die italienischen Bischöfe gerichtet, legt die Pflichten des Clerus und der Katholiken dar.
Die 10., Anspicato concessum, vom 17. September 1882, betrifft das Centenarium des hl. Franciscus von Assisi und verherrlicht dessen Stiftungen.
Die 11., Cum multa sint, vom 8. Decemder 1882, an die Bischöfe Spaniens gerichtet, belobt den Eifer der Katholiken und empfiehlt ihnen Eintracht und Einvernehmen mit dem Episcopate.
Die 12., Supremi Apostolatus officio, vom 30. Mai 1883, betrifft den dritten Orden vom hl. Franciscus von Aisisi.
Die 13., Supremi Apostolatus, vom 1. September 1883, weiht den Monat October Unserer Sieben Frau vom Rosenkränze.
Die 14., Nobilissima Gallorum gens, vom 8. Februar 1884, behandelt die Lage der Kirche in Frankreich und die Pflichten der Katholiken dieses Landes.
Die 15., Humanum genus, vom 20. April 1884, verurtheilt aufs Neue die Sette der Freimaurer und bezeichnet die Mittel zu ihrer Bekämpfung.
Die 16., Immortale Dei, vom 1. November 1885, handelt über die christliche Verfassung der Staaten.
Der Eindruck, den die letztgenannte Encyclica, welche wir auszugsweise zur Kenntniß unserer Leser gebracht, auch in liberalen Kreisen macht, ist ein gewaltiger. Während die Gläubigen sroh- lockend die Richtschnur begrüßen, die ihnen bestimmend für ihr Verhalten im öffentlichen Leben sein soll, suchen die Gegner mit Zähneknirschen vergebens nach einer schwachen Stelle, an der sie den Hebel ansetzen könnten. Vergebens, denn in streng logischem Ausbau erhebt sich das Gebäu.e der christlichen Auffassung von Staat und Recht. Die Rechte Aller schützt sie; Allen theilt sie Pflichten zu. Der König auf dem Throne hat Schranken, die er nicht überschreiten darf; der letzte Bettler hat Rechte, die nicht verletzt werden dürfen. Das ist es, was der summus pontifex, der Hohepriester, der Welt predigt, und die Welt, die so sehr ge- wohnt ist zu sehen, daß das Recht nur die Stärke ' sei, daß der Schwache, der Verlassene kein Recht
Kirche ans.
Die 6., Sancta Dei civitas, vom 3. December 1880, empfiehlt die Vereine der Verbreitung des Glaubens, der hl. Kindheit und der orientalischen Schulen.
Die 7., Militans Jesu Christi Ecclesia, vom 12. März 1881, verkündet ein allgemeines Ju- diläum.
Die 8., Diuturnum illud, vom 29. Juni 1881, behandelt den Ursprung der öffentlichen Gewalt
Deutsches Reich.
Berlin, 24. November.
** DerReichstag trat heute in die ersteBe- rathung des NeichshaushaltS-EtalS ein. Staatssekretär v. Bnrchardt gab eine Hebersicht über die Gestaltung der Finanzen im verflossenen Rechnungsjahre, sowie im laufenden Etalsjayre. Das letztere wird mit einem Fehlbeträge von über 10 Millionen abschließen, dem aber ein Mehr an Hefter» Weisungen an die Einzelstaaten von 31 Millionen gegenübersteht. Das neue Etatsjahr erfordert eine Erhöhung der Matrikularbeiträge um 211/8 Millionen, der ein Mehr von 53^2 Millionen an Heberweisungen gegenüberzustellen ist. Die Zunahme der Matrikularbeiträge ist die Folge der Ausfälle bei der Zuckersteuer, 'denen durch eine Reform der Zuckersteuer begegnet werden soll. Abg. v. Huene (Centr.) forderte, daß in Bezug auf die Ausgaben für Colonialpolitik gebremst werde und beschwerte sich darüber, daß die Katholiken in Bezug auf die Missionen in ihren Rechten geschmälert würden.
Die 4., Arcanum Divinae sapientiae Consilium, vom 10. Februar 1880, bekämpft die Ehescheidung und legt die wahre Doctrin der katholischen Kirche in Betreff der Ehe dar.
Die 5., Grande munus, vom 30. September 1880, dehnt die Verehrung des hl. Cyrillu« und Methodius, Apostel der Slaven, auf die ganze
telegraphirte Graf Engen an Frossard, er solle ihn am Hierauf stieg er wieder in's . .
in eine Ecke und überließ sich seinen finsteren Ge-
gräflichen Diener erfuhr ich nach vielen vergeblichen Bemühungen das, was ich Ihnen soeben mittheilte. Selbstverständlich fuhr ich mit demselben Zage. Die Comtesse stieg auf einer kleinen Station, ungefähr eine Stunde von Paris, aus. Vorsichtig, ohne ihre Aufmerksamkeit zu erregen, folgte ich ihr. Sie bestieg einen an dem Stationsgebäude haltenden Wagen. Ich befragte den Portier wohin die Dame fahre, und geschwätzig, wie solche Leute in kleinen Orten sind, erzählte er nur, daß sie den Grafen Alvarez in der Villa Larose besuche. Er bezeichnete mir das Haus und ich sand es auf, doch konnte ich nicht hinein, da die Villa in einem Garten gelegen ist, der von einer hohen Mauer umgeben ist und weil das eiserne EingangSlhor verschlossen war. Hier endete meine Entdeckungsreise. Indessen, ich habe mir einen Wachsabdruck von dem Schlosse genommen und einen Schlüssel dazu unfertigen lassen. Hier ist er!"
Graf Eugen glühte vor freudiger Erregung. „Sie haben Ihre Sache gut gemacht," sprach er zu dem Polizeispion, den Schlüssel in Empfang nehmend. Ihr Lohn soll Ihnen nicht entgehen. Während ich von hier fort war, habe auch ich Wichtiges in Erfahrung gebracht, so daß ich jetzt
sellfchast.
Die 2., Apostolici muneris, vom 28. December 1878, weist auf die Gefahren dcs SocialismuS hin und erklärt, daß nur der Katholicismus der Rettungsanker dir Gesellschaft sein kann.
Die 3., Aeterni Patris, vom 5. August 1879, ordnet die Wiederheistellung des pbilosophischen
Aber der Zug fuhr auf der Station vor und Giralda kam nicht. Eugen bestieg ein Coupee und nach einer kurzen Pause setzte sich der Zug aufs Neue in Bewegung, den alten Marquis mit seinem ‘ ~ um Giralda einsam
gtfrit dem 1. Dezember eröffnen wir ein Monats-Abonnement auf die ,Fuldaer Zeitung zum Abonnementspreise von 50 Pfg. (ohne Bestellgeld). Bestellungen werden von den Postanstalten und den Landbriefträgern, sowie von unfern Stadtboten und der Expedition entgegengenommen.
** Die Encyelieen Leo's XIII.
Das Poutificat Lco's XIII. ist reich an jenen herrlichen und erhabenen Lehren und Ermahnungen, in welchen sich die Mission des obersten Hirten dem christlichen Volke gegenüber kundgibt. Es wird nicht uninteressant sein, die feit der Thronbesteigung Leo's XIII. erschienenen Encyclicen nach Datum, Titel und Inhalt kurz in Erinnerung zu rufen:
Die 1., Inscrutabili Dei consilio, vom 21. April 1878, beweist die Rsthwendigkeit der katholischen Kirche für das Wohl der menschlichen Ge-