Einzelbild herunterladen
 

M 246.

Dienstag, den 27. Oktober

1885.

ipen,

etc.

nur in

[1937

isee. \ Ä Gold.

to. 30 Pf.

Für 20 Rabatt. I

i>. Nurn, i Cölner. |

v<

iir ib

V S

- La

I

rLo re*

- C

c*

rei.

er! stet» ien" I ge> !lbon« pät" do6 och g- > rrlin.

Wahl-Arrfruf.

Au die Wähler des Wahl-Kreises Zvlda!

Am 29. bä. Mts. sollen wir wieder jene Manner be­stimmen, welche den Vertreter des Wahlkreises Fulda für

Abgeordnetenhaus zu wählen haben. Daß dieser unser Abgeordneter ein Mann des Centrums sein soll, ist lwßer Zweifel, denn nur von einem solchen können wir di« richtige Vertretung aller unserer Interessen erwarten. Das Centrum hat seither mit Muth und Ausdauer, mit Ge­schick und Weisheit unseren Erwartungen entsprochen. Es ist, seinem Wahlspruch: „Kür Wahrheit, Recht und Freiheit" treu bleibend, zu einem glänzenden Schauspiel für Deutschland, ja für die ganze Welt geworden. Vor Wem ist es das Recht und die Freiheit unserer heiligen katholischen Kirche, welche es verlheidigt und gefordert hat in opfervollem Ringen während langer Jahre. Ist es ihm bis jetzt nicht vergönnt gewesen, der Kirche Recht und Freiheit zu verschaffen, so hat es wenigstens vorder Welt so laut und eindringlich, so klar und unwiderleglich für dieselben gesprochen, daß jeder Unbefangene sagen muß, hier ist die Wahrheit. Auch auf andern Gebieten war das Lentrum thätig. Was immer an Gesetzesvorlagen an die Kammer herantrat, das hat, wenn es Vortheile für die gedeihliche Entwickelung unseres Staatslebens versprach, an den Mitgliedern des Centrums eifrige Förderer gefunden; qas aber ein Recht verletzen, oder eine begründete Freiheit schädigen konnte, dem trat das Centrum ohne Rücksicht auf Drohungen oder Verlockungen unbeugsam entgegen. Ins- besondere waren es die Bestrebungen zur Verbeffer- mg der Lage der Arbeiter und unbemittelten Klassen, denen das Centrum seine Aufmerksamkeit und Thätigkeit pwandte. Was auf diesem Gebiete Ersprießliches geleistet worden, ist mit Hilfe und vielfach auf Anregung des Cen- tmms zu Stande gekommen. Wenn endlich ein Schritt geschehen ist zur Entlastung der Gemeindckaffen durch heisteuer aus den Einkünften des Reiches, so ist dies das Verdienst des Centrums. Wie oft haben wir uns -rfrrut au der klaren und einschneidenden Darlegung und Lertheidigung der Interessen des Volkes durch das Cen- Mim! Darum hat auch das katholische Volk jede Gelegen­heit mit Freuden ergriffen, den Männern des Centrums seine Verehrung und Liebe in großartigen Kundgebungen M beweisen. Darum soll auch, wie seither, unser Ber- ttetrr ei» Mitglied des Centrums sein! Noch sind ja die wichtigsten Lebensbedingungen für unsere Kirche in Preußen, namentlich die Freiheit der Erziehung des Klerus durch die Bischöfe und die Rückkehr unserer verbannten Drdensleitte unablässig zu fordern, bis wir sie erreicht haben. Roch haben wir als gesetzliches Recht zu erstreben, was uns seither nur auf Widerruf, auf Gnade und Ungnade gewährt worden ist. Die überaus nichtige Gesetzgebung auf sozialem Gebiete fordert eben­falls die unausgesetzte Anwendung der christlichen Grund­sätze, wenn sie zum Heile des Volkes werden soll, und auch hierin können wir nur dem Centrum unser ganzes vertrauen schenken. Schreiten wir deshalb am 29. d. M. zahlreich zur Wahl solcher Wahlmänner, deren Charakter und unabhängige Stellung uns Bürgschaft bieten, daß sie ihre Stimmen dem Centrums-Candidaten

Deutsches Reich.

Berlin, 26. Oktober.

« Der Kaiser empfing heute Vormittag um 10 Uhr den Prinzen Albrecht mit dem Minister Goertz-Wriesberg in nahezu einstündiger Audienz.

* Wie der ,Germ.' aus Rom telegraphisch mit« getheilt wird, ist die vatikanische Note über die Karolinenfrage bereits fertig gestellt.

• Braunschweig, 25. Okt. Gestern Abend fand Hierselbst eine Festversammlung der Krieger­und Landwehrvereine Braunschweigs zu Ehren der Wabl des Prinzen Albrecht zum Regenten von Braunschweig statt, an welcher etwa 2000 Per­sonen theilnahmen. Unter den Anwesenden be­fanden sich der Brigadekommandeur General von Sobbe, die Regimentskommandeure und viele Landwehroffiziere. Der Festredner, Präsident des braunschweigischen Landwehrverbandes, Hauptmann a. D. Frühling, brachte einen Toast auf den Kaiser aus und hielt die Festrede auf den Prinzen Albrecht. Die Versammlung sandte folgendes Telegramm nach Kamenz ab: Die zur festlichen Begrüßung der Wahl Ew. königlichen Hoheit zum Regenten von Braunschweig versammelten 2000 Mitglieder der Krieger« und Landwehrvereine der Stadt Braunschweig bringen für sich und in Ver­tretung des Braunschweiger Landwehrverbandes Ew. königlichen Hoheit ein dreifaches, freudiges,

•TT Auf geheimnisvollen Wegen.

Roman von I. Hohenfeld. (32

„Das ist wenigstens ein Anhaltspunkt!" sagte der Marquis. „Gut, dann gehen wir nach dem Theatre francais." Bei diesen Worten wurde an die Thüre geklopft und auf das „Herein!" des Marquis erschien ein Kellner, einen Brief auf einem silbernen Teller präsentirend. Der Mar« qiu§ nahm das Couvert entgegen und der Diener zog sich wieder zurück.

„Das wird eine Antwort von Eugen sein," sprach Herr de Vigny. „Ich schrieb ihm, während ich gerade unten im Bureau war und zeigte ihm an, daß wir in Paris angekommen seien. Ah!" Er hatte den Brief geöffnet und seinen Inhalt überflogen.

„Weich' ein merkwürdiger Zufall!" fuhr er überrascht fort. „Eugen schreibt mir, daß er ver­hindert sei, uns heute seine Aufwartung zu machen, weil er Comteffe Gabriele in's Theatre francais begleiten müsse. Wie seltsam! Du hast Glück bei Deinem ersten Theaterbesuche, Giralda. Du wirst heute Abend die schönste Frau von ganz Paris zu sehen bekommen — eine Frau ohne Herz — eine wandelnde Marmorstatue! E» wird

Herr« Amtsrichter Gößmann ;« Kergen geben werden. So möge ferner Fulda's Abgeordneter die Reiben des Centrums verstärken im Kampfe für Wahrheit, Recht und Freiheit!

r. e. Seite, Fabrikant, F. 3. «Iler, Kaufmann. Endert, Stadtkaplan. Erd, Domkapitular, f. Fleischmann, Schlosser- meister. J. Hohman«, Fabrikant. Magans Kl-drr, Schuh- machermeister. Lod. Kircher, Kaufmann. Or. Komp, Dom­kapitular und Regens. A. kadkrenj, Buchbinder. Thoma» Mollenhaner, Instrumentenmacher. Ney, Domkaplan. Dr. K-ade, Arzt. f. Lang, Oberbürgermeister. J,n°! K°«g, Rechtsanwalt. D. Lenh, Häfnermelster. A. Lchlck, Sub­regens. 3. Schmitt, Dompfarrer. Joseph Schmltt, Wem- händler. M. Schmitt, Rentner.

Sättntr, Bürgermeister in Steinau. Magna» Engel, Guts­besitzer zu Neuenberg. Mer, Pfarrer in Eichenzell. Srede, Pfarrer in Flieden, jöhmer, Bürgermeister zu Ellers (Neuhof). Wedler, Gutsbesitzer in Rodges. Knnhardt, Bürgermeister in Mittelrode. J. Schäfer, Rentner zu Dipperz. Schäfer, Bürgermeister zu Oberbimbach. Schneider, Pfarrer zu Haimbach. Schänd, Bürgermeister zu Haus­wurz. ß. Weder, Bürgermeister zu Blankenau. Jl. Weih- mäller, Gastwirth zu Großenlüder.

, ein Anblick werden, den Du nie vergessen wirst, so lange Du lebst!"

XVII.

Giralda sehnte sich darnach, ihre Muter einmal auf der Bühne zu sehen und ihr schwoll das Herz bereits im Voraus im Vollgefühl der Freude, der Theuersten ihr Glück, das sie gefunden, anzuver« trauen. Ihre Toilette war bald beendet, trotzdem das Mädchen, welches sie zu ihrer Bedienung hatte, ihr mehr hinderlich als behilflich war. Es erforderte nicht viel Zeit, darüber nachzudenken, welche Garderobe sie wählen sollte, denn ihre Auswahl war feine allzu große. Ihr schwarz« seidenes Kleid mit den vielen kleinen Puffen nahm sich sehr gut aus und ihr schönes, üppiges Haar umrahmte wellenförmig ihr clasiisches Haupt. Ein schmales, weißes Seidenband war durch die Locken geschlungen und in einer kunstvollen Schleife zu- sammengebunden. So geschmückt ging sie nach dem Zimmer des alten Marquis hinunter, wo derselbe sie erwartete.

Er blickte erstaunt auf, ihre einfache Toilette frappirte ihn. Doch schnell erhellten sich seine Züge wieder, als er bemerkte, wie gut ihr gerade diese schmucklose Garderobe stand. Mit lieblichem Erröthen, die Augen ihm zugewandt, ein sanftes

bewillkommendes Hoch. — Auch von anderen Ver­einen im Herzogthum sind in diesen Tagen ähn­liche Telegramme an den Prinzen Albrecht gesandt worden.

* Die vereinigten ComitceS der Centrumspartei von Elberfeld-Barmen haben beschloffen: „In der Erwägung, daß es unter den gegenwärtigen politischen Verhältmffen dringende Pflicht der Ka­tholiken ist, die lediglich zur Versumpfung des Kulturkampfes dienende Mittelpartei zu bekämpfen, die Wähler der Centrumspartei aufzufordern, bei der bevorstehenden Landtagswahl für die Kandidaten der Fortschrittspartei ihre Stimme abzugeben."

* Aachen, 25. Okt. Wie aus einer Bekannt­machung des hiesigen Bürgermeisteramts vom heu­tigen Tage hervorgeht, hat die königl. Regie­rung aus Grund des Gesetzes vom 8. Dezember 1884 unter Vorbehalt des jederzeitigen Widerrufs verfügt, daß diejenigen Schweinemetzger, welche, obwohl sie zur Aufnahme in die Innung fähig sein würden, derselben doch nicht angehören, vom 1. November d. I. ab Lehrlinge nicht mehr annehmen dürfen. Demnach haben die Jnnungsmitglieder das ausschließliche Recht, Lehr­linge auszubilden. Außer der Schweinemetzger. Innung hat dies Privilegium die Innung der Schreinermeister.

* Frankfurt a. M., 23. Okt. Gestern Abend fand eine Besprechung von Vertrauensmännern der hiesigen Centrumspartei statt, auf welcher namentlich die eingeladenen Bornheimer Herren in voller Zahl erschienen waren. Angesichts der offen« sichtlichen Abschwenkung der Fortschrittspartei in das mittelparteiliche Lager handelte es sich zunächst um die Frage, ob man wie früher, um als ge­schloffene Partei aufzutreten, einen eigenen Randi- baten und eigene Wahlmänner aufstellen, ober sich sofort der die Mittelparteibildung bekämpfenden demokratischen Partei anschließen solle. Man war, wie der .Germ.' von hier mitgetheilt wird, allge« mein der Ansicht, daß man bei dem Abfalle des Fortschritts nicht dazu beitragen dürfe, etwa eine Stichwahl herbeizuführen. Es wurde daher ein» müthig beschlossen, daß der Vorstand des Centrums- Vereins beauftragt werde, die Parteigenossen auf» zufordern, geschloffen für die Wahlmännerüste des demokratifchen Vereins einzutreten, um damit einmütig Protest gegen eine Mittelpartei. liche Vertretung Frankfurts einzulegen. Der Vor» Lächeln auf den Lippen, eine Welt voll Unschuld in den Blicken — so stand Giralda vor ihm. War es ein Wunder, daß alle Härte bei ihrem Anblick aus seinen Zügen schwand und Stolz und Freude sein Herz höher schlagen machten? Nach» dem er sie einen Augenblick in stiller Bewunderung angeschaut hatte, erhob er sich und öffnete ein Paket, das auf einem Seitentisch tag.

„Ich dachte mir, da Dein ganzes Gepäck in einer Reisetasche bestand, daß Deine Garderobe keine große Auswahl aufzuweisen haben würde, sagte er freundlich. „Wenn ich Dein Großvater fein soll, Giralda, fo muß ich auch eines Groß­vaters Rechte genießen."

Ehe sie sich dessen versah, warf er über ihre Schultern einen prachtvollen Opern-Mantel vom feinsten, weißen Kaschmir mit reicher Stickerei. Ein eleganter Hut, welcher auf dem Tische lag, ver­vollständigte ihren Anzug.

„Ich habe diese Sachen gekauft, während Du beim Umkleiden warst, mein Kind," bemerkte der alte Marquis mit lächelnder Miene. „Und dies wird Deiner Toilette auch das rechte Gepräge ver- leihen, fuhr er fort, indem er ein kleines Sammt» (£tui au» der Tasche zog und e» öffnete. Es ent­hielt eine kostbare Brosche von echten Steinen,

Sie ,5ulbaet ßtitun^ o tfi mi Beilage Sterne ixttb5'«lumen',din gulba"^^^ 75 Pfg?

gnferate: 8^ o?« bU'® a”m 15 Pfg„ sog. Pl°tzann°nc°n 10 Pfg.; b-i Wi-b°rh°lung°n entspr-chenb-r Rabatt. __