giriert ergebenden anderweiten Transpott-Verhältnisse rc. aufgefordett habe.
• Nach dem Unfallversicherungsgesetz ist bekanntlich für die Zeit von der fünften bis zur dreizehnten Woche nach Eintritt des Unfalls das Krankengeld von der Krankenkasse, der der vom Unfall Betroffene angehört, zu zahlen. Ge« «ährt die Krankenkasse nicht einen so hohen Betrag, wie die Unfallversicherung ihn vorschreibt, so ist die Differenz von dem Arbeitgeber zu erstatten. DaS Reichsversicherungsamt erläßt jetzt eine Ordre, welche die Ausführungsbestimmungen zu dieser Vorschrift gibt.
• Es ist darauf hinzuweisen, das Postkarten, welche auf der Rückseite Abbildungen tragen, wie sie namentlich in Bade« und Heilorten feilgeboten werden, nur in Deutschland oder Oesterreich-Ungarn zulässtg sind und innerhalb dieser Gebiete zur Versendung gelangen, nicht aber im übrigen Auslande. Kommen solche auch gehörig genommene Postkarten (in Deutschland und allen übrigen Weltpostvereins- Ländern sind eigene Karten hergestellt und ausschließlich zu verwenden) zur Aufgabe, so werden sie gar nicht befördert, sondern dem Absender, wenn er sich gewannt und bezeichnet hat, zurückgestellt, sonst aber vorschttftsmäßig vernichtet, wenn sie nicht in glaubhafter Weise zurückgefordett werden. Ebenso ist zu beachten, daß Briefe, welche auf der Außenseite mehr als den Namen oder die Firma des Absenders enthalten, nicht abgesandt werden, so daß namentlich Abbildungen von Preismünzen und dergleichen verboten sind.
* Dem Vernehmen nach soll das 11. Jägerbataillon in Hagenau (Elsaß) demnächst nach Cassel verlegt werden.
* Großkrotzenburg, 14. Okt. Die Fortsetzung der Untersuchungen an der römischen Mainbrücke drei Großkrotzenburg und deren Umgebung hat, wie der ,Han. Anz.' mittheilt, neue interessante Resultate ergeben. Nachdem die Entfernung der beiden bekannten Brückenpfeiler von einander auf 20 m festgestellt worden war, konnte es kaum noch einem Zweifel unterliegen, daß zwischen dem zuerst aufgefundenen Pfeiler und dem 36 m von diesem entfernten Kleinkrotzenburger Ufer noch ein dritter Pfeiler vorhanden sein mußte. Letzterer wurde denn auch, zuerst mit Hilfe des Fühlers durch die Herren Lehrer Schaack und Wasserbauaufseher Blumentritt 16 m von diesem Ufer entfernt fest- gestellt und später als ein solcher ermittelt, der, in der Bauart dem benachbarten Pfeiler ganz ähnlich, aus einem Pfahlrost mit Stein- und Lettenpackung hergestellt war. Wiederum wurden mehrere runde und vierkantige eichene zugespitzte Pfähle, darunter einige besonders gut erhaltene Exemplare von 2 m Länge und 30 cm Durchmesser, sowie zwei eiserne Pfahlschuhe aufgefunden. Die vorhandenen Steine — Basalt- und wenige rothe Sandsteine — zeigten sämmtlich keine Spur von Mörtel und ist dies ein neuer Beweis dafür, daß die Bauart des 40 m nördlich davon gelegenen Pfeilers, dessen Steine unverkennbar im Mauerverband gesessen hatten, eine gänzlich abweichende war. Ob der zuletzt aufgefundene Pfeiler der südliche Landpfeiler der Brücke war, wird voraussichtlich durch die weiteren Forschungen festgestellt werden können.
* Aus Neustadt a. S., 15. Okt., meldet die ,Rhön- und Saalpost': Heute Morgen 7 Uhr 40 Mm. dampfte der erste fahrplanmäßige Lokalzug unter zahlreicher Betheiligung des Publikums von hier nach Bischofsheim ab. Die Lokomotive war mit Kränzen und Fahnen festlich dekorirt und trug an der Vorderseite die Widmung: „Die Schwesterstadt Neustadt entbietet dem freundlichen Bischofsheim zum Feste der Bahn-Eröffnung besten Gruß!" Der ganze Zug mit seinen sechs neuen Wagen wachte einen guten Eindruck.
* Wabern, 15. Okt. Am 19. d. Mts. um halb 3 Uhr Nachmittags, findet hier im „Hotel zum König von Preußen" die Generalversammlung des Bauernvereins Homberg-Ziegenhain-Fritzlar- Melsungen statt. Der Reichstagsabgeordnete Herr Bürgermeister Hellwig aus Haddamar wird über die Wirkung der Zölle — billigen Körnerpreise — des Landmanns Zukunft referiren. Außerdem steht auf der Tagesordnung der Rechenschaftsbericht. Ferner sollen bann auch die Wahlen für Homberg- Ziegenhain u. Fritzlar-Melsungen besprochen werden.
* Cassel, 14. Okt. Seitens der konservativen Partei in Cassel wird gutem Vernehmen nach Hr. Nechtsanwalt Dr. Schier hier als Kandidat für dje Landtagswahl aufgestellt. Zunächst war die
Kandidatur dem konservativen Reichstagsdeputirten des Wahlkreises Kassel-Melsungen, Dr. Lotz, angetragen , von diesem aber abgelehnt worden. Dr. Schier ist ein junger vielbeschäftigter Rechtsanwalt, in politischen Dingen jedoch war er bis dahin so unbekannt, daß es hier in Cassel wohl nur sehr wenig Leute gibt, die von seiner politischen Parteistellung auch nur eine Ahnung gehabt hätten. — Bei den am Dienstag, den 13. Oktober, beim Kgl. Ober - Präsidium dahier stattgehabten Präsentations-Wahlen der Handelskammern der Provinz Hessen-Nassau zum Volkswirthschaftsrathe wurden die Herren Passavant-Frankfurt a. M., Geheimer Kommerzien-Rath Henschel-Cassel und Rudolf Koepp-Oestrich gewählt. — Am 17. Nov. d. I. tritt der Kommunallandtag des Regierungsbezirks Cassel zusammen.
* * Eisenach, 15. Okt. Am 18. d., demselben Tage, an welchem in Marburg die Feier des 70jährigen Bestehens der deutschen Burschenschaft stattfindet, wird auf der Wartburg auf Veranlassung von Professor Häckel in Jena und Dr. Küster in Berlin die Gründung einer „Deutschen akademischen Vereinigung" beabsichtigt. Soviel man aus den zahlreichen Send- und Rundschreiben entnehmen kann, werden viele einander entgegenstehende Anschauungen über akademisches Leben und Streben sich dabei geltend zu machen suchen, so daß die Feststellung eines einheitlichen Programms große Schwierigkeiten finden dürfte. Es soll u. A. angekämpft werden gegen übermäßiges Kneipen, Zweikämpfe, Entsittlichung, luxuriöse Rennommisterei und Verschwendung, Eingreifen in politische Verhältnisse und bergt
Vermischtes.
* Metz, 14. Oktbr. In vergangener Nacht rief ein Wachtposten im Fort Voigts-Rhetz (.Moselfort) eine am Festungswall entlang schleichende Person dreimal vorschriftsmäßig an. Als der Angerufene nicht hörte, sondern Miene machte, sich zu entfernen, gab der Wachtposten Feuer und tödtete denselben auf der Stelle. In der Leiche erkannte man einen Unteroffizier des 9. Dragoner-Regmts.
* Homburg v. d. H., 13. Okt. Für manchen Leser dürfte es von Interesse sein, über die im Laufe dieses Sommers so sfi erwähnte sogen. Schweninger-Kur etwas Näheres zu erfahren. Das Hauptprinzip der Oertel- schen resp. Schweninger'schen Methode beruht darin, dem Körper möglichst viel Flüssigkeit zu entziehen; dabei geht, wie durch physiologische Versuche von Oertel und Voit nachgewiesen ist, der Zerfall des Fettgewebes und die Aufsaugung rasch vor sich. Zu diesem Zwecke ist die Diät dahin geordnet, daß nicht gleichzeitig flüssige und feste Nahrung genossen werden darf. Als erste allgemeine Regel gilt daher, daß man erst eine Stunde nach dem Genüsse fester Speisen trinken darf, wobei das Quantum der F üssigkeit, wenn nicht strenge beschränkt, so doch mäßig bemessen (ein Becher) Meißen muß. Zweite Regel ist, daß man nur möglichst wenig auf einmal essen darf. Bezüglich der Quantität ist der Verdauungszustand des Patienten maßgebend. Hat man es mit Fettsucht ohne Verdauungsstörungen zu thun, so kann die Hauptmahlzeit aus zwei verhältnißmäßig großen Portionen verschiedener Gerichte bestehen. Die Zahl der Mahlzeiten hat Professor Schweninger auf fünf pro Tag festgesetzt. Sind dagegen Verdauungsstörungen vorhanden, so gilt als Regel, alle zwei Stunden Speise zu sich zu nehmen, aber in kleinen Quantitäten und jedesmal nur ein Gericht. Streng v rboten hat Schweninger den Genuß von Bouillon, Kaffee, Thee, Bier, Brod, Kartoffeln, Zucker und Fetten (Butter, fettes Fleisch rc.) Rur ausnahmsweise wird ein Stückchen gerösteten Brodes, etwa von der Größe eines halben Milchbrödchens, zu den Mahlzeiten zugelaffen. Das übliche Tages-Menu ist nach Schwe- ningers Regime folgendes: Am Morgen ein Beefsteak oder ein paar Eier mit einer Portion rohen Schinken oder kaltem Braten; Brod, wie gesagt, gar nicht oder nur wenig und geröstet. Eine Stunde später einen Trunk, etwa einen Becher reinen Wassers oder Selterserwaffer, zur Hälfte mit Rothwein gemischt. Gegen 12 Uhr eine Portion Rost- Beef, Kalbsbraten, Wild oder Beefsteak, und dann Fisch oder Gemüse. Eine Stunde darauf Kompot, nur wenig süß. Um 4 oder 5 Uhr wieder eine Portion Fleisch, zum Abendbrod ähnliche Speisen, wie zum Frühstück und zur Nacht ein paar Apfelsinen oder Aepfel. Gestattet ist der Genuß von Gefrorenem mit der bereits angegebenen Beschränkung wie beim Trinken: eine Stunde vor oder nach einer Mahlzeit; handelt es sich um Verfettung ohne Organstörungen, so kann sich der Patient fast satt effen bei den Mahlzeiten dadurch, daß er größere oder doppelte Portionen zu sich nimmt. Dagegen ist bei den von Verdauungs störungen begleiteten Fällen nur eine mittelgroße resp. kleine Portion gestattet, jedoch haben die Mahlzeiten dafür alle zwei Stunden stattzufinden. Hand in Hand mit dieser strengen Diät gehen die körperlichen Bewegungen. Professor Schweninger läßt seine Patienten systematisch täglich Holz hacken oder viel Treppen, noch besser Berge steigen, und zwar bis so schnellem Tempo, daß sich Athemnoth einstellt. Zweck dieser sonderbaren Maßregeln ist, auf die Entfettung des bei Fettleibigen gewöhnlich verfetteten Herzens durch das Anhalten desselben zu schnellerer und stärkerer Arbeit (Herzkontraktionen) hinzuwirken.
* Ostern 1886 fällt — wie die neuen Kalender zeigen — auf den 25. April. Solch' späte Ostern sind seit 1734 nicht mehr dagewesen, und sie werden sich erst im Jahre 1943 wiederholen.
(Schlaflosigkeit.) Schlaflose, welche ein nervöser, heftiges Temperament haben, sollen auf die Stellung ihres Bettes achten. Der Kopf soll nach Norden, die Füße nach Süden liegen; der Schlaf ist dann ruhiger. Es ist dies ein altes Mittel, das schon vor 100 Jahren und seitdem öfters empfohlen worden ist.
§ (Zweierlei.) Arzt (zum Patienten): „Sie müssen sich mehr Bewegung machen, was haben Sie denn für ein Geschäft?" Patient: „I Bin e Maurer." Arzt: „Aber da müssen Sie doch Bewegung genug haßen?" Patient: „Des isch net immer gleich, weil mer Bald im Akkord, Bald im Tagloh' schafft."
* Bauernmagd: „Ich thu' für mei Lede nix ließet als Brod Backe, mer kriegt allemal vom Teigknete so saußere Händ'!"
* Literarisches.
Rheinischer Volkskalender pro 1886 mit „Plauder- - stüßchen der Badischen Vetter", Berlag von Jo h.
Falk III. in Mainz. 68 Seiten Text neßst Geschäftsanzeiger. Preis 25 Pfennige.
Ein willkommener Gast in jeder katholischen Familie, der trotz seiner Jugend sich doch schon einen stattlichen Kreis von Freunden erworßen hat und wegen seines reichen und gediegenen Inhaltes üßerall willkommen ist. Auch in diesem Jahre Bringt der „Rheinische Volkskalender" eine Fülle interessanten, Belehrenden und unterhaltenden Stoffes, so daß man sich wundert, wie man für 25 Pfennige das Alles Bieten kann. Auf der ersten Seile finden wir ein schwungvolles Neujah rs gedicht, in welchem in ansprechenden Versen die Grüße und Glückwünsche der verschiedenen Nationen angeführt werden und das mit einem warmen Segenswunsche des Kalendermanns schließt. Dann folgt das hübsch ausgestattete Kalendarium, dem diesmal ein Belehrender Garten- und OB st Bau-Kalender BeigegeBen ist, sowie ein schön ausgeführtes Ge- denkblatt freudiger und trauriger Tage für das Jahr 1886. Konrad Kraus, der sich unter den neueren Schriftstellern einen geachteten Namen erworben, hat für den K lender wieder eine hübsche Erzählung: Die Wetter- Hexe geliefert, die uns in jene Tage zurückführt, in welchen der Hexenwahn so viele Opfer forderte. Das „Plauderstübchen der Badischen Vetter" ist lehrreich und interessant wie immer und behandelt diesmal die katholische Kirche in Amerika. Der durch seine köstlichen Schwänke bekannte Dr. Franz Alfred Muth hat auch dieses Jahr wieder einige Beiträge geliefert, außerdem finden wir Lebensbeschreibungen des hochseligen Bischofs Peter Joseph Blum von Limburg und seines hochw. Nachfolgers Dr. Johannes Christian Roos, mildem wohlgelungenen Porträt der beiden Kirchenfürsten; ferner von Dr. Jos. Guerber eine fesselnde Abhandlung über Wörth im Elsaß; dann eine ganze Reihe anderer Beiträge heiterer und ernster Natur, worunter namentlich die „Entstehung desMenschen" und der „Z ukunft sbauer" viel Heiterkeit erregen dürfte. Sehr interessant ist die geschichtliche Abhandlung; Das Priesterseminar St. Peter auf dem Schwarzwald. Den Schluß bildet die „Rundschau" des Kalendermanns, in welcher derselbe gewissenhaft und wahrheitsgemäß die politischen Ereignisse des verflossenen Jahres aufzählt und dabei mit seinem Urtheil sehr oft den Nagel auf den Kopf trifft. Wie im vorigen Jahre, so bringt auch diesmal der Kalender einen Preis-Rebus, für dessen Losung eine Anzahl schöner und werthvoller Preise ausgesetzt sind. Daß der „Rheinische Volkskalender" auch mit zahlreichen hübschen Bildern ausgestattet ist, bedarf keiner Frage.
Die katholische Kalender-Literatur ist bekanntermaßen in den letzten Jahren eine sehr reichhaltige geworden, allein der besten Kalender einer ist unstreitig der „ Rh einisch e Volkskalender", den wir deshalb auf's Wärmste empfehlen. Wir können Allen nur rathen: Gehe hin und kaufe, es wird Dich nicht gereuen.
Auszug
aus deu Registern des Standesamts Fulda,
vom 9. bis 15. Oktober.
Aufgebote: Den 12. Okt.: Maschinenwärter Wilhelm Trapp von Rönshausen und Maria Klara Gutberlet von hier. Den 15.: Schieferdecker Jakob Heim und Elisabeth Schmalz. Den 15.: Fabrikweber Peter gen. Joseph Jahn von Neuenberg und Mathilde Ziegler von Röderhaid.
Eheschließungen: Den 12. Okt.: Lokomotivführer Heinrich August Flach und Anna Barbara Theresia Schmalz. Den 12.: Drechsler Joh. Adam Krisch, Witwer, von hier und Elisnbeth Fey von Buchenau.
Geburten. Den 9. Oktober: Georg Anton, S. des Kupferschmiedemeisters Franz Karl Sennefelder. Den 11.: Kaspar, S. des Leinewebers Joseph Liebig zu Horas. Benedikt Wilhelm Joseph, S. des Kaufmanns Karl Joh. Konrad Reinhardt. Den 13.: Konstantin Eduard, S. des Modellschreiners Joh. Adam Faulstich.
Sterbefälle: Den 10. Okt : Senrieite Gertrude geb. Nitsch, Ehefrau des Amtsgerichts-Sekretärs a. D. Johann Baptist Heller, 54 I. 5 M. 10 T. Den 12.: Johann Friedrich Messing, Auszüger, Wittwer, 84 I. 6 M. 22 T. Den 13.: Valentin Sander, Mützenmacher, verh., 59 I. 2 M 17 T. Den 14.: Hermann, S. des Taglöhners Nikolaus Müller zu Rückers Bei Flieden, 10 I. 11 M. 17 T. Den 15.: Todtgeß. Kind weißt Geschlechts des Nachtwächters am Bahnhof Amandus Walter.
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