Einzelbild herunterladen
 

von

auber k. 96

gros- k. 56. k. 64. <. 70. t. 80. k. 70. k. 80

86- •eisen. n wird

t und [1264

00 00

den M ;hen 2g >ne“ |g istes c3 :cel- ;hen gS Tege |S

)6 U ne. |g ms

rein.

le

ung.

i neuen

nd.

"1305

Juli,

ng. ter

885.

Akten.

aus, A k.

an.

s

xes

), was Weizen- teht) [1340

tti.

Lei tu

liefert cke,

156.

den 13.

1885.

Die.Fuldaer Zeitung' erscheint täglich, Sonn« und Feiertage ausgenommen. Bierteljährlicher Abonnementspreis ohne Bringerlohn und Bestellgeld: 1 Mk. 50 Pfg., — mit der belletristischen Wochenbeilage .Sterne und Blumen' in Fulda 1 Mk. 70 Pfg., auswärts 1 Mk. 75 Pfg.

Inserate: Die einspaltige Zeile oder deren Raum 15 Pfg., sog. Platzannoncen 10 Pfg.; bei Wiederholungen entsprechender Rabatt.

* Der Paderborner Studien-Erlaß

ist inzwischen bekanntlich auf Wunsch des Papstes zurückgenommen worden und zwar ganz besonders in Folge der Auslegung, welche die Kulturkämpfer ihm gegeben haben. Die .Kreuzztg/ meint nun: Das Paderborner General-Vikariat habe eine „Niederlage" erlitten, der General - Vikar müsse zurücktreten, aber auch der Bischof von Paderborn sei mitbetroffen, er werde voraussichtlich von Rom desavouirt werden und dann seine Demission nehmen. Ob der Herr Bischof in den Augen der .Kreuz« zeitung' eine Niederlage erlitten hat oder nicht, ist vollkommen gleichgiltig. Das Wesentliche ist die Art und Weise, wie nach Darstellung der .Kreuz­zeitung' die preußische Staatsregierung zu der Paderborner Angelegenheit sich stellt. Daß die Staatsregierung mit dem ersten Erlaß sehr zufrieden war, ist zu glauben. Wenn er auch nicht, wie sie meint, „auf einem geheimen lieber» einkommen mit der Staatsregierung" beruhte, jeden­falls bot er der Regierung einen überaus will­kommenen Anlaß zu erklären: Sehet da! was in Paderborn geschehen ist, kann auch in Köln, Münster, Fulda u. s. iv. geschehen. Wenn nicht alles täuscht, sollte in Paderborn ein Präzedenzfall geschaffen, das Prinzip durchbrochen, eine Versuchs­station angelegt, ein Keil eingetrieben werden, mit welchem man die Phalanx des preußischen Episko­pates auseinandersprengte. Zuerst das Knaben­seminar, dann die Universitätsbildung, ais Krönung des Ganzen das Seminar unter Aufsicht „gut katho­lischer Beamten", wie die .Kreuzztg.' in einem offiziösen Artikel meint, die man später wegjagen würde! Welch eine Wonne für die „Kulturkämpfer"! Wie schade, daß mit dem Paderborner Erlaß wieder ein Strohhalm, an dem die Hoffnungen auf den endlichen Sieg der kirchenfeindlichen Ab­sichten sich zu halten anfingen, zerschnitten ist. Wir kommen immer noch ^keiner „deutschen National­kirche ohne DogmenzwMg und Formelkram", wie die ,Nordd. Allg. Ztg.' das Ziel des Kulturkampfes so klar bezeichnete; die katholische Kirche läßt sich nicht „den Anspruch austreiben, Trägerin einer übernatürlichen Offenbarung zu fein", w'e die ,National-Zeitung' über dieses Ziel sich ausdrückte. Komisch ist es, wenn jetzt die „kulturkämpferische" Presse sich als Anwalt des wahren Katholizismus geberdet und für den Erlaß eintritt. Die politische

ä Marie Seewald. <18

Eine Erzählung aus dem Leben von 6. Z.

Frau Seemald meinte still, wie hatte sie diesen seltsamen Mann verkannt, — wie stahl sich der heimliche Gedanke in ihr Herz: Marie und Er, — vom Himmel für einander geschaffen, und jetzt so hoffnungslos, auf ewig getrennt.

Daß der Professor ihre Tochter liebte, hatte sie in dieser letzten Stunde eingesehen. Wie stand es aber mit Marie? — Wie ein Lichtstrahl erhellte jenes kleine Lied ihre Seele. Würde sie es so häufig, mit so großer Liebe gesungen haben, wenn derjenige von welchem es herrührte, ihr wider­wärtig oder gar verhaßt gewesen?" —

Frau Seewald mußte keine so kluge Frau sein, wie sie es wirklich war, um nicht auf diesem Wege weiter zu suchen.

Von Skrupeln, welche ihre Marie ganz sicherlich vom Handeln entschieden zurückgehalten hätte, wußte die energische Frau nichts. Sie mußte vor allen Dingen über ihres Kindes Herz klar sehen, und darnach ihre weiteren Schritte einrichten. War's doch nicht ausgemacht, ob Holberg nicht unverletzt aus dem Kriege zurückkehrte.

Sie wußte, daß Marie stets ein Tagebuch ge«

Heuchelei hat noch selten größere Triumphe gefeiert wie hier, wo der Fuchs den Gänsen predigen möchte. Nur schade, daß die Gänse nicht zuhören wollen und dem Fuchs nichts glauben. Denn alle die Thränen, welche jene Presse über die angeb­liche Verwerfung des Weges zum Frieden weint, hält Jedermann für Heuchelei, welcher die letzten Ziele des „Kulturkampfes" zumal für die national­liberale Presse kennt: Ecrasez l'infame! — Ver- nichtet die katholische Kirche!________________________

Deutsches Reich.

Berlin, 12. Juli.

• Fürst Bismarck hat in seiner Eigenschaft als Handelsminister die in Anregung gekommene Frage, in welcher Weise für eine zweckentsprechende Be­wahrung der Werthpapiere der auf Grund des Krankenkassengesetzes errichteten Krankenkassen zu sorgen sei, dahin entschieden, daß diese Werth­papiere nur in Ausnahmefällen an anderen als behördlichen Stellen zu verwahren seien. Als letztere seien vor Allem die städtischen und Kreis-Geineinde- kassen in Aussicht zu nehmen und deren Vorstände darum zu ersuchen.

* Die .Kölnische Zeitung' gab unlängst wieder ein Pröbchen von den sittlichen Begriffen ihrer Partei und zwar durch einen schmutzigen Artikel ihres afrikanischen Reise-Berichtelstatters,. der in dem Satze gipfelt: „Bleibt also für die Kaufleute, die gezwustgen sind, in Afrika unK zwar wohlverstanden in einem heißen Kuina leben, nur noch das vierte Mittel, nämlich sich nach Landesgebrauch auf Zeit, d. h. für die Dauer ihres Aufenthaltes an einem bestimmten Punkte, zu verehelichen." Aehnliche Gemeinheiten — der ganze Artikel entspricht diesem Satz - - hat der Korrespondent schon früher geliefert, aber wir erinnern uns nicht, daß er schon einmal mit solcher Wärme für das Cöncubinat eingetreten sei, wie in diesem Falle. Ob die Herren ihr eigenes Blatt vor ihren eigenen Frauen und Kindern verstecken wissen wir nicht. Grund dazu hätten sie schon — bei solchen Ansichten über Moral und Ehe.

* Aus Kamerun berichten die Lübecker Blätter über blutige Zusammenstöße zwischen dem Personal und den Negern der deutschen Faktoreien auf der einen, den Kamerun-Negern auf der andern Seite. Ferner führt König Bell gegenwärtig Krieg mit den Abunegern. Mango Aqua, einer der Haupt-

führt hatte, auf diesen Blättern mußte sie finden, was sie suchte; doch hatte jene den Schlüssel von ihrer Kommode mitgenommen. Ohne sich lange zu besinnen, sandte sie ihre alte Aufwärterin nach einem Schlosser und ließ die Kommode öffnen.

Sie mußte lange suchen, ehe sie das sorgfältig versteckte Buch fand. Seit Jahr und Tag mar nichts darin geschrieben.

Die Mutter las, und je weiter sie las, desto Heller und freudiger wurde ihr Blick. —

Wie viele Blätter waren beschrieben von der Ahnung und Hoffnung seliger Liebe zu Reinhold; sie hatte dem Verblendeten die erste Schwärmerei ihres reinen jungfräulichen Herzens geweiht.

Und dann trat der Schmerz in ihr Leben, das erste tiefe Weh, als sie feine Siebe zur Schwester so rauh und rücksichtslos durch ihn selber erfuhr, als sie jenes Lied singen mußte, welches er einer anderen gewidmet.

Sie riß, als sie seine Unwürdigkeit erkannt, die Liebe aus ihrem Herzen und glaubte daran zu verbluten.

„In mir und um mich finstere Nacht, nicht ein Auge, das über mich wacht," hatte die Arme hier niedergeschrieben und zusammenschauernd laß die Mutter, wie nur die Kunst und ihr tief-religiöses

gegner, der bereits früher gefangen und dann ge­flohen war, ist wieder festgenommen. Er wurde öffentlich gezüchtigt und wird in nächster Zeit nach Angra Pequena geführt werden. Da scheint sich also für Angra Pequena plötzlich eine Verwendung, und zwar als Strafkolonie für widerspenstige Neger, gefunden zu haben.

* Ems, 12. Juli, lieber die Weiterreise des Kaisers sind nunmehr folgende Bestimmungen ge­troffen. Die Abfahrt von Ems nach Koblenz er­folgt am Dienstag den 14. Juli, Nachmittags 4 Uhr. Der Kaiser wird bis zum 16. Abends in Koblenz verweilen und sich dann direkt nach der Mainau begeben, woselbst die Ankunft am 17., Morgens 9 Uhr, stattfindet.

* Hildesheim, 11.Juli. Unser hochw. Herr Bischof Wilhelm ist vor einigen Tagen von der Firmungsreise zurückgekehrt und hat, was uns Katholiken mit freudiger Genugthuung erfüllt, fein Palais am großen Domhofe wieder beziehen können. Länger als zehn Jahre hat der Kirchenfürst die bescheidenen Räume im ehemaligen Ursulinenkloster am Brühl bewohnen müssen, jetzt endlich ist es ihm nicht mehr verwehrt, fein eigenes Heim zu bewohnen.

* München, 10. Juli. In dem .Bayerischen Vaterland' veröffentlichte Dr. Sigl einen Bericht über seine Gefangenschaft. Nach diesem wäre er zunächst das Opfer einer Jntrigue geworden. Vor büttt ******-*

Stelle"' (Minister?) die Zusicherung einer von dem damaligen Kriegsminister General v. Maillinger zu erwirkenden Zurücknahme des Strafantrages; das Mißlingen dieser Zurücknahme sollte Sigl besonders mitgetheilt werden. Eine derartige An­zeige erfolgte nicht und somit richtete Siql seine Vertheidigung auf möglichste Schonung des Ministers ein. Unerwartet erfolgte die Verurtheilung zu 9monatlichem Gefängniß. Dieselbe „höchste Stelle" tröstete ihn jetzt mit einem „nur dreimonatlichen Brummen", statt dessen wurden alle von Freunden wie Gegnern Sigl's eingereichten Begnadigungs­gesuche abgelehnt; erst ein solches eines „sehr be­rühmten Rechtsanwaltes, liberalen Abgeordneten" ließ dem Dr. Sigl von 273 Tagen 46 nachsehen und ihn also mit einer Verbüßung von 227 Tagen davonkommen. Dr. Sigl erklärt die aus seinen jüngsten Erfahrungen gezogenen Lehren „ganz und voll benutzen zu wollen."

Gefühl sie vor dem Schrecklichsten bewahrt und ihr den Muth der Resignation gegeben hatte.

„Dieser Professor Holberg ist ein Sonderling, ich glaube nicht, daß seine Art und Weise, gegen den Strom gesellschaftlicher Gewohnheit zu schwim­men, eine gemachte ist, sie ist vielmehr mit feinem ganzen Charakter, feinem innersten Sein verwachsen. Ein ungeschliffener Diamant! Echtes Gold in Blei gefaßt! — O, welch' ein Mann, wie so verschie­den von allen anderen, eine stolze, prächtige Eiche inmitten verkrüppelter Zwerggewächse! — O, dürfte ich zu seinen Füßen sitzen und als demüthige Schülerin des Meisters Weisheit lauschen.' — Was sagte er nach jener ihn selbst beschämenden Scene? — Marie! Wir verstehen uns doch — — O, hier darf ich's niederschreiben, hier, wo kein neu­gieriges Auge es sieht und mich verspottet, daß ich stolz auf dieses Wort bin, — er achtet mich, er, zu dem ich aufblicke, wie zu einem höheren Wesen."

Und so ging's fort, Blatt um Blatt, — sie glaubte nur zu bewundern und ehrfurchtsvoll empor zu blicken, wo sie bereits liebte. „Sßie versank Rein­hold neben diesem Mann, wie war's nur möglich gewesen, daß sie für jenen hatte wirkliche Liebe empfinden können? —