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oder der Elemente, aus denen Fürst Bismarck diese Regierungspartei sich schaffen will.
* Eine nationale Ehrengabe
sollte die Bismarckspende sein und gewiß würde sich, wenn sie das sein könnte, Jedermann daran betheiligen. Sie könnte aber mit Leichtigkeit ein solch' nationale», von allen Parteien bereitwillig gegebenes Ehrengeschenk sein, wenn nicht der Kanzler selbst durch die verhängnißvollen Fehler in seiner inneren Politik dies unmöglich gemacht hätte. So ist es gekommen, daß aus dem schönen Gedanken nicht ein nationales, sondern ein Parteigeschenk geworden ist. Denn es sind in der That bloß drei Parteien und noch dazu diePar - teien der Minderheit, bei denen sich eine gewisse Begeisterung für das Ehrengeschenk bemerken läßt: die Deutschkonservativen, die Reichspartei und die Nationalliberalen. Diese haben bei der letzten Reichstagswahl bei den entscheidenden Wahlen im Ganzen 2,386,399 Stimmen aufgebracht. Dabei ist nach der ,Pf. Ztg.' noch zu bemerken, daß unter den für deutschkonservative Kandidaten abgegebenen Stimmen eine große Anzahl solcher Stimmen sich befindet, die von Centrumswäh- lern abgegeben ist. Rach deren Abzug dürfte obige Zahl auf 2*/3 Millionen herabsinken. Die Parteien, die keine oder verschwindende Beiträge spenden, sind die Centrumspartei, die Deutschfrei' sinnigen, die Polen, die Sozialdemokraten, die Volkspartei, die Welfen, die Dänen und die Elsaß- Lothringer. Für diese wurden bei der letzten Wahl zum Reichstage 3,543,026 Stimmen abgegeben, d. i. nahezu 32/s Millionen, wenn wir die Stimmen hinzurechnen, welche Mitglieder der Centrumspartei für Kandidaten der deutsch-konservativen Partei abgegeben haben. Es sind also 2*/3 Millionen Reichstagswähler für, 32/3 Millionen gegen das Ehrengeschenk. Welche Vorwürfe machte vor meh- reren Jahren die rechte Seite des Reichstages, und irren wir nicht, selbst Fürst Bismarck dem Abg. Lasker und seinen Gesinnungsgenossen, als diese eine Sprache führten, als ob durch sie die Ration vertreten würde! Ganz dieselbe überhebungsvolle Sprache führen jetzt die Verehrer des Fürsten Bismarck, wenn sie das Ehrengeschenk ein Geschenk der Nation nennen. Nicht ein nationales Geschenk ist es (gegen diese Bezeichnung protestiren Millionen deutscher Reichsangehörigen), sondern ein Parteigeschenk im vollsten. Sinne des Wortes, ein Geschenk der sogen. Mittelpartei
Wenn auch der Antrag angenommen werde, so würden wir deshalb doch nicht die Doppelwährung erhalten, denn der Reichskanzler würde sich der schweren Verantwortung, die er damit übernehme, wohlbewußt sei, der innere und äußere Kredit bet Reiches würde durch den Rückgang zur Doppel- Währung erschüttert werden. Abgg. Dr. Frege und von Schalscha befürworteten, Abg. Oechel- Häuser bekämpfte die Resolution. Abg. Wind- thorst erklärte sich auch dagegen, da die Initiative in dieser Frage der Regierung zustehe. Die Resolution wurde darauf gegen die Stimmen der Mehr- Hess der Konservativen und einem kleinen Theil des Centrums abgelehnt. Morgen: Etat. Zolltarif.
** Das Abgeordnet enhau» überwies heute den Nachtragsetat pro 1885/86 an die Budgetkommission und erledigte dann die gelegentlich der Berathung des Kultusetat an die Budgetkommission verwiesenen Anträge. Die Kommission beantragte Ablehnung des Antrages Stöcker auf Einstellung einer angemessenen Summe in den näcksten Etat, die zur Förderung der Theilung großer Parochien in Stadt und Land für die evangelische, wie für die katholische Kirche dienen soll. Abg. Hahn (kons.) und der Enneccerus (nat.-lib.) beantragten Einstellung von Fonds im nächsten Etat, welche die Abtrennung kleiner Pfarr-ien von den großen Parochien ermöglichen. Seitens des Cen- trums wurde hierzu der Unterantrag gestellt, daß die cinzustellende Summe entsprechend der Bevölke - rungrziffer auf die evangelische und römisch-katholische Kirche zu verteilen sei. Nach längerer Debatte, in der sich Abg. Hahn, v. M innige- rode,-» Eynern und Enneccerus für den Antrag Hahn rc., die Abgg. Göttwig und Langerhans aber dagegen ausgesprochen, wurde der Antrag einschließlich des Unterantrags des CentrumS an die Budgetkommission verwies:». — Zu einem weiteren Anträge des Abgeordneten Hahn und Genossen, das für die Geistlichen zu gewährenden Minimaleinkommen dauernd zu sichern und demgemäß den Etatsver- vermerk, wonach die Gehaltserhöhungen und Zu- lagen jederzeit widerruflich sind, im nächsten Etat zu ändern, wurde von dem Abg. Freiherr v. Huene der Eventualantrag gestellt, von der Regierung eine Nachmessung zu verlangen, aus welcher ersichtlich, welche Summe aus dem Fonds für die evangelischen und welche Summen für die katho-
großer Majorität wurde Herman an seine Stelle gewählt. Kein Mann in der Grafschaft war so populär, so beliebt, so geachtet wie er. Die Nach- tarn, Reiche und Arme, hatten die Gewohnheit angenommen, ihn den „Squire" zu nennen. In seinem öffentlichen Leben war er glücklich, aber in seinem häuslichen ein bitter enttäuschter Mann, dies mußte er sich selbst zugestehen.
Er schien ferner denn je davon zu sein, das geringste Zeichen von Liebe oder Hingebung von seiner schönen stolzen Gattin zu gewinnen. Jeder Tag brachte ihm neue Beweise von ihrer vollständigen Gleichgültigkeit, von der grausamen Entfernung, die sie trennte.
Lady Janthe verbrachte ihr Leben in einem Wirbel von Vergnügungen, Schmeicheleien und Lustbarkeiten, während sie das edle Herz ihres Gatten mit Füßen trat.
Eines Morgen» schien es ihr, als fei etwas Außergewöhnliches vorgefallen; die Diener sahen ermüdet aus, einige von ihnen waren abwesend. Lady Janthe erfuhr von ihrer Zofe, daß der Earl während der Nacht von einem plötzlichen Schwäche- ansall ergriffen worden sei; man hatte eilig den Squire herbeigerufen, dessen erste Sorge seiner Gattin galt, deren Ruhe er zu stören verbot. Er
Deutsches Reich.
Berlin, 6. März.
♦* Der Reichstag trat heute bei Fortsetzung der dritten Berathung des Etats in die Berathung de» Antrages wegen Wiederaufnahme der Pariser Münzkonferenz und Herstellung der internationalen Doppelwährung ein. Abg. v. Kardorff begründete den von ihm und dem Abg. v. Schorlemer eingebrachten Antrag eingehend. Die australische und kalifornische Goldausbeute sei derart zurückgegangen, daß das Bedürfniß nicht mehr gedeckt werde. Der Verlust, den wir durch die Silber- cntwerthung erlitten, betrage jetzt schon 72 Millionen Mark. Unsere 450 Millionen Mark Silberthaler seien unter den obwaltenden Umständen eine stete Gefahr. Wenn wir mit dem Lateinischen Münzbunde und Amerika kooperirten, würde England gezwungen sein, auch zur Doppelwährung überzugehen. Die Silberentwerthung habe eine furchtbare Preisherabsetzung zur Folge gehabt, unter der vor Allem die Landwirthschaft schwer leide. Die Schutzzölle seien nur Palliatwmittel. Unsere Valuta beruhe auf der Armee, nicht auf unserer metallischen Basis. Eine Überschwemmung mit Silber in Folge der Doppelwährung sei nicht zu befürchten, auch nicht, daß das Silbergeld das Goldgeld verdrängen werde. Das Brachliegen der Industrie sei die Folge unserer heutigen Währungsverhältnisse und nicht be Uebervroduktion, deshalb sei die Währungsfrage augenblicklich wich- tiger als alle anderen, und er hoffe, daß auch noch die Unterstützung des leitenden Staatsmannes werde gewonnen werden. Bundeskommissar Geh. Rath Schraut führte aus, daß eine Befürchtung, wonach wir nicht in der Lage wären, unseren Geldumsang zu schützen, nicht gerechtfertigt sei. Abg. Dr. Bamberger tritt dem Abgeordneten v. Kardorff in einer längeren Rede entgegen. Für uns liege kein Grund vor, an eine Aenderung unserer Währung heranzutreten. Man könne unmöglich das Sinken aller Preise auf die Silberwährung zurückführen, es herrsche vielmehr eine allgemeine Ueberproduklion. Durch eine künstliche Rehabilitirung des Silbers würden allerdings die Preise steigen, es hätte Niemand den Nutzen davon.
Diese Frage frappirte sie. Ec hatte ihnen sein Vermögen, seinen Namen, seine Dienste gegeben. Und was hatte er dafür empfangen?
„Sie machten den Vertrag aus freiem Willen," sagte sie.
„Ich gebe es zu," erwiderte Hermann, „aber es ist "kaum schön von Ihnen, stets wie von einem Geschäft von unserm Uebereinkoinmen zu sprechen, Lady Janthe."
„Nun denn," sagte sie beruhigend, „wenn Ihnen dieser Ausdruck nicht gefällt, nnnn er Sie verletzt, verspreche ich, denselben nicht wi der zu gebrauchen .
Es war die eiste kleine Konzession, welche sie ihm machte, und er war beglückt darüber. Er vergaß ihren Stolz, ihren Hochmuth, die harten Worte, die vorangegangen waren. Ec dachte nur daran, daß sie zuin ersten Mal auf seinen Wunsch Rücksicht genommen hatte, und seine Freude kannte keine Grenzen. . .
Sie wird mein werden!" dachte er. „tote wird mich lieben und mir es sagen. Dies ist der Anfang des Endes."
11. Kapitel.
Wenige Wochen nach seiner Rückkehr wurde Hermann Culroß mit Ehren überhäuft. Der Lord- Lieutenant der Grafschaft war gestorben und mit
X Die Tochter des Aristokraten.
(21. Fortsetzung.)
„Und meine Anwesenheit verdarb . Ihre Freude nicht?" forschte Hermann.
„Nein, d rchaus nicht," versicherte sie.
„Sie war Ihnen ganz gleichgültig — ein Umstand, der kaum der Erwähnung werth war?"
„Wenn Sie auf der vollen Wahrheit bestehen — ja, so mar es," erwiederte Janthe stolz. „Aber ich danke Ihnen für all' Ihre gütige Aufmerksamkeit. Doch warum diese unliebsamen Erörterungen am ersten Abend unserer Heimkehr? Wenn alle geschäftlichen Arrangements einen so befriedigenden Verlauf nähmen wie das unsrige, dann wäre die Welt eine glücklichere."
Er trat einen Schritt näher und blickte in ihr Gesiebt.
„Janthe," sagte er traurig, „Sie lieben es, mich zu d,müthigen. Sie lieben es, unsere Ehe ein geschäftlich,» Arrangement zu nennen. In allen Geschäftssachen nimmt man an, daß der Vortheil auf beiden Seiten gleich sei. Wollen Sie eine Minute nachdenken und mir dann sagen, was ich bis jetzt errungen habe? '
1885.
Sonnabend, den 7. März
j\& 54.
Fuldaer
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Die .Fuldaer Zeitung- erscheint täglich, Sonn- und Feiertage ausgenommen. Vierteljährlicher
belletristischen Wochenbeilage ,Sterne int» Blumen' m Fulda 1 Mk. 70 Ptg., au.warts 1 Mt. <o MS-
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