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Für die Monate Februar und März werden Bestellungen auf die ,Fuldaer Zeitung' von allen Postanstalten, Landbriefboten und für Fulda von der Expedition zum Preise von Mark 1.— (ohne Bestellgeld) angenommen.
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Im vorigen Quartal machte sich der Uebelstand geltend, daß die starke Nachfrage nach dem Roman „Alexa" nicht mehr ganz befriedigt werden konnte. Da wir nun in nächster Zeit mit dem Abdruck eines höchst interessanten Romans aus der Pariser Gesellschaft beginnen werden, so wird es zweckmäßig sein, schon jetzt für die nächstfolgenden Monate zu abonniren.
der schließlich« Sieg der Engländer unterliegt wohl keinem Zweifel.
Aus London wird über diesen Sieg der englischen Truppen nachträglich geschrieben daß erwenig Befriedigung errege. Die Niederlage der Araber, heißt es weite', ist von Leitender Engländer zu theuer erkauft worden. Viele Familien sind wegen des Verlustes ihrer Angehörigen in Trauer versetzt; unter den Gefallenen befindet sich ein Mitglied einer der ersten katholischen Familien, der Lieutenant Rudolph de Lisle. Was aber das Publikum namentlich aufregt, ist die Thatsache, daß die Truppenzahl des Mahdi sich viel größer erwiesen, als die offiziöse Presse behauptet hatte. Bezüglich des Ausgangs des Kampfes darf daher noch lange nicht alle Besorgniß als gehoben angesehen werden. Dazu konimt endlich die Art und Weise der Lös ung der egyptischen Finanzfrage, welche die Stellung Englands im Land der Pharaonen gefährdet. Um so unangenehmer wird es vermerkt, daß das Ministerium seine Ziele in der egyptischen Frag- mit einem geheimnißvollen Schleier umgibt.
Renard war, wie Alexa richtig vermuthete, in'S Dorf gegangen, um bei der Entdeckung ihre» vermeintlichen Schicksals nicht zugegen zu sein. Er suchte seinen Bruder Int Gasthofe auf und beide gingen zusammen hinauf nach dem Hafendamm, wo Renard fein Zusammentreffen mit Lord Stratford Heron in der vergangenen Nacht erzählte.
Später ging Pierre nach dem Telegraphenamt und schickte eine Depesche an den Chef von Scot- tand-Pard, diesem mittheilend, daß Lord Stratford Heron nahe dem Schloß Mont Heron sich aushalte und daß man eine Anzahl Beamten schicken möge zu seiner Gefangennahme.
Auf seinem Rückwege kam er beim Pfarrhause vorbei, und der Anblick deffelben veranlaßte ihn, Mr. Dalton einen Besuch abzustatten. Er war in einer verwegenen Stimmung, und in Folge eines Trunkes, den er mit seinem Bruder im Gasthause genommen, hatte er etwa« von seiner gewöhnlichen Sicherheit verloren.
Mr. Dalton war zu Hause. Renard schickte
xältie
oder
Auf dunklen Wegen
Roman »on 6. Wagner.
ihm seine Karte und das Hausmädchen kam zurück mit dem Bescheid, daß er in des Pfarrers Arbeits- zimmer kommen möge, wohin sie ihn führte.
Renard trat mit seltsamem Lächeln in das Zimmer, seine Augen blitzten verschmitzt, aber sein Wesen war kühl und voll Selbstbewußtsein. Mr. Dalton, welcher Alexa noch einmal zu sprechen wünschte und deshalb seine Reise nach London aufgeschoben hatte, schien über diesen Besuch nicht sehr erfreut zu sein.
„Sie wünschen mich zu sprechen?" fragte Mr. Dalton kühl. „Haben Sie einen Auftrag von Ihrem Herrn?"
„Bon Lord Montheron!" verbefferte Renard. „Rein, ich komme in meiner eigenen Angelegenheit. Der Marquis ist in London. Ich kam auf seine Beranlaffung nach Mont Heron, und während meiner kurzen Verweilens hier habe ich eine große Entdeckung gemacht, in Betreff welcher ich Sie zu sprechen wünsche?"
„Wirklich," sagte Mr. Dalton, augenscheinlich verlegen. ,, p
„Ich wünsche Sie in Ihrer Eigenschaft al» Gerichtsherr zu sprechen," sagte Renard mit wich- tiger Miene.
„War kann ich für Sie thun?"
Der Ausblick war wenig tröstlich, denn in dem Gestrüpp bargen sich feindliche Truppen mit wenigstens zwanzig Fähnlein, mit deren Raumausdehnung verglichen, das eng- liche Viereck wie ein großer Fleck in der Wüste aussah. Ein Angriff schien bedenklich, ehe man die feindliche Stärke ausgekundschaftet. Stewart beschloß daher, dem nächsten Tag« die Entscheidung zu überlasten und ließ daher sein Korps in eilet Zariba, einer Erdverschanzung, die Nacht über verweilen. Es war eine schaurige Nacht, die Kugeln zischten unaufhörlich herüber, trafen fogar ein Kameel und zwei Soldaten, und dreimal wurden in Erwartung eines allgemeinen Angriffs die Lärmtrommeln gerührt. In der That waren es die Feinde, nicht die Engländer, die den Angriff begannen. Gegen 8 Uhr Morgens rückten sie in vortrefflicher Ordnung in zwei langen Zügen über den Hügelrücken an; ihre Fahnen flatterten munter im Winde. Zu gleicher Zeit zeigte sich eine andere Abtheilung im grünen Thal- links, w-lche sich an di« Brunnen anschließt. Die engliche Defensivstellung, die sich nach beiden Seiten ausdehnte, war vortrefflich; und zwei Stunden lang hielt man die Araber durch Gewehr- und Geschützseuer in Schach. Gegen 10 Uhr ordnete Stewart einen Gegenangriff an. Das Korps setzte sich wieder in die oben beschriebene Viereckstellung und rückte in dichtem Kugelregen langsam aber stetig vor. Todte und Verwundete wurden sorgfältig aufgehoben, um sie vor der Rache der Feinde zu schützen, die bekanntlich keinen Pardon geben, allerdings auch keinen empfangen. Erst nach einer Stunde, als man sich den Feinden unmittelbar gegenüber befand, erkannte man die mißliche Thatsache, daß sie über 8000 bis 10,000 Mann geboten. Bald auch unternahmen die Feinde ihren Angriff so heftig, so tollkühn, daß eine Zeit lang das Schicksal der englischen Heersäule auf der Wage schwankte. Mit der aus dem ostsudanischen Feldzuge bekannten Taktik schlichen sie sich im Gestrüpp heran, um dann plötzlich aufzuspringen und sich mit Löwenmuth auf die Engländer zu stürzen. Zwei Emire führten sie an; der eine, der Emir von Berber, Mohamed Khair, zog sich verwundet frühzeitig zurück, der andere aber, der Emir von Metamneh, Abu Saleh, stürzte mit 100 Begleitern durch das Feuer der Henry- Martini-Gewehre und durchbrach das Viereck, in besten Mitte er seinen Tod fand. Das war der Augenblick der höchsten Gefahr, denn gleichzeitig dehnte sich der Feind von links eine Oeffnung in das Hintertreffen; eine allgemeine Verwirrung entstand und es drohte eine traurige Wiederholung der Backer'schen Niederlage, als endlich die taktische Ueberlegenheit der englischen Truppen über die bloße Tapferkeit der Araber siegte, denn die Reihen schlossen sich wieder, das Büchsenfeuer vereitelte die Speerstöße; die Feinde fielen wie Fliegen und stoben endlich nach allen Richtungen auseinander. In dem Gedränge konnten die Mitrailleusen kaum zur Verwendung kommen; auch wurde die zu ihrer Bedienung herbeigezogene Marinebrigade sehr hart mitgenommen. Kein Verlust aber wurde so herb empfunden, als der des Obersten Fred Burnaby, des beliebtesten Offiziers der ganzen englischen Armee, der gleich im Anfang des Gefechtes fiel. General Stewart verweilte mit seinen Truppen eine Zeit lang an den Brunnen von Abu Klea, um dann seinen Marsch nach Metamneh weiter fort- zus-tz-n.
Man erwartet noch das eine oder andere Gefecht, aber
Die Schlacht bei Abuklea im Sudan.
** Der erste Zusammenstoß des englischen WüstenkorpS mit den Aufständischen (Araber) hat am vorigen Sonntag stattgefunden und mit einem glänzenden Siege des Generals Stewart geendet. Aber die Spannung, mit welcher man diesen Sieg erwartete, hat einer noch größeren Beklemmung Platz gemacht, denn das kleine Häuflein von 1500 Mann sah sich plötzlich einer streitbaren Maste »on 10,000 fanatischen und wohl geführten Arabern gegenüber, die zwar der höheren Kriegskunst und den überlegenen Schußwaffen der Briten wichen, die aber durch ihre todtesver- achtende Tapferkeit Bewunderung erpreßten. Ihrer 800 blieben auf dem Schlachtfelde und die Engländer nahmen unbehindert Besitz von dem Brunnen Abu Klea, nach welchem Orte das Treffen getauft ward. Aber Berber, Undermann und Metamn-h befinden sich noch in den Händen des Mahdi. Niemand hatte eine Ahnung von den 10,000 Arabern, di- nur 80 Km. von Gadkul entfernt sich zusammengezogen hatten; wer möchte sich daher noch auf die Nachrichten und die einheimischen Spione des Nachrichtenbureaus im Generalstabe verlaffen?
Den Berichten der Spezialberichterstatter zufolge gelangte das Wüstenkorps am vergangenen Freitag in die Nähe der Brunnen von Abu Klea. Allenthalben zeigten sich Spuren feindlicher Bivouaks, ind-ff-n hatten die bisherigen Erfolge mit sammt den Aussagen der gefangenen Mahdisoldaten das Heer in eine falsche Sicherheit eingewiegt ; man schlug, wie der ,Daily News' bemerkt, den Feind allzu gering an. Man lagerte sich angesichts eines rauhen Landrückens, über dessen Einsadlung der Wüstenweg nach dem obigen Brunnen führt. Rechts und links zeigte sich der Horizont von Hügeln eingefaßt. Die Truppen nahmen eben ihr Frühstück ein, als die Husaren die Besetzung der Brunnen durch den Feind meldeten. Sofort erfolgte der Befehl der Schlachtordnung, die Gardisten zur Rechten, das schwere Kame-lkorps in der Mitte, di- Infanteristen zu beiden Seiten, die Artillerie mit der Marinebrigade im Hintertreffen und die Lastkameele mit sammt den «orräthen und den Feldlazarethen im Hohlraum. So ging» vorwärts bis auf mehrere Hundert Schritte von jenem Hügelrücken, den General Stewart mit seinem Stabe der Auskundschaftung wegen hinanritt.
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Deutsches Reich.
Berlin, 28. Januar.
• Der Reichstag beschäftigte sich heuten. A. mit der dritten Lesung des Antrags Windthorst auf Aufhebung des Expatriirungsgesetzes. Derselbe wurde nach kurzer Befürwortung durch den Abg. Windthorst ohne jede weitere Debatte angenommen. Dafür stimmten Centrum, Polen, Socialdemokraten, Deutschfreisinnige, Volksparteiler, aber nur ein kleiner Theil der Conservativen.
* Das Abgeordnetenhaus trat heute in die Berathung des Antrags der Abgg. v. Huene und Lieber auf Annahme des sogenannten Roth- kommunalsteuergesetzes nach den vorjährigen Beschlüssen des Abgeordnetenhauses. Der betreffende Entwurf, welcher seitens der Regierung im verflossenen Jahre dem Landtag vorgelegt worden war, kam in Folge der Behandlung durch das Herrenhaus nicht mehr zur Erledigung. Die Regierung ihrerseits kündigte in der Thronrede die Wiedervorlegung dieses Gesetzes nicht mehr an und so ergriff denn das Centrum di Initiative dazu. Der Gesetzentwurf wurde unverändert angenommen.
* Die Reichstagskommission für die Börsensteuer-Vorlage berieth die Anträge Wedell- Malchow und Oechelyäuser und entschied sich mit 13 gegen 7 Stimmen für die p r o z e n t u a l e Steuer, ferner mit 15 gegen 5 Stimmen für den Schlußnotenzwang. Es wurde sodann eine Subkommission niedergesetzt, um auf Gmnd dieser Beschlüsse einen neuen Entwurf auszuarbeiten.
„Ich erinnere," fuhr Renard fort, „daß Sie, wie Jedermann, von der Schuld Lord Stratford Heron's überzeugt waren. Sie waren sein Lehrer, aber Ihre Anhänglichkeit an ihn blendete Ihre Augen nicht. Darum glaube ich, daß Sie Ihre Pflicht thun werden in der Sache, die ich Ihnen unterbreite.
„Ich hoffe immer meine Pflicht zu thun," bemerkte Talton kalt.
„So ersuche ich Sie als Gerichtsherr, Polizisten nach Mont Heron zu schicken, die nach Lord Stratford Heron suchen und ihn gefangen nehmen."
Mr. Dalton wich entsetzt zurück.
„Was meinen Sie?" rief Dalton. „Lord Stratford Heron ist tobt. Er starb vor Jahren in Amerika."
„Das war ein Jrrthum. Er hält sich in dem Altar-Versteck auf, welches in der alten Kapelle verborgen liegt."
„Lord Stratford lebt? Ich kann e« nicht glauben," rief der Pfarrer."
„Ich hatte ein Zusammentreffen mit ihm in der letzten Nacht und hätte ihn beinahe ergriffen. Ich habe ihn deutlich erkannt und soeben nach Scot- land-Yard telegraphirt, daß man Polizisten zu seiner Verhaftung sendet. Inzwischen verlange ich von Ihnen, daß Sie Ihre Pflicht thun, Sir,"