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1885.

Montag, den 5. Januar

Fuldaer 1

Erstes Blatt.

99)

Auf duukleu Wegen.

Roman »on 6. Wagner.

xjlti«

oder

Deutsches Reich.

Berlin, 4. Januar.

* Die Einberufung desSiaatsraths ist zum 12. Januar erfolgt, lieber den Zusammentritt des Landtages ist ein Termin endgiltig noch nicht festgesetzt; so viel indessen verlautet, werd dre Berufung zum 15. d. M. erfolgen.

* In einem Artikel: „Das Papstthum un Jahre 1884" weist der Moniteur de Rome darauf hin, daß das verflossene Jahr der Krr^e viel Schmerzliches, aber auch manches Erfreuliche gebracht habe. Nach wie vor stelle das Pastthum eine Macht vor, welche von keiner weltlichen Re- aierung unterschätzt werde. Es sei und bleibe inmitten der ehrgeizigen Bestrebungen und der Jnteressenpolitik das religiöse- und moralische Centrum der Welt. Leo XIII. wffse durch mit Festigkeit gepaarte Weisheit, welche selbst den Gegnern Achtung abnöthige, das Ansehen des 'Hb. SluM aufrecht "zu erhalten. -Zu leit be­deutungsvollsten Ereignissen des verflossenen Jahres zählt das Blatt die auf die Initiative Leo s hin ausgeführte Reorganisation des vatikanischen Archivs, welche selbst in den gegnerischen Blattern, wie in den ,Grenzboten', der ,Rat.-Ztg.', der Saturdav Review' große Anerkennung gefunden habe, und die Veröffentlichung der Encikilca gegen die Freimaurer. Auf religiösem Gebiete sei die erfreulichste Erscheinung die unvergleichliche Bluthe und Ausdehnung der Missionen. Die Wiederher­stellung des alten PrimatialsitzeS von Chartago, die zu großen Hoffnungen berechtigenden Vorgänge in Konstantinopel und im Orient, das schon vor­bereitete National < Konzil in Ausstralien, die Schaffung neuer apostolischer Vikariate, namentlich in Indien, und andere Vorgänge zeigen die Lebens-

, „Dem armen Lord Stratford!" fügte die Haus­hälterin hinzu.

' Niemand hatte je eine Kette gesehen, welche diesem Stück ähnelte, aber die Vorzüglichkeit des Goldes, die Schwere und kunstvolle Arbeit zeigten, daß die Kette keinem Diener des Hauses angehort haben konnte. t nr

y Ich fand es!" rief Alexa und ihre Augen leuchteten. „Möge es zur Ermittelung des wahren Mörders führen!''

Ihre Begleiter wunderten sich über ihre seil tarnen Blicke und über ihren festen Glauben, daß der Mörder Lord Montherons noch nicht ermittelt worden sei. o .

.Sie Alle können bezeugen, daß ich die «ette hier gefunden habe!" rief Alexa triumphirend.

„Das wollen wir, Miß,'' erklärte Pustet.

„Wollen Sie die Kette genau besehen, daß Sie dieselbe wiedererkennen, und es nöthigenfalls be­schwören können," bat Alexa. .

Was beabsichtigen Sie damit zu thun, Miß Strange," fragte Mrs. Jngeftre.

„Ich will sie in Ihrer Gegenwart versiegeln, nach dem Dorfe bringen und beim Gerichtsherrn deponiren, nachdem ich in seiner Gegenwart ein paar Glieder davon für mich abgetrennt habe.

den Bankerott der bisher bewiesenen „Regierungs. kunst" beweisen und die Umkehr fordern. Diese Imkehr aber würde zu den Wegen des C en t rum s ühren, nicht zu den Wegen der National-Liberalen, und auch diese Wahrheit soll durch den Lärm ver- . tuscht werden. Es wird sich aber ja zeigen, ob das deutsche Volk eine richtige Stellung in den wichtigsten Fragen der innere Politik für patrio­tischer hält als etwas sehr gekünsteltes und überaus bequemes „patriotisches" — Geschrei!

(,Koln. Vztg. )

„Die Bettstelle ist eine Antike, sie kam vor hundert Jahren aus Frankreich." . ,

Alexa ließ sich durch nichts beirren, sondern fuhr fort, die kunstvolle Schnitzerei zu besichtigen.

Plötzlich kam ein Schrei von ihren Lippen, in dem sich Schreck und Freude mischten. In einer tiefen Spalte der Schnitzerei hatte sie das Schun- mern eines goldenen Gegenstandes gesehen, ohne daß sie jedoch wußte, welcher Art ihre Entdeckung war. Ihre Begleiter traten herzu und Alexa zeigte ihnen, was die Ursache ihrer plötzlichen Er- tC9“@§ ist ein Stück von der Einlage," sagte Mrs. Jngestre. „

Alexa nahm eine lange Nadel aus ihrem Haar, bog das eine Ende zu einem Haken zurecht und zog damit nach einigen Bemühungen ein Stück von einer Kette aus der Spalte, etwa zwei Zoll lang und von künstlerischer Arbeit.

Ihre Aufregung theilten jetzt auch die anderen Anwesenden. Die Kette ging von Hand zu Hand.

„Es ist eine Spur des Mörders!" ricf Alexa. „Der Himmel hat mich gesandt, um es an S Licht $ „Es ist sicher einZeuge desMordeS," bemerkte Puffet. „Es gehört entweder Mylord oder feinem Mörder.

Mein liebes Kind," entgegnete Mrs Jngestre, es besteht kein Dunkel in Betreff des Mordes Der Mörder wurde entdeckt und des Zerbrechen Übe,/2lber wäre es nicht möglich, daß Lord Strat­ford Heron unschuldig war?" wandte Alexa em.

Mrs. Jngestre schüttelte traurig den Kops.

Wenn die Leute hier das glauben konnten; würden sie glücklich sein," sprach der Kellermeister, denn niemals wurde ein Herr dieses Hauses mehr aeliebt als Lord Stratford Heron, der fröhlichste, offenste und edelste Gentleman, der jemals lebte. Es war gewiß nicht seine Absicht, seinenBruder 1U ermorden, sondern er that es im Zorn, -Wir mären mehr um ihn betrübt, als wir über ferne “©äs1 Seit wurde förmlich in Stucke zerrten und von den Gerichtsbeamten durchsucht, Miß Strange," erklärte die Haushälterin, als Alexa begann, die Bettstelle noch einmal zu heutigen.

21 Millionen zu dem Defizit beiträgt; fern 2ßort über die Mittel zur Deckung des Defizits, obgleich onst doch die Regierungen, nicht die Parlamente, )ie Mittel vorzuschlagen pflegen, mit welchen die im Etat geforderten Ausgaben gedeckt werden fallen; kein Wort über die Bedeutung des Versprechens von Steuer-Erleichterungen ba6 1879 ‘bei Bewilligung der neuen Zölle doch so bestimmt gegeben wurde, und nun schon wieder eurem Defi­zit, obgleich trotz des Verfalles der Zuckersteuer in diesem Jahre noch immer dre Einnahmen des Reiches 129 Millionen Mark mehr betragen, als 1879 wofür man aber immer schon wieder eine Ausgabe gefunden hat; kein Wort auch über an­dere unangenehme Erfahrungen ber inneren Po- litik (erschreckliche Zunahme ber Sozialisten, Durch­suchung der Armee u. s. w.); kein Wort über die Versumpfung des Kulturkampfes, über die Stockung der Wirthschafts- und Lozial-Reform .

Seit anderthalb Wochen werden m ber.Nordd. Allgem. fitg.' täglich mehrere Spalten gefüllt nut eigenen Aeußerungen, mit Ausschnitten aus der Presse, mit Adressen und Telegrammen über - nun über die „wichtige" Frage des neuenMinisterial- Direktors: es ist ein Versuch, hierdurch alle unan­genehmen Erscheinungen der innere Politik in den Hintergrund zu drängen! Wenn zur Ze" ber römischen Imperatoren und zur Zeit bes Reiches, von welchem der Name „Byzantinismus herge- leitet, schon Tagesblätter existirt hatten, sie hatten kaum mehr darin thun können, dem Casar und Imperator

alles Angenehme für ihn auszubauscheu, cuS es in der ,Nordd. Allgem. Ztg.' und vielen Blattern der „nationalen" Parteien geschieht. Diese Blatter scheinen auch ihre Leser für— byzantinisch genug und - beschränkt genug halten zu dürfen, daß sie einen Budget-Abstrich von gar nicht absonder- sicher Art, gleich dem hundert andere tut Laus der Jahre ohne jede „Aufregung" Dorgefommen finb für wichtiger aufehen als die Ver;unipfung der'Kirchen-, Wirthschafts-, Sozial- und Steuer- Politik, als das Defizit und das Fortschreiten der sozialistischen und anarchistischen Bewegung.

Wir zweifeln nicht, die ungeheuere Mehrheit des deutschen Volkes läßt sich durch „das dröhnende Blech" des offiziösen und mittelparteilichen „Kory- banten-ChorS" nicht hinwegläuschen über die stei- genben Schwierigkeiten unserer innere Lage, welche

(n,chdr. »er».

___ Wegen des morgigen Festtages wird die nächste Nummer ds. Bl. erst am Mittwoch ausgegeben. _________ _________

Der Bankerott der inner» Politik des

Fürsten Bismarck.

(Schluß.)

Gleichwie mit andere Bismarck'schen Planen hat es auch in der Steuerfrage keine regelmäßige und vor allem keine organifirte erschöpfende Arbeit gegeben, sondere, wie z. B. in der Kirchenpolitik feit sechs Jahren, nur Verstöße, bald nach dieser und bald nach jener Seite, bald schneller und bald langsamer, bald schwächer und bald stärker. Eimge Jahre lang ging die Absicht dahin, un Reichstage sich Steuere auf Lager bewilligen zu lassen, von denen bann, was bas Reich übrig ließe, den Em« zelstaaten zu Steuer-Erleichterungen Mallen sollte. Da man im Reichstage aber schlechte Erfahrungen damit gemacht hatte, daß, wenn Geld vorrathig ist sich gab leicht auch eine Verwendung findet, mie r. B. 1880 sofort eine bedeutende Erhöhung des Militär-Etats eintrat, als eben die im Jahre 1879 neu bewilligten Steuern flüssig zu werden anfingen, so hatte diese Forderung von Steuern QU Lager kein Glück. In gleicher Weise zeigte sich auch das preußische Abgeordnetenhaus nicht bereit, Verwendungen von Geldern in P^u^en zu beschließen, welche erst künftig vom Reiche er- ^J^n "dieser," wegen des von der Regierung stets verweigerten Steuerr-formplanes unausbleiblich ge­gebenen Zwickmühle hat sich seit ^Steuer-Reform" bewegt, und jetzt bietet derReichs« Etat bei stets gesteigerten Ausgaben das Bild eines Defizits von 41 Millionen, welche leicht noch um *>0-30 Millionen sich steigern können, sobald Tamvfer-Subvention, Relikten- und Pensionirungs- Gesetz u. s. w. bewilligt werden. Aber in den Organen der Regierung, msbejonbere der doch fnnft so reichen" ,Nordd. Allg. Ztg., bisher kein Wort über das die deutsche Bevölkerung mit neuen Steuern bedrohende Defizit, kein Wort L über die Gründe des Defizits insbesondere über den durch die Kurzsichtigkeit der Negierung trotz aller Warnungen des Reichstages verschulde­ten Verfall der Z u ck er st euer, deren Ausfallallein

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