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Mittwoch, den 24. Dezember

Erstes Blatt.

man mit dem mit V-rbmmng und 1 ,-m-m - Wie wenig di- p-Ech- R-gi--mg

Die auswärtigen Leser unseres Blat-

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+ Weihnachten 1884.

Weihnachten, das große christliche Friedens- fest, steht wieder mit all' seinem Zauber und all' seinen Freuden vor unseren Augen da. Es schweigt der Alltagslärm und in dem Ringen und Jagen nach Besitz und Ehre, in dem Streite der politi- schen Parteien uno in dem ganzen rastlosen Stre­ben und Widerstreben der Menschen tritt eine merk- liche Ruhepause ein, welche zwar den täglichen Kampf und Hader nicht ganz vergessen läßt, aber doch immerhin für prüfende Umschau und leiden- schaftslose Rückblicke eine willkommene Gelegenheit bietet. Die» gilt vor Allem von der Politik und ihren Wirrnissen, Aufregungen und Kämpfen, denn im Familienkreise und im gesellschaftlichen Leben pflegt gottlob in den schönen WeihnachtS- tagen manches trennende und unterscheidende Ele­ment so merklich rurückzutreten, daß das schone Fest wenigstens in dieser Hinsicht seinen frieden- spendenden, versöhnlichen Charakter, den schönen Nimbus der allumfasienden christlichen Menschen­liebe auch äußerlich noch nicht verloren hat. Denn die innere Bedeutung des herrlichen Wor­tes „Friede den Menschen auf Erden" ist von allen menschlichen Verirrungen und dem Widerstreit der Interessen und Meinungen ganz unabhängig. Diese Botschaft der Christnacht behält auch dann noch ihre Bedeutung, wenn Krieg und Elend die Völ­ker bedrücken, wenn der „Friede" im gewöhnlichen Sinne des Wortes kaum irgendwo mehr ungetrübt zu finden ist. Der „Friede", den keine Menschen- macht und kein äußeres Geschick uns rauben und verkümmern kann, das ist der Friede des Herzens, die innere Ruhe und Fassung, welche aus der treuen Pflichterfüllung und aus der klaren Erkenntniß derZwecke und Ziele der kurzen irdischen Pilgerfahrt hervor- geht, der Friede, der das Antlitz des unschuldig Verfolgten und Gequälten verklärt und der auch den Sterbenden lächeln macht, obgleich er alles das verlassen soll, was ihm bisher so lieb und theuer war. Die Friedensbotschaft der Christnacht hat also in erster Linie eine höhere geistige und über­irdische Bedeutung, und der irdische Friede, das irdische Glück und die rein menschliche Freude, wie sie am Christabend in tausend und abertausend Familien Einkehr halten, sind meist nur ein un- vollkommenes Spiegelbild des Seelenfrieden», der auch in der ärmsten Hütte, mitten im Unglück und Elend, sein Heim aufschlagen kann.

Die politische Welt hat heuer alles Andere eher, als Frieden und Ruhe. Der Friede, von dem so oft die Rede ist bei den Großen und Mäch- tigen der Erde, bei den Fürsten und Diplomaten, in den Parlamenten und bei den Parteien, es ist ein leerer Schall, eine Täuschung. Im fernen Asien und Afrika lodert die Kriegsfackel, und wenn auch in den europäischen Ländern, wenn auch nament­lich in unserem deutschen Vaterlande kein Feind die Grenzen bedroht und äußerliche Waffenruhe, äußerer Friede herrscht, so gähren doch um so ge­fahrdrohender die schlimmen Kräfte im Innern. Die Sozialdemokratie, ein Kind des falschen Libe-

Strafen allein dem sozialistischen und vor.allem dem anarchistischen Treiben ein Ziel setzen zu können glaubt, muß Europa, und muß auch unser geliebtes Deutschland sich fast tagtäglich auf das Schlimmste gefaßt halten. Wer ein wahrer Freund des Volkes, ein Freund der deutschen Fürsten und des Reiches ist, der hat die Pflicht, freimüthtg und ohne Scheu, wenn es gilt, vor sie hinzutreten und ihnen immer wieder zuzurufen: Macht die Kirche frei, laßt der Seelsorge und der ganzen segenbringenden priesterlichen Thätigkeit ihren freien Lauf, ruft alle jene treuen Söhne des Vaterlandes, Welt- und Ordensgeistliche, wieder zurück, die einst zum Schaden des Reiches ihren Wirkungskreis verlassen mußten, mit einem Worte: sorgt dafür, daß dem Volke durch alle verfügbaren Mittel, namentlich aber durch Entsendung einer möglichst großen Priesterschaar die Religion wieder- gegeben und erhalten werde, die seine Ver­führer ihm, begünstigt durch den Kulturkampf und dessen Folgen, so vielfach geraubt haben!

Ob die Fürsten und Regierungen noch recht­zeitig dieses letzte Rettungsmittel ergreifen werden? Wir wissen es nicht, haben aber nach allen vor- liegenden Anzeichen nur wenig Hoffnung dafür. Möge die große Botschaft der Christnacht auch sie auf's Reue erleuchten und sie endlich auf den rechten Weg fuhren zu dem Ziele, welches von dem Stern der ewigen Wahrheit überstrahlt tst. Dietz sei unser innigstes Gebet am hl. Weihnachts- seste. Friede der Kirche, Friede den Völkern und Fürsten! Aber wenn der Himmel uns diese Ga­ben noch nicht zugedacht hat, dann wollen wir, wie bisher, treu aushalten im Kampfe, wir wollen Gott geben, was Gottes, und dem Kaiser, was des Kaisers ist. Denn an dem endlichen Siege brauchen wir nicht zu verzagen, er wird auch nach tausend Trübsalen und Kämpfen sich an unsere Fahnen heften, denn: Im Kreuz ist Heil!

— Ehre sei Gott in der Höhe! —

Wegen des hohen Weihnachtsfestes wird die nächst- Nummer ds. Bl.

erst am Sonnabend ausgegeben.

ralismus, hat Lehren und Grundsätze großgezogen, welche unfehlbar zu jenen letzten Konsequenzen füh­ren müssen, die wir schon jetzt in den Anschlägen der Anarchisten fast in allen civilisirten Ländern heranreifen sehen. Deutschland sah gerade unmit­telbar vor dem friedenverkündenden Weihnachtsfeste vor dem höchsten deutschen Gerichtshöfe einen Pro­zeß sich abspielen, dessen Enthüllungen uns mit Entsetzen und Grausen erfüllen. Verwegene Men­schen hatten den teuflischen Plan gefaßt, den Kai­ser die kaiserliche Familie, die Bundesfürsten und die' Elite der politischen Gesellschaft mittels Dpna- mit in die Luft zu fprengen. Entsetzlicher Ge­danke! Und augenscheinlich hat nur ein glücklicher „Zufall", oder sagen wir besser eine gnädige FügungGottes diese» grauenhafte Verhängmß von Deutschland und seinen Fürsten abgewendet. Wenn wir bedenken, daß diese acht Anarchisten selbst in Deutschland nicht die Einzigen sind, welche in ihrem Menschenhaß, in ihrer Rachsucht gegen- über dem ihnen von der „Gesellschaft" vermeintlich zugefügten Unrecht solch' wahnwitzige Ausgeburten einer grausamen Phantasie in die That zu über* setzen entschlossen sind, so eröffnen sich un» wahr­haft schauerliche Aussichten für die Zukunft. Jene vier Verwegenen haben zahlreiche Gesinnungsgenos- sen in fast allen Ländern, wie bekannte Vorgänge in Oesterreich, Rußland, Italien, in der Schweiz, England, Frankreich, Belgien beweisen.

Man begreift es kaum, wie einsichtsvolle Staat«- märmer und Politiker ai.grslLts solcher Verbrechen, die früher kaum gedacht, viel weniger dann ge- plant und ausgesührt wurden, noch immer den falschen Liberalismus, der. alle diese schlimmen Kräfte entfesselt und gestärkt hat, verhätscheln und liebkosen, wie sie selbst die Sozialdemokratie, dte letzte Vorstufe zur Revolution und zur Anarchie, offen bevorzugen vor jenen Parteien, die nur das Wohl des Volkes wollen und nur in Treue zu Kaiser und Reich, zu Fürst und Vaterland ohne Tadel und Flecken dastehen, bewährter und er­probtet vielleicht, als die angeblichen „einzigen Stützen des Thrones". Ja, sagen wir es nur offen heraus, der Haß gegen die katholische Partei und ihre dem wahren kirchlichen Frieden, der kirch­lichen Freiheit und Unabhängigkeit dienenden Be­strebungen ist bei jenen Anhängern des falschen Liberalismus und ihren hochwüchsigen Beschützern größer, als die Furcht vor den unheilvollen Geistern, die immer unheimlicher in dem civilisirten Europa ihr Spiel treiben und ernstlich daran denken, in nicht zu ferner Zeit die gesellschaftliche und sittliche Ordnung in die Luft zu sprengen.

Und doch kann nichts Anderes die Welt vor diesen letzten Konsequenzen einer gewaltsamen Um- wälzung retten, als der versöhnende, der frieden- vermittelnde Einfluß der Religion und der Kirche. Der Protestantismus ist diesen Gefahren nicht ge- wachsen, das haben seine bedeutendsten Vertreter oft genug unumwunden eingestanden. Die ka­tholische Kirche nimmt den Kampf gegen diese Mächte der Finsterniß mit Muth und Siegesbe- wußtsein auf, wie sie ihn ja schon so oft siegretch begonnen und bestanden hat. Doch der inoderne Staat hat der Kirche in vielen europäischen Ländern geradezu die Hände und Füße gebunden, die sie zur Ausübung ihrer Friedensmission nicht entbehren kann; statt freudiger Unterstützung und Ermunte­rung hat der moderne Staat im Bunde mit dem „Liberalismus" für die katholische Kirche nur Unterdrückung und Zwangsmaßregeln, und für ihre Diener und Kinder nur Hohn und Spott und Verfolgung. So lange diese beklagenswerlhe ge­waltsame Zurückdrängung des kirchlichen Einflusses in Europa an der Tagesordnung bleibt, so lange

Deutsches Reich.

Berlin, 23. Dezember.

** Wir haben gestern auf den „Schrecken" hin­gewiesen, welcher der ,Kölnischen Zeitung' ange­sichts der in Salzburg zu errichtenven katholr-, schen Universität in die Glieder fuhr. Dte weiteren Ausführungen des genannten „Welt­blattes" verdienen ebenfalls erwähnt zu werden. Dasselbe schreibt: . „ .

In Preußen sind bei den Anstellungen niemals Unter­schiede gemacht worden zwischen Protestanten und Katho­liken. Wie sehr die Gleichberechtigung geachtet wird, er- giebt sich schon aus der Thatsache, daß drei der acht Ministerportefeuilles in Händen von Katholiken und. Im Auswärtigen Amte ist nicht nur der Staatssekretair, sondern auch der Unterstaatssekretair katholisch. Auch gegen katholische Universitäten hat die preußische Regierung nie- mals irgend eine Voreingenommenheit gezeigt. Salz­burg aber handelt es sich um die Errichtung einer Hochschule, welche, wie der ,Pester Lloyd' richtig bemerkt, als em „wissenschaftliches Trutz-Deutfchland" gedachtist. Wenn gegen eine solche Jesuitenschule energische Maßregeln ergriffen werden, so kann die Regierung versichert fein, daß sie die Zustimmung aller derjenigen finden wird, welche ehrlich nach einem kirchlichen Frieden streben und nicht nur unter dem Deckmantel schöner Phrasen die Gegensätze

zu verschärfen suchen.

Will nicht die 'Köln. Ztg.' auch dte große An­zahl der katholifchen höchsten Beamten, als Ober- Präsidenten, Regierungspräsidenten, Oberlandesge- richtspräsidenten, Landgerichtspräsidenten, Generäle u. f. w. vorfuhren? Wie schade, daß sie nicht auf die Lifte gekommen ist! Die katholischen Minister rc., welche ihre Kinder protestantisch erziehen lassen, find schon so oft zum Beweise dec „Parität" ge­braucht, daß die Katholiken auch ohne die Remmis- cenz der ,Köln. Ztg.' — diese Katholiken sehr wohl i _ Mi- m-nia die vreustifche Regierung

Fuldaer I

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