Donnerstag, den 18. Dezember
Fuldaer
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über „eigenartige- Verhältnisse Mütheüung zu machen. Auch der Klerus unserer Diözese ist em Feind dieser künstlichen Agitationen, da auf diese Weise die priesterliche Würde nur beeinträchtigt ""«''Posen, 16. Dez. Die Nichtbestätigung des zweiten Bürgermeisters Herse zum Ober-Bürgermeister von Posen ist in der Presse darauf zuruck- geführt worden, daß dieser Herr bisher an der Spitze der dortigen Fortschrittspartei gestanden liabe. Ein Blatt, welches stets mit der Regierung >urch Dick und Dünn geht, die .Schles. Ztg.', hat nun gegen Hrn. H-rse ein neues Argument an's Tageslicht gefördert;' derselbe soll nämlich (obwohl deutscher und Protestant) Sympathie bei den Polen besitzen. In einer außerordentlichen Stadtverordneten-Sitzung wurde Herse als zweiter Bürgermeister einstimmig wiedergewählt. Die Versammlung beschloß ferner, die komgl. Regierung zu bitten, die Verwaltung der zweiten Bürgermeisterstelle dem Bürgermeister Herse vom 18 d. ab und die Vertretung der ersten Burger- meisterftelle dem Stadtrath Katz zu übertragen.
• Marburg, 15. Dez. Dem Vernehmen nehmen nach wird demächst ein Rechtsstreit zur Verhandlung kommen, welcher das Interesse weiter Kreise in Anspruch nehmen dürfte. Em Sohn und Erbe eines verstorbenen renitenten Pfarrers ist gegen den Fiskus klagbar geworden und beansprucht die Auszahlung der seinem Vater entzogenen Pfründe. Herr Justizrath Oetker in Kassel hat die Führung des Prozesses übernommen. Schon vor einiger Zeit haben zwei Söhne anderer verstorbener renitenter Pfarrer eine Petition an den betreffenden Minister gerichtet, m welcher sie ebenfalls die Auszahlung der Pfründe ihrer Vater an fie und die übrigen Erben derselben erbitten, event. wenigstens die Freilassung des Rechtsweges begehren. Bei dieser Gelegenheit wird aus eine im Jabre 1867 von Konsistorialratb Professor vr. Vilmar verfaßte Schrift: „Was ist m Sachen der Remotion von Pfarrern m Hessenkassel von 1656 bis 1820 Rechtens gewesen" aufmerk, sam gemacht. _____ —
Communist in meinen Prinzipien: der niedriggeborene Mensch ist nach meiner Meinung ebenso gut wie der hochgeborene. Was Ihre Entrüstung betrifft, so können Sie dieselbe nur unterlassen; denn öffentlich werde ich nie vergessen, daß Sie der Herr sind und daß ich der Diener bin.
Der Marquis schwieg. Um einen weiteren Strom seines Zornes zurückzuhalten, b>ß er aus die Unterlippe, daß sie blutete. All dre Milde und Freundlichkeit war aus seinem Gesicht ver- sckwunden und hatte einem dämonischen Ausdruck Platz gemacht. ... , ,v
Der Diener ging nachlässig im Zimmer umher, seine ihm zukommende Arbeit verrichtend. Dann und wann warf er einen Blick auf feinen Herrn und lächelte boshaft. Er holte des Mar- quis Schuhe, zog ihm die Stiefel aus und die Schuhe an. Dann brachte er emen Schlafrock. Der Marquis stand auf, ließ sich den Lerbrock ausziehen und mit dem Schlafrock bekleiden. Endlich war Renard mit seiner Arbeit fertig, lehnte sich an den Kamin und blickte den MarqmS mit ernster Miene an.
„Wenn Ihre Wuth sich gelegt hat, sagte er trocken, „habe ich Ihnen etwas zu sagen.
Der Marquis antwortete nicht, auch sah er
Vermittelung dieser Blätter in diesem Jahre Mark 53,321 den verschiedenen Missionen zugewandt wurden. Mögen die deutschen Katholiken nicht erlahmen. Die Rothlage namentlich der vom Kriege heimgesuchten Missionsgebiete m China, Tongking, Sudan und Madagaskar ruft laut um Hülse. Dazu kommen die steigenden Bedürfnisse im Orient, "die nordifchen Missionen, die neu zu gründenden Missionen in Süd- und West-Afrika und Nordamerika. Die Noth ist um so großer, als die Propaganda durch die Kouventlrung ihrer Liegenschaften in italienische Rente einen ernfind- lichen Verlust erlitten hat und künftig weniger helfen kann. Wir stimmen voll und ganz der Redaktion der .Missionen' bei, wenn sie bemerkt, daß wir es ersetzen müssen, und ganz gewiß werden die Katholiken Deutschlands unter den freudigen Gebern ihren hervorragenden Platz de- haupten. „Gebet und es wird euch gegeben werden." Die bei Herder zu Freiburg erscheinende Zeitschrift ,Kath. Missionen' bietet bei sehr billigem Preise eine Fülle des interessantesten Stoffes aus dem Gebiete der Geographie, Völkerkunde und Geschichte, und unterstützt in hervorragender Weise die Glaubensboten in den Heidenländern materiell; so erwirbt sich Jeder, der sich um die wertere Verbreitung dieser Blätter bemüht, auch em Ver- dienst um die katholischen Missionen selbst.
• Aus der Diözese Limburg wird dem Frks. Tgbl.' geschrieben: Seit einiger Zeit scheint in unserer Diözese ein Mißbrauch einreißen zu wollen, der mit aller Energie bekämpft werden muß Es werden nämlich bei Erledigung von Pfarrstellen künstliche Agitationen in Scene gesetzt, die dem bischöflichen Ordinariate die Besetzung dieser Stellen nur erschweren können. Bekannt ist, daß in solchen Fällen sehr oft die Agitation eine Gegenagitation hervorruft und daß daun später der neue Pfarrer als der Pfarrer emer Partei angesehen wird, was der Wirksamkeit des Seelsorgers sehr hinderlich ist. Man enthalte sich kal e! Zer Agitation und überlasse die Besetzung der erledigten Stellen ganz und gar dem bischof- lichen Ordinariate. Und wenn „e'g.nartige Ber. hältnisse vorliegen sollten, so hat dre bischöfliche Behörde immer die nöthige Umsicht und Wachsam- keit bewiesen, um auch diesen soweit als thunlich Rechnung zu tragen. Das Ordinariat hat ia außerdem seine Organe, die angewiesen sind, ihm
Erstes Blatt.
Deutsches Reich.
Berlin, 17. Dezember.
** Der Reichstag verhandelte heute vor schwach besetzten Bänken über den Antrag des Abg. Ur. Jazdzewski, betreff, die Gleichstellung ver polnischen Sprache als Gerichtssprache mit der deutschen Sprache in den der Krone Preußen leit dem c>ghre 1872 ^gefallenen Landestheilen und die Führung eines Nebenprotokolls in der Sprache der Parteien, wenn sonst int Reichsgebiet unter Parteien verhandelt wird, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind. Der Antrag wurde an eine 14gliedrige Kommission zur Vorberathung über» wieset. Die dritte Berathung des Antrags auf Einführung von Diäten fand einen Men Abschluß durch die erste Reichstagsrede des Vertreters von Frankfurt a. M„ des Sozialdemokraten Sabor. Die sehr pathetische Rede rief wiederholt stürmische Heiterkeit hervor, worüber Herr Sabor böse wurde, was der animirten Stimmung nur neue Nahrung aab. Der Antrag wurde angenommen. Morgen l-.tzte Sitzung vor den Ferien: Präsidentenwahl, Krankenkassenantrag, Wahlprüfungen.
(•) Die Anarchisten sind bemüht, das Mm tär m den Bereich ihrer Agitationen zu ziehen. In letzter Zeit sind wiederholt Versuche konstatirt worden, anarchistische Schriften, wie die ,peMtunb berat in die Kasernen, namentlich die Berliner, einzuschmuggeln. Die Militärbehörden wirken dem durch Revisionen ersolgrerch entgegen.
• Eine Überaus wohlthuende Äschemung ist die Opferwilligkeitder deutschen Katholiken. Man kann getrost behaupten, daß, je trostloser die kivchewpolische Lage war desto^ großer die m»rfthntiae Liebe geworden ist. Was hat der Kulturkampf" uns nicht schon gekostet! Millionen " „Xn aesverrt" und trotzdem ließen mir unsere JÄ« Pn».- * unter, stützten geistliche Vereine, Korporationen und Kongregationen. Die traurige @rmnerung an tue taao Wei Mal eingetretene Ueberschwem- X?d-rd.M.n Satttolihn, b-knd-1« inRhnnImd uud W-Mlin. in einer anderen Richtung vor Augen. Mit freudiger Genugthuung wurde «ne Nottz der Katholischen Mifsionen' begrüßt, wonach durch die
Ausland.
• Wien, 17. Dez. Im Salschen Kohlenschachte bei Polnisch Ostrau fand eine Explosion in Folge schlagender Wetter statt. Drei Bergleute nicht zu dem Diener auf; er stellte sich, als habe er dessen Worte gar nicht gehört. Es trat eine längere Pause ein, welche der Marquis endlich unterbrach, indem er fragte:
„Was hatte die Affaire zu Clyffebourne heute Abend zu bedeuten?"
„Welche Affaire?"
Miß Strange's Unfall in den Klippen. Die Geschichte, welche Du erzähltest, war erfunden. Ich kenne Dich zu gut, als daß Du mich tauigen könntest. Das junge Mädchen bestätigte Deine Aussage nicht. Weshalb ist sie so lange draußen geblieben?" , „
Die Geschichte, welche ich erzählte, war allerdings erfunden, eine Nothlüge, und ich schmeichle mir zu glauben, eine sehr gelungene. Die Wahrheit ist, die junge Dame war auf dem Rasenplätze in Begleitung eines Mannes und ich wollte sie vor lästigen Nachforschungen schützen."
Der Marquis erhob seinen Kopf und runzelte die Stirne.
Ist das wieder eine Lüge?" fragte er.
'es ist die Wahrheit. Hätte Lady Wolga Clyffe oder Mrs. Jngestre die Wahrheit erfahre^ würde Miß Strange gezwungen gewesen sein, sich in dieser Nacht ein anderes Obdach zu fachen.
ober
Auf dunklen Wegen.
Roman von E. Wagner.
Der Marquis biß sich aus die Lipp^i und fuhr mit nicht geringerem Aerger, aber doch gelassener at6 Wenn Du mir noch einmal mit einer solchen Unverschämtheit kommst, werde ich Dich entlassen, — ick bade nun genug davon! Tag um -vag, Monat um Monat, Jahr um Jahr! Es ist ein Wunder, daß ich es so lange ertragen habe.
Der Diener lachte wieder. Er schien Gefallen Qn dem Zorn seines Herrn zu finden. .
Bin ick vor den Leuten nicht unterthamg genug?" fragte er. „Wenn es Jemand fielst, vergesse ich nicht, daß Sie mein Herr sind, ba stolze Mylord, dem ich diene, und daß ich mir e n Wurm unter Ihren Füßen bin. ^st es Nicht fo .
Der MarquiS stieß eine Verwünschung aus.
„Was sollen aber die Zeremonien, wenn rotr allein find?" fuhr der Diener hohmsch fort. „Wir find Beide Menschen - der Eine nicht schlechter und nicht beßer als der Andere - haha' ha' Wir sind wie zwei Bruder! Ich om
Inserate: Die einsaitige Zeile oder deren R-um io P'g-- iua- * 2----------