Mittwoch, SR. 17. Dezember
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Lady Wolga nach kurzem Sinnen, kein Gerede darüber."
oder
Auf dunklen Wegen.
Roman von E. Wagner.
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Lord Montheron sprang auf, furchtbar erjchr-ckt, daß er an allen Gliedern zitterte, und blicken Antlitzes starrte er den Diener mit entsetzten
r^Der' Diener lachte wieder, mit noch deutlicher
QinaTroäbrenb Lord Kingscourt sich den Kopf zerbrach eine Erklärung des Ereignisses an diesem Abend zu sinden, während Alexa sich ihrem Schmerz hinqab - spielte sich in einem Zimmer des - s?s Mont Heron eine Scene ab, welche geeignet WÄSTm- mch-Acht i° d°°«-Dm- I kel des Dramas von Mont Heron zu werftn.
Der Marquis von Montheron war nach seiner Rückkehr von Clyffebourne in die Bibliothek gegangen wo er verweilte, bis alle Bewohner des Hauses 'sich zurückgezogen hatten. Dann suchte auch er
Halle, um letztere zu vernichten. Die Explosion kam auch wirklich zur Ausführung, doch glücklicher- weise gingen Menschenleben dabei nicht verloren, nur einige Bedienstete des Wrrthes, welche^in den der Explosionsstelle zunächst liegenden W^th chasts räumen sich aufhielten, wurden durch den Luftdruck umgeworsen, kamen aber nut dem bloyen Schrecken davon. Dagegen war die Zerstörung, welche die Explosion an der Festhalle selbst anrichtete em^ sehr bedeutende; denn eme ganze Wand wurde weggerissen, viele Fenster zertrümmert, die Dachstützen umgeworfen, und dem Wirth außerdem ein großer Schaden verursacht.
3 Die Seele des Ganzen, der Anstister aller dieser Ungeheuerlichkeiten ist, der Anklage nach, Reinsdorfs, eines der enragirtesten Mitglieder der anarchistischen Partei, welcher er seit einer langen Reihe von fahren angehört und in welcher er bereits vielfach als Agitator in den verschiedensten Städten Deutschlands gewirkt hat. Er soll äußerst gerieben sem und bereits unter den verschiedensten Namen sich bewegt haben. In Leipzig, wo er wegen seiner exaltirten Reden aus der sozial-demokratischen Par tei ansgestoßen wurde, hatte er den Namen S ein- berg sich beigelegt. Wie schon aus dem 1881 m Leipzig verhandelten Sozialisten-Prozeß hervorging, ist Reinsdorff ein Emissär des bekannten setzt rn Amerika lebenden Most und ein Freund des Neve,
'i der von London aus die Fäden leitete.
I Vorsitzender b§6 aus 14 Mitgliedern bestehenden Gerichtshofes, öft nunmehr über die Angeklagten : aMMeilen HR, ist Senatspräsident Drenkmann.
Mm haben es die.anwesenden Vertreter der Presie — es'sind De' ’n nicht weiger. als-Z8 erschienen, darunter viele aus 'dem Auslände - zu dau ern daß sie ein gutes Unterkommen uii -^bitonum gefunden haben. Die Antzage wird durch den Ober-Reichsanwalt Dr. Frhrn. v. Seckendorfs, unter Assistenz des Ersten Staatsanwalts Treplm, die Vertheidrgung für Reinsdorff durch ^ustizrath Fenner, 'für die andern Angeklagten durch den . Fustizrath Bussenius und durch Rechtsanwalt See- liq als Offizial-Vertheidiger geführt. Sammtliche Räume des Auditoriums sind überfüllt.- Liele Hunderte hatten mit ihren Gesuchen um Karlen
- 1 (Forts, folgt.)
hervortretendem Hohn. x.„
' „Machen Sie doch kein so entrüstetes Gesicht, erwiderte er. „Es war ein wenig Vertraulichkeit, nichts weiter. Sie würden besser thun, sich zu fetzen und es ruhig hinzunehmen.
Der Marquis wars sich aus fernen Stuhl »u rück; seine Knie schlotterten so heftig, daß er Nich kaum halten tonnte. Er stellte so ein klägliches
Augen an, als habe ihn der Tod gepackt und । wolle ibn mit sich führen in sein dunkles Reich.
Pierre lachte höhnisch, eine widerliche Grimasse ^W?kannst Du es wazen?" rief der Marquis . „Wie kannst Du es wagen, mich anzu-
Ihren Geliebten?" wiederholte Lady Wolga, an "den Grafen denkend. „Wie sah er auo
Das konnte ich nicht sehen. Pierre richtete die Laterne auf sein Gesicht, aber er schlug sie ihm aus der Hand. Ich sah nur einen vollen, schwär- zcn Bart, Mylady "
। Dynamit; vom Färber Söhngen 10 M., Band- i ~ NNrinbach 9 M. 50 Pfg. und vom Knops- 1 ÄaÄ 2 *. li« W» °-h°i-».
halten sie gemäß der Anklage das Dynamit in Lei Büchsen verpackt und waren nach Ruvetzheim
Legen der Sprengstoffe zu suchen. Sie hatten den i nnn Ruvcsbeim nach dem Denkmal führenden ! bet bd den Festfeierlichkeiten benutzt
i werden mußte, verfolgt, die ganze nächste Umgebung ! des Denkmals für ihre Attentatspläne geprüft und endlich in einer Drainage, welche etwa zehn Minu ten vom Denkmal entfernt liegt und die Fahrstraße auer durchschneidet, einen geeignet scheinenden Platz ?ür ihr V°-h-d.„ g-fmid-». Es w»-d-n «»» »>« K Heiden mit Dynamit und mit Zündschnur ver- L(ebenen Gefäße in die Drainage hineingeschoben und die Zündschnur über den ChausseMaden hinweg nach dem Walde zu gelegt, -nw Tte imt dem vorhandenen Material, BMktern, GM, Erve rc. verdeckt wurde. Durch giwisse ÄeckzMen sicherten sie sich das Wiedexsinden des Endes der Zündschnur, so daß diese dann entzündet werden komnc. Nach
; Beendigung dieser Vorbereitungen kehrten sie, nach Rüdcsheim zurück, begaben sich dann ui der Fruh des andern Tages wieder an den Thatort und trafen nun, während sie, anscheinend harmlos frühstückend, im Grase saßen die Verabredung, die Zündschnur, sobald der Wagen des Kaisers m Sicht wäre, anzubrennen, um eme Explosion des
^Kann ich an diesem Mädchen zweifeln?" fragte Ladv Wolga sich selbst, als sie allem war „Unmöglich! Sie ist rein und unschuldig wre em Enge. irgend ein verkommener Mensch hat sub ihr a f- St w tViirdjt« sich. -» »»».!» g-?ch-». Wenn 'ich sie wiedersehe, will ick sie drangen, mir die Wahrheit zu sagem Ich will so so'M und so zärtlich sem. taB sie ©tanw ip, I dessen Schulter fallen ließ, ihr Geheimniß langer oorzurnthalten. 1 | 9nrh Montberon svrana auf,
Während Lady Wolga mit solchen Gedanken be- schäftigt in ihrem Zimmer unruhig hm- und her
^‘‘LteLinb so nervös wie eine Frau," spottete Pierre „Es wundert mich, daß Sre Nicht in
'Tm'Männlicher "Wicht!" schrie er wüthend.
'„Nur nicht so laut, mein Freund, mahnte getanen der Diener. (Fortsetzung folgt.)
„ErMe nichts von diesem Vorfall, FeUce," sagte sem Zmmtei m.s schritt er nach
hn Wolaa nach kurzem Sinnen. „Ich wünsche Leise^trar^ ^naus; aber er sah nichts
n Gerede darüber." ;.itH ifn, ara s;e finftere Nacht. Schaudernd trat er zurück,
Felice versprach Veilchwiegenhei f e h ft im Zimmer auf und ab und
riA da»« m ihre Kammer | gmg -n emen Lehnstuhl am Kamm.
Seine finsteren Mienen deuteten an, daß ihn keine angenehmen Gedanken beschäftigten, m Venen er bald fo tief versunken war daß er nicht horte I ^'"M^Mrven^Sinmn und Kräften; solche daß langsam die Thür geöffnet wurde, P erre g 1 • iUad)tenöe Menschen gefallen mir nicht. Renard langsam hereinschlich und mit katzenartiger sanfte, Yancymaw ™ficb ei Geräuschlosigkeit sich seinem Herrn näherte Mer Heftigkeit' und Muth. ,
welchem er stehen blieb, mit seltsamem Lächelni| schrie er
sich über ihn beugte und daun seine Hand schwer
* Der Anarchiften-Prozest ReinsdorN und Genossen vor dem Reichsgericht
zu Leipzig.
Vor dem vereinigten zweiien und dritten Stias- senat des Reichsgerichts begannen am Montag Vormittag im Schwurgerichtssaale des königlich sächsischen Landgerichts in der Harkortstrasze du Verhandlungen gegen 1. den Schriftsetzer Fnedrich August Reinsdorff aus Pegau wegen Anstsitung zum Verbrechen des Hochverraths Morovirsuchs und der Brandstiftung; 2. den Schriftsitzer Emil K ü ch l e r von Elberfelv wegen Hochverraths, Mord- quer Versuchs und Brandstiftung; 3. den LattlergesilM für Franz Reinhold Rapsch aus Rogbach a. d roeaen Hochverraths, Mordversuchs und Brands MtÜng 4. den Weber Karl Bachmann ass Triptis wegen Mordversuchs und Brandstiftung, 5 den Schuhmacher Karl Holzhauer; l>. den Färber Fritz Söhn gen; 7. den Bandwirker Karl Rheinbach; 8. denKnopsarbefter August Zöllner aus Barmen; 5 bis 8 wegen Theilnahme an dem Verbrechen des Hochverraths, des Mordversuchs und der Brandstiftung. Man berichtet der Köln. Vztq.’ darüber Folgendes: Dgr Anklage liegen im Wesentlichen, mehrere DyMmsi-Attentate zu Grunde, welche int September v. I. zur Aus- 'führung gebracht wurden resp. gebracht werden sollten 9 Das erste Attentat verübte anfangs Sep- schen Restaurant zu Elberfeld, indem er b y in einem Nebenzimmer, neben welcyem geraoe eine aroße Anzahl Mediziner zu einer Berathung zu- sanimengekommen war, mittels Zündschnur eine ;
Büchse Dynamit entzündete. Glücklicherweise kamen bei dieser Explosion keine Menschen ums Leben, doch ibuide dem Wirth durch Z rtrummerung der Möbel rc. ein Schaden von etwa 600 M. verur- sackt Das nächste Attentat, zu beffen Ausführung Mchl-- »lid Rusich sich !-M> i» iw-- Abschnitte, deren erster am 27. und deren zweiter am 28. September v. I., dem ^.age der Enthul- luna des Riederwald-DcnkmalS, spielt. Nachdem die 9beiden in Elberfeld lebenden Attentäter von ihren Komplizen, dem Schuhmacher Holzhauer das
SCSWÄ» und den Kaiser mW seine' i ' Umgebung zu tödten. Dieser Plan mißglückte so- ■ wohl bei Hinauffahrt des Kaisers zum Denkmal als auch bei der Rückfahrt desselben vom yeutma - nach Rüdesheim, und zwar deswegen weil es m der Nacht vorher geregnet hatte und das Ende . der Zündschnur feucht geworden war. Doch d-e s Attentäter ließen sich noch nicht von wettern Versuchen abschrecken. Am Abend des Enthullmigs- esttages holten Küchler und Rilpsch die berd n Dynamitbüchsen wieder aus der Dramage yeraus LMKk i
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