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Sonnabend, den 13. Dezember

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l

Vermischtes.

(Nachbr. ,-rb.)

82)

(Fortsetzung folgt.)

§ Eine neue Lichtquelle ist vor einiger Zeit er­funden worden, welche dem elektrischen Licht erfolgreich Conkurrenz zu machen droht. Es ist dies das sogenannte „Platinglühlicht", von Mr. Lewis in London entdeckt, welches durch Modifikation der Construktion von gewöhnlichem Leucht­gas-Laternen erlangt wird.

volle Macht gezwungen, lenkte sie ihren Blick von dem Paare nach dem Fenster hinter ihr. Sie wurde blaß wie der Tod, und ihre Augen starr­ten voll Schreck auf ein geisterhaft bleiches Ge­sicht, dicht an das Fenster gedrückt und m em paar glühender Augen, welche unbeweglich auf Lady Wolga und ihren Bewerber geheftet waren.

In dem Schatten, welche die Gardine auf das Gesicht warf, konnte sie dasselbe nicht genau er- kennen, aber sie zweifelte keinen Augenblick daran, daß es ihr Vater war, welcher von draußen Alles

oder

beobachtet hatte. ,

Momentan war Alexa wie gelahmt, dann zwang sie ihren Blick in den Salon zurück zu Lady Markham, welche das Mädchen vergessen zu haben schien und eine Gruppe am andern Ende des Zimmers beobachtete, bei welcher sich auch ~orb Kingscourt befand. Sie ließ ihren Blick durch s Zimmer schweifen und sah, daß Niemand den Beo­bachter draußen bemerkt hatte, als sie selbst. Er­leichtert athmete sie auf. Er konnte jedoch jeden Augenblick gesehen werden, deshalb mußte )te zu ihm und ihn auf die drohende Gefahr, entdeckt zu werden, aufmerksam machen. . ,,

Sie konnte nicht durch den Saal in Die Halle gelangen, ohne die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Sie stand auf und zog die Gardinen zu- fammen, so daß sie gänzlich den Blicken der An­wesenden entzogen wurde. Ihr Vater war er- schreckt vom Fenster zurückgetreten, er schien sie erst zu bemerken, als sie aufstand. Alexa öffnete leise "das Fenster und sprang hinaus in den Garten.

Sie konnte nichts sehen. Das Auge, an das blendende Licht im Salon gewöhnt, fand die Fm- sterniß bei dem raschen Wechsel doppelk undurch­dringlich. Sie schloß das Fenster wieder vor­sichtig und rief leise:

„Vater! Vater!"

abgesondert von den Anderen, die Illustrationen eines Prachtwerkes besahen. Nach einiger Zelt gesellte sich Lady Markham zu ihnen, und etwas später würde Lord Kingscourt von einer alten und seiner Familie befreundeten Gräfin abgerufen und im Triumph zu ihren Töchtern geführt, wo er derart in Anspruch genommen wurde, daß er nicht abkommen und zu Alexa zurückkehren konnte, ohne den Anstand zu verletzen.

Lady Markham's Gesellschaft war Alexa zu- wieder; sie überließ dieser deshalb das Buch und zog sich in eine Fensternische zurück, von wo aus sie den ganzen Saal übersehen konnte.

Ihre Augen ruhten vorzugsweise auf ihrer Mut- ter welche neben dem MarguiS saß, sich vertrau­lich mit ihm unterhaltend. Lord Montheron hatte heute nicht sein gewöhnliches melancholisches Aus­sehen; seine Augen leuchteten glückselig, sein Ge­sicht zeigte einen triumphirenden Ausdruck.

In Alexa's Herz regte sich brennende Eifersucht, denn das Paar sah in der That wie Liebende aus. Lady Wolga'S Haupt war leicht gesenkt, eme zarte Rölhe bedeckte ihr gewöhnlich bleiches Antlitz, ihr stolzer Mund lächelte sanft. Sie sah aus, als hätte nie ein Schatten von Sorgen auf ihrer Stirne gelagert, als hätte nie Kummer an ihrem Herzen genagt. Aber einmal, als Lady Wolga ihre Augen erhob und von ihrem Bewer- der abwandte, bemerkte Alexa wieder den Blick der sie schon einmal erschreckt hatte, — den Blick voll Angst, Sorge und Widerwillen.

Dieser Ausdruck schwand aber fast in demselben Augenblick, in welchem er entstand, und Lady Wolga blickte den Marquis mit einensLächeln an, welches ihn entzückte. ' _

„Sie sind Liebende!" dachte Alexa, „sie wer­den sich heirathen, und mein armer Vater! Gott sei Dank, daß er sie nicht so sehen kann!"

Unwillkürlich, oder wie durch eine gehetmmß-

tralstationen ins Leben treten, ist der höhere Kosten­aufwand ein überwundener Standpunkt. Trotz alledem hat sich das elektrische Licht Mr Erhaltung von Concertsälen, Theatern, photographischen An­stalten rc. wegen seiner eminenten Vorzüge vor dem Gaslicht ein ausschließliches Bürgerrecht er- worben. Nicht minder ist das elektrische Licht zum Betriebe gewisier Industriezweige nur ausschließ­lich verwendbar, z. B. Spinnereien, Webereien, Buntdruckereien. Es macht hier die Facht zum Tage, da es keinen Farbenwechsel der Gegenstände ^Auf^'dem Gebiete der Heilkunde hat sich die Elektrizität ebenfalls einen hervorragenden Rus verschafft. Das geheimnißvolle Agens ist diag- nostischen und therapeutischen Zwecken dienstbar^ Wiederum ist das elektrische Licht, dessen man sich zur Erhellung von Körperhöhlen bedient, behufs Feststellung von Unregelmäßigkeiten, Vornahme von Operationen. So dient z. B. das Gastroskop zur Exploration des Magens, indem es alle Magen- partien erhellt und zur Anschauung bringt. In therapeutischer Beziehung hat die Elektrizität ihre Triumphe gefeiert, dadurch daß sie schmerzlindernd wirkt, verhärtete Krankheitsprovukte löst und zum Verschwinden bringt, das gelähmte Nervenleben aufrüttelte. Die Heilmethoden find verschiedener Art wie die Einverleibung der Arzneikörper durch die unverletzte Haut mittelst Anodenbehandlung, die Elektromaffage, die hydroelektrischen Bader. Wie aber die Unvorsichtigkeit bei der Anwendung hochgespannter Ströme, gleichviel welchen Namen das Beleuchtungssystem trägt, den Tod nut Blitzes- schnelle herbeiführt, so kann auch die Benutzung der Elektrizität zu Heilzwecken Unheil stiften, wenn starke elektrische Ströme auf den Körpertheil em-

n Die Elektrizität im Dienste der Menschheit.

(Von Kreisthierarzt Ritz in Frankenberg.) , Die Elektrizität macht wegen ihrer vielseitigen Verwendbarkeit auf fast allen Gebieten des öffent­lichen Lebens viel von sich reden. Die Ausnutzung der geheimnißvollen Naturkraft im Dienste der Menschheit ist den großen Fortschritten der Elektro­technik zu verdanken. In Form des elektrischen Lichtes ist dieselbe in die Arena eingetreten, um nut seinem Rivalen den gewaltigen Ringkawpf um den Vorrang auf Leben und Tod zu kämpfen. Ob das elektrische Licht den Sieg über das Gas­licht davontragen wird, bleibt der Zukunft Vorbe­halten. Hervorgehoben zu werden verdient, daß gleichwie das elektrische Licht an Glanz und Rein­heit mit dem Sonnenlicht wetteifert, dasselbe auch damit die Eigenschaft theilt, daß seine Erleuchtungs­intensität (Leuchtkraft) mit Dem Quadrate der Entfernung abnimmt Diese Eigenschaft des elek­trischen Lichtes ist seiner Verwendung auf großen Räumen und Straßen gerade nicht günstig, weil hierdurch eine ungleichförmige Beleuchtung derselben bedingt wird. Die Vertheilung der Lichtquelle m eine Vielheit der Lichter ist jedoch mit Kraftver­lust, mithin mit einem größeren Kostenaufwand verbunden. Diese Uebelstände besitzt das Gaslicht nicht, denn es läßt sich ohne Kraftverlust taufend- fach vervielfältigen. Auch stellt sich bei dem groß­artigen Betriebe der Gasproduktion von einer Centralstation aus der Kostenpunkt weit niedriger. Es ist aber alle Aussicht vorhanden, daß die Elek- trotechnik die erwähnten Schwierigkeiten überwindet. Sobald dann für die elektrische Beleuchtung Een-

Auf dunklen Wegen.

Roman von S. Wagner.

Lady Markham, welche jetzt Alexa's Anwesen­heit durch eine ernste Verbeugung und einige kühle Bemerkungen begrüßte, hatte in ihrem Haß gegen das Mädchen das Zusammentreffen derselben in dem Garten zu Clyffedourue mit einem fremden Mann fpät Abends redlich weiter erzählt, freilich unter dem Siegel der strengsten Verschwiegenhe.r, aber sie hatte Sorge getragen, daß letzt alle Damen das „Geheimniß" wußten. Allen war bekannt, daß Alexa eine Fremde in England zu fein vorgegeben hatte, daß aber ihr abendliches Stelldichein sie Lügen gestraft, und daß sie trotz ihrer Schönheit und UnschulD eine Abenteuerin sei.

Lady Wolga wußte nichts von diesem heim­lichen Gerede, welches ihre Gäste Stunden lang belästigte: aber sie bemerkte die Kälte und Zu­rückhaltung, welche man Alexa deutlich fühlen ließ und widmete sich deshalb mit größerer Wärme mehr dem Mädchen, als sie es fönst ge- tban haben würde.

Lord Kingscourt führte Alexa zu -lasch; auch ihm fiel ihre Verlaffenheit auf, und er war des­halb doppelt aufmerkfam gegen fie, zu nicht ge­ringem Aerger mancher jungen Dame, welche dem innaen Grafen gewogen war.

Nach dem Essen, als die Gesellschaft m den Salon zurückgekehrt war, fang und spielte Alexa auf Ersuchen der Lady Wolga, und ihr folgten Andere. Die älteren Gäste sonderten sich von den jüngeren ab und plauderten, während jene laut scherzten und lachten und sich mit Gesell­schaftsspielen die Zeit vertrieben.

Lord Kingscourt hatte sich mit Alexa an einen Tisch in einer Ecke des Zimmers gesetzt, wo sie,

wirken. Die ungemeffene Einwirkung elektrischer Ströme kann das Leben bedrohen, ja sogar ver- nichten. So ist z. B. bekannt, daß ein berühmter Arzt, welcher mit der Handhabung der elektrischen Batterie nicht vollständig vertraut war, den vollen Strom auf den gilähiiten Gesichtstheil einwirken ließ, worauf der Kranke sofort ausrief: er sehe das Zimmer in F a nmen und für immer erblin­dete. Um die Stromstärke einer galvanischen Batterie zu meffeu. bat man ein Instrument ent­deckt welches Den Namen Galvanometer führt. Die Schiffer bedienen sich dieses Instrumentes zur Bestimmung des elektrischen Stromes des trans- atlantischen Telegraphen, um die Größe der Ab­lenkung der Magnetnadel zu ermitteln. Auf ahn- liche Weise findet Das Galvanometer in der Heil­kunde Anwendung, um gleichsam die anzuwendende Stromstärke zu dofiren. Das rechte Maß dis einzuwirkenden Stromes zu bestimmen, sowie die Heilanzeigen für Die Anwendung der Elektrizi.at festzustellen, ist Sach- des ärztlichen Technikers. Es ist hier nicht meine Ausgabe, die bereits be­kannten Vorzüge des elektrischen Lichtes im Ern-

I «Inen zu verfolgen und die Applikationsweffe der Elektrizität näher zu präzistren; meine Absicht war es nur, anzudeuten, in welcher Werse diese Naturkraft zum Wohle der Menschheit ausge- beutet wird.

»ie Fulda« Bettung* erscheint täglich, Sonn- und Feiertage ausgenommen. ^^men'^in ^fg!Wauäw”tt”^l^3Rtn75 Pfg?