Einzelbild herunterladen
 

ter.

n 7. d. enKom ner-So ng de

m., [247

mber

> Uhr [245 nT letzte» ► Dez ä M ez., s

Iler.

itaiei rfett, Pf d lager

eife seife, ve

Hautu ter Fri ltt. Vo ff- । arry.

n'sche Ml

[162 Ma.

el

[221 füllt

282. Sonnabend, den 6. Dezember 1884

Sie Fuldaer Rettung' erscheint täglich. Sonn- und Feiertage ausgenommen. Vierteljährlicher Abonnementspreis ohne Bringerlohn und Bestellgeld: 1 Ml. 50 Pfg-, — nut der belletristischen Wochenbeilage .Sterne UN» Blumen' in Fulda 1 Mk. 70 Pfg., auswärts 1 Mk. 75 Pfg.

Inserate: Die einspaltige Zeile oder deren Raum 15 Pfg., sog. Platzannoncen 10 Pfg.; bei Wiederholungen entsprechender Rabatt.

Die Aufnahme dringlicher Anzeigen, welche uns noch in letzter Stunde zugingen, nahm den Raum unseres heutigen Blattes so stark in An­spruch, daß es uns leider nicht möglich war, die mit Spannung erwartete Fortsetzung des Romans „Alexa" zu liefern. Unsere Leser finden einigen Ersatz dafür in dem redactionellenTheil des.Weihnachts-Anzeiger'. Außer­dem sollen sie am nächsten Montag durch eine längere Fortsetzung des Romans „Alexa" für den heutigen Verlust entschädigt werden. D. R.

Deutsches Reich.

Berlin, 5. Dezember.

* Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat aus Anlaß der in den letzten Wochen auf preu­ßischen Bahnen vorgekommenen Unglücksfälle, denen nicht wenige Menschenleben zum Opfer ge­fallen sind, nicht verfehlt, dafür zu sorgen, daß den Bahnbediensteten, in specie den mit Wahr­nehmung des Sicherheitsdienstes betrauten Bahn- beamt-n, das Bewußtsein ihrer schweren Verant­wortlichkeit eingeschärft, in denselben das Pflicht­gefühl geweckt und dann auch die Strafbarkeit pflichtwidrigen Verhaltens vor Augen gestellt werde.

* Die internationale Konferenz zur Regelung der Lachsfischerei im Rhein ist dem Ver­nehmen nach bereits seit einigen Tagen in aller Stille Hierselbst zusammengetreten.

(*) Generalfeldmarschall Frhr. v. Manteuffel hat um seine Enthebung von dem Posten eines Statthalters von Elsaß-Lothringen nach­gesucht. Das Gesuch ist unter ausdrücklicher Be­zeugung vollsten Vertrauens abgelehnt worden.

* Aus Westfalen, 5. Dez., wird der .Volks- ztg/ geschrieben: Die letzte Reichstagswahl hat ein höchst trauriges Nachspiel gezeitigt. Bekanntlich beeinflussen die größeren industriellen Werke nicht nur ihre Arbeiter vor der Wahl, sondern einige üben sogar noch Rache an den Arbeitern dadurch, daß sie eine Anzahl nach der Wahl, wenn diese gegen den Willen ihrer Arbeitgeber gewählt haben, entlasten. So erging es dem Arbeiter Peter Velsen, der auf dem Stahlwerk Hösch in.Dortmund nach der Wahl entlassen wurde. Nachdem derselbe vergeblich hierorts Arbeit gesucht, wandte er sich nach Ruhrort und hatte seit einigen Tagen nichts von sich hören lasten. Velsen war verheirathet und hatte ein Kind. Daß die Familie sich wegen des Schicksals des Ernährers große Sorgen machte, ist erklärlich. Heute gelangte nun die entsetzliche Nachricht zu der armen Frau, daß der Mann in Beek bei Ruhrort tobt aufgefunden worden ist. V. hatte seinem Leben durch einen Schuß ein Ende gemacht, aus V-rzweiflung, weil er keine Arbeit fand und so nicht mehr in der Lage war, für seine Familie sorgen zu können.

• Vom Neckar schreibt man dem ,Bad.Beob/: Trotz oder vielleicht gerade wegen des Friedens­dusels, von welchem sich leider viele Katholiken einnehmen und einschläfern ließen, steht der katho­lischen Kirche in Deutschland eine zweite, verschärfte Auflage des unheilvollen Kulturkampfes bevor. Der bei den Reichstagswahlen allseitig komman- dirte Schlachtruf gegen Rom und die Katholiken, die unnatürliche Schwenkung der Konservativen in's liberale Lager, die plötzliche Unterdrückung der katholischen Zeitungen in Elsaß-Lothringen und verschiedene andere, aus eingeweihten Kreisen ruch­bar gewordene Dinge lasten das Schlimmste fürchten. Wir sagen: „trotz de» Friedensdusels"; oder haben denn nicht manche Katholiken während der letzten Zeit in Zeitungsartikeln, in Reden, in Predigten, in Toasten den „Frieden" und die Wohldiencrei bis zum Anekeln kultivirt, als ob bereits die Zeiten de« Paradieses wiedergekehrt

wären? Wir sagen aber auch: vielleicht gerade „wegen des Friedensdusels"; Gott wollte offenbar durch die Stürme des letzten Jahrzehnts die Hirten und Gläubigen seiner Kirche reinigen, wecken und zur steten Wachsamkeit mahnen. Nach­dem aber Gott an vielen Mitgliedern seiner Kirche diesen wohlgemeinten Zweck noch nicht erreicht hat, nachdem Viele gleich nach den ersten schwachen Anzeichen einer Besserung sich alsbald wieder der Schläfrigkeit, der Lauheit und dem Menschendienst überlasten haben, will er, wie es scheint, eine zweite Heimsuchung über uns ergehen lasten, da­mit schließlich auch noch diejenigen gescheidt werden, welche bisher noch nichts gelernt haben. Wir wiederholen es noch einmal; Man mußte sich viel­fach vor Laien schämen, wenn man gefragt wurde, ob denn jetzt Alles wieder in Ordnung sei, weil so viele Reden auf den „Frieden" gehalten wur­den, während die katholische Kirche in ihrer segens­reichen Thätigkeit noch so vielfach gehemmt ist. Mögen die Vorzeichen des bevorstehenden Kampfes schon jetzt recht vielen die Augen öffnen!

* Köln, 5. Dezbr. Der Oberbürgermeister theilte den Stadtverordneten in gestriger Sitzung mit, daß die Stadt den Prozeß wegen der Rück­gabe der im letzten Kriege zuviel erhaltenen Servisgelder beim Reichsgericht verloren habe. Köln muß ungefähr eine viertel Million an den Staat zurückzahlen.

Ausland.

* • Salzburg, 5. Dez. Der hier unter dem Protektorate des hochw. Herrn Fürsterzbischofs Dr. Eder stehende „Verein für Gründung und Erhaltung einer freien kath. Universität in Salzburg" hat nun an eine Reihe von Persönlich­keiten sowie an die Redaktionen kathol. Blätter Oesterreichs und Deutschlands Einladungen und Subskriptionslisten zum Beitritte in diesen Verein gerichtet und fanden dieselben überall symphatische Aufnahme. Hat es doch in der katholischen Welt eine große Begeisterung entzündet, als s. Z. von unserem Landtage die Initiative zur Errichtung einer freien Hochschule dahier gegeben und damit ein langgehegter Wunsch der Katholiken, der sich namentlich auch bereits seit Jahren wiederholt auf den deutschen Katholikentagen so laut geltend machte, der Realisirung näher gerückt wurde. So wurde denn auch gerade in Deutschland der für Errichtung und Unterhaltung der ange­regten kath. Universität gegründete Verein lebhaft begrüßt und werden demselben zahlreiche Unter­stützungen zufließen und Mitglieder beitreten. Der Herr Generalkommiffär der deutschen Katholiken­versammlung, der für alle kath. Angelegenheiten begeisterte und unermüdlich thätige Fürst Carl von Löwenstein (z. Z. in Kleinheubach in Unter­franken residirend) hat sich sofort nicht blos per­sönlich zu einer wahrhaft fürstlichen Unterstützung bereit erklärt, sondern auch die Zuwendung einer bedeutenden Summe aus dem bereits für Grün­dung einer kath. Universität gesammelten Fonds in Aussicht gestellt. Es steht zu hoffen, daß die gegebene Anregung fruchtbaren Boden findet und sich die Katholiken beeilen werden, das geplante Unternehmen zu unterstützen und so recht bald eine neue Pflegestätte der kath. Wiffenschaft zu schaffen. (Auch der Redaktion der .Fuldaer Ztg.' ist eine Einladung zur Förderung des Unter­nehmens zugegangen und ist dieselbe bereit, Bei­trittserklärungen und Spenden für den genannten Universitätsverein entgegenzunehmen.)

• Rom, 5. Dez. Die portugiesische Negie­rung, unter deren Schutz bisher die Missionen in den Kongo-Distrikten standen, scheint ihren kirch­

lichen Einfluß daselbst noch mehr befestigen und ausdehnen zu wollen. In ihrem Auftrage ist der Titular-Bischof von Angola, einer der Hauptstädte im Kongo-Becken, Msgr. Anton Silva Leitaony Castro, nach Rom gekommen, um mit dem heil. Stuhle Verhandlungen anzuknüpfen über die Er­richtung einer erzbischöflichen Residenz in Kongo selbst und dort eine ähnliche Stellung zu schaffen, wie die des Kardinals Lavigerie in Car- thago und Tunis. Der hl. Stuhl scheint nicht gegen die Ausführung diese» Planes zu sein; vielleicht werden die Beschlüsse der Berliner Kon­ferenz nicht ohne Einfluß auf die Entschließungen Leo XIII. in dieser Frage stin.

* Im nächsten Jahre im September wird ein P l e n a r c o n c i l der katholischen Bischöfe Austra« liens in Sidney zusammentreten. Der Erz­bischof Moran von Sidney trifft dazu die Vorbe­reitungen. — Die Regierung von Südaustralien beabsichtigt, gleich wie Amerika, die Einwanderung unbemittelter Arbeiter und Dienstboten zu verbieten.

parlamentarisches.

cf Berlin, Freitag, 5. Dezember.

Der Reichstag beschloß heute auf Antrag des Abg. Auer die Einstellung des Strafverfahrens der sozialdemo­kratischen Abgeordneten Harm, Schuhmacher und Viereck für die Dauer der Session und berieth dann den Antrag der Sozialdemokraten, in das Krankenkaffengesetz folgende Be­stimmung aufzunehmen: „Für Mitglieder der auf Grund des Gesetzes vom 7. April 1876 errichteten eingeschriebenen Hülfskaffen, deren Statuten der Verwaltungsbehörde zur Anpassung an das Krankenkaffengesetz bereits vor­liegen, ruht die Verpflichtung zum Beitritt einer Orts-, Gemeinde-, Betriebs-, Bau- oder Jnnungskaffe auf so lange, bis über die Zulassung ihrer Hülfskaffe endgültig entschieden ist." Gleichzeitig soll der Reichskanzler aufge­fordert werden, beim Bundesrathe die Herausgabe von Rormativbestimmungen für Statuten eingeschriebener Hülfs- kassen, welche den Vorschriften des Krankenkaffengesetzes entsprechen, zu beantragen. Antragsteller wirft den Behör­den vor, einen förmlichen Vernichtungskampf gegen die freien Kassen geführt zu haben. Abg. Lipke (D. F.) wider - sprach dem, dagegen beständen eineAnzahl technischer Schwie­rigkeiten, welche die Verweisung des Antrags an eine Kom­mission nothweudig machten. Staatssekretär v. Bötticher weist gleichfalls die Angriffe Grillenbergers zurück. Die Behörden seien nach jeder Richtung entgegengekommen. Die von Grillenberger eingebrachten Beschwerden seien nicht an die Behörden gebracht worden. Der Antrag sei für die Regierung unannehmbar, ebenso die Resolution. Auch der sächsische Gesandte von Mostitz-Wallwitz erklärte die Gril- lenberger'schen Beschwerden, soweit sie sächsische Behörden angehen, für unbegründet. Abg. Kayser (Soz.) bestreitet dem Staatssekretär v. Bötticher, daß das Gesetz bereits überall in Anwendung sei. Abg. Struckmann (nl.) wünscht Fest­setzung eines Termins, bis zu dem die definitive Bildung einer freien, dem Gesetze entsprechenden Kaffe oder der Beitritt der Mitglieder zur Zwangskaffe erfolgt sein muß. Nachdem noch Staatssekretär v. Bötticher und Abg. Tröndlin (not. lib.) die sozialdemokratischen Angaben widerlegt, wird der Antrag Grillenberger einer Ugliedrigen Kommission Überwiesen. Dann wird die zweite Berathung des Etats fortgesetzt. Abg. Maibauer (D. F.) beantragt Streichung der Gehaltszulage von 900 Mark für den Generalstabs­arzt der Armee als Abtheilungschef und für die Oberstabs­ärzte. Der Titel' „Militärärztliche Ministerialräthe" wird nach kurzer Debatte an die Budgetkommission verwiesen. Beim Kapitel „Militärgeistlichkeit" beantragte Abg. Betocha (Centr.) eine Gehaltserhöhung von 8100 Mark für katho­lische Divisions- und Garnisonspfarrer. Auch dieser An­trag wird nach kurzer Debatte an die Budgetkommisfion verwiesen. Nächste Sitzung Dienstag (Etat).

Aus Stabt, Provinz und Nachbargebiet.

Fulda, 6. Dezember.

* In Folge des unerwartet eingetretenen Thau- und Regenwetters war die Fulda aus den Ufern getreten und hatte das Thal an mehreren Mellen weithin überfluthet. Seit gestern Mittag ist ein starker Rückgang des Waffers bemerkbar.

• Wir versäumen nicht, wiederholt auf da« heute Abend stattfindende Konzert de« Violin- Virtuosen Maurice Dengrcmont angelegentlichst