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Mittwoch, ben 22. October

(Rachdr. «er».)

St Alera

31)

oder

Auf dunklen Wegen.

Roman von E. Wagner.

„Und nun erzähle mir von den Beweisen gegen Dich, Vater," bat Alexa.

„Es mar erstens die Thatsache, daß ich bis Morgens nach zwei Uhr nicht in meinem Zimmer gewesen. Zweitens, daß ich zu dieser Stunde vom Kellermeister vor der Thür meines Bruders ge. sehen wurde. Drittens die Wunde an meiner Hand und das Blut an meinen Kleidern. Vier­tens die Rachedrvhungen, welche ich gegen meinen Bruder ausgesioßen hatte. Fünftens der Grund, welchen ich zur Verübung des Mordes hatte: Meines Bruders Heirath trieb mich aus der Hei- math fort, zerstörte meine Hoffnungen auf die Erbschaft, vernichtete meine Zukunft und setzte meiner Ehrbegierde einen Halt. Er hatte mich und meine Gemahlin beleidigt. Ihre Familie würde enttäuscht und unzufrieden sein über meine Erniedrigung. Meines Kindes Schicksal würde verändert sein. Alles dies vereinigt bildete das, was die Menschen überwältigende Gründe nannten.

Schwerwiegend waren sechstens die Aussagen

Deutsches Reich.

Berlin, 2t. October.

® Der Reichskanzler ist mit dem Grafen Wilhelm hier eingetroffen. — Graf Wartersleben wurde zum kommandirenden General des dritten Armeekorps ernannt.

* Das Resultat der Versammlung der Zucker« fabrikanten läßt sich in Folgendem kurz zusammen« fassen: Antrag I:

daß Zuckcrvorräthen, welche auf geeignet erscheinende Lagerräume nievergelegt werden, die Exportbonifikation seitens der Steuerbehörde gewährt werde;

wurde mit 116 gegen 110 Stimmen angenommen.

Antrag II und III: .

daß derjenige Zucker, welchem die Exportbonifikation mit 9 M. pro Centner gewährt wurde, bei seiner Ver­wendung für das Inland gegen Rückgewähr der gezahlten Steuerbonifikation von 9 M. und nicht, rote bisher, nut dem Satze von 12 M. pro Centner versteuert werde. K Anträge des Vereinsausschusses: „1) in Erwägung, daß die Sage des Zuckermarktes und die voraussichtliche Er­niedrigung der Kaufrübenpreise ohne Zweifel von selbst zu einer großen Einschränkung des Rübenbaues fuhren wird, empfiehlt der Ausschuß, von einer Verpflichtung der

Uhr vor der Thür meines Bruders sah; dann das ärztliche Gutachten, daß mein Bruder um 2 Uhr ermordet wurde — der Zustand des Leichnams führte zu dieser Annahme.

Doch das war noch nicht Alles, was gegen mich jeugte. In der Hand des Ermordeten befand sich ein Stückchen Kammertuch — die ausgezackte und abgerissene Ecke eines Taschentuches, welches er im Todeskampfe wahrscheinlich erfaßt hatte und das entrißen worden, so daß der Zipfel in seiner Hand geblieber war. Dieser trug einen meiner Namens« züge. Der andere Theil des Taschentuches wurde später von einem Polizisten im Kamin meines Zim­mers gefunden, geschickt versteckt und halb verbrannt; doch das Ende, von welckem der Zipfel abgeriffen, war unversehrt. Das Taschentuch gehörte mit, Alexa, aber wie es an die Stelle, oder wie das Stück'in die Hand meines Bruders kam, begreife ich nicht. Noch mehr: Die Mordthat war mittelst eines Dolches ausgeführt. Jemand erinnerte sich, daß ich eine Waffe dieser Art bestssen und als ein Kuriosum aufbewahrt hatte. Es wurde darnach gesucht, und ein Polizist fand den Dolch in dem Astloch einer großen Eiche, welche nahe vor meines Bruders Fenster stand. Die Klinge paßte zur Wunde. Der Mörder hatte meine Waffe zu seiner

Fortschrittspartei, welche die Kirche von jeder Einwirkung auf Schule und Erziehung und von jeglichem Einfluß auf politische und wirthschaftliche Verhältnisse ausschließen will, trennt uns ebenwohl eine unausfüllbar tiefe Kluft.

Und wenn wir zu den Konservativen uns hingezogen fühlen, so sinden wir im Gentrum eine wahrhaftere konservative Gesinnung, als bei jener Partei, welche das von uns ihr entgegengetragene Vertrauen schon oftmals bitter getäuscht hat.

Ein Centrumsmann soll unser De- putirter sein, ein Stein in jenem «nüber- windlichen Thurm, welcher alle bürger­lichen und kirchlichen Interessen der Unterthanen schirmt und zugleich den Einzelstaaten wie dem Gesammtrerche gegen den Andrang der Revolution die sicherste Stütze bietet. Unser eifrigstes Be­streben muß es nur fein, ihn mit möglichst vielen Stimmen zu wählen, damit alle Welt erkenne, daß bei uns die treue Anhänglichkeit an das Centrum ungeschwächt fortdauert.

Als Candidaten schlagen wir vor unfern seit­herigen Abgeordneten, der seine Pflichten stets ge­wissenhaft erfüllt und in allen Abstimmungen sich erprobt hat, den

Grast« ttmtto Droflt in Mering

auf Darfeld,

welcher die Wiederwahl. anzunebmen sich bereit er­klärt hat. ..

Also auf, Gesinnungsgenossen des Wahlkreises Fulda-Schlüchtern-Gersfeld, zur Wahl am Dins- tag den 28. October! Beherziget den Mahnruf des Centrumsvorstandes, welcher mit den Worten schließt: , .

Ernster und schwieriger, als je zuvor, ist jetzt die Zeit. Die nächste Reichstagswahl wird über Wohl und Wehe Deutschlands auf lange bin ent­scheiden. Einzig die unerschütterlichste Ein­tracht und treueste Pflichterfüllung bis auf den letzten Manu ist unsere Hoffnung und wird unsere Stärke sein. In unsere Hand legt die Verfaffung die volle Hälfte der Verantwortung. Erinnern wir uns deffen im Augenblick der Wahl. Möge kein zur Wahl Berechtigter an diesem Entscheidungstage an der Urne fehlen. Gott und das Vaterland verlangen es als heilige Pflichterfüllung.

eines Mannes, des Rev. Mr. Amory, welcher von meinem Bruder eingeladen war, bei der Trauung iu affiftiren, und welcher erst spät am Abend in Mont Heron ankam. Er sollte am Morgen mit meinem Bruder zur Kirche fahren, vierzehn Meilen entfernt — die nächste Kirche von der Heirnath der Brant. Er schlief in einem Zimmer, dem meines Bruders gegenüber. In der Nacht er­wachte er von dem Klang lauter Stimmen tn meines Bruders Zimmer, richtete sich auf und sah nach der Uhr. Es war zehn Minuten vor zwei Er horchte; es war ihm klar, daß ein Wortwechsel in meines Bruders Zimmer stattfand, und es wurde laut und heftig gesprochen, besonders von Seiten des Marquis. Er hörte eine Stimme ant­worten, welche er als die meinige zu erkennen glaubte. Dann wurde es still. Er glaubte, daß ich zu dieser unpaffenden Stunde zu meinem Bru­der gegangen war, um eine Verständigung anzu­streben, und daß Alles gut sei. Er legte sich wieder nieder und schlief ein.

Nun rechne alle diese Umstände zusammen: Des Rev. Mr. Amory'S bestimmte Erklärung, daß er meine Stimme 10 Minuten vor 2 Uhr in dem Wortwechsel mit meinem Bruder hörte, des Keller­meisters beschworene Aussage, daß er mich um 2

Vorwärts in enggeschlossenen vollzäh. liqen Reihen, vorwärts in alter Tüchtig fett zur Wahl! Vorwärts mit Gott für Wahrheit, Freiheit und Recht!

Das Wahl-Co in ite:

F. E. Berta, Fabrikant. F. I. Eller, Kauf­mann. Erb, Domkapitular. F. Fleischmann, Schlossermeister. R. Kircher, Kaufmann. Dr. Komp, Regens. F. A. Kramer, Rentner. A. Laberenz, Buchdindermeister. K. Makorn, Rentner. Dr. Raabe, prakt. Arzt. F. Rang, Oberbürgermeister. I. Rang, Rechtsanwalt. D. Reuß, Häfnenneister. A. Schick, Subregens. Schmitt, Dompfarrer. M. Schmitt, Rentner. I. Schmi11, Weinhändler. Füller, Hilfspfarrer in Eichenzell. Glock, Dechant in Poppenhausen. Grebe, Pfarrer in Flieden. Happ, Bürger­meister in Flieden. Fl. Hohmann, Gemeinde­pfleger in Hilders. Löhmer, Bürgermeister in Neuhof. Medler, Rentner in Rodges. Noll, Bürgermeister in Romsthal. Fr. Noll, Kauf­mann in Salmünster. Reinhard, Bürgermeister inMittelrode. Schäfer, Bürgermerster in Oder- bimbach. Schaub, Bürgermeister in Hauswurz. Seipel, Bürgermeister in Ulmbach. Weiß­müller, Gastwirth in Großenlüder.

Wähler des Wahlkreises Falda-Schlüchtern-Gersfeld!

Auf den 28. d. M. sind die Neuwahlen zum Reichstag ausgeschrieben, und es gilt wiederum vom höchsten Rechte des Staatsbürgers Gebrauch zu machen.

EVen werden wir wählen?

Vor Allem feinen Nationalliberalen. Denn die Nationalliberalen haben vorzugsweise die Grün­der geliefert, in deren unsauberen Händen die Ersparnisse der mittleren Volksklassen verschwanden. Als sie die ausschlaggebende Majorität in den ge­setzgebenden Körperschaften hatten, wurde Frei­handel und Wucherfreiheit beschlossen, welche insbesondere den Laudwirth derart geschädigt haben, daß er jetzt feine Produkte unter dem Werthe zu verkaufen und wucherische Darlehen aufzunehmen sich gedrängt sieht.

Waren es nicht die Nationalliberalen, welche auch die schrankenlose Gewerbefreiheit und Freizügigfeit, deren Folgen so schwer auf dem Handwerke lasten, einführten!

Und daß der Kulturkampf, der traurige Kul­turkampf, ins Land und Reich gekommen und bis heute noch fein Ende nicht gesunden, auch daran tragen vor Allem sie, die erbitterten Feinde kirch­licher Freiheit, die größte Schuld.

_W'". mallen aber such feinen Anhänger der jetzt mst allen Kräften angestrebten Mittelpartei! Trägt denn nicht diese Partei, welche aus Na­tionalliberalen, Freikonservativen und unbedingten Anhängern der Regierung gebildet werden soll, ebenwohl den Stempel des falschen Liberalis­mus? Der Lohn für ihre Unterstützung würde die Beibehaltung der kirchenfeindlichen Gesetze und der Stillstand der auf christlicher Grundlage an­gestrebten wirthschaftlichen Reform fein. Auf Staatskirchenthum, auf Staatssozialismus und auf einen Einheitsstaat, welcher dem Reiche feinen ver­fassungsmäßigen Grundcharakter als Bundesstaat entzieht, ist das Streben dieser Leute gerichtet, und selbst das Recht der Steuerbewilligung in seinem bisherigen Umfange, sowie die direkte und geheime Wahl zur Volksvertretung würde durch sie gefährdet fein.

Von der Soeialdemokratte, die den Um- stürz der gesellschaftlichen Ordnung plant, und der

Di- ,Fuldaer Zeitung- erscheint täglich. Sonn- und Fei-etag. au-c-nomm-n. Vierteljährlicher