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M 226.

Mittwoch, den 1. October

1884.

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den ist.

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(^achdr. verb.)

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je 16 Geschütze und 400 Mann Besatzung, tue. Olga" 10 Geschütze und 267 Mann und die „Ariaone" 8 Geschütze und 238 Mann; die Ge- sammtstärke besteht also aus 50 Geschützen und 1313 Mann. Die größere Machtentfaltung an der westafrikanischen Küste dürfte vor allen Dingen den Zweck haben, bei den Landeseingeborenen in den deutschen Schutzbezirken den Respekt vor der

* Die Adressen, welche dem Kaiser in Münster übergeben werden sollten, deren Annahme jedoch abgelehnt wurde, bringen wir in Nachstehendem zur Kenntniß unserer ßcfet»

I. Die Adresse des katholischen Adels von Westfalen lautet:

„Allerdurchlauchtigster, Gcoßmächtigster Kaiser und König!

Allergnädigster Kaiser, König und Herr!

Ew. kaiserliche und königliche Majestät wollen geruhen, heute — wo nach langen Jahren Aller- höchstdieselben Ihre getreue Provinz Westfalen mit Allerhöchstdero Anwesenheit beglücken, die Versiche­rung unserer innigsten Freude und unverbrüchlicher Treue allerguädigst anzunehmen, welche wir im Gefühle des Dankes gegen Gott für Seinen Ew. Majestät erwiesenen allmächtigeil Schutz darbringen.

Was Ew. kaiserlicheit und königlichen Majestät bei der 50jährigen Jubelfeier der Besitzergreifung unserer Provinz im Jahre 1865 wir erneut gelobt, wir haben es treu gehalten, und wir erneuern heute dasselbe Gelöbniß vor unserem sieggekrönten Kaiser und König.

Auch die schweren Leiden, welche der kirchen- politische Kampf in den verflossenen 13 Jahren über Ew. Majestät katholische Unterthanen gebracht hat, können die Treue westfalischer Herzen nicht erschüttern.

Aber wir dürfen in derselben gewissenhaften Treue nicht schweigen, wenn wir auf die Ruinen blicken, welche dieser Kampf «uzehu»ft H»t, »» W und fort den Schmerzensruf der Mionen hören, denen die freie Ausübung ihrer Religion verschränkt ist, wenn wir so viele Pfarreten noch verwaist, die Heranbildung des Klerus und die Seelsorge behindert, die katholische Ktrche in Fes- ^^Und^ während'deß mehren sich die furchtbarsten Verbrechen: die dunkelen Mächte der Revolution gegen Thron, Vaterland und Gesellschaft finden m den verwilderten, Gott entfremdeten Herzen den be­reiten Boden, ihre unheilvollen Kräfte zu entwickeln und zuletzt Alles in Frage zu stellen.

Wir find tief dankbar, daß Ew. kaiserlichen und königlichen Majestät Huld die Hindernisse gehoben, welche der Rückkehr des Bischofs von Munster in seine Diözese entgegenstauden wie auch für die erfolgte Wiederbesetzung des bischöflichen Stuhles

von Paderborn; wir danken allerunterthäuigst Ar alle eingetretenen Erleichterungen. Aber die­selben können in ihrer Beschränkung die vorgeschil­derten Leiden und Gefahren nicht beseitigen.

Ew. kaiserliche und königliche Majestät haben das erhabene, in den Herzen aller getreuen Unterthanen widerklingende Fürstenwort ausgesprochen, es solle ihrem Volke die Religion erhalten werden.

Allerhöchstdieselben bezeichneten bei der Erbhul­digung Ihres getreuen Volkes zu Königsberg un Jahre 1861 zu Allerhöchstdero Genugthuung das Verhältniß des Staates zur katholischen Kirche als durch Geschichte, Gesetz und Verfassung wohlgeordnet.

Euere kaiserliche und königliche Majestät wollen allerguädigst geruhen, diese bewährte Ordnung wie­derherstellen zu lasten, zu dem reichen Segen Aller­höchstdero Regierung auch das werthoollste Gut: den inneren Frieden hinzuzufügen und Allerhöchst­dero katholische Unterthanen von der schwersten auf denselben lastenden Bedrückung zu befreien.

Darum bitten in tiefster Ehrfurcht

Ew. kaiserlichen und königlichen Majestät allerunterthänigste treugehorsamste" (folgen 95 Unterschriften von Mitgliedern des katholischen Adels von Westfalen).

Da notorisch die Zahl der kathol scheu Edelleute in der Provinz Westfalen 100 kaum übersteigt, so liegt es auf der Hand, daß die Adresse von den katholischen Adelsgenossen der Provinz mit seltener Einmüthigkeit und fast vollzählig vollzogen wor-

oder

Auf dunklen Wegen.

Roman von E. Wagner.

„Briggs!" rief er leise; „komm' her und steh'!" Der Diener kam und sah zum Fenster hinaus. „Wer ist die junge Dame, Briggs?" fragte der

Graf hastig und erregt. QT

„Ich weiß es nicht, Mylord," lautete die Ant­wort des Dieners. .

Sie muß in diesem Hause wohnen , sagte der Graf. „Tritt zurück, Briggs. Sie darf nicht merken, daß wir sie beobachten, ^ch denke, sie ist die Tochter unseres Wirthes. Sie hat dieselbe Würde welcke ihn auszeichnet", fügte er wie un Selbstgespräche hinzu. „W.r mag dieses geheun- nißvolle Paar sein, so würdevoll und soseltsam abgeschlossen von der ganzen Menschheit?"

Er beobachtete Alexa, so lange er fie sehen konnte, seine körperlichen Leiden vergestend, in der Be­wunderung ihrer Schönheit und Anmuth. So lange sie im Garten weilte, da bte er nur an sie; als sie aber, nachdem sie ihr Körbchen mit Rosen gefüllt hatte, sich entfernte und seinen Blicken ent­

schwunden war, fiel er bleich und schweigsam auf sein Kissen zurück. .

Etwas später kam die Haushälterin mit dem Abendesten und einer Vase voll ausgewählter Rosen. Sie stellte beides auf den Tisch neben dem Bett und wollte sich entfernen.

Marten Sie!" sagte der Graf hastig und sein Gencht wurde glühend roth, als er die Blumei, „ahm und begierig ihren köstlichen Duft einathmete. ,Wie schön sind diese Rosen! Sie sind sehr auf­merksam, meine gute Frau. Die Rosen sind intr lieber als das Essen." .

Die Haushälterin lächelte, sagte aber nicht, ime er erwartet hatte, daß die Rosen ihm von anderer Hand geschickt worden waren. .

„Sagen Sie mir," sprach der junge Graf weiter, roie ist der Name meines freundlichen Wirthes ?

" „Er heißt Mester Stasto," lautete die kurze, bestimmte Antwort.

„Ist er ein Grieche?" .

Nein Mylord; er kam ans einem fremden Lande — weit von hier — aber aus welchem, weiß ich nicht." . . ~

Der junge Graf hätte gern noch einige prägen in Betreff des jungen Mädchens, welches ihn aus den Händen der Räuber befreit hatte, an die

Haushälterin gerichtet, aber sein Zartgefühl hielt ihn davon zurück. Stunden lang grübelte er darüber nach, wer dieses Mädchen fern mochte, und als er schlief, träumte er von ihr.

Am andern Abend hatte er das Vergnügen, sie wiederzusehen und mit dem Abendesten kam ein zweiter Rosenstrauch. Er glaubte, daß die junge Dante ihm die,Blumen geschickt hatte, oowoyl die Haushälterin sich den Auschew gab, die Gabe komme von ihr, und als Briggs sich zum cklund- esten in die Küche begeben hatte und der Graf sich allein befand, führte er die Rosen m seltsamer Zärtlichkeit und Ehrerbietung an serne Lippen. ° Kaum hatte er den Strauß wieder in die Vase gesteckt, als er auf der Veranda in geringer Ent- fecnung Tritte hörte, und eine zarte, liebliche Stimme "^„Vater! Lieber Vater! Komm' heraus in die milde Lust! Der Mond erhebt sich über den Gm ! Die Nacht ist wunderbar. Du bist sitt gestern Morgen in Deinem Zimmer emgeschlosten gewesen. Deine Krankheit ängstigt mich. JBenn -tu nicht auf die Veranda herauskommen kannst muß ich annehmen, daß Du ernstlicher krank bist, als Du mich es glauben machen willst!

Des jungen Grafen Herz bebte hoffnungsvoll.

partei.

* Danzig, 30. Sept. Laut Privatdepesche der Frkf. Ztg.' bestätigt die konservative MV. Z., daß'Landrath Dippe-Elbing in öffentlicher Ver­sammlung am 19. September erklärt habe. „D e Laudräthe sind politische Beamte sie sind an die Spitze des Kreises gestellt, um Politik zu treiben. Auf eine Anfrage des konservativen Veremsvor- standes, in westen Auftrage Dippe die Kandidatur Puttkamer - Plauth proklamire, ertönte der Ruf Dippe's: Im Auftrage Sr. Majestät.

* Köln, 30. Sept. Der Vorstand des Allge­meinen deutschen Handwerkerbundes. erläßt einen I Aufruf an die deutschen Handwerker, der von Fatz-

Deutsches Reich.

Berlin, 30. September.

# * Anläßlich des heutigen Geburtstages der Kaiserin waren heute die öffentlichen und trete Privatgebäude Berlins mit Flaggen geschmückt. Die Vorstellungen in den Theatern wurden durch M- prologe eingeleitet. - Der neue englische Botschaf­ter in Berlin, Malet, trifft noch im Laufe dieser Woche zur Uebernahme seines Postens hier em. Ueber die Bildung und Entsendung emes deut­schen Geschwaders nach der Westküste von Afrika sind, wie gemeldet, jetzt definitive Bestim­mungen getroffen worden. Das Geschwader wir aus den beiden gedeckten Korvetten „Bismarck und

Gneifenau" und ans denGlattdeckkorvetten „Olga und „Ariadne" bestehen; die erstgenannten fuhren

deutschen Flagge zu befestigen.

** Man hat oft behauptet, die Beendigung des Culturkampfes würde die Existenz des Cen­trums erschüttern. Nichts wäre daher wünschens- werlher, als daß man die Probe auf die be­zweifelte politische Existenzfähigkeit des Centrums durch wirkliche Revision der Maigesetze machen würde. Wenn die ,Kreuzztg.' darauf spekulirt, daß ein Theil des Centrums der konservativen Partei zufalleu würde, so ist es doch zunächst noth- ivendig, daß eine wirkliche konservative Partei, d. h. eine selbstständige Volkspartei mit . echt christlich-konservativen Grundsätzen unter Ausschluß gouvernementaler Ab­hängigkeit, trennender Staudes-Tendenzen, „Haß aegen Rom" re. existirt. Aber wo wäre denn eine solche Partei zu finden? Man begegnet zwar hier und da einzelnen Personen und Tages- orgaiien, welche sich echt christlich konservativer Grundsätze und zugleich der Unabhängigkeit von der Regierung rühmen, allein zu einer geschlossenen Partei scheint es in dieser Richtung, wenn wir vom (Zentrum absehen, niemals zu kommen. Die Mi?q^LnM«viPstM? Ul­

ster Unabhängigkeit rühmen darf, ist und bleibt eben keine andere als gerade die — Centrums-

Di- w«. SdW 1 50 *" 'm"