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M 218.

Montag, den 22. September

1884.

Fuldaer

Dre ,Fuldaer Zeitung' erscheint täglich, Sonn- und Feiertage ausgenommen. Vierteljährlicher Abonnementspreis ohne Bringerlohn und Bestellgeld: 1 Mk. 50 Pfg., — mit der belletristischen Wochenbeilage ,Sterne und Blumen' in Fulda 1 Mk. 70 Pfg., auswärts 1 M. 75 Pfg.

Inserate: Die einspaltige Zeile oder deren Raum 15 Pfg., sog. Platzannoncen 10 Pfg.; bei Wiederholungen entsprechender Rabatt.

Zweites Blatt.

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Beim bevorstehenden Quartalswechsel laden wir zum rechtzeitigen Abonnement auf die

„Fuldaer Zeitung"

mit Sonntagsbeilage

„Sterne und Blumen"

ergcbenst ein.

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Den neu eintretenden Abonnenten liefern wir auf Verlangen den äußerst spannenden Roman

- Alexa ----

ober

Ars dunklen Wegen

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Um recht zahlreiches Abonnement bittet

die Redaction and Expedition ______der „Fuldaer Zeitung".

Die Presse und der kathol. Geistliche.

Von Alban Stolz.

*• Indem wir uns mit Veröffentlichung nach­stehenden Artikels andern katholischen Blättern anschließen, fügen wir noch bei, daß wir einen wörtlichen Abdruck desselben sogar in einer uns benachbarten conservativen Zeitung fanden, welche demselben Folgendes vorausschickte: Heber das Thema „Die Preffe und der katholische Geistliche", hat der katholische, aber auch in evan­gelischen Kreisen sehr geschätzte Volksschriftsteller Alban Stolz nachstehende Worte niedergeschrieben, die wir hier reproduziren, weil ste mit den ent­sprechenden Aenderungen solcher Stellen, die von

katholischer Preffe und katholischer Kirche handeln, auch für unsere evangelischen Geistlichen von wesentlichem Jntereffe sind. Der Artikel lautet:

Es ist in neuerer Zeit eine ganz gewaltige Previgtmanier zur Entwickelung gekommen, welche wöchentlich und täglich unter dem Schein von Nachrichten und Verkündigungen schlechte oder auch gute Grundsätze dem Volke beizubringen sucht. Es ist dieses die Zeitungspreffe Daß so manche Geistliche, welche sonst als gute Seelsorger gelten, der Preffe gegenüber so gleichgiltig sind und unthätig bleiben, als lebten sie in jenen Jahr- hunberten, wo die Buchdruckerei noch nicht erfun­den war, kommt zum Theil daher, daß unsere Lehrbücher der Moral und Pastoral wenig oder nichts von der großen Verantwortlichkeit reden, welche der Seelsorger der Presse gegenüber hat.....Nun gibt es aber viel ßubirte, selbst

fromme Leute, die sich aus wichtigen Hnterlassungen kein Gewissen machen, wenn sie nicht in einem kirchlichen Buche die Sache ausdrücklich als Sünde verzeichnet finden.

Und doch ist es gewiß, daß gegenwärtig die Beaufsichtigung der Zeitungsblätter, welche in seiner Gemeinde gelesen werden, eine höchst wich­tige Pflicht des Seelsorgers ist. Wie kann der Geistliche annehmen, der oberste Hirt werde ihn zu den guten Hirten zählen, wenn er sich nichts darum kümmert, daß sowohl in den Wirthshäusern, wie in Privathäusern der Gemeinde Zeitungen gehalten werden, welche unaufhörlich offen und verdeckt Mißtrauen gegen die katholische Kirche und Unglauben überhaupt zu verbreiten suchen; — und die nichts thun, um katholische Blätter in der Gemeinde zu halten? Daß vielfältig Bür­germeister, Gemeinderälhe, wohlhabende Stadt- bürger, Lehrer, Aerzte und Schreiber von hohem und niederm Rang so unkirchlich und kirchenfeind­lich sich erweisen, ist hauptsächlich die Folge ihrer Lectüre liberaler Zeitungen, d. h. von Zeitungen, die frech gegen Gott und seine h. Kirche und merkwürdig nterthänig gegen die Obergötter dieser Welt sich äußern.

Je mehr derartige Zeitungen im Volke Eingang finden, desto mehr muß das Volk Gesinnungen lekommen, wie „die Angesehenen und Honoratioren" m Ort. Es ist deshalb eine unfehlbar gewiße Pflicht, daß jeder Seelsorger in seiner Gemeinde alles Mögliche thun muß, um schlechte Zeitungen zu

beseitigen und gute Blätter zu verbreiten. Jeder, m dessen Gemeinde verderbliche Zeitungen ge­halten werden, sollte auf der Kanzel nachweisen, daß, wer solche Zeitungen hält, eine langsame moralische Vergiftung zum Unglauben ausübt, die oft gar nicht mehr gut gemacht werden kann. . . Anderseits kann die katholische Prcffe nur bestehen und gedeihen, wenn die Geistlichen in ihren Ge­meinden sich kräftig rühren, um gute Zeitungen und Schriften zu verbreiten. . . Jeder Geistliche, der durchdrungen ist vom Pflichtgefühl seines Amtes und zugleich klar im Kopf darüber ist, was in unseren Landes- und Zeitungsverhältnissen be­sonders noth thut, der kann nicht anders, als daß er alle Kraft und Thätigkeit aufbietet, um schlechte Zeitungen möglichst aus der Genieinde ;u verdrängen und den guten möglichst Verbrei­tung zu verschaffen.

So der selige Alban Stolz nach Mittheilung der Annalen des Werkes vom hl. Paulus.

Deutsches Reich.

Berlin, 2t. September.

*♦* Der .Reichsanzeiger' veröffentlicht eine kai­serliche Verordnung, welche bestimmt, daß die Wahlen zum Reichstage am 28. Oktober 1884 vorzunehmen sind. — Am Tage vorher, am 27. Oktober, erlischt das Mandat des bisherigen Reichstags; eine Auflösung deffelben ist demnach ausgeschlossen. Die offizielle Verkündigung des Wahltermins wird ohne Zweifel das Signal zu einer erhöhten Thätigkeit der Parteien in den Wahl­kreisen sein. Unsere Parole muß lauten: Wählt keinen Nationalliberalen, wählt keinen Kulturkämpfer! Also an's Werk, Freunde, wo immer ihr wohnt und zu wählen habt, die Zeit ist ernst, Deutschlands Wohl und Wehe für lange Zeit ist in Euere Hände gegeben. Mögen Alle, die zu unserer katholischen Fahne schwören, zeigen, daß sie das stolze Grundrecht unserer Reichsverfassung, das allgemeine geheime direkte Wahlrecht, welches keinen Unterschied kennt zwischen Fürst und Bettler, zwischen Arm und Reich, Hoch und Niedrig, Namen, Stand und Rang, in seiner ganzen Bedeutung zu würdigen wissen. Jeder deutsche Mann, der das 25. Lebensjahr zurückgelegt hat, kann seine Stimme in die Wagschale des Parteikampfes werfen, eines Jeden Stimme hat gleich viel Werth und Gewicht.

x Alku (Nachdr. oerb.) oder

Auf dunklen Wegen.

Roman von E. Wagner.

„Es wundert mich, rote der Rauch abzieht," sagle Kollys, pflegmalisch das Aufsteigen des Rau­ches beobachtend.

„Wenn er einen Ausgang findet," erroiederte Kingscourt, „kannst Du sicher sein, daß sich da oben ein Wald befindet, so daß sich der Rauch in den Bäumen verliert und keine Aufmerksamkeit auf sich lenkt."

Spiridion hatte sich momentan entfernt; jetzt erschien er wieder und näherte sich seinen unfrei­willigen Gästen, geschmeidig und freundlich lächelnd wie immer.

„Sie sehen nicht unser ganzes Domizil," sagte fr. „Wir haben noch drei kleinere Zimmer oder Zellen neben diesem großen Raum, welche zum Theil das Werk der Natur, zum Theil das Werk von Menschenhänden sind. Hier werden Sie Ihre Zeit des Wartens zubringen und ich bin überzeugt, daß Sie nach Ablauf einer Woche um die Erlaub- uiß nachsuchen werden, Briefe nach England schicken

zu dürfen, um Ihren Freund zu bitten, so rasch wie möglich mit dem Lösegeld zurückzukehren. Ich mache es meinen Gefangenen hier nicht zu behag­lich, weil sie es sonst vorziehen würden, lieber bei mir auszuharren, als sich von ihrem Gelde zu trennen."

Er rief Laros herbei und befahl ihm, die Ge­fangenen in ihre Zellen zu bringen. Dieser ge­horchte, winkte den Herren und ging ihnen voran. Spiridion blieb stehen und blickte ihnen mit zu­friedenem Lächeln nach.

Am entferntesten Ende der Höhle befand sich die für die Gefangenen bestimmte Zelle, welche nur aus einer durch Pfosten und Bretter abgetrennten tie­feren Felsspalte bestand. In der vorderen Bret­terwand war eine mit starkem Schloß versehene Thür. Ein paar runde Löcher in derselben gestat­teten das Eindringen frischer Luft in kümmerlich, ster Weise. Außer zwei roh gezimmerten Holz- stühlen und ein paar Schafhäuten enthielt die Zelle keinerlei Mobiliar.

Die Felswände waren naß und die Luft dumpf. Kollys ließ sich auf einen Stuhl nieder und schau­derte unwillkürlich, als er sich in dem dunkeln und dumpfen Loche umsah.

„Du mußt draußen schlafen," sagte Laros zu Briggs in griechischer Sprache, welche der arme

Diener nicht verstand. „Meine Herren Engländer, diese Matten sind Ihre Betten. Während des Tages können Sie sich in der äußeren Halle auf­halten, des Nachts werden Sie hier eingeschlossen."

„Ich würde keinen Hund in ein solches Loch einsperren!" rief Lord Kingscourt entrüstet.

„Wenn Ihnen das nicht gefällt, wissen Sie, daß Sie nicht nöthig haben, lange hier zu bleiben," erwiderte Laro«.

„Laß' uns in die größere Höhle zurückkehren, Berthin," sagte der Graf. „Wir müssen uns in diesem Loch nicht länger aufhalten, als unbedingt nothwendig ist. Es ist hier unerträglich. Gott weiß, was aus uns werden wird, wenn wir nicht bald Hülfe bekommen, und ich fange an zu fürch­ten, daß wir keine zu erwarten haben. Hier wer­den uns die Soldaten der griechischen Regierung schwerlich auffinden und nach drei Monaten werden wir tobt oder wahnsinnig sein."

2. Kapitel.

Ein rettender Engel.

Das Abenteuer Lord Kingscourt's und seiner Freunde in Griechenland erregte ungeheures Auf­sehen nicht nur in Athen, sondern auch in England und in der ganzen zivilisirten Welt. Kapitän