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Mittwoch, den 16. Juli
1884
Fuldaer
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den Tendenzen „gen. Und gerade diese Abstrmmm > den halbgebik- (onangess^nden Kultürkampfssreunde
‘es wie euch in
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vorüber sein, diese Trenn«
dir entsetzliche Zwang,
\ry Penelope.
(Schluß.)
fällt Mit dem Kulturkampf. Anderswo, namentlich in Süddeutschland, ist diese Tendenz nicht überall so scharf ausgeprägt, wenigstens muß man dort mit Elementen rechnen und zu Elementen seine Zuflucht nehmen, für die der Kulturkampf nicht gerade ein herzerfreuendes Bedürfniß ist. Die in Elberfeld gehaltenen Reden behandelten den Kulturkampf augenscheinlich als den wichtigsten zur Vertändlung stehenden Gegenstand, und wenn auch, wie wir sehen werden, die Worte manchmal etwas
Douglas zog seine Uhr heraus: „Ich muß weg, sonst werde ich meinen Zug versäumen."
Er war also gekommen, der letzte Augenblick! Ihr Herz schien sich in Stein zu verwandeln und
bei dieser Gelegenheit rechtfertigen und ver- theidigen müssen. Wir wären wirklich neugierig, von einem der maßgebenden nationalliberalen Organe auch nur einen einzigen aufklärenden Grund für diese Schweigsamkeit zu vernehmen. —
„Wir haben keine Veranlassung, einer Milderung der Maigesetze zuzustimmen". Mit diesem Satze kennzeichnete Herr v. Eynern die kirchenpolitische Stellung der nationalliberalen Partei. Wenn der so „berühmte" Geschichtskenner und Logiker dennoch den Kampf mit der Kirche zu bedauern und auf eine Aussöhnung mit derselben zu hoffen
der meist den sogen, gebildeten und , _ deten Kreisen angehörenden Parteimitglieder nichts anderes als die Kulturkampfspartei, sie steht und
dunkel, unbestimmt und vorsichtig gewählt waren, so blieb doch als Gesammteindruck die alte Lust am Kulturkampf, der Haß gegen die katholische Kirche und ihre treuen Anhänger. Wo einem von Eynern das Referat über den Kulturkampf uno die Stellung der Partei zur kirchenpolitischen Frage übertragen ist, kann man selbstredend gar nichts Besseres erwarten. Und wenn man Herrn von Eynern für den geeigneten Wortführer über die kirchenpolitischen Tendenzen der Partei gehalten hat, so beweist dies, daß man seine Ideen für die richtigen hält.
Heben wir zunächst einen sehr charakterrstrschen Punkt hervor. Früher und anderswo ist in den Parteiversammlungen wie in der Presse von den Nationalliberalen oftmals betont worden: Es handelt sich jetzt lediglich um die Reichstagswahl, also auch nur um die Angelegenheiten der Reichsgesetzgebung. Der Kulturkampf spielt hier aber nur in dell bekannten zwei Gesetzen eine Rolle; überlassen wir daher die kirchenpolitische Politik ganz den Land- tagswahlen. In Elberfeld ließ man diese Ausflucht fahren. Die Stellung der Partei zu der preußischen Maigesetzgebung war das Hauptthema des Herrn von Eynern. Vielleicht mag ihm für den Augenblick dieser Boden sicherer erschienen sein, als der des Reichskulturkampfes. Das Votum der Nationalliberalen gegen die Aufhebung des Priesterausweisungsgesetzes ist ein so dunkler Punkt, daß man es für rathsam hielt, ihn ganz todtzuschwei«
Und gerade diese Abstimmung hätten die - ------- —am Rheine
„Ja, sie sind sehr glücklich."
Penelope stand an Douglas' Seite am offenen Fenster und blickte auf die fernen Gestalten von Al;y und Nelly, die unter den schattigen Ulmen die Allee hinab gingen.
„Sie lieben einander", sagte Douglas kurz — „md Gott weiß, ihre Liebe und Treue hat schwere Prüfungen bestanden."
Penelope preßte ihre kalten Hände aufeinander unb blickte mit Augen, die nichts sahen, auf das
junge, glückliche Paar.
Es würde jetzt bald ... urg von Douglas und damit das furchbare Weh,
dir entsetzliche Zwang, ruhig zu scheinen. Sre trat ihm mit kalter Gleichgültigkeit entgegenge- !ommen und er, der sehnsüchtig in ihren Augen nach einem Hoffnungsstrahl forschte, wurde ernst rnd kalt und drängte mit eisernem Willen seine ngene Liebe in sein Herz zurück. Liebte sie ihn nicht mehr, so hatte auch er nicht die Absicht, seine Gefühle zur Schau zu tragen. Und jetzt, wenige Minuten vor Douglas' Abreise, standen ite ruhig Seite an Seite und betrachteten sich das vollkommene Glück der andern.
doch verrieth sie mit keinem Blick die wilde Aufregung, die in ihr tobte, sondern sagte ruhig, nur mit leisem Beben der Stimme:
„Wann werden wir Sie wiedersehen?"
„Gott weiß es!" antwortete er, unfähig seine tiefe Erregung länger zu bemeistern und fügte dann halb traurig, halb bitter bei: „Wenn wir nicht Schiffbruch leiden und ertrinken, werden wir wohl ungefähr in einem Jahre wieder zurück sein."
In ungefähr einem Jahre! Es schien dem bleichen Mädchen, das ihn so leidenschaftlich liebte und doch mit brechendem Herzen ein ruhiges Lebe- wohl aussprechen konnte, wie eine ganze Ewigkeit.
„Ich muß", sagte Douglas, diesmal ebenfalls sehr ruhig. „Leben Sie wohl, Penelope."
„Leben Sie wohl. Der Himmel nehme sie in seinen Schutz, Douglas!" — und sie legte ihre kalte Hand in die seinige.
Ein Augenblick, in welchen all' der Schmerz einer ganzen Lebenszeit zusammengedrängt schien, und sie hatte zum letzten Mal in seine Augen gesehen, er war gegangen, die Thüre hatte sich hinter ihm geschloffen!
„Douglas, Douglas!"
Sie küßte die Stelle, wo seine Hand die ihrige berührt hatte und warf sich dann mit einem wilden Schmerzensausbruch auf das Sopha, das Gesicht in den Kissen verbergend.
„O Douglas, Douglas — und Du liebst mich nicht!"
O Der rheinische Parteitag der Nationalliberale».
1. Die nationalliberalen „Kulturpauker".
Wenn wir uns entschließen, dem am Sonntag in Elberfeld abgehaltenen Parteitage der rheinischen Nationalliberalen an leitender Stelle zwei spezielle Betrachtungen zu widmen, so geschieht dies keineswegs wegen der hohen Bedeutung, die wir der Parteiversammlung an sich beimessen, sondern deshalb, weil keiner der bisherigen Parteitage eine so willkommene Gelegenheit geboten hat, Ldie Grundsätze und die Stellung dieser Partei in ihrer ganzen haltlosen und verschwommenen Erbärmlichkeit zu zeigen, wie gerade der in der sonst wegen ihrer Geistesfrische und Intelligenz so vielgepriesenen Pro- vinz. Es hat sich in Elberfeld ani 13. Juli wieder einmal recht bewiesen, auf welcher Seite im Rheinlande die wahre Intelligenz zu suchen ist, und auf welcher die banale Phrase und der blinde Fanatismus. — Von den bisherigen großen Parteitagen dürfte es als eine besondere Eigenthümlichkeit vermerkt werden, daß die Redner fast ängstlich ein tieferes Eingehen in die kirchenpolitischen Fragen vermieden und sich mit einigen kurzen und vieldeutigen Redensarten an dem heiklen Punkte gewissermaßen vorbeizudrücken suchten, wenn auch diese Versuche nicht immer glückliche waren. Am Rheine konnte man schon von vornherein eine andere Taktik erwarten. Hier ist der Nationalliberalismus in
Bit ,Fuldaer Z«tung> erscheint täglich, Sonn- und Feiertage ausgenommen. 1 50 “ "" ””
vorgibt, so ist das eine leere Phrase, ja geradezu ein Unsinn. Herr v. Eynern bezeichnete auch ganz speziell diejenigen Forderungen, welche er und seine Partei der katholischen Partei absolut verweigern, nämlich „Freiheit in der Anstellung der Kirchendiener, Freiheit in Bezug auf Vorbildung des Klerus, Freiheit in Bezug auf die kirchliche Disziplin der Orden und auf die christliche Liebes- thätigkeit, Freiheit der kirchlichen Verwaltung". Sein kirchenpolitisches Programm ist demnach so klar wie möglich. Er steht genau auf dem Standpunkte der Maigesetze und will daran nichts geändert wissen. Und eine Partei, die solche Grundsätze als die ihrigen anpreisen läßt, die allenthalben ihre völlige Solidarität in Süd und Nord prokla- mirt, erwartet, daß nicht nur in Preußen, sondern auch in den kirchenpolitisch vielfach besser gestellten süddeutschen Staaten das Volk ihren Tendenzen zujubeln werde!? Es ist wahrlich sehr angezeigt, daß man auch die süddeutschen Wähler auf diese Kulturkampfs-Erklärung der rheinischen Nationalliberalen besonders aufmerksam macht, damit sie erkennen, was im Reiche zu erwarten wäre, wenn diese Leute wieder zu einer maßgebenden Rolle gelangten.
Sehr sonderbar muß es berühren, wenn man angesichts dieser von Eynern'schen Kulturpauke die Ausführungen eines anderen Redners, des Herrn Dr. Graf (Elberfeld) über dasselbe Thema liest. Herr von Eynern besteht auf den Maigesetzen, will kerne Aenderung derselben zulassen, Herr Dr. Graf meint dagegen, das Centrum werde die Nationalliberalen zu allen Konzessionen bereit finden, welche nicht die unveräußerlichen Rechte des Staates in Frage stellen, er erklärt die Feindschaft der Nationalliberalen gegen die katholische Kirche und die Verfolgung derselben für eine Fabel, er behauptet dreist, die Feinde der Kirche ständen nicht in den Reihen seiner Partei. Herr Dr. Graf will sogar, wie er sagt, aufrichtig den Frieden mit der Kirche. Und den stenographischen Berichten zufolge wurden seine Worte geradeso mit „stürmischem Beifall" ausgenommen, wie die Hetzereien des Herrn von Eynern. Erkläre mir, Graf Orindur, diesen
All das Weh ihres Herzens machte sich Luft in diesem einen Schrei um die Liebe, die sie von sich gestoßen.
„Und habe nie aufgehört, dies zu thun , sagte Douglas, rasch durch das Zimmer auf sie zuschreitend. ,
Etwas in seinem Innern hatte ihm keine Ruhe gelassen, er kehrte um, um noch einmal einen Blick auf sie zu werfen, und als er leise die Thüre öffnete, verriethen ihm die schluchzend hervorgestoßenen Worte Alles, was er zu wissen wünschte.
Penelope sprang auf mit brennenden Wangen.
„Warum kamen Sie zurück?" rief sie ganz trostlos. „ t
„Oh, warum kamen Sie zuruck?
„Weil wir nicht ohne einander leben können, antwortete er. „Penelope, Sie lieben mich — ich weiß es. Sagen Sie mir, daß Sie endlich die Meine werden wollen. .
„Nein, nein, nein!" — das glühende Gesicht m den Händen verbergend. „Sie sprechen nur aus Mitleid so — Sie haben mich nie wirklich gebebt."
„Nie wirklich geliebt!" wiederholte er. „Penelope, dies ist das zweite Mal, daß Sie mir diesen Vorwurf machen."
„Großer Gott! und der Verlust Ihrer Liebe hat doch mein Leben zu dem gemacht, was es ist! Blicken Sie her und ich will Ihnen zeigen, wie treu ich meine Liebe in meinem Herzen bewahrt habe, all diese langen Jahre her."