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Mittwoch den 25. Juni

LMiH

M. 1.75.

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mj Penelope.

Nach dem Englischen.

Die alte Liebe war zurückgekommen, stärker und mächtiger als je, Everard Daubeny war vergessen. Penelope wußte es selbst nicht; und doch wie oft in der schweren Prüfungszeit wandte sie sich rote bülfesuchend nach dem Porträt des Mannes, deffen Liebe sie verschmäht hatte und immer schien es ihr als wenn seine Augen mitleidig auf sie blickten. Das Wiederaufleben der alten Liebe war der einzige Helle Punkt in ihrem trostlosen Leben.

Ich möchte wissen", sagte Algy, nachdem er lange Zeit nachdenklich dageseffen, „ob ich etwas für ein Journal schreiben könnte? ich glaube, tue Idee wäre nicht übel. Aber was könnte ich schreiben?"

Das war eben die Hauptsache.

lieber Alles ist schon geschrieben worden , sagte er kleinlaut, „und Alles ist schon gethan und erfunden. Pen, unsere Lage wird mit jedem Tage härter — es wird bald lächerlich sein".

„Ich fürchte, Algy, zum Lachen wird wenig Grund da sein".

Oh doch, viel sogar! Ich lachte heute, als Kameraden, die in den alten Tagen nur zu froh waren, mich zu kennen, an mir vorbeirannten und mich änstarrten, und ich lache immer, wenn ich an Tante Chartres denke. Penelope, wenn die Ar- muth auch sonst zu nichts gut ist, so lehrt sie uni wenigstens unsere Freunde kennen; aber dies könnte

Redaktion, Verlag und Expedition der ,Fuldaer Zeitung'.

wegen wünsche ich, es wäre anders. Es bricht mir das Herz, wenn ich Dich so verändert sehe".

Armer Algy Chartres! Sein Herz war wirklich dem Brechen nahe, als die heißen Sommermonate vergingen und sein kleiner Geldvorrath dahin­schwand nur für die nöthigsten Lebensbedürfnisse. Nichts bot sich ihm, jede vakante Stelle schien so­gleich wieder ausgefüllt. Er war der Verzweif­lung nahe, als er nirgends Arbeit finden konnte und Penelope, bleich und abgehärmt, plagte sich mit Näharbeiten, die nur eine elende Bezahlung fanden.

Armer Algy! Seine Kameraden würden ihren heitern Freund und Gefährten kaum erkannt ha­ben in dem Hagern, trübseligen Manne, dessen dunkle Augen ernst vor sich hinblickten, als er müde die langen Straßen durcheilte, hier und dort anfragend, aber immer vergeblich. Oh, es war bitter, sehr bitter! Und was sollten sie thun, wenn der Winter kam?

Eines Tages war er voll Hoffnung. Rasch sprang er die enge Treppe herauf.

„Gute Nachrichten, Penelope!"

Sie blickte auf, eine Frage lag in ihren Augen. Aus Algy's Stimme sprach sichere Hoffnung.

„Lord Vaux ist in der Stadt. Ich kannte seinen Sohn gut — wir waren die besten Freunde. Ich zog ihn einst aus dem Wasser, als er beim Baden dem Ertrinken nahe war und erhielt von seinem Vater einen Brief, der mir sagte, wenn

Deutsches Reich.

♦ Berlin, 23. Juni. In der Kommission für die Dampfersubvention erschien zum ersten Mal seit vielen Jahren Fürst Bismarck und erklärte: die Vorlage stehe allerdings im Zusam­menhang mit den kolonialen Fragen; er verfolge keine Kolonialpolitik nach französischem Styl, wozu die deutschen Einrichtungen nicht geeignet seien, er wolle jedoch jede selbstständige Handelsnieder­lassung deutscher Kaufleute in herrenlosem Lande unter Protektion nehmen und deutsche Jurisdiktion

Gott gesetzten Oberhirten der Erzdiöcese und er, neuert demselben die Versicherung ihrer unver" brüchlichen Treue und Siebe. 5. Die Versamm­lung verurtheilt mit größter Entrüstung die rechts­widrige Einziehung der Güter der Propaganda, des Gesammteigenthums der katholischen Welt, um so mehr, als dasselbe ganz und voll der Missionsthätigkeit der Kirche und der Civilisirung der Welt gewidmet ist."

Oesterreich * Ungarn.

. * Lemberg, 23. Juni. Der Wasserstand ist seit gestern vorwiegend abnehmend. An der Weich­sel haben aber gestern Nacht an zwei Punkten Dammbrüche stattgefunden, in Folge dessen meh­rere tausend Joch kultivirter Grundstücke und ganze Dörfer überschwemmt wurden. Der Regen hat nachgelassen, aber das Wetter ist fortgesetzt trübe.

Schweiz.

* Bern, 24. Juni. Der Nationalrath hat mit 98 gegen 40 Stimmen die Frage wegen Re­vision der Bundesverfassung an den Bundesrath zur Prüfung und Berichterstattung verwiesen; da­gegen stimmten die Waadtländer, Genfer, Neuen­burger und Thurgauer Deputirten.

Frankreich.

* Paris, 23.Juni. In der Kammer gab Ferry eine Uebersicht der englisch-französi­schen Verhandlungen, hob die politische Klug­heit und das Gebot, vollendeten Thatsachen Rech­nung zu tragen und dem Mitbesitz zu entsagen, hervor. Egypten sei weder englisch noch französisch; Egypten sei das Werk des ganzen Europas. Die egyptische Frage werde nie aufhören, eine europäische Frage zu fein. Niemand habe dies in höherem Maße anerkannt, als das Kabinet Gladstone. Ge­rade mit Gladstone könne Frankreich die Frage der Aufrechterhaltung der Harmonie zwischen beiden Ländern am besten regeln, welche Harmonie für den Frieden und die Freiheit der Welt durchaus nothwendig sei. (Beifall.) Ferry erklärte weiter, die mit England gewechselten Depeschen beseitigten die falschen Auffassungen und führten ein Einver­

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gewähren, lieber Angra Pequena habe er gestern von England die Erklärung erhalten, daß dasselbe gegen Deutschlands Vorgehen nichts einwende; am Kongo unterstützte er die Bildung des Freistaats, hervorragend aus der internationalen Association im Interesse des deutschen Handels. Wenn man die Dampfervorlage verwerfe, so würde seine Thätigkeit in dieser Richtung gelähmt werden. Nach lebhaften Gegenbemerkungen von Bamberger und Richter, welche den Zusammenhang zwischen der Vorlage und den angeregten Kolouialsrageu vermissen, replizirte Fürst Bismarck noch zweimal, worauf er sich bann entfernte. Windthorst erklärte die Erledigung der Dampfervorlage in dieser Ses­sion für unmöglich. Obwohl Stephan dringend zur Erledigung' aufforderte, so vertagte sich die Kommission doch um IP/2 Uhr. Das Zustande­kommen der Vorlage ist ausgeschlossen.

* Berlin, 23. Juni. Der Großherzog von Hessen hat heute Vormittag auf der Rückreise nach Darmstadt Berlin passirt.

• Essen, 22. Juni. Die heutige Katho- liken-Versammlung war überaus stark be­sucht. Den Vorsitz führte Herr M. Wiese. Es sprachen Pfarrer Wassermann, Dr. Hüsgen, Land­tags-Abgeordneter Hitze und Herr Wiese. Die Resolutionen lauten: „Die Versammlung fordert die Beseitigung aller Gesetze, welche der Kirche die Ausübung ihrer gottgewollten Thätigkeit un­möglich machen ober beschränken. 2. Die Ver­sammlung begrüßt fteubig alle Bestrebungen zur Verbesserung der Lage ber productiven Stände (Ackerbau, Handwerker, Arbeiter), spricht aber die Ueberzeugung aus, daß ohne die volle, ungehemmte Mitwirkung der Kirche den socialen Schäden nicht wirk­sambegegnet werden kann. 3. DieVersammluug dankt der Centrums-Fraction des Reichstages und Land­tages für ihre muthige und unerschütterliche Ver­tretung der Interessen des katholischen Volkes, namentlich für alle Bestrebungen, welche dahin gerichtet sind, der Kirche die volle Freiheit wieder zu erobern und die Lage der arbeitenden Klassen zu verbessern. 4. Die Versammlung erkennt in dem hochw. Herrn Erzbischof Paulus den van ich nicht für ein Journal schreiben, denn es ist eine längst bekannte Thatsache, über die schon gar viel geschrieben wurde. Nur daun lache ich nicht, wenn ich an Harcourt Chartres denke".

Seine angenommene Lustigkeit war in einem Augenblick dahin. Sein Gesicht wurde hart und finster.

„Gott weiß, es ist hart", sagte er mit einem schweren Seufzer. Ich wünschte, wir hätten die Mittel, um nach Australien auszuwandern. Wirk­liche, tüchtige Arbeit würde einem großen, starken Jungen, wie ich einer bin, viel besser bekommen, als das, was ich hier zu thun finde; aber es ist außer Frage".

WaSp, der, wie sein Herr, elend und mager aussah, blickte ihn mit seinen hellen lebhaften Augen an.

„Er ist hungrig, der arme Hund. Hier, Wasp, Du bist unser einziger Freund. Es ist nur Brod, alter Bursche, aber ich denke, wir können froh sein, daß wir Brod haben.

Penelope beobachtete ihn mit ernster trauriger Miene, wie er dem Hunde Brodkrusteu zuwarf — nur Brod und wie lange würden sie es noch haben?

Algy blickte auf, als Wasp geschickt den letzten Bissen auffing.

„Pen, ein Mann, im Müßiggang erzogen, ist für sich und Andere eine Last. Mit meinen Neigungen und Gewohnheiten wird mir die Ar- mutt) schwerer, als einem andern Mann. Deinet-

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