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1884

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iqj Penelope.

Nach dem Englischen.

der Weise geschlichtet werden soll, läßt sich noch nicht absehen. Sicherem Vernehmen nach werden die Mächte auf der Konferenz jede durch ihren in London beglaubigten Botschafter und einen für diese Angelegenheit ernannten finanziellen Rath vertreten sein.

tag bevorstehenden parlamentarischen Verhandlung der Frage zu schlimmen Ausfällen gegen Gladstone und seine Politik kommen wird, läßt sich voraus­sehen. Nichtsdestoweniger würde es uns nicht über­raschen, wenn es der Staatskunst und Beredtsam- keit des alten Diplomaten gelingen würde, dennoch eine Mehrheit für seinen Konferenzplan zusammen­zubringen. Die Engländer befinden sich heute in einer eigenthümlichen Zwangslage. Die egyptische Frage liegt einmal im Argen, und mit jeder un­glücklichen Nachricht aus dem Sudan wird die Nothwendigkeit, endlich aus dieser Sackgafie her­auszukommen. dringender. Vielen mag es daher zwar als ein Nebel, aber als ein nothwendiges Nebel erscheinen, mit Hülfe Frankreichs von den Schwie­rigkeiten befreit zu werden, selbst wenn finanzielle Opfer und eine bedenkliche Einbuße an formeller Machtstellung damit verknüpft sein sollten. Wie Gladstone seine Haltung rechtfertigen will, darauf darf man einigermaßen gespannt sein, seine Lage ist keine beneidenswerthe, denn selbst wenn am nächsten Montag der Sieg nochmals auf seiner Seite sein würde, so wird doch das englische Volk immer mißtrauischer, und der Erfolg im eigenen Hause sichert ihm noch keinesweges den Erfolg in der Konferenz.

Die französische Presse wendet sich namentlich gegen die Reduktion der Zinsen der Unifizirten Schuld, an der alle Nationen interessirt seien. Diese Zinsreduktion ist in gewissem Sinne die wesentlichste Grundbedingung einer erfolgversprechen­den Regelung der egyptischen Angelegenheiten, andererseits ist sie aber auch der heikelste Punkt des ganzen Abkommens, weil fast aus allen Ländern Proteste gegen die Zinsreduktion sich gel­tend machen werden. Bereits hat eine größere Anzahl angesehener Bank- und Handelsfirmen in Wien an den Grafen Kalnoky eine Eingabe ge- richtet, welche die Sicherstellung der egyptischen Staatsgläubiger zum Gegenstände hat, und den Minister des Auswärtigen bittet, den Schutz der Gläubigerrechte auf der Konferenz zu vertreten. Aehnliche Kundgebungen werden in andern Län­dern folgen. Wie dieser Streitpunkt in befriedigen-

kurz. „Er wäre ein angenehmer Gesellschafter für Sie".

„Ich werde es auch thun", entgegnete sie. „Zu welcher Gattung würden Sie mir rathen?"

Wenn er gesagt hätte: „Warum halten Sie keinen Elephant?" würde Mary es für recht paffend gehalten haben, einzuwilligen. Alle diese langen Stunden, die sie in Doktor Ferguson s Gesellschaft verbracht, in den alten Tagen, als Miß Farn­ham noch am Leben war und von Morgens bis Abends das Lob ihres Lieblings sang, hatten einen solchen Eindruck auf die sanfte Mary Montgomery gemacht, daß es für sie nur einen Mann in der ganzen Welt gab und dieser eine war Alick Ferguson.

„Zu welcher Gattung?" sagte er, auf sie herab­lächelnd. „Dachshunde sind sehr anhänglich, aber ein großer Hund wäre mehr Schutz für Sie, meinen Sie nicht?"

Sie stimmte natürlich auch in diesen Vorschlag ein und nach einer kleinen Diskussion siel die Wahl auf einen Neufundländer.

Der Regen floß jetzt in Strömen herab. Trotz des Doktor's grauseidenem Regenschirm war Mary ziemlich durchweicht, ehe sie das rothe Haus er­reichten. Er blickte auf das durchnäßte, beschmutzte rosa Kleid, als sie zusammen auf den Stufen standen. „ _ ,

„Segen Sie sogleich alle diese naffen Sachen ab, Sie sind nicht so stark und könnten eine tüchtige Erkältung davon tragen".

„Kann ich jetzt nicht diesen Weg gehen?" sagte Dr. Ferguson. „Kommen Sie, Miß Mont­gomery — hier kommt's schon ich fühlte einen Tropfen". Er entfaltete seinen Regenschirm und hielt ihn über sie. „Halten Sie sich dicht neben mir: es wird einen tüchtigen Guß geben".

„Arnüsirten Sie sich gut aus Ihrer Reise?" fragte Mary, als sie Seite an Seite unter dem Regenschirm dahin wanderten.

„Mich amüsirt? Nicht besonders", entgegnete Afick, bei der Erinnerung an das kranke Herz, das er mit sich genommen, „nur um Kenneth willen blieb ich so lange".

„Er ist ganz wohl letzt, nicht war?

Ja merkwürdig viel bester und bedeutend kräf­tiger. Ärmer Knabe, das Leben war ihm wie neu- geschenkt, als er wieder gehen konnte, >zchwerde seinen Blick bei der Ankündigung, daß es so kom­men würde, nie vergessen".

Der Regen war indesten bedeutend starker ge­worden. Mary schien sich daran zu erfreuen - oder vielleicht war es Alick Ferguson s Gesellschaft, welche die Traurigkeit von ihrem Gesicht verscheuchte.

.Gehen Sie immer allein?" fragte Alick".

„Gewöhnlich. Manchmal fahre ich hinüber, um Nelly abzuholen, manchmal gehen wir auch zu­sammen". _ _ c

„Warum halten Sie feinen Hund?" fragte er

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O Die egypiische Konferenz.

Das Zustandekommen der in London abzuhal­tenden Konferenz zur Regelung der egyptischen Verhältniffe erscheint nunmehr nahezu gesichert. England und Frankreich, Gladstone und Ferry haben sich ihrerseits über das der Konferenz vor- zulegende Programm geeinigt und ein förmliches Abkommen darüber abgefchlosten. Für nächsten Montag ist in den Parlamenten beider Länder die Diskussion der egyptischen Dinge in Aussicht ge­nommen. Gladstone sowohl wie auch Ferry wer­den der Volksvertretung gegenüber einen harten Stand haben, jedoch darf Ferry den Verhand­lungen mit weit größerer Ruhe entgegenfehen, als der englische Premier, dessen Stellung ohnehin in der öffentlichen Meinung schon bedenklich erschüttert ist. Das englisch-französische Abkommen über das der Konferenz vorzulegende Vertragsprojekt ist näm­lich nichts weiter, als eine neue empfindliche De- müthigung Englands und seiner total verfahrenen egyptischen Politik. Sehen wir uns die Bestim­mungen des Vertrages in Kürze näher an. Danach soll zunächst die britische Occupation nicht über Neujahr 1888 hinausgehen, es sei denn, daß alte Mächte in die Verlängerung einwilligten. Ferner tritt an die Stelle der englischen Kontrolle eine internationale Finanz - und Administrativ- Kontrolle, in der allerdings England den Vor­sitz und ein partielles Einspruchsrecht hat. So­dann eröffnet England dem Khedive eine An­leihe von 8 Millionen Pfund Sterling, welche aber vor allen übrigen egyptischen Schulden pri- vilegirt werden soll. Dahingegen soll der bereits einmal von 6 Prozent auf 4 reduzirte Zinsfuß der Unifizirten Schuld noch weiter reduzirt werden. Endlich wird der Suezkanal neutralisirt, England gibt einen Theil feiner Vorrechte an demselben ab.

Die einflußreiche englische Großpresse äußert sich fast einstimmig sehr abfällig über dieses Ab­kommen , welches der Würde und den Jntereffen Englands in's Gesicht schlage und nur neue Lasten auf Englands Schultern lade. Daß es unter diesen Umständen auch bei der am Mon-

Deutsches Reich.

• Berlin, 19. Juni. In der heutigen Sitzung des Bundesrathes wurde der Gesetzentwurf betr. die Abänderung des Reichssrempelsteuergesetzes ge­mäß den Ausschußanträgen angenommen.

* Berlin, 19. Juni. In Reichstagskreisen ist man der Meinung, daß seitens der Reichsre- gierung nur noch auf die Fertigstellung des Aktien- und Reliktengesetzes außer dem Unfallver­sicherungsgesetz Werth gelegt werde.

* Berlin, 19. Juni. Die bisherigen Mitglie­der des StaatsratheS kraft königlicher Ernennung, zu welchen die neuernannten hinzutreten, sind nach dem neuesten „Handbuch für den Königlich preu­ßischen Hof und Staat" folgende: Dr. Büchse!, Generalsuperintendent a. D.; Wirkl. Geh. Rath Dr. n. Ranke; Wirkt. Geh.Rath Dr. Sulzer, diese drei ernannt am 25. Mai 1854; Wirkt. Geh. Rath v. Philipsborn, ernannt am 2. Oktober 1854; Herzbruch, Präsident der Justiz-Prü­fungskommission, Geh. Ober-Justizrath, Vortragen­der Rath im Justizministerium, ernannt am 3. .ja« nüar 1872; de la Croix, Wirkt. Geh. Ober» Reg.-Rath und Ministerial'Direktor, ernannt am 27. März 1873; Dropp, Geh. Ober-Justizrath, Ministerial-Direktor, ernannt am 10. Nov. 1873; Macard, Unterstaatssekretär, ernannt am 14.Mai 1877; Homeyer, Unterstaatssekretär, ernannt am 26. November 1877. — Zu den aus beson­derem königlichen Vertrauen ernannten 80 Mit­gliedern treten als geborene Mitglieder des Staats­raths die Prinzen des königlichen Hauses, sobald sie das 18. Lebensjahr erreicht haben, sowie die­jenigen Staatsdiener, welche durch ihr Amt zu Mitgliedern des Staatsraths berufen sind, nämlich außer dem Präsidenten und dem Staatssekretär

Mary lächelte freundlich durch den plätschernden Regen.

„Wollen Sie nicht eintreten?"

„Nein, ich muß fort. Leben Sie wohl. Ich hoffe, der Gang wird Ihnen nichts schaden".

„Schaden! Ei, es war der schönste Spaziergang, den sie je gemacht hatte. Die Straußenfeder würde natürlich nie mehr zu verwenden fein. Aber was wollte dies bedeuten? Ein Paar Tage später kam Dr. Ferguson nach dem rothen Haus, einen unge­schickten, langbeinigen jungen Neufundländer an der Seine führend.

„Ich wählte ihn für Sie", sagte der Doktor.

„Er ist ein guter Hund, oder wird es vielmehr werden, wenn er ausgewachsen ist". Mary war entzückt und liebkoste ihren lärmenden Spielge- sährten, mit fast schüchternem Vergnügen in den dunkeln Augen. Als Alicks Gabe hatte der Hund einen tausendmal größern Werth in ihren Augen.

„Wie heißt er?" fragte sie.

Alick lachte. „Er ist fast ein Namensvetter von mir. Er heißt Fergus".

Mary beugte ihr sanftes Gesicht über des Hun­des Kopf und küßte ihn zwischen die Augen.

„Ich habe noch nie einen Hund gehabt, aber ich weiß gewiß, daß ich dich gern haben werde, Fergus".

Doktor Ferguson ging in ernster Stimmung nach Hause. Irgend ein Zug in Mary's Gesicht hatte Miß Farnham's Worte, die sie auf dem Sterbebette gesprochen, ihm zurückgebracht.