1884.
Mittwoch, bett 18. Juni
tltung.
mit der
% Farbe bekennen!
Schauspi-l .rbliit. aber mit E °-«-b-»-n Gefühlen! Seine Mutter, die sich leise m s Zimmer geschlichen, fand ihn mit Thränen m den großen, sanften Augen. Er schlang seme Arme E Mutter? die Berge sehen wie alte Freunde aus. Wie lieblich erscheinen sie mir heute Abend
mein Lieber. Aber, o Kenneth, heute kann ich "an nichts denken, als daß mein Junge wieder 9^Liebes" Mütterchen, ich wußte, daß Du glücklich sein würdest, entgegnete Kenneth. Und wird nicht auch Douglas erfreut fern, wenn er die Nachricht erhält? Ich schrieb ihm mit der letzten ^°9ßie war seine Stimme voll Hoffnung, voll Fröhlichkeit! Und aus seinen Zügen war der mud- schmerzliche Ausdruck für immer geschwunden. Mit Augen, in denen sich Liebe und Stolz milchten, betrachtete die Mutter das edle Gesicht ihres Sohnes. Sie strich zärtlich über sem S“«1 “nt> blickte tief in seine dunkeln, strahlenden Augen.
Mutter", sagte er mit vor Bewegung zitternder" Stimme, „die Kräfte, die nur der Himmel zurückgegeben, werde ich seinem Dienste weihen. Ich möchte ein Diener des Herrn werden. ‘
Als Antwort nahm sie sein Gesicht zwischen ihre beiden Hände und küßte ihn auf Die Lippen. >fhr §>erz war zu voll, sprechen konnte sie nicht, em lange nicht gekanntes Glücksgefühl durchbebte ihre Seele. (Fortsetzung folgt.)
Programm zu finden. Wenn die Reichsregierung sich der Wichtigkeit der Frage voll bewußt gewesen wäre und die Absicht hätte, nur aus remer Sorge für den Handwerkerstand dem Anträge eventuell ihre Zustimmung zu ertheilen, so wäre es wahrlich am Platze gewesen, daß der Vertreter des Bundes- rathes ein warmes Wort für den Antrag eingelegt hätte. Die Handwerker werden dieser unbesttnun- ten, unentschlossenen Stellung ganz gewiß das rechte Verständniß abgewinnen, und die große Mehrheit dürfte bei dieser Gelegenheit wieder emgesehen haben, wo sie ihre wahren Freunde zu suchen haben Wenn nunmehr der Bundesrath, — gleichviel aus welchen Beweggründen, — dem Ackermann schen Anträge seine Sanktion ertheilt, so wäre damit für die Sache H ______s...
Der 10. Juni war für die Entwickelung der Handwerkerfrage ein guter Tag. Der rm vorigen Jahre und auch schon 1881 gescheiterte ^nnungs- antrag Ackermann hat jetzt endlich die wohlverdiente Annahme im Reichstage gefunden. Mit 157 gegen 144 Stimmen haben die vereinigten Konservativen und Centrumsmitglieder den Wün- schen der Handwerker zum Siege verholfen und den ersten Schritt gethan, um das unbefriedigende Jnnungsgesetz von 1881 wenigstens einigermaßen den Bedürfnissen des Handwerkerstandes entsprechend auszubauen. Früher bedienten sich die Herren Liberalen, sobald von den Innungen und der Er- Lung ihrer Rechte di- Red. m,t mü Mk I M den E-n
des Einwandes, die Handwerker wollten m ihrer Zweifei w _ Arnfcl> sRnffe imelen. und übergroßen Mehrheit von den Innungen Nichts wissen und fänden sich ungeheuerwohlbei der heutigen absoluten Gewerbefreiheit. Diese Ausflucht war den Gegnern der Jnnungsentwickelung letzt ge- nottunen, denn nahezu 800 Petitionen aus Hand- | werkerkreisen hatten dem Reichstage Nicht nur die gegenwärtig vorliegende Lehrlingsfrage, sondern auch noch weitere Bedürsnisie der Innungen an s Herr gAeqt. Die direkte Bedeutung des von den Jnnungsfreunden errungenen Erfolges wird natürlich davon abhängen, ob der Antrag auch m 3. Lesung angenommen wird, und welche Stellung die Reichsreqierung resp. der Bundesrath zu dieser Frage einnehmen wird. Die von dem Dmides- kommiffar Geh. Rath Lohmann abgegebene Erklärung ließ an Unklarheit und Gewundenhert nichts ;u wünschen übrig, man merkte nur zu deutlich, daß die Regierung vorerst die Entscheidung des Reichstages abwarten wollte, um für bett gatt bet Ablehnung beS Antrages weder den Freunden noch den Gegnern des Antrages betm kommenden Wahlkampfe eine Handhabe für ihre Zwecke zu
Gewohnheit des offiziösen Organs bet dieser Ge legenheit wenigstens die eine oder andere verstand- liche Andeutung bezüglich der Stellung der Re- gierung zu der Jnnungsfrage unterlaufen wurde. Aber nichts von dem! Der Artikel e.wahnt zwar den gerade zur Verhandlung stehenden Antrag Ackermann, sagt auch, daß derselbe als „Kernpunkt der weiteren Ausgestaltung des Jnnungswesens betrachtet werde". An der konkreten Frage da- gegen: Ist der Antrag berechtigt oder nicht - drückt sich das Blatt mit der Wxndung vorbei, „es sei hier nicht der Ort, zu untersuchen ob schon die Zeit gekommen sti, den Rahmen des Jnnungs- gesetzes und die darin gegebenen Rechten und Pflichten zu erweitern". Das heißt wahrlich Nicht viel, aber diese vorsichtige Aeußerung entspricht ganz der Stellungnahme des Bundeskommisiars im Reichstage. Ob dieses Verfahren den Hand- werkern gefallen wird? Wir glauben es mcht wtr glauben nicht einmal, daß die Berliner Schuh macherinnung trotz aller ihr zu Thett gewordenen Ehrenbezeugungen von diesem wohlfeilen Feflgruß sehr erbaut gewesen ist. Farbe bekennen, heißt heute die Parole, mit gewundenen Phrasen und hohlen Redensarten kommt man nicht vom Fleck, es muß zu Thaten übergegangen werden. Und eine solche That war das Votutji der Kon,erva- tiven und der Centrums-Partei mit ihrem Anhänge.
Die Herren von der nattonalliberalen Partei, welche in Heidelberg, Neustadt und Berlin so wun- derschön von ihrer Fürsorge für die Beburfnisiedes Handwerks zu reden wußten, haben amc 10. IW auch Farbe bekennen musien. Sie haben denen die in 800 Petitionen ausgesprochenen Wünsche der Handwerker gestimmt. An dleser That- sache kann keine Verbrämung, ferne Entschuldigung und Erklärung etwas ändern. Wir halten es für sehr vortheilhaft, daß so eine Klärung emgetre- ten ist, denn diese wird bei den Wahlen gute Fruchte
Donald war inExtase, Kenneth gehens sehen. | Kenneth" rief er, „kannst Du laufen • " Kenneth's Lachen klang silberhell - lahrelang hatte seine Mutter kein solches von feinen Lippen aehört. Sie drückte zärtlich fernen Arm.
„Wie gut ist Gott, Kenneth".
"Aber kannst Du wirklich laufen, Kenneth? fuhr Donald, der Beharrliche, fort, die andere Hand Kenneth's ergreifend, Der fröhlich antwortete
„Ja, mein kleiner Mann, ich kann. Morgen will ich mit Dir um die Wette laufen .
Welch' fröhliches Familienfest war dies, di- munteren Stimmen, bas. herzliche Lachen klangen hinaus in die angenehme Abendlust. Sie tonten noch in Dr. Fergufon's Herzen nach, als er des Nachts im Mondfchein nach Hause wanderte, voll Wehmuth an Nelly und die Glücksträume, die sich nie verwirklichen sollten, denkend. An der niederen Mauer, wo er sie gebeten, sem Weib zu werden, hielt er an und blickte ernst hinunter an die Heute Villa an der sich die Rosen emporrankten. Die Fenster waren erleuchtet, Jemand anders hatteseme Wohnung darin aufgeschlagen. Seufzend wa er sich ab und setzte seinen Weg fort.
Kenneth lehnte sich aus seinem offenen Fenster, mit Behagen die balsamische Nachtluft emathmend, bM Sag* auf bie Setge gerietet, bi.
Majestät zum Himmel emporragten, wahrend die silberne Mondesscheibe gerade dahinter versank | oft hatten Kenneth's Augen das nämliche
} An unb9für sich mag ber Antrag Ackermann und Dr. Windthorst zunächst keine sehr fühlbaren Fol- qen haben, weil es leider in die diskretionäre Be. fugniß der Aufsichtsbehörde gestellt ist, ob sie emex
62 toj Penelope.
Alick Ferguson und Nelly begrüßten sich sehr ruhig. Sein Herz pochte heftig, als er ihre Hand eine Sekunde in der seimgen hielt und m ihr freudig erregtes Gesichtchen blickte. Sw freute sich Ä KÄrtt Lr VÄ LMLLmKL« b-K md chn h-ql- und *tc «ar 8«ub., ihn “g“ mgeregt imb fo Mlich.
ielbft Alick obschon traurig und enttäuscht, er
*5fi ST £ “ ÄÄ 24 Di? Knaben unterhielten sich sehr lärmend und batten einander so viel zu sagen, daß sie Nicht wußten wo anfangen; und der kleine Donald war E' ein großer Mann" geworden und hatte ebenso mel ru erzählen, wie die Andern.
Strahlend vor Glück bot Kenneth semer Mutter den Arm und führte sie in das Speisezimmer, wo ein einladender Theetisch hergerichtet war.
nehmlich thun wird, um'an dem Handwerkerstände bei den Wahlen eine Stütze für das Regierungs-
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anfetate: Di- vierspaltige Zette oder deren Raum Id Pfg., -------
Lchstagswahlen B große Rolle spielen und wenn vorher ein wirklicher Erfolg erzielt ist, so wäre man in der Lage, die nächsten Forderungm ber Hanbwerkerwelt mit weit größerem Nachdruck bervorzukehren und mit wett besseren Aussichten m thatsächlicher Unterstützung derselben anzufeuern. Lange genug sind die Handwerker mtt schönen Redensarten und guten Lehren hmgehaltenworden, sie haben ein Recht, endlich einmal eine gründliche Beihülfe der staatlichen Gesetzgebung zu fordern.
An demselben Tage, wo der Jnnungsantrag verbandelt wurde, beging die Berliner Schuhmacher-Innung den Tag ihres 600jährigen Jubiläums/gewiß ein seltsames Zusammentreffen Es wäre für die Jnnungsmeister m . Berlin nicht sebr erbaulich gewesen, wenn an ihrem Ehren tage der Reichstag den lauten Forderungen der Handwerker ein „Quod non“ entgegengesetzt hatte. Bekanntlich hatten die Vorsteher der Innung mch ! nur eine Besprechung mtt dem Reichskanzler, son dern auch eine Audienz beim Kaiser, bet welcher ber Monarch die Erwartung aussprach, daß die Jnnungsmitglieder die Regierung m ihren Bestreb- " v n,Auch widmete das den ausschlaggevenven mary I öffiüöse Kanzlerblatt, die ,Nordd. Allg. Ztg.' dem
Anträge zustimmen wird, und ^aß er dws /nunasjuoiläum einen langen Festarttkel. Man tnirh nm an dem Handwerkerstände | Inn gsp dürfen, daß nach der sonstigen