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Sonnabend, den 17. Mai
Pfg-, — mit der
doch eine wirksame
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nn^t entschließen können, den Forderungen der
Nennen wir als dritten wesentlichen gesetzgeberischen
toj Penelope.
brechen vorzubeugen.
Die zweite gesetzgeberische That, welche durch eine Auflösung des Reichstages unmöglich qewor- dM wäre, ist das Zustandekommen der Unfallver- stcherungsvorlage. Lange genug hat das Volk auf dieses Gesetz warten müssen, welches schon die erste kaiserliche Botschaft als wichtige positive Schutz-
es!
habt haben. Wir wollen bier nicht schwarzen Plänen der Anarchisten und
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Erdiger Einmüthigkeit erfolgte Annahme des Gesetzes gegen den verbrecherischen und gemeingefährlichen Gebrauch von Sprengstoffen. Dieses Gesetz wäre nach den neuerdings in die Oeffentlich- keit gedrungenen Nachrichten über das für das Nie- derwaldfest geplante Dynamit-Attentat schon lange, lange ein dringendes Bedürfniß gewesen. Dem Abg' 1R. Windthorst gebührt der Dank der Nation, daß er in der Sozialistengesetz-Kommission so energisch für den Erlaß eines solchen Gesetzes eintrat und diese Forderung in einer formulirten Resolution zum Ausdruck brachte. Die Regierung mag herausgefühlt haben, wie wund die Stelle war, welche die kleine Excellenz berührte, und welchen Eindruck eine Erörterung der durch das Gesetz zu verhindernden Gefahren im Lande weit und breit machen " i wüßte. Wohl selten ist eine Anregung so prompt - hofAf-t —r eine Gesetzesvorlage so schnell
würdig, wie Sie den Ausdruck in Penelope's Augen getroffen haben!"
Seine eigenen Augen wurden feucht, als er von Neuem das Gemälde betrachtete. Gerade der Aus- druck, den der Künstler auf der Leinwand festqe- halten erinnerte ihn so lebhaft an seine verstor- bene Gattin, die ihm mehr gewesen, als Sohn ™ , Achter ihm jemals werden konnten, deren Verlust ihm fast das Herz gebrochen.
* Eine gute Seite der Annahme des Sozialistengesetzes.
Die Annahme des Sozialistengesetzes und die Verlängerung seiner Giltigkeitsdauer um zwei ^ahre ist, rote schon wiederholt bemerkt, von un- serem Standpunkte eine beklagenswerthe Thatsache. Aber wie stets im Leben, so kann man auch hier den schlimmen Dingen wenigstens irgend eine gute Seite abgewinnen. Diese gute Seite liegt ohne Zweifel m dem ruhigen Fortbestand des geqen- wartigen Reichstages, der nun wenigstens die dringendsten Arbeiten hoffentlich noch vor Thoresschluß zum gedeihlichen Ende führen wird. Wie man hort, war für den Fall der Ablehnung des So- ’
Nach dem Englischen.
„Bei Gott, Daubeny, Sie haben alle Ehre da- von! Das ist Penelope, wie sie leibt und lebt, ^zch bin mehr als befriedigt, das versichere ich Sie , und Mister Chartres trat einen Schritt zu- rück, um das Bild zu bewundern. „Sie ist es wirklich - besonders den Ausdruck in den Auqen haben Sie genau getroffen."
„Wie freue ich mich, Sie zufrieden zu sehen, Mister Chartres, denn nachdem ich mein Bestes geleistet, fürchtete ich, Sie würden entäuscht sein, und dies hätte ich nur schwer ertragen."
„Beruhigen Sie sich, es sind die Züge meines Kindes, ihr geliebtes Antlitz, das von der Wand auf mich herablächeln wird, wenn sie selbst qe- gangen ist."
Ein sonderbarer Ausdruck huschte flüchtig über des Künstlers Gesicht — die Frage, ob Mister Chartres wohl immer mit solchem Vergnügen dieses Gemälde betrachten würde, durchkreuzte sein Gehirn. Er sprach jedoch nichts, sondern hörie schweigend die seinem Werk gespendeten Lobreden an.
„Und Sie müssen wirklich heute Abend gehen?" fragte Mister Chartres. „Können Sie nicht noch em paar Tage zugeben? Mein Sohn Alqy wird übermorgen hier eintreffen."
Aber Everard Daubeny fühlte kein besonderes Verlangen, Algy's Bekanntschaft zu machen, und antwortete deshalb rasch und entschieden:
„Ich danke verbindlich, aber ich muß wirklich heute Abend gehen."
„Wie Sie wollen, mein lieber Junge; aber vergeßen Sie nicht, daß ich jederzeit erfreut sein werde, Sie in Castle Chartres zu sehen. Merk
wenn man im Auslande wieder einen eklatanten Beweis erfahren hätte von der im deutschen Reich bestehenden Verschiedenheit dec Anschauungen zwilchen Regierung und Volksmehrheit. Denn eine Parlanrentsauflösung ist immerhin ein ganz außergewöhnlicher Vorgang, für den nur die schwerwiegendsten politischen Erwägungen, nicht aber die Launen eines einzelnen Mannes bestimmend sein °urftn. Schon heute ist ein wichtiger gesetzgebe- nscher Schritt geschehen, der bei einer Reichstaqs- auflosung für viele Monate verschoben worden wäre. Wir meinen die mit bewunderungs-
An demselben Abend schritt Mister Chartres in der Dämmerung auf der breiten Terraffe auf und ab. Durch das offene Fenster konnte er drinnen im Zimmer Miß Chartres behaglich in einem weiten lammtgepolsterten Seffel zurücklehnen sehen, aber vergebens suchten seine Augen die schlanke Gestalt seiner Tochter. Er wünschte, sie möchte zu ihm auf die Terrasse kommen, seinen Arm Äenr ?lrnb;?nit pudern und scherzen in der alten, lebhaften, fröhlichen Weise.
. ®ie Uhr auf dem Kaminsims schlug neun. Mit einem ungeduldigen Seufzer wandte er sich um Md zündete eine frische Cigarre an. Schwere Wolken hingen am Himmel und jetzt erhob sich ein leichter Westwind. „Es wird Regen geben" agte er vor sich hin, und noch während er sprach' ftelen dicke tropfen klatschend auf die Stätter, racher immer rascher und ein wohlthätiger Regen
e durstende Erde und verbreitete eine köstliche erfrischende Kühle.
„Welch' ein Guß!" sagte Mister Chartres über die Terraffe schreitend und fteßte sich in der weiten „Äa Unler' .um seine Cigarre zu beendigen und sich an dem kühlen Lüftchen zu erfreuen.
Reichstagsmehrheit in einigen Punkten entgegen- zukommen. Nun endlich scheint gegründete Aus- sicht auf das Zustandekommen dieser wichtigen sozral-politischen Vorlage vorhanden zu sein. Die Kommission entfaltet eine emsige Thätiqkeit'l und, wie wir schon beim Erscheinen des Regie-' rungsentivurfs erklärten, findet derselbe in den meisten wichtigen Punkten Beifall in der Cen- trumspartei wie bei den Konservativen und den I Nationalliberalen. So darf man wohl hoffen, daß über die Disierenzpunkte zwischen Regierung und Mehrheit alsbald eme Einigung zu Stande kommt. Eine eventuelle Auflösung des Reichstages würde auch das Un- sallsgesetz wieder in weite Ferne gerückt haben: der neue Reichstag hätte vielleicht aus Grund einer wiederum veränderten Vorlage aufs Neue in die Kommis- stonsberathung eintreten müssen, und Niemand weiß , ob sich im neuen Reichstage die Elemente m hinreichender Stärke wieder zusammen gefunden hatten, welche jetzt das Zustandekommen des Gesetzes sichern, für den Fall, daß die Regierung l nicpt gar zu hartnäckig auf den Fragen zweiten I unb dritten Ranges bestehen bleibt. Kommt aber |
Unfallversicherungsgesetz mit Hilfe der sogen \ konservativ - „klerikalen" Mehrheit zu Stande, so haben diese beiden Parteien als bisherige Träger der Sozialreform ein wesentliches Hilfsmittel bei j den nächsten Reichstagswahlen. Sie treten dann 1 wenigstens nicht mit leeren Händen vor das Volk I und wenn auch die Centrumswähler bei ihrer 1 ausgezeichneten politischen Schulung genugsam da- I ritber unterrichtet sind, daß bisher nur die Taktik I der Regierung die Sozialreform in ihrem Fort- I
Plötzlich eilte eine weiße Gestalt die Allee heraus u"d wie em Geist, ohne ein Wort zu sprechen' lief Penelope im Dunkel an ihrem Vater vorbei' die Treppe hinauf.
v^ßenelope, Kind, was bedeutet dies?" Der Lichtschein aus der Halle hatte ihm ein bekümmertes verstörtes Gesicht gezeigt mit großen trau» rißen Augen und zerzaustes, vom Regen durchnäßtes Haar.
Ueberrascht blickte er seiner Tochter nach, ohne sich ihr Betragen deuten zu können. Hatte irgend etwas fte erschreckt? Mister Daubeny war weg- gegangen - aber Mister Chartres ließ sich auch keinen Augenblick träumen, daß dessen Abreise mit dem weißen Gesicht und den unglücklichen Auqen seiner Tochter etwas zu thun haben könne. Wie tollte er auch auf diesen Gedanken kommen? Er hatte gesehen, wie seine Tochter sich früh am Abend ruhig von dem Künstler verabschiedete, aber er wußte nicht, daß dieser erst mit einem viel im« teren Zug abgereist war. Er ahnte nichts von dem leidenschaftlichen Abschied, der erst vor ein paar Minuten zwischen Everard Daubeny und Penelope stattgesunden, und so schmerzlich war diese Trennung, daß die Erbin von Castle Cbar- tres, achtlos des strömenden Regens, zitternd und
Mannes geschlungen und ihn nicht von sich hatte lassen wollen. Und doch liebte dieser Mann sie nü?'an har ®mJ?°rU'tänbi3 gleichgültig, er dachte nur an den Reichthum, den er mit ihrer Hmrd erringen wurde, das Herz, das er zu veraeben ^' gehörte ja schon längst dem blauäugigen i K? - ' b , T ^nen Meeresstrande Tag und Nacht seiner dachte. (Fortsetzung folgt.)
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1884.
' '$Ulb3et S<ItUn9' et^emt ausgenommen. Vierteljährlicher Abonnementspreis ,
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