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1884

Donnerstag, den 15. Mai

M 111

Altung

Fuldaer

tigen, wenn glaubhaft veschemrgl wirv oap ote Kation war Dresden. Kraszewski besorgte die Folgen des Unfalls erst spater bemerkt seren, und '.(u Qn bie Mitglieder. Kraszewski stellt daß der Entschädrgungsberechtrgte an der Verfol- .„Abrede J

Armeekorps und des Kriegs»

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folgt die Verlesung kommandos des 3. Ministeriums.

* Dortmund,

iry Penelope.

Rach dem Englischen.

14. Kapitel.

nicht unbekannten Redewendungen ihre Befriedigung darüber aus, daß „eine zur Zeit für den inneren Frieden und noch mehr für die Gewißheit, daß die Bewahrung von Gesetz und Ordnung in sicheren Händen ruht, unentbehrliche Maßregel", nämlich das Sozialistengesetz gerettet worden. Der Schlußsatz lautet: Die Befriedigung über das errungene Re­sultat wird sicher ebenso allgemein sein, wie das Bedauern darüber, daß es zur Durchführung einer nach Meinung des größten Theiles der Nation un­entbehrlichen Maßregel eines unverhältnißmäßig großen Kraftaufwandes bedurft hat. Möchte die wiedergewonnene Möglichkeit unbeengter Hingabe an die großen Aufgaben der Sozialreform von allen Betheiligten gewissenhaft benutzt werden.

«Berlin, 14. Mai. In der heutigen Sitzung der Kommission des Reichstages für die Aktienge­setznovelle erklärte Staatssekretär v. Schelling Na­mens des Reichskanzlers, daß dieser auf die Durch- berathung der Vorlage in der jetzigen Session den allergrößten Werth lege.

* Berlin, 14. Mai. Die Unfallkommission nahm die §§ 57, 60, 61 und 62 wesentlich un­verändert, § 59 mit der Modifikation an, daß die einjährige Anmeldungsfrist für Entschädigung auf eine zweijährige erhöht wird. Nach Ablauf der Frist ist die Anmeldung nur dann zu berücksich­tigen, wenn glaubhaft bescheinigt wird, daß die

Wilhelm hatte Nachmittags im Konferenzzimmer des Bundesraths im Reichstag eine Besprechung mit dem Fürsten Bismarck. — Im Wintergarten des Centralhotels fand heute Abend um 7 Uhr ein Banket zu Ehren der deutschen Cholera-Kom­mission statt. Bei demselben waren ca. 600 Per- sonen anwesend, darunter die Spitzen der Gelehrten­welt, zahlreiche Aerzte und Männer anderer Wis­senschaft. — Der .Reichsanzeiger' meldet: Der Gesandte von Brandt, welcher von seinem Urlaub nach Peking zurückgekehrt ist, übernahm wieder die dortigen Gesandtschaftsgefchäfte. __________

derselben von der französischen Regierung, nament­lich von Gambetta, benutzt, um das Bureau für Nachrichten aus Deutschland, Oesterreich und Ruß­land zu organisiren. Der Mittelpunkt der Orga-

*Berlin, 14.Mai. DieKommission desReichs - tags für das Relikten gesetz, erledigte heute die erste Lesung und genehmigte die §§3 — 9, 11—26, 28, 30 und 32 unverändert, die §§ 10, 27 und 31 mit erläuternden Amendements und Zusätzen v. Bernuth's. Zu § 1 wurde ein Zusatz beschlossen, wonach katholische Militär- und Ma­rinegeistliche und im Reichsdienste nebenamtlich angestellte Personen zu Wittwen- und Waisengeldbeiträgen nicht ver­pflichtet sein sollen. § 2 (Aufzählung der von der Ent­richtung der Wittwen- und Waisengeldbeiträge befreiten Personen) wird unter dem Widerspruch des Kriegsmini­sters gestrichen. Zu § 29 beantragt Richter, daß die Ein- nahme-Ueberschüsse der Militär-Wittwenkassen jährlich auf den Etat zu bringen sind. Die Bundeskommissarien sprachen sich gegen diesen Antrag aus; die Kommission behielt die­sen Paragraphen für die zweite Lesung vor. Der Zeitpunkt des Inkrafttretens des Gesetzes soll bei der zweiten Lesung bestimmt werden.

* Leipzig, 13. Mai. Im Prozeß Kraszewski wurde auf Beschluß des Gerichts ein amtliches Schreiben verlesen, demzufolge bereits seit 1864 in Paris eine polnische Gesellschaft bestand, deren Zweck die Wiederherstellung Polens war. Dieselbe war 1866, 1870, 1873, 1877 und 1878 aktiv aufgetreten und hatte militärisch-statistische Notizen aus ganz Europa gesammelt. Nach Auflösung des Bureaus der Gesellschaft wurden die Mitglieder

Deutsches Reich.

Fulda, Donnerstag, 15. Mai.

* Während die neueste,Prov.-Korr.' noch be­richtet, daß die Reise des Kaisers nach Wies­baden noch im Laufe dieser Woche erfolgen solle, meldet die ,Nordd. Allg. Ztg.': Die Reise Sr. Majestät des Kaisers und Königs nach Wiesbaden scheint nunmehr definitiv aufgegeben zu sein. Wie aus Wiesbaden gemeldet wird, sind auch be­reits diejenigen Personen, welche vorausgereist waren, sowie die kaiserlichen Equipagen, Pferde rc. von dort zurückbeordert worden. An diefe Mit­theilung schließt sich die Nachricht, daß die feierliche Grundsteinlegung zu dem neuen Reichs­tagsgebäude gegen Ende dieses Monats statt­finden soll. Zu dieser Feierlichkeit werden bereits die nothwendigen Vorbereitungen getroffen.

— Der .Reichsanzeiger' schreibt: Nach Artikel 45 der Verfassung steht dem König allein die voll­ziehende Gewalt zu. Mit dieser ausdrücklichen Vorschrift steht in Widerspruch, wenn das Abge­ordnetenhaus gelegentlich der Wahlprüfungen die Regierung auffordert, die Beamten, welche be der Wahl die Amtsbefugnisse überschreiten, zur Verantwortung zu ziehen. Der Kaiser hat anläß­lich eines derartigen, jüngsthin stattgehabten Vor­ganges in einem Erlaß an das Staatsministerium vom 8. Mai ausgesprochen, daß dieser und ähn­liche Beschlüsse in die dem König durch Artikel 45 vorbehalteuen Rechte eingreifen. Der König habe durch den Eid auf die Verfassung die Verpflichtung übernommen, in gleicher Weife wie jede andere Verfassungsbestimmung auch den Artikel 45 und die Rechte der Krone und seiner Nachfolger unver­brüchlich aufrecht zu erhalten. Der König erwartet, das Staatsministerium werde bei allen derartigen Vorgängen den Artikel 45 zwischen der gesetz­gebenden und vollziehenden Gewalt und die darin vorgezeichnete Grenze geltend machen und wahren. Gutem Vernehmen nach wird vom Reichskanzler auf die Durchberathung des Aktiengesetzes der größte Werth gelegt.

— Die.Prov.-Korr.' spricht in allgemeinen und

10. Mai. Die zweite Gene- „Vereins westdeutscher

ralversammlung des

Brennereien" fand vorige Woche hier unter dem Vorsitze des Herrn v. Gillhausen (Marienburg-

Mister Daubeny schien sehr langsam mit seinem Gemälde vorwärts zu kommen.

Der heiße Sommer nahte seinem Ende. Das Heu war schon eingebracht, und das Korn war reif und bereit für die Sichel; die purpurnen Brom­beeren hingen in großen Büscheln an den Hecken — ein erfreulicher Anblick für die kleinen Kinder, die barhäuptig und barfüßig, Hände und Gesicht reichlich mit dem rothen Saft beschmiert, ihre kleinen Aermchen nach den obersten Aesten aus- streckten, denn gerade dort außer ihrem Bereich, entdeckten sie die schönsten und größten Beeren. Armselig waren sie zwar alle, diese Brombeeren, die am Weae wuchsen und mit dickem Staub be­deckt waren aber den kleinen Mündchen, die so selten irgend eine Frucht verkosteten, kamen sie ausgezeichnet vor.

Mister Chartres ritt vorbei, den Hut von der erhitzten Stirne zurückgeschoben, die Augen über die wogenden Kornfelder schweifend. Er blickte herab auf die Kinder, die an den unbiegsamen Brombeerzweigen ihre kleinen nackten Aermchen blutig ritzten.

„Dies sind keine guten Brombeeren, ihr Klemen. Kommt hierher." Er öffnete das Thor zu einem seiner eigenen Felder. „Laust hinein, alle mitein­

ander; die Beeren an dieser Hecke sind viel besser, als jene da draußen."

Die Kinder lachten und trippelten über die staubige Landstraße.

„Danke schön, Sir," sagte ein schüchternes kleines Mädchen, das ein Baby im Arm trug.

„Einen Augenblick," rief Mister Chartres — „eßt die Beeren, aber zertretet mir mein Korn nicht. Versprecht es, Kinder."

„Ja, Sir — ich will auf sie Acht geben," sagte die Kleine mit dem Baby.

Mister Chartres nickte ihr lächelnd zu und ritt weiter, die Kleinen ungestört ihrem Festmahl über­lassend. Er sah ernst und nachdenklich, selbst ein bischen unzufrieden aus, als er in der glühenden Mittagshitze dahin ritt. Er hatte in der letzten Zeit nicht viel von Penelope gesehen — sie war beständig in dem Atelier vergraben; und an den kühlen Abenden war es meistens Mister Daubeny, der in der Dämmerung an Penelope's Seite die Allee auf und ab durch die Gärten promenirte. Mister Cartres fing an herzlich zu wünschen, das Bild sei beendigt und der Künstler weit weg von Castle Chartres. Er vermißte den Anblick seines Kindes und fühlte sich einsam und verlassen.

In dem Atelier saß Penelope mit gerötheten Wangen, die Hände verschlungen und lauschte mit halbgeöffneten Lippen der leisen melodischen Stimme von Everard Daubeny; dann, wenn sie die Leiden­schaft und das Feuer in seinen dunkeln Augen las,

Das Gericht gibt dem Anträge des Vertheidigers Saul statt, den Zeugen Paul telegraphisch vorzu­laden. Der Angeklagte Hentsch gibt zu, die Mo­bilmachungsinstruktion und das Reglement für die Pferdeaushebung an Adler geliefert zu haben. Es der Gutachten des General­

senkte sie die ihrigen in Verwirrung, und sie saß schweigend und zitternd in den schimmernden weißen Atlaßgewändern vor ihm.

Das Bild war beinahe vollendet, wie lebend blickte Penelope's Antlitz von der Leinwand herab — das süße jugendliche Antlitz mit dem halb traurigen, halb nachdenklichen Ausdruck und den herrlichen braunen Augen und dem schönen hellen Haar, das sich um die weiße Stirne legte. Schweigend blickte der Künstler eine Zeit lang auf sein eignes Werk und von da auf Penelope's schönes Gesicht.

„Es ist beinahe vollendet," sagte er traurig. „Kommen Sie und sehen Sie es an."

Penelope erhob sich, trat ein paar Schritte vor und blickte über seine Schulter auf das Bild.

„Sie haben mir geschmeichelt, Mister Daubeny."

„Ich habe Ihnen nicht einmal Gerechtigkeit ge- than," sagte er leise, die Augen mit einem Aus- druck der Verehrung zu ihrem Gesicht erhebend.

Penelope erröthete heftig. Ihre Augen füllten sich mit Thränen. Sie blickte wieder auf das Bild und schüttelte dann lächelnd den Kopf.

„Nein, so hübsch wie dies, bin ich nicht."

Er hätte antworten können, daß ihr Helles ani-, mirtes Gesicht weit schöner sei, als das, welches sein Pinsel hervorgebracht; aber er blickte nur einen Augenblick auf das Gemälde und rief dann den Kopf in seine Hände bergend, leidenschaftlich aus:

„In dieses Bild habe ich mein Lebensglück

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