1884
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ihre lebhaft träge, oder mürrisch, oder sonst etwas.
Dienstag, den 13. Mai
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l0^,M°ei6t ist sie krank", meinte er besorgt. J Algv nahm die Cigarre aus dem Mund uni antwortete energisch: „Krank? Unsinn Sie ist nu.
Zur Annahme des Sozialistengesetzes.
girrst Bismark hat seinen Willen! Mt einer aam unerwarteten Stimmenmehrheit hat der Reichstag nach dreitägigem Redekampfe die Verlängerung des Sozialistengesetzes vom 30. September 188 bis mm 30. September 1886 m zweiter Lesung aenehmiqt. Die gestrige Abstimmung brachte der Vorlage^ auch für die dritte, definitiv entschel- dende Lesung die Annahme. Dieses Resultat hat das Schicksal des gegenwärtigen Reichstages ent- schieden, desien Auflösung bei umgekehrtem Er- aebniß ganz bestimmt bevorstand. Die ganze Angelegenheit mußte und muß daher von einem dop- velten Gesichtspunkte betrachtet werden. Reben die pure sErwägung, ob das Sozialistengesetz nochmals verlängert werden sollte, trat die Rücksicht auf d e Selbsterhaltung des gegenwärtigen Reichstages und die aus einer Auflösung desselben hervorgehende Verschärfung des demnächstigen Wahlkampfes Unserer Ansicht nach konnte es nun gar nicht zweifelhaft sein daß die letztere äußerliche Rücksicht vor dm vrin'zipiellen Gründen der ersteren unbedingt zunick- tteten ^mutzte. Jedoch scheint es daß Fürst Bismarck einen Theil seiner Pappenheimer richtig be- urtbeilt hat, als er schon vor längerer Zeck die Drohung "mit der Auflösung des Reichstages und dem Appell an das Volk in die Diskussion hinein- warf. Mancher Abgeordnete mag sich durch diese Drohung haben bestimmen lasten, das vermeintliche „kleinere Uebel" zu wählen, und wenn man die Verhältniste in den mmder kultivirten und aufgeklärten östlichen Wahlbezirken kennt, wo es vorkommt daß heute ein Konservativer, morgen em Liberaler gewählt wird, so kann man diese M otimrun^ wenn auch nicht billigen und rechtfertigen so doch wenigstens begreifen. Für denjenigen, welcher von der Haltlosigkeit und Ungerechtigkeit des Ausnahme- aesetzes gegen die Sozialisten fest überzeugt war, durftm aber selbstredend solche Rebenerwagungen "^enuroir die Wahrheit sagen sollen, so haben die Debatten besonders am Zeiten und dritten Tage: aus uns den Eindruck gemacht, als ob Manche im Hinblick
Kremen. „Bild und Name waren augenblickliche Phantasien von mir, Miß Chartres/
Kd) wünschte, es sei nach einem lebenden Gestch tge- reichnet. Diese Augen wären nicht leicht zu vergesten.
„Sie haben Recht," sagte er verwirrt und bis ru den Haarwurzeln erröthend.
Hier ist „Alice" schon wieder!" rief Penelope. „Sie zeichneten dies im Mai - das Datum ist neben bemerkt - und diesmal lächelt fie. Ihre Aliee" bat ein sehr einnehmendes Gestch!.
" Er runzelte die Stirn, und ein ärgerlicher Strahl brach aus seinen dunkeln Augen.
Wie einnehmend dieses Gesicht war, wußte er nur zu gut, und die Erinnerung an ihr Lächeln, an ihre sanfte Stimme erfüllten ihn mck plötzlichem Schmerz; und doch schwankte sem Vorsatz nichttm Allergeringsten, obschon jener Morgen rm schonen Monat Mai ihm lebhaft vor Augen kam, als er jetzt eifrig weiter malte. Er konnte die mächtige tiefblaue See mit ihren schäumenden Wogen wieder sehen und Alice an seiner Seite fitzend, die Hande voll wilden Blumen, glücklich zu ihm aufblickend mit den schönen ausdrucksvollen Augen.
Als Mister Daubeny von seiner Arbeit aufiah, gewahrte er, daß Penelope's Augen mck fast trau« rigem Ausdruck ihn fixirten.
9 Sah ich wild aus?" fragte er lächelnd.
'Rein, aber sehr unglücklich. Sagte ich etwas, das ihnen wehe that?"
Er blickte einen Moment gerade m
Ueberzeuqung und Prinzipientreue machen können. Wir halten ihn in Fragen der Sozialpolitik geradezu für eine maßgebende Autorität und müssen daher annehmen, daß seine Gründe sehr schwerwiegende gewesen sind. Nichtsdestoweniger beharren wir bei unserer Austastung von der Schädlichkeit und Un- Haltbarkeit des Ausnahmegesetzes gegen die Sozialisten. Die in verschiedenen früheren Leitartikeln erörterten Gründe für unseren Standpunkt nochmals in's Feld zu führen, wäre gegenüber der jetzt vollendeten Thatsache unnütz. Mögen daher nur noch einige Gedanken über das bedauerliche Er- qebniß der dreitägigen Debatten sich hier anschließen.
Die Rede des Äbg. Dr. Reichensperger (Olpe) teilt sich in unseren Augen bis zu einem gewissen Punkte als die beste Rechtfertigung für den ablehnenden Standpunkt dar. Reichensperger wünscht gleich Windthorst die Rückkehr zum Boden des gemeinen Rechtes, er tritt lebhaft für dw Wmdt- horst'schen Anträge ein und bezeichnet das So,ia listengesetz als ein schlechtes und verwerfliches. Statt nun sofort die Konsequenz zu ziehen: „also weg damit!" - schließt er weiter folgendermaßen: Die Regierung will absolut dieses Gesetz und duldet keine Aenderungen und Milderungen. Wenn wir das Gesetz ablehnen und tabula rasa machen, so wird die sozialistische Propaganda sich wieder stärker erheben und uns in Gefahr bringen. Darum liehe ich das kleinere Uebel, das in vielen Punkten sehr verwerfliche Sozialistengesetz, dem größeren Uebel, nämlich der völligen Gleichstellung der Sozialisten mit anderen ruhigen Staatsbürgern unter dem heute geltenden gemeinen Rechte vor. Diese Motivirunq wäre dann richtig, wenn nach Ablehnung des Gesetzes der Reichstag wirklich unabänderlich tabula rasa geschaffen hätte, und er für die entstehende tabula rasa verantwortlich wäre. Niemand (außer den Sozialdemokraten) hat behauptet,; daß er das gemeingefährliche Treiben der Sozialisten in Deutschland unbehindert, daß er den Sozialisten volle Freiheit taffen wollte. Äeu neswegs! Die den Staat, die Kirche und die ganze Gesellschafts-Ordnung bedrohenden Lehren sollen nicht unbestraft bleiben, aber ihre Verfol-
auf diedrohenden sozialistischen und anarchistischen Gefahren in ihrer Gegnerschaft gegen das Sozialistengesetz Halbwegs wankend geworden waren, darunter sogar solche, die schließlich doch noch mck „Nem vo irt haben. Es ist dies eine private Ansicht, die wir Niemanden aufzwingen, aber auch nicht unausg - sprochen lassen wollen. Der ganzen Diskussion fehlte das Feste, Schneidige und Entschiedene. Eine Erklärung hierfür liegt tn der durch die Einbringung der vermittelnden Wmdthorst schen Anträge bedingten eigenthümlichen Situation. Diese vermittelnde Stellung machte dem Abg. Dr. Wtndt- . horst auch in seinen Reden eine mildere, vermittelnde Sprache und Haltung zur Pflicht, und> da das Centrum für diese Amendements soli^nsch eintrat so wurden aus dieser Partei keme Stmi- men laut, welche eine direkte Ablehnung des Gesetzes begehrten. Eine Motivirung der ablehnenden Stellung der Centrumsmajorität nach dem Fall der Windthorst'schen Anträge hätte aber nur zu einer unnöthigen Verschärfung des Kampfes bei- getragen, weshalb nach der Zurückziehung der aussichtslosen Windthorst'schen Anträge nur noch» der Abg. Reichensperger Namens der zustimmenden Minorität seinen Standpunkt darlegte.
Getreu unserer von Anfang an eingenommenen Haltung, bedauern wir das Resultat_der Abstimmung, wir hätten eine bedingungslose Ablehnung des Gesetzes gewünscht. Aber dennoch halten wir es nicht für billig und recht, denjenigen Mitgliedern des Centrums, welche durch ihr Votum das ForlMMn des Gesetzes ermöglichten, aus ihrer Abstimmung einen Vorwurf zu machen. Wir sind vielmehr überzeugt, daß die welche mck „Ja" gestimmt haben, sich m ihrem Gewissen zu diesem Votum für verpflichtet gehalten haben. Und gegen Ueberzeugungen sollte man, wie der Kulturkampf uns hinlänglich gelehrt hat, nicht mck Vorwürfen und aufgeregten Redensarten, sondern nur mit Gründen ankämpfen. Einem Frhm. von Lertling z. B., welcher, rote diesmal, so auch bereits vor zwei Jahren für das Sozialistengesetz seine Stimme in die Wagschaale geworfen hat, wird gewiß Niemand den Vorwurf der mangelnden
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Inserate: Die vierspaltige Zeile oder deren Raum io ¥18-, !"»• ? * --------
ten, sprechenden Augen, gab aber nicht sofort Antwort.
„Mir wehe thun?" sagte er endlich. „Nem, Miß Chartres, aber man darf nicht zu genau tn eines Mannes Herz blicken motten.
Das heiße Blut stieg tn Penelope s Wangen. Sie strich leise mit der Hand über ihre Stirn, als sie Eoerards Blicken begegnete und den Ausdruck ermüdet", sagte Penelope, „ich kann Ihnen heute nicht länger sitzen". Und, ohne seine Antwort abzuwarten, verließ sie das Ammer. Er hörte das Rauschen ihres Atlasgewandes und ihren leichten Schritt auf der Treppe., Er wußte nicht daß Thränen über Penelope s Wangen strömten, daß sie die Hände rang und unter heißem Erröthen zu sich selber sagte:
„Douglas, Douglas, ich bin int Begriff, Dich
Feine Nachrichtm von zu Haus, Algp?" fragte ®°U£' und ich kann mir nicht denken, was sie Alle vor'haben. Penelope schrieb ja seither fast ^Do2as'sah enttäuscht und ängstlich aus. Sei vollen 14 Tagen hatte er nichts mehr von Pene
37 uy Penelope.
Nach dem Englischen.
Welch' hübsches Gesicht! I» di-r fr«’gUT«eIoVe, «i--n» Bild das er selb» g„ 'eignet hatte, in die Höhe haltend.
’ . lei«. Röche färbte L°-r°rd Da-b-n,-
himtles Gesicht. Nach einem Blick aus Alicens lieblickes Gesichtchen — eine kleine Skizze, die er eines Tages am Strande neben ihr sitzend, ent- ^^Ain^es ist nur ein Phantasiebild," antwortete er gleichgültig-
’tfi S-hm«e
"ihr Ideal vielleicht? Nun, sie ist sehr, sehr hiib'scb -- so ausdrucksvolle Augen.
$ So sieht aber mein Ideal nicht aus/ sagte ' or & einem bedeutungsvollen Blick tn Penelope s
SnSt dft fich rasch senkten. Mit hochgerötheten Wangen betrachtete sie das Bild tn ihrer Hand unb blätterte dann weiter in Everard s Skizzenbuch, qglöklicb blickte sie auf und sagte. u
d «,ier ist dasselbe Gesicht noch etnrnal, und „Alice steht darunter. Ist „Alice" Ihr Lieblingsname, ^^eto^antroortete er kurz, sich die Lippe beißend unter seinem Schnurrbart, ärgerlich über ihre