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1884

Sonnabend, den 10. Mai

Zeitung

mit der

sich hin:

„Dein ist meut bleiben."

^Penelope sagte Nichts. Sie stand in der Däm­merung am offenen Fenster und summte leise vor

det die Köln. Zeitung' aus Paris: Die Note Aisim Paschas sage, die Pforte erkenne in der Em- KtTalA d-r E-rg- •>&»*"£ Wohlfahrt Egyptens, die auch die Türkei ttjeue. Um aber die Konferenz fruchtbringend zu machen, muffe derselben die allgemeine Lage Egyptens un terbreitet werden, wie ftch dies^ schon aus Gran ville's Rundschreiben vom 3. Januar 1883 als Notbwendiakeit ergebe, in welchem ausgeführt wird, der schlechten Verwaltung Ägyptens habe. Die Pforte anerkenne Granville's Ausspruch als begrün det und erkläre unter Berufung auf Granville s Note daß sie die Konferenz für nothwendig erachte unter d?m Vorbehalt, daß dieselbe nut der Ge- sammtheit der egyptischen Frage^sich b fasse Da alle Verzweigungen der Fragedamitengtensv^ üimden ieien würde eme lediglich auf die yinan ien beschränkte Konferenz unfruchtbar bleiben. Die Marte fei daher zur Theilnahme an der Konferenz bereit wenn dieselbe Granville's Rundschreiben vom 3 Januar 1883 zur Grundlage erhalte, welches die Untrennbarkeit einer guten Fmanzverw^ von der guten allgemeinen Leitung der Ttaatsg schäfte darlege. Zum Konferenzort scheine Konstan tinovel durch die Umstände bestimmt. ,,

» Berlin, 9. Mai. Se. Majestät der Kaiser wird morgen Abend 10 Uhr Berlin verlaßen und fiA mittelst Ertrazuges der Potsdamer Bahn nach

mittog S Uh- auf bet Warnet Bahn an, unb wird über Kreiensen und Gießen um H Uhr Min Abends in Baden-Baden eintreffen.

» Berlin 9. Mai. Fürst Bismarck fuhr Vor- ... a 4 a ii' ubr rum Kaifer. Derselbe wurde von den zahlreichen Paffanten unter den Linden

Deutsches Reich.

Fulda, Sonnabend, 10. Mai.

H. Fürst Bismarck Haiden Parlamentariern wieder einmal eine Überraschung bereitet, diesmal allerdings eine anscheinend ziemlich harmlose. Lr hat nämlich eine große Anzahl von Abgeordneten aller Parteien, (die ,Post' spricht von mehreren hundert Einladungen) zu heute Abend in das Reichskanzlerpalais beschieden. Die Telegramme der Frankfurter Blätter sprechen ebenso wie die ,Germ. von einer sogenannten vertraulichen Besprechung. Die gewöhnlich über solche Dinge gut unterrichtete Post' kündigt eine einfache parlamentarische Soiree an und meint, „bei der außerordentlich großen Zahl der Einladungen scheine der Charter einer „vertraulichen Besprechung", wovon verschiedentlich heute im Foyer des Reichstages die Rede war von dieser Abendgesellschaft von vornherein ausgeschlof- sen zu fein." Da die Zusammenkunft gleich nach der heute wahrscheinlich zu erwartenden Entscheidung über das Sozialistengesetz stattfinden wird, so wird es gewiß zu intereffanten Salongesprachen kommen.

* lieber die Aussichten des Unfallversicher- unqsqesetzes schreibt die .Prov.-Korresp :

Nach Allem, was über den Gang der m her Reichs', taäskommission zur Berathung des Unfallverftcherungsge setzes gepflogenen Berathungen bisher bekannt geworden ist darf aus einen günstigen Verlau dieser wichtigen An- aeleaenheü gehofft werden. Schon jetzt läßt sich absehen, daß^die auf die Ausarbeitung und Durchberathung der Entwürfe von 1881 und 1883 verwendete Zelt und Muhe keine verlorene gewesen ist. An ihrem Theil haben die früheren Arbeiten wesentlich dazu belgetragen, daß die Meinungen über den schon wegen l°mer Neuheit schwierigen Gegenstand genugsam geklärt worden ,

maüaen Berathungen zu erleichtern und der Nichtigkeit der Grundsätze des Entwurfs Fie gehönge Anerkennung nprfrüaffen ^ft das bisherige Resultat doch dieses ge­wesen daß die leitenden Gedanken der ausschließlich staat­lichen Versicherung, der korporativen Organisation der d,e Versicherung tragenden Berufsgenossenschaften und des- Um- ^aevtzrfabrens gebilligt worden sind, und daß die Mehrheit der von de" KEmission beschlossenen Abänderungsvor­schläge sich dem System einfügt, für welches die verbün­deten Regierungen sich entschieden hatten. .

» lieber den Inhalt der Antwort der Pforte auf die Einladung zur egyptischen Konferenz mel-

Prinz von Wales kommen morgen nach Berlin, um der Truppenbesichtigung beizuwohnen. - Bei dem Fürsten Bismarck findet morgen Abend eine parlamentarische Soiroe statt, wozu an Reichs- und Landtags-Abgeordnete zahlreiche Einladungen er«

35 inj Penelope.

Nach dem Englischen.

Was für eine leise, gewinnende Stimme Mister Daubeny hatte und welch sanfte, dunkle Augen die unter den langen, seidenen Wimpern hervor den Kater beobachteten, der so zierlich seinen Salm VClsn?ife Chartres nahm all ihren Muth zusammen, um möglichst verständlich ihre Bitte vorzubringen.

Malen Sie Thiere, Mister Daubeny?

Er wußte, was kommen würde und antwortete deshalb: „Manchmal. Hätten Sie gern, daß ich versuchte Ihren Liebling zu malen?

„Wenn Sie so gütig sein wollten, wurde- e mich sehr freuen. Aber es wäre zu viel von ^hnen EArchaus nicht. Ich werde nur zu glücklich

Ein Herz'fchon gewonnen, dachte er und lächelte innerlich bei dem Gedanken, wie leicht er es. ge­wonnen Und den ganzen Abend ,plauderte er I,nd machte sich fo angenehm, daß Miß Charlies ihn für einen liebenswürdigen, bezaubernden rungen Mann erklärte, welcher Ansicht Mi,ter Chartres

ä“8B<rH„, 9. Mm. Durch Beschluß d--Bm- desraths wird die Insel Reichenau vom -7.Aprrl an dem deutschen Zollgebiet angeschloffen und dabei der neuen Zolllinie der von Baden vorgeschlagene Lauf geben. In dem anzuschließenden GebieMheü wird die Nachsteuer unter Leitung emer von Baden einzusetzenden Nachsteuerkommission nach Maßgabe der beschloßenen Termine des anzupaffenden Ver orduungseutwurfs ertöten. Bau dem S-Irag-der Nachsteuer sollen nach Abzug bet ^hebungokasten vierzig Prozent Baden überwiesen, sechzig Prozent zur Einnahme des Reichs verrechnet werden.

' » Berlin 9. Mai. Der Bundesrath geneh« miate gestern die Dotation von 135,000 M .für die deutsche LhaleralommMou S, >, dub-r'N

S. J „talten Men. Der Buubearalh nahm te”a« K g-g-u b-u verbrech-«« uub aemeingefährlichen Gebrauch von Sprengstoffen an. 8” rtin, 9. Mai. Der Reichstagsabgeord- nete Rittinqhausen schied aus der sozialdemo­kratischen Fraktion aus,weil er dieErklärung, ftchdem vom Kopenhagener Kongreße vorgeschriebenen Frak- tionszwange zu unterwerfen nicht abgeben wollte.

Belgien.

* Brüffel, 8. Mai. Die Kammer lehnte den n,is Untersuchung über die in tobtet Hand yiS Ä“ beftMich-u «ter mit 60 gegen 58 Stimmen ab.

Frankreich.

* Varis 8. Mai. Die Steuereinnahmen im Monat April blieben um sechseinhalb Millionen hinter dem Voranschläge zurück. - Dw'Franke sagt. Mehrere MitgliederderBudgetkommisstonbeabiichtig fen bei Fortdauer des Defizits m den Emnahmen dre Veräußerung der Staatsbahnen vorzuschlagen.

lebSa|eÄi?9.Mai. Der Kaiser ertheilte heute Nachmittag der Cholera-Kommission, an derenSpitze VroMor vr Koch sich befand, Audienz und machte darauf eine Ausfahrt. Auch die Kaiserin unter- nahm eine Spazierfahrt. Der^Kronprin^wn^^

Darf ich eine Cigarre auf der Terrasse rau- chen?" sagte Everard Daubeny's Stimme.

Gewiß", erwiderte Penelope. „Dies ist bie Halle bei Freiheit; thun Sie, was Ihnen behebt

Er trat hinaus auf bie ^erraffe, Zündete sich eine Cigarre an und wandelte auf und ab. Mister tffmri«« kam zu Penelope ans Fenster.

Nun Liebe, wie gefällt Dir unser Künstler?

"Sehr gut, Papa." „ „ ,

Er schlang feinen Arm um sie und zog sie zart-

tres im Vordergrund und die arme, treue Alice siaurirte überhaupt nicht darin. Und doch liebte S, - aber sich selbst liebte er eben noch mehr.

Mister Chartres und Penelope traten jetzt auch auf die Terrasse hinaus und gesellten sich ihm zu.

Ich habe eben über meine Aufgabe nachgedacht, faate er sich zu Penelope wendend. „Sie muffen Sen Ä unb Perlen tragen - gerabe bas müibc (Sie ciut tieiben. .. ,

Unb was muß Tom tragen? Was würbe ihn kleiden?" „Lachen Sie nicht über mich, bat er mit leiser einschmeichelnder Stimme. „^4

.--Mch. ich rtaaW« «>« sicht und präge es in mein Herz em, ehe ich es auf bie Leinwanb bringe."

Tom's Gesicht ibealisiren ! Prächtig.

Penelope war in mutwilliger Laune. Mister Daubeny mußte in ihr Lachen emftimmen.

„SBenn Sie fo sprechen, werbe ich tote nie-

Ich ”« i'hr/iil fitzen und so sanft ansfehen, wie Sie wollen. _

A^r Sie fallen gar nicht sanft ansfehen.

''Dann will ich halt fo ansfehen, wie Sie es wünschen. Papa hat jetzt einmal sem Herz daran gehängt, mein Bild neben dem von Mama auf-

3 „Sie müssen mir das Bild Ihrer Mutter zeigen, nicht wahr? Ich horte, Swsähen ihr sehr ähnlich.^

„Ich Mama ähnlich? Wer sagte ^hnen ras.

Jfultiacr

'duld«-- Z«tung- «scheint t»Stt^S°nn-^nd^ Rabatt.----------

Inserate: Die vierspaltige Zeile od« d«en

Ich 'denke, Kapitän Graham das Gemälde zu geben das Original kann ich nicht entbehren.

9 .Sprich nicht so, Papa", sagte sich an ihn schmiegend und mit ihren sternengleichen Augen zu Sr"feiffzte und zog sie nur noch fester an sich.

„Ich nehme jetzt nur noch den zweiten Platz m dem Herzen meines Kindes ein."

Nein Papa, lieber Papa, das darfst du nicht sagen. Ich bleibe immer Deine kleine Penelope, das weißt Du recht gut.' ,

Ja " erwiderte ihr Vater, „aber ein Anderer denkt ebenfalls, daß Du feine kleine Penelope seist.

Miller Daubeny sah von der Terrasse ausVater und Tochter beieinanderstehen. Als er vorüber schritt kräuselte ein Lächeln seine Lippen, und “ ■ «ährend er een wohlriechenden Duft ftme-L-gam

««» und ,e° -wig. ewig |