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1884

Montag, den 28. April

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Jeilung

Fuldser

iry Penelope.

Nach dem Englischen.

ihre betrübte Freundin. Als Mary ihr thränen- überströmtes, kummervolles Gesichtchen erhob, schlang Nelly ihre Arme um sie und flüsterte zärtlich:

„Mary, meine Liebe, was haben Sie? Sie dürfen nicht weinen, ich werde versuchen, Sie ein bischen aufzuheitern."

Sie kniete neben ihr nieder und Mary lehnte ihren Kopf wider Nelly's Schulter.

„Ich bin so verlaflen, Nelly."

„Gewiß, das sind Sie, aber Sie muffen sich nicht darüber grämen. Wenn Sie sich verlaflen fühlen, schicken Sie nur immer nach mir, ich komme gern."

Mary lächelte ein wenig.

„Es ist sehr einfältig von mir, aber Nelly, Sie haben keine Idee, wie schrecklich es für mich allein hier ist." Ihre Stimme bebte ein wenig, Nelly neigte sich zu ihr.

„Ich werde heute den Tag bei Ihnen zubrmgen, Liebe, wenn Sie mich haben wollen."

„Oh, bleiben Sie, Nelly! Es war so gut von Ihnen, trotz des Regens zu kommen."

„Unsinn" , lachte Nelly. „Ich kam, weil ich Ihnen etwas zu erzählen habe. Aber erst will ich gehen und meine Sachen ablegen und dann wollen wir eine großartige Plauderei anfangen. Wo ist Miß Carlton?"

„Ausgegangen," erwiederte Mary.

(Fortsetzung folgt.)

ließ und ihr Gesicht, mit beiden Händen bedeckend, in krampfhaftes Schluchzen ausbrach. Sie weinte so herzbrechend, daß Miß Carlton, die in Regen- mantel und Galoschen zur Thür hineinblickte, mit kläglichem Seufzer rasch wieder ihren Kopf zurück­zog und davoneilte, denn was hätte sie auch sagen können? „Es ist bester, wenn sie sich ausweint" — dachte sie, „dann wird es ihr nachher um so leichter sein."

So wandelte denn Miß Carlton mit hochge­schürzten Röcken die Allee hinunter, ohne sich an den Regen oder die triefenden Bäume zu stören. Sie war glücklich und zufrieden, denn sie hatte die Absicht, im Dorfe Wolle zu kaufen, um immer noch mehr Strümpfe zu stricken, die dann nächsten Winter irgend einem armen Kinde die kalten Füß­chen wärmen füllten, und darüber vergaß sie Mary, die hoffnungslos weinte und sich entsetzlich einsam und unglücklich fühlte.

Nelly Graham kam, in einen großen Shawl ge­hüllt, rasck die Allee herauf und war in dem Zim­mer, ehe sie Mary bemerkt hatte.

„Sie weint wieder um die Herrin, der Himmel tröste sie!" sagte der Hausmeister zu sich selbst, als er beim Oeffnen der Thüre, um Miß Graham hineinzuführen,' seine junge Herrin in Thränen er­blickt hatte.

Nelly wand sich zwischen den zahllosen, mit frem­den Merkwürdigkeiten beladenen Tischchen durch und trat zu Mary, die blauen Augen voll Mitleid für

suchen oder in der augenblicklichen Staatsregierung, so fern sie nämlich sich die modernen Anschauungen zu eigen gemacht. Zudem müßte der Staat religionslos sein. Bei den verschiedenen Religionsformen sinde eine bestimmte Korm mit Unrecht den Vorzug, alle seien als gleich zu betrachten.

Daß aber eben diese Grundsätze gleichfalls von den Freimaurern adoptirt werden, und daß sie nach diesem Muster und Zuschnitt das Staatswesen adoptiren wollen, ist zu bekannt, als daß es noch des Beweises bedürfte. Denn schon längst setzen sie in dieser Absicht offen alle Mittel und Kräfte in Bewegung und eben dadurch bahnen sie einer ganzen Anzahl waghalsiger Individuen den Weg, die zum Aeußersten hindrängen. Wollen sie ,a die Gleich­heit und Gemeinschaft aller Güter nach Aufhebung aller Stände und Vermögensunterschiede im Staate.

Was also die Sekte der Freimaurer ist, welche Bah­nen sie verfolgt, ist aus dem Wenigen, was Wir berührt, einleuchtend genug. Ihre Fundumentalsätze widerstreiten so sehr der Vernunft, daß es nichts Verwerflicheres gibt. Die Religion und die Kirche, die Gott selbst gegründet und bis zum Ende der Zeiten erhält, zerstören und nach 18 Jahrhunderten die Sitten und Einrichtungen der Heiden wiederherstellen wollen, das zu versuchen, kann sich nur eine hochgradige Blödigkeit und eine wahnwitzige Gottlosig­keit untersangen. Aber auch das ist eben so erschrecklich als unerträglich, daß Wohlthaten, die Jesus Christus aus Liebe nicht bloß dem Einzelnen, sondern auch den m Fa­milie und Staat Vereinten erworben, schnöde abgewiesen werden, Wohlthaten, die ja nach dem eigenen Urtheil und Geständniß der Feinde sehr hoch anzuschlagen sind. In einem solchen wahnsinnigen und scheußlichen Gebühren mutz man ja fast den unauslöschlichen Haß und die Rachgier wiedererkennen, von welchem Satan gegen Christus ent­flammt ist. ~ ,

Auch das andere Unternehmen, das die Freimaurer so heftig betreiben, die Grundfesten alles Rechtes und aller Sittlichkeit zu zerstören, uns denen die-Hand zu reichen, die möchten, daß Alles erlaubt fei, was ihnen wie dem Viehe gefällt, was heißt das anders, als das Menschen­geschlecht mit Schande und Schmach dem Untergange zu­treiben. Aber das ließet wird noch vermehrt durch die Gefahren, die der Familie wie dem Staate bereitet wer­den. Denn wie Wir anderswo erörterten, liegt in der Ehe eine heilige und religiöse Weihe nach dem Urtheil aller Völker und Zeiten. Es ist aber durch göttliches Gesetz untersagt, den Ehebund aufzulösen. Wird er profa­nirr, kann er nach Belieben aufgelöst werden, dann muß Unordnung und Verwirrung in die Familie einbringen, indem das Weib aus seiner Würde fällt, und die Kinder keine Garantie mehr haben für ihr Vermögen und ihre Erhaltung. Von Seiten des Staates aber die Religion gänzlich außer Acht laffen, und bei den Anordnungen und Geschäften im bürgerlichen Leben Gott ebensowenig berück­sichtigen, als wenn es keinen Gott gebe, ist eine Verwegen­heit, die selbst den Heiden unerhört war. _______________

Ein Tag verging genau wie der andere. Nach dem Luncheon fuhren wie gewöhnlich die beiden Grauen vor und Mary unternahm mit Miß Carl­ton — ein starker Kontrast zu Miß Farnham — eine Ausfahrt, nicht in vollem Galopp wie früher, darnach stand ihr der Sinn nicht, sondern in mäßigem Trab und Mary mit ihrem bleichen Ge- sicht und ihren traurigen dunkeln Augen, legte sich im Wagen zurück und plauderte nur wenig mit ihrer Gefährtin während der Fahrt; dann kehrten sie nach Haus zurück, kleideten sich um und be­gaben sich zum Diner herab; und dann folgten die langen, langen Abende, wo Miß Carlton ihr Schläfchen machte und Mary an dem Piano saß und träumerisch in der Dämmerung ihre Finger Über die Tasten gleiten ließ oder die Schatten beob­achtete, die sich grau und gespensterhaft Über die Berge legten. , . .

An diesem Morgen kam sie sich noch einsamer, noch verlassener vor als gewöhnlich und als sie sich über ihre Spitzenarbeit herabbeugte, füllten sich ihre Augen mit Thränen. Sie stand so freundlos, so ganz verlassen in der Welt; wenn sie morgen starb, grämte sich Niemand darüber, in der ganzen weiten Welt aab es kein Wesen, das über den <toi) von Mary Montgomery Trauer empfunden hätte.

Thräne um Thräne fiel auf die Arbeit in ihrer Hand, bis sie oiese endlich in ihren Schooß sinken

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Ja so tief war ihrem Geiste und Gemüthe nicht bloß der Gedanke an die Götter eingeprägt, sondern auch die Ueberzeugung von der Rothwendigkeit einer öffentlichen Religion, daß sie glaubten, eher eine Stadt ohne Funda­ment als ohne Gott zu finden. In Wahrheit ist die menschliche Gesellschaft, für die wir von Natur bestimmt find, von Gott, dem Schöpfer der Natur, eingesetzt, und von ihm als dem Urquell fließt unaufhörlich die ganze Menge unzähliger Wohlthaten, von denen sie erfüllt ist. Wie wir im Einzelnen daher durch die Stimme der Natur selbst aufgefordert werden, Gott kindlich und fromm zu verehren, weil wir das Leben und die Güter des Lebens von Gott empfangen, so müssen es auch die Völker und Staaten thun, aus eben demselben Grunde. Wer daher völlige Trennung zwischen Religion und Staat will, han­delt offenbar nicht bloß ungerecht, sondern auch unweise und ungereimt. Da aber die Menschen nach Gottes Wil­len in soziale», Beziehungen und Verbindungen eintreten sollen, und da anderseits die Souveränetät ein so noth- wendiges Band der bürgerlichen Gesellschaft ist, daß ohne sie dieselbe sofort sich auflösen muß, so folgt, daß der Nämliche, welcher - der Urheber der bürgerlichen Ord­nung ist, auch der Urheber der Souveränetät ist. Und daraus ersieht man, daß, wer immer Träger der sou­veränen Autorität, ein Mitarbeiter Gottes ist. Daher ist es, sofern es der Zweck und die Natur der menschlichen Gesellschaft fordern, höchst billig, der rechtmäßigen Otzng- keit zu gehorchen. Und das vor Allem widerstreitet schnur­stracks der Wahrheit, daß es vom Willen des Volkes ab­hängt, den Gehorsam nach Belieben abzuschütteln. Ebenso bezweifelt Niemand, daß!die Menschen insgesammt unter sich gleich sind, insofern die Gattung und die gemeinsame Natur, das letzte Ziel, das jedem Einzelnen vorgestreckt ist, und die Rechte und Pflichten, die daraus von selbst her­vorgehen, in Betracht kommen. Weil aber die Befähigung Aller nicht gleich sein kann, und der Eine den Andern an Geistes- oder Körperkräften überragt und die Unterschiede der Sitten, der Charaktere und der Naturen so mannigfal­tig sind, darum widerspricht Nichts so sehr der Vernunft, als Alles auf einen einzigen Begriff zurückführen und die durch die vielen Theile hergestellte Gleichförmigkeit auf ine Einrichtungen des staatlichen Lebens übertragen zu wollen. Wie der vollkommene Körperbau aus der Verbindung und Zusammensetzung verschiedener Glieder hervorgeht, die sich freilich durch Form und Bestimmung unterscheiden, aber wohl zusammengesügt und richtig vertheilt, eine Körper­bildung bewirken, welche nicht bloß von schöner Gestalt, sondern auch gefertigt in ihren Kräften und nothwendig für den mannigfachen Gebrauch ist, so findet sich auch in der staatlichen Verbindung der Menschen fast eine unendliche Verschiedenheit der Theile. Wenn alle diese gleichgestellt werden und jeder seinem Belieben folgt, dann wird eine Staatsform entstehen, wie sich keine monströser denken läßt, wenn sie aber aus verschiedenen Stufen des Ranges, des Lebensberuses und der Beschäftigung Einträchtig zu-

Eneyklika Papst Leo XIII. gegen die Freimaurer.

(Fortsetzung.)

Was das häusliche Zusammenleben betrifft, so läßt sich die ganze Anschauungsweise der Naturalisten dahin zusarn- menfaffen: Die Ehe gehöre zu den Geschästssachen, sie könne rechtlich nach dem Gutdünken derer gelöset werden, die sie geschloffen. Der Macht der Staatslenker sei das Band der Ehe unterworfen. Was die Erziehung der Kin­der anlangt, so soll nach ihrer Anschauungsweise in Re­ligionssachen kein Unterricht gegeben werden und im Sinne einer festen und bestimmten Lehrmeinung. Den Einzelnen soll es freistehen, in den reiferen Jahren sich nach ihrem Gutdünken zu entscheiden. Aber gerade das sind die Grund­sätze, welchen die Freimaurer beipflichten, und nicht bloß beipflichten, sondern schon längst in die Praxis und das Leben einzuführen suchten. Schon ist es in vielen und zwar katholischen Gegenden die Vorschrift, daß außer der Civilehe keine andere Trauung vor dem Gesetz als gültig angesehen werde. Dort ist die Ehescheidung gesetzlich er­laubt, und noch anderwärts wird daran gearbeitet, daß sie sobald als möglich erlaubt sei. Und so geht man raschen Schrittes darauf los, daß die Ehen einen ganz andern Charakter annehmen, d. h. zu losen, zeitweiligen Verbin­dungen werden, welche die Leidenschaft schließt, und wenn sie umgeschlagen ist, auflöst. Auch darauf gehen die Frei­maurer mit größter Einhelligkeit des Willens aus, daß sie den Unterricht der Heranwachsenden Jugend an sich reißen, denn sie sehen, daß sie das weiche und fügsame Alter leicht nach ihrem Belieben bilden und drehen können, wohin sie wollen, und daß Nichts geeignet ist, um junge Staatsbür­ger ganz nach ihrem Geschmacke heranzuziehen. Darum wollen sie in der Erziehung und beim Unterrichte der Kin­der den Dienern der Kirche weder das Lehramt noch m der Ueberwachung irgend einen Antheil lassen. Vielerwärts haben sie es schon erreicht, daß säst aller Unterricht der Jugend in den Händen von Laien ist, ebenso, daß bei Aus­bildung des Herzens die größten und heiligsten Pflichten, welche den Menschen mit Gott verbinden, gar nicht zur Sprache kommen.

Wir kommen jetzt auf die Maximen der Staatsklugheit. Hier gilt den Naturalisten als Grundsatz, daß alle Men­schen gleichberechtigt und überhaupt in jeder Beziehung vollkommen gleich seien ohne allen Unterschied von Stand ein Jeder sei von Natur frei, einem Andern zu befehlen stehe Niemanden zu. Aber die Forderung, daß die Men­schen irgend einer Autorität gehorchen, die nicht von ihnen selbst stammt, das ist Vergewaltigung. Das Volk also — heißt es dort weiter - fei Träger Aller Macht, wer die Herrschaft führe, führe sie auf Befehl, auf Wunsch des Volkes. Wenn daher das Volk feine Willensmemung an­dere, so könnten die Fürsten auch gegen ihren Willen ihres Ranges entsetzt werden. Die Quelle aller Rechte und bürgerlichen Pflichten fei entweder in der Menge zu