Fuldaer
Sonnabend, den 26. April « -M V
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stire, so müssen sie doch von sich selbst bezeugen, oap otüje Wahrheit in den Einzelnen keine feste Ueberzeugung findet, noch durch ein unveränderliches Urtheil Halt hat. Denn sie verhehlen nicht, daß die Lehre über Gott die Hauptquelle und Ursache der Uneinigkeit sei, ja man weiß sogar, daß vor nicht zu langer Zeit gerade über diesen Punkt ein nicht unbedeutender Streit unter ihnen ausgebrochen. In der That aber läßt die Sekte den Mitgliedern große Freiheit, so daß Einer mit gutem Rechte die Existenz Gottes vertheidigen, der Andere sie leugnen kann, und die erklärten Gottesleugner werden eben so leicht ausgenommen als jene, die einen Gott annehmen, aber über ihn falsche Begriffe aufstellen, wie es die Pantheisten zu thun pflegen. Das heißt aber nichts Anderes, als ein ungereimtes Scheinbild der Gottheit beibehalten und die Wahrheit aujheben. Wo einmal dieses festeste Fundament unterwühlt und zer-
Eneyklika Papst Leo XIII. gegen die Freimaurer.
(Fortsetzung.)
Betrachten Wir, wie sich die Freimaurersekte, namentlich da, wo sie freiere Bewegung hat, zu den religiösen Angelegenheiten stellt, so ergibt sich, daß sie die Lehrmeinungen der Naturalisten ganz und gar zu verwirklichen trachtet. In der That wird seit langer Zeit hartnäckig daran gearbeitet, daß das Lehramt der Kirche im Staate ohne Einfluß, ihr Ansehen wirkungslos sei. Darum verkünden und vertheidigen sie vor aller Welt den Satz, Kirche und Staat müßten vollständig von einander getrennt werden. Auf diese Weise schließen sie den so heilsamen Einfluß der katholischen Kirche von der Gesetzgebung und von der Verwaltung des Staates aus. Und die Folge davon ist, daß sie wähnen, alle staatlichen Verhältnisse müßten ohne Rücksicht auf die Institutionen und Gesetze der Kirche geregelt werden. Sie begnügen sich aber nicht damit, die Kirche, die beste Führerin, bei Seite zu schieben, sondern sie. meinen auch noch, sie feindselig angreifen zu müssen. Und in der That sucht man ungestraft selbst die Grundlage der Kirche zu zerstören durch Wort, Schrift und Kathedervorträge; die Rechte der Kirche finden keine Schonung, die Aeniter, die ihr Gott übertragen, keine Gnade. Ihre Freiheit im Handeln ist von allen Seiten beschränkt, und zwar durch Gesetze, die dem Scheine nach weniger gewattihäilg, in WUklichk-tt aber dazu gemacht sind, alle Freiheit zu hemmen. Ebenso sehen wir, wie dem Klerus schwere Ausnahmegesetze auferlegt werden, in Folge deren nicht nur seine Reihen immer lichter werden, sondern ihm auch mehr und mehr die nothwendigen Subsistenzmittel abgehen; wie der Rest der Kirchengüter aller freien Verwaltung beraubt und der Gewalt und Willkür der Staatslenker anheimgegeben ist, wie dje religiösen Orden aufgehoben und zerstreut sind. Und gegen den apostolischen Stuhl und den römischen Papst wird seit Langem der Angriff verdoppelt. Zuerst ist er unter falschen Vorwänden aus der Vorhut seiner Freiheit und seines Rechtes, nämlich aus seinem weltlichen Besitze gestoßen, dann in eine Lage gedrängt worden, die nicht bloß traurig ist, sondern bei den vielen Schwierigkeiten die von allen Seiten auftauchen, geradezu unerträglich wird. In unseren Zeiten endlich ist es soweit gekommen,
i£y Penelope.
Nach dem Englischen.
„Ich muß Douglas heute noch schreiben, Kenneth, daß Doktor Ferguson Dich mit sich nach Deutschland nehmen will."
„Ja. Wird er sich nicht sehr darüber freuen? O Mutter, kannst Du es Dir vorstellen, daß ich eines Tages kommen und unter Euch herumgehen werde?" sagte er ganz außer sich vor Freude.
Mistreß Graham neigte sich über rhn.
„Liebster Kenneth, wenn dieser Tag aber nie- mals kommen sollte, wirst Du versuchen, es zu ertragen?" , ., . .. . .
„Sprich nicht so, Mittler, sprich nicht so , rief er in schmerzlicher Ausregung. „Ich war so glücklich in dem Gedanken, meine Krücken bei Seite zu legen und wieder gesund und kräftig zu sein. Eben bin ich nur eine Last für Euch Alle."
„Eine kostbare Last, Kenneth", flüsterte ferne Mutter zärtlich und betrachtete fein schönes, von der Sonne beschienenes Antlitz mit dem hoffnungsvollen Ausdruck in den belebten Zügen.
Kenneth athmete tief auf, er fühlte sich unbeschreiblich glücklich.
„Ich kann jetzt hoffen, doch noch ein tüchtiger Mann zu werden", sagte er, lächelnd auf die von der untergehenden Sonne rosig beleuchteten Berge blickend. „Es scheint mir fast zu gut, um wahr zu sein und ohne Doktor Fergnson's Versicherung würde ich es nicht glauben."
„Der Himmel vergelte ihm, was er an Dir thut, Kenneth."
„Ja, Mutter, und auch ich kann vielleicht eines Tages — nicht ihm vergelten, das könnte ich nie, wie Du weißt, — aber doch etwas für ihn thun."
In der Abenddämmerung kam Alick nach Crayfell, um seinen Vorschlag mit Mistreß Graham zu besprechen.
Nelly, die allein am Fenster saß, nahm wenig Antheil an der Unterhaltung, welche die Knaben in die wildeste Aufregung versetzte und Kenneths bleiches Gesicht in süßer Hoffnung aufleuchten machte; als er zu ihr kam, um ihr gute Nacht zu wünschen, stammelte sie mit Thränen in den Augen:
„Wir können Ihnen nie genug dafür danken." „Ich brauche keinen Dank — ich lhue es um Ihretwillen."
Hoffte er doch noch ihre Liebe zu gewinnen? Er wußte es selbst kaum, als er durch den Garten von Crayfell schritt, wo die Nachtluft von deni Duft der Reseda und Levkojen angefüllt war; außerhalb des Thores blieb er stehen und blickte zurück auf das Haus, dann trat er seinen langen einsamen Gang über das Moor an. ^Er ging rasch, wie um den Kampf in seinem Innern zu beschwichtigen und schlug zuletzt den Weg ein, der ihn an der kleinen Villa vorbeiführte. Mit stechendem Schmerz im Herzen hörte er das Murmeln des Flüßchens, das ihm Nelly's Stimme wieder
daß die Anhänger der Sekten, was sie lange heimlich unter sich geplant, nun auch unumwunden aussprechen: die Macht der Päpste muß gebrochen, das Papstthum selbst, das doch durch göttliches Recht eingesetzt ist, müsse ganz von der Erde vertilgt werden. Das wird, wenn selbst andere Gründe fehlten, genugsam bewiesen durch das Zeugniß Solcher, die in die Geheimnisse der Freimaurer eingeweiht sind. Abgesehen von früheren häufigen Aussagen erklärte eine große Anzahl derselben noch in der jüngsten Zeit: was die Freimaurer beträfe, so habe es damit seine Richtigkeit, daß sie vor Allem den Katholizismus mit unveriöhnlicher Feindschaft verfolgen und nicht eher ruhen wollen, als bis sie Alles ausgerottet haben, was immer die Päpste im Interesse der Religion gestiftet hätten. Und wenn diejenigen, welche in die Sekte ausgenommen werden, auch nicht ausdrücklich die katholische Religion abschwören müssen, so widerstreitet dies doch keineswegs den Absichten der Maurer, sondern entspricht denselben vielmehr. Denn sie täuschen auf diese Weise leicht die Unbefangenen und Unvorsichtigen und laden noch viel mehr zum Eintritte in ihre Sekte ein. Indem sie dann das erste Beste von jedem beliebigen religiösen Ritus annehmen, verbreiten sie jenen großen Jrrthum unserer Zeit, die Sorge um die Religion sei eine Nebensache und es sei gar kein Unterschied zwischen den verschiedenen Religionen. Ein solches Vorgehen zielt auf den Untergang aller Religionen und besonders der katholischen, welche, da sie allein die wahre ist, nicht ohne das größte Unrecht den anderen gleichgestellt werden kann.
Aber die Naturalisten gehen weiter. Da sie keck in den Hauptfragen einen durchaus falschen Weg eingeschlagen haben, so kommen sie rasch und ehe sie sich es versehen, auf die äußersten Konsequenzen. Und da verlieren sie selbst die Wahrheiten, welche doch mit dem natürlichen Lichte der Vernunft klar erkannt werden: die Existenz Gottes, die Unabhängigkeit der menschlichen Seele von der Materie und ihre Unsterblichkeit. — Auch die Sekte der Maurer scheitert auf ganz ähnlicher Irrfahrt an diesen Klippen. Denn ---------- . . — • L bekennen, daß ein Gott eri- sich selbst bezeugen, oap uicic
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stört ist, da muß natürlich auch das wanken, was zu erkennen uns die Natur selbst anleitet: daß Alles durch den freien Willen Gottes geschaffen ist, daß die Welt von Gottes Vorsehung gelenkt wird, daß die Seele nimmer untergeht, daß diesem Erdenleben der Menschen ein anderes ewig dauerndes folgt.
Sind aber einmal diese Wahrheiten preisgegeben, welche als die maßgebenden Prinzipien der Statut für alles Denken und Handeln gelten, so ist leicht einzusehen, welch' eine ungeheure Verwilderung in die private und öffentliche Sittlichkeit eintreten muß. Wir reden hier nicht von den übernatürlichen Tugenden, die Niemand ohne besondere Gabe und Gnade Gottes ausüben und erlangen kann. Von diesen kann sich gewiß bei denen keine Spur finden, welche die Erlösung des Menschengeschlechtes, die himmlische Gnade, die Sakramente und die Erlangung der Seligkeit im Himmel als unbekannte Dinge zurückweisen. Wir reden von den Pflichten, welche auf natürlicher Sittlichkeit beruhen. Denn Gott, der Schöpfer und fürsorgliche Regierer der Welt, — das ewige Gesetz, welches die Beobachtung der natürlichen Ordnung gebietet und deren Verletzung untersagt, — das letzte Ziel des Menschen, hoch erhaben über die irdischon Wechselfälle und jenseits dieser irdischen Wohnstätte: das sind die Quellen, das sind die Prinzipien aller Gerechtigkeit und Sittlichkeit. Nimmt man diese weg, wie es die Naturalisten und Freimaurer thun, so verliert in demselben Augenblicke die Ethik ihre Grundlage und fallt zusammen. In der That ist die sitttliche Erziehung, welche die Freimaurer der Jugend zuwenden wollen, die sogenannte „unabhängige", „freisinnige", weltliche Erziehung, welche baat ist von allen religiösen Ideen. Aber wie armselig sie ist, wie ohnmächtig, wie haltlos bei jeder Regung der Leidenschaften, ist klar genug ans den bedauerlichen Früchten zu sehen, die sich schon da und dort zeigen. Denn wo nach Abschaffung der christlichen Erziehung sie frank und frei die Herrschaft führt, da verschwinden die edlen guten Sitten, da sind die häßlichsten und ungeheuerlichsten Lehrmeinungen im Schwünge, da nimmt mit Riesenschritten Verwegenheit und mifi» Airaomoin fipflant, und be- jammert, ja auch nicht selten von solchen oezeugr, «e «L am Wenigsten gern thun, aber doch der hellen Wahrheit nicht widersprechen können.
Da außerdem die menschliche Natur durch die Erbsünde befleckt und deshalb viel geneigter zum Laster als zur Tugend ist, so ist keine Sittlichkeit möglich, ohne daß Einer die niedrigsten Triebe beherrscht und die Neigungen der Vernunft unterthänig macht. Zu diesem Streite bedarf es sehr oft der Verachtung des Erdentandes, muffen die größten und lästigsten Kämpfe ausgefochten werden, damit so die Vernunft allezeit ihren siegreichen Oberrang behaupte. Aber die Naturalisten und Freimaurer schenken den Wahrheiten, die uns von Gott geoffenbart sind, keinen Glauben und leugnen, daß die Stammeltern gefallen sind, und sie wähnen daher, daß die Freiheit im Menschen ins Gedächtniß zurückrief, und Alick Ferguson gehörte jetzt zu jenen Armen, die ihre letzte Hoffnung begraben haben und sich nun beständig mit dem Gedanken quälen, „wie es hätte fein können , aber er raffte sich zusammen und beschloß, die Vergangenheit zu vergessen und zum Wohle seiner Nebenmenschen alle Kräfte einzusetzen.
Armer Alick! Der Anblick dieser Villa, die ihn so lebhaft an fein verlorenes Glück erinnerte, war zu viel für ihn. Trotz aller guten Entschlüsse kehrten seine Gedanken immer wieder zu dem alten sehnsüchtigen Ausruf zurück — „wenn Nelly mich nur hätte lieben können!"
In Strömen floß der warme sommerliche Regen herab. Mary Montgomery saß mit einer Handarbeit am Fenster im Wohnzimmer des rothen Hauses und blickte oft, tief aufseufzend , auf den grauen Himmel hinaus. Schwere Massen weitzen Nebels trieben über den Bergen her und verkündeten noch mehr Regen. ,
Es war erst 12 Uhr, und Mary wusste nicht, wie sie den langen Tag hermnbringen sollte. Die Zeit verging ihr jetzt gar zu langsam und traurig, sie führte ein einförmiges Leben. Nach dem Frühstück staubte sie mit eigener Hand all' die seltenen Kostbarkeiten ab, die Miß Farnham's Stolz gewesen und füllte die Vasen mit frischen Blumen. Mit der Haushaltung hatte Mary wenig zu thun; sämmtliche alte Dienstboten waren auf Miß Farn-
AdmnkMuts-kmladimg.
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